Es geht weiter! Die Fränkische Zeit – der Islam (Mohammed) – nach Albert Thümmel „Deutsche Geschichte“ Band 1

Kaum war das Abendland durch die Völkerwanderung von Grund auf umgepflügt worden, da vollzog sich im Morgenland eine ähnliche Umwälzung: die Araber breiteten ihre Herrschaft über weite Teile von Asien und Afrika aus.

Um das Jahr 700 geboten sie schon über alle Völker zwischen dem Indus und der Straße von Gibraltar. Das war das Werk Mohammeds und seiner Nachfolger.

Noch um 600 führte die Mehrzahl der Araber – die Beduinen, die Bewohner der Wüste – ein wanderndes Hirtenleben. Nur ein geringer Teil wohnte in Städten und trieb Handel. Das Volk war in viele Stämme und Geschlechter zersplittert.

Unter dem Einfluss des nächtlichen Sternenhimmels, der