„Weit auf dem Golm im Mitsommergrün…

Am 8. August besuchten wir den Golm – die Ruhestätte von über 23 000 durch Alliierte Bombenangriffe zu Tode gekommenen Menschen auf der Insel Usedom

Bevor wir uns dem eigentlichen Beitrag zur Gedenkstätte Golm widmen, möchte ich noch etwas voranführen, betreffend der Zahl deutscher Todesopfer, hervorgegangen aus den Wirren des Zweiten Weltkrieges. Gestern kam es in einem Beitrag immer wieder zu Abweichungen. Teils stammend aus den mir vorliegenden Zeitungsberichten, teils aus Veröffentlichungen und Niederschriften und daraus resultierend von mir angegeben. Ich weiß, dass nach einer ordentlichen Recherche große Abweichungen nicht auftreten sollten und dürfen. Und doch passiert es. An dieser Stelle muss man sich aber auch die Frage stellen, wie kann es überhaupt zu solchen Differenzen kommen?

Zum besseren Verständnis für all die, die bisher von alldem nichts wussten. Das Spiel mit den Zahlen deutscher Todesopfer hat in der offiziellen Presse eine lange Tradition, wenn man es so ausdrücken mag. Es scheint als sei ihnen das Vermögen des Fälschens in die Wiege gelegt worden. Anders gesagt, arbeitet diese Presse als teuflisches Werkzeug der „Betäubung und Täuschung.“

Und diese fortwährende Täuschung hat zur Folge, dass ein großer Teil des deutschen Volkes nicht nur beginnt, lethargisch und gleichgültig mit den Vorfällen umzugehen, sondern schlussendlich meint, seinen Untergang hinnehmen zu müssen.

Bis 2002 lag die Gedenkstätte in der Obhut einer in 1955 entstandenen Interessengemeinschaft, die 2002 „großzügig“ in Trägerschaft gekommen ist.

Recherchiert man nun, reduziert sich die ursprüngliche Zahl von mehr als 23 000 Opfern (der ursprüngliche Stein gibt dazu Aufschluss, auch wenn die Zahl nur noch schwer erkenntlich ist) auf zunächst bis zu 14.000 Todesopfer und nun, in der ganz neuen Ausgabe dieser Trägerschaft, werden sage und schreibe 4.000 bis 6.000 Opfer aufgeführt.

Ich bin noch im Besitz eines Flyers der ehemaligen Interessengemeinschaft. (in der Kommentarspalte)

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Unsere Eindrücke vom Besuch der Ruhestätte

„Weit auf dem Golm im Mitsommergrün. Dort wo zwischen Grabkreuzen Mohnblumen blühen. Da flüstern die Gräser und wiegen sich leicht im Wind, der sanft über das Gräberfeld streicht.

Für den Frieden zu kämpfen und wachsam zu sein, fällt die Menschheit noch einmal auf Lügen herein. Dann kann es geschehen, dass bald niemand mehr lebt. Niemand, der die Milliarden Toten vergräbt.

Ja auch dich haben sie genauso belogen wie sie es heute immer noch tun…“ (frei nach Hannes Wader)

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Wir waren heute auf dem Golm, der höchsten Erhebung der Insel Usedom, zugleich Ort einer Tragödie und eine der größten Kriegsgräberstätten Deutschlands.

Den Ort haben wir mit zwiespältigen Gefühlen verlassen.

Gespickt von zahlreichen Lügen, einer widersprüchlichen Darstellung des Geschehens und anderen „Erzählungen“ die uns bitter aufgestoßen sind, standen wir dennoch andächtig und ehrfurchtsvoll an einem Ort, wo auch unzählige Familien (deren Leben gezielt ausgelöscht wurde) ihre letzte Ruhe fanden.

¤ Von der Tragödie muss man wissen, den Ort dazu kennen, sonst findet man ihn nicht. Der Wegweiser ist wie bei allen anderen Stätten dieser Art kaum wahrzunehmen.

¤ Die Zahl der getöteten deutschen Menschen wurde in Zahlen wie so oft nach unten reduziert. Doch auf dem ursprünglichen Gedenkstein ist die Zahl von 23 000 Toten eingraviert.

¤ Heute steht hier etwas von 4 000 bis 6 000 Toten. Solche Lügen sind unerträglich.

