Der Bromberger Blutsonntag – oder der „erzwungene Krieg“

Eigentlich wäre jetzt (in den Abendstunden) „Deutsche Geschichte“ nach Albert Thümmel dran. Doch bevor ich in den Tagebucheinträgen über das Jahr 1939 hinausgehe, muss ein Ereignis besonders erwähnt werden.

Vielleicht kein schöner Lesestoff, aber doch wichtig.

Wenn ich aus den Tagebüchern meiner Mutter lese, tun sich immer wieder historische Prozesse auf, die eine ausführlichere Beschreibung notwendig machen. Auch, oder vor allem, um einen besseren Zusammenhang zum eigentlichen Geschehen, in dem Fall zur Kriegserklärung an das Deutsche Reich, herzustellen.

Warum fanden gerade am 3. September so viele Morde statt?

Antwort: Es war der Tag der englischen und französischen Kriegserklärung an das Deutsche Reich. Die Polen gerieten in einen Freudentaumel und glaubten im Ernst, dass es England um die Erhaltung des polnischen Staates ginge.

Bromberg wurde am 6. September 1939 von der deutschen Wehrmacht eingenommen, das übrige früher deutsche Gebiet bis zum 12. September 1939. In den Tagen davor geschahen die Massenmorde an den Volksdeutschen, teilweise auch auf den Zwangsmärschen zu den Konzentrationslagern.

Was ist der Bromberger Blutsonntag? Es handelt sich um die Tatsache, dass nach Kriegsbeginn (1. September 1939) Tausende von Volksdeutschen durch die Polen ermordet wurden. Die Ereignisse beziehen sich nicht nur auf die Stadt Bromberg oder nur auf den 3. September 1939.

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Anknüpfend dazu aus den Niederschriften meiner Mutter

25.8.39 Britisch- polnischer Militärpakt wurde abgeschlossen. (Mit welcher Absicht?)

Wie kam es zum Einmarsch Deutscher Soldaten in die von Polen besetzten deutschen Gebiete?

Polnische Gräueltaten, Bromberger Blutsonntag, Polens Landraub, der widersinnige Korridor, der Kampf gegen das Deutschtum, der Terror war unerträglich.

Schon 1918, gleich nach Entstehung des Staates Polen aus deutschen Gebieten errichteten die Polen Konzentrationslager in Szcypiomo u. Stralkowo (im Posener Gebiet) und sperrten 16.ooo Deutsche in diese ein. Durch Verdrängung und Vertreibung kamen 1 Million Deutsche ins Reich. In der Zeit von März bis September 1939 wurden 50.000 Deutsche in Polen interniert und schweren Misshandlungen ausgesetzt.

Auch 1939 wurde ein KZ in Chodzen (zwischen Leslau und Kutno) in einer ehemaligen Zuckerfabrik errichtet. Dort wurden 7000 Deutsche, darunter Frauen und Kinder, Greise und auch Krüppel inhaftiert und malträtiert.

In Bromberg wurden 5437 Deutsche Opfer der viehischen Morde von Polen. (Die Protokolle sind im Aktenstand des Bundesarchivs/Militärarchivs in Freiburg/Brg. nachzulesen!)

Das war die Vorgeschichte zum Einmarsch in Polen.

Weiter zur Vorgeschichte:

»Bei Tariowa, in der Nähe von Kolo, hat das polnische Militär auf eine große Anzahl Volksdeutscher geradezu eine Treibjagd mit Maschinengewehren veranstaltet. Man fand 130 Tote, die nach den Zeugenaussagen wie die Hasen bei einer Treibjagd über ein Feld verstreut waren.«

Der polnische Vorwurf, die Volksdeutschen hätten subversiv gegen den polnischen Staat gewirkt, ist unberechtigt. Dazu stellte der US-Historiker Professor David L. HOGGAN fest: »Die Volksdeutschen in Polen verhielten sich mit wenigen Ausnahmen streng loyal zum polnischen Staate. > nachzulesen auch in den Tagebüchern meiner Großmutter, welche noch in Lissa bis zu ihrem Tod im März 1939 unter der Herrschaft Polens leben musste.

Meine Mutter schreibt weiter:

Am 17.9.39 marschierten russische Truppen in Polen ein. Die Polen kapitulierten am 27.9.39 Ab 28.9.39 mussten die Polen, die 1919 besetzten rein deutschen Gebiete und Städte räumen und sich wieder zurückziehen. Das war keine Vertreibung!

Aus den nicht ins Reich eingegliederten Gebieten entstand das Generalgouvernement. Heute wird der Eindruck erweckt, dass die Polen gelitten haben. Gelitten? weil sie die ehemaligen deutschen Städte, die sie 1918 geraubt, Deutsche vertrieben, ihre Fabriken, Geschäfte, Häuser sich angeeignet hatten, diese nun wieder aufgeben und die deutschen Orte verlassen mußten.

Gelitten haben die Deutschen von 1918- 1939, wie schon berichtet, unter der Gewaltherrschaft der Polen!

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Vielfach wird über die Zahl der ermordeten Volksdeutschen diskutiert. Man darf den Zahlen von A. SCHICKEL Glauben schenken, der rund 5000 bis 6000 Tote angibt. Auch der polnische Historiker Janusz PIEKALKIEWICZ8 nimmt eine Zahl von 5000 bis 6000 ermordeten Volksdeutschen an.

Deutsche Quellen von 1939 geben für die Zeit vom 31. August bis 17. November 1939 eine Zahl von 5437 Toten unter den Volksdeutschen an.

Polen gab sogar selbst die Täterschaft am >Bromberger Blutsonntag zu, als am 9. September 1939 der polnische Sender in Wilna die Warschauer Bevölkerung aufforderte, sich ein Beispiel an den Bromberger Mördern der Deutschen zu nehmen und im Kampf gegen die Deutschen alle erdenklichen Mittel anzuwenden.

All dieser Haß und die tiefe Feindschaft zwischen Polen und Deutschen sind nur aus der Geschichte zu verstehen. Kurz nach der Gründung des polnischen Staates 1916-18 begannen die Polen sofort mit Krieg. Krieg gegen Rußland (1920-21), drei Aufstände (Deutschland, Krieg gegen die Ukraine und gegen Litauen, Unterdrückung der deutschen Minderheit.)

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Quelle

 Auswärtiges Amt (Hg.), Dokumente zur Vorgeschichte des Krieges, Weißbuch Nr. 2, Berlin 1939; Neudruck: Mut, Asendorf 1977

 Alfred M. DE ZAYAS, Die WehrmachtUntersuchungsstelle — Unveröffentlichte Akten über alliierte Völkerrechts-Verletzungen im Zweiten Weltkrieg, Universitas, München, ‚1980, S. 228 u. 235.

 Alfred SCHICKEL, Deutsche und Polen, Gustav Lübbe, Bergisch-Gladbach 1984, S. 230. 7 Ebenda, S. 230 f.

 Janusz PIEKALKIEWICZ, Polenfeldzug, Gustav Lübbe, Bergisch-Gladbach 1982, S. 9 f. ‚Auswärtiges Amt (Hg.),

 Die polnischen Greueltaten an den Volksdeutschen in Polen, Berlin 1940; Auszüge in: Geheim. Aus dem Archiv der Reichsregierung, Mut, Asendorf 1977, S. 346

Auf den Fotos:

Foto (Bild 1) Überall lagen die meist verstümmelten Leichen der massakrierten Volksdeutschen.

Foto (Bild 2) Deutsche Soldaten finden Opfer des >Bromberger Blutsonntags. Die Volksdeutschen waren seit Anfang 1939 immer stärkerem Druck und Verfolgungen ausgesetzt worden. Internationale Journalisten überzeugen sich von den polnischen Greueltaten

Der Anführer des Bromberger Massakers


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