¤ An anderer Stelle verharrt man mit Erklärungen zu den bösen Nationalsozi.alisten. Darüber wird ausführlich berichtet Was bitte hat das mit diesem Ort zu tun, an dem unschuldige Menschen von den Alliierten getötet wurden?

Alliierte waren es, die gezielt Zivilisten töteten und ganze Familien auslöschten.

Das allerdings liest man nirgendwo.

Nur am Rande wird erwähnt, dass die Alliierten Bomben abgeworfen haben….

Es ist einfach nur zum „Haare raufen, um es freundlich auszudrücken.

¤ Im Haus mit Informationen wird weiter gelogen, sodass sich die Balken biegen. Mein Mann verließ wütend den Raum, ich machte noch ein paar Bilder.

Die Erkenntnis, die bleibt: Wie will man aktuelle Verbrechen aufarbeiten, wenn die längst Vergangenen über Lügen unter Verschluss gehalten werden?

Dieses Wissen ist einfach nur unerträglich.

Während man eifrig die Opferzahlen der Deutschen über den Zweiten Weltkrieg hinaus immer und immer wieder, weiter und nahezu ins Uferlose nach unten reduziert, gilt die gerundete Zahl von 6 Millionen der zu Tode gekommenen J.u.den. nicht nur als symbolisch, sondern auch als ziemlich verlässlich. Schlimm genug, dass wir überhaupt über solche Ereignisse berichten müssen, in denen so viele Menschen ihr Leben lassen mussten, ganz gleich welcher Herkunft oder Nation. Es sind Menschenleben zu beklagen. Ganze Familien wurden ausgelöscht.

Nicht weniger schlimm ist es jedoch, wenn man dabei das Gefühl hat, über weite Strecken hin, immer und immer wieder belogen zu werden.

Nun stelle man sich die Frage, warum diese Verlässlichkeit ursprünglicher Zahlen (wie oben erwähnt) nicht auf deutsche Todesopfer zutrifft? Beispiele dazu gibt es zuhauf.

Sei es nach dem Bombenangriff auf Dresden, sei es aus den Tragödien der Flüchtlingsschiffe heraus, oder aus der zuvor unerbittlichen und zwangsweisen Vertreibungsaktion der Deutschen aus ihrer Heimat mit furchtbaren Drangsalierungen nach Kriegsende seitens der Alliierten bis weit in die 1950er Jahre hinein. In allen Fällen dieser Tragödien lagen die ursprünglichen Todeszahlen weit über den uns heute suggerierten.

Hier wurde über die vergangenen Jahre die ursprüngliche Zahl der getöteten Deutschen von 23 000 auf 6.000-4.000 reduziert. Bei näherer Betrachtung des Ereignisses wird man schnell feststellen, dass die uns heute suggerierte Todeszahl von etwa 4.000 Toten nicht ansatzweise im Verhältnis zum dem damaligen Geschehen steht /stehen kann. Ein Graus.

Ähnlich, wir erinnern uns, reduziert sich auch die Zahl von jüd.ischen Todesopfern wie von Geisterhand, nachdem man der Beweis erbracht wurde, dass keine Deutschen an den Massakern (u. a. von Jedwabne) beteiligt waren. Leise, kaum vernehmbar, gab man zu, dass es Polen waren, die auf brutalste Weise ihre jü.dischen Mitbürger töteten. Und nachdem das ans Tageslicht kam, waren es plötzlich nicht mehr die, wie anfänglich den Deutschen angelasteten 1600 Tote, sondern nur noch etwa 340. Merkwürdig. Oder?

Aber wie kam es dazu?

—-Auszug Wikipedia: „Während die Opferzahlen ursprünglich auf 1.600 Personen geschätzt worden waren, wurde nach Exhumierungen der Massengräber und Ausgrabungen des Instituts für Nationales Gedenken (IPN) im Jahre 2001 davon ausgegangen, dass es zwischen 300 und 400 Menschen waren. Spätere Forschungen schätzen die Zahl der jüdischen Opfer auf mindestens 340. Die Opferzahl wurde durch eine nur oberflächliche Exhumierung ermittelt, da die Rabbiner gegen die Störung der Ruhe der Opfer protestierten. Die tiefer liegenden Leichen konnten nicht gezählt, sondern ihre Zahl nur geschätzt werden.—–„


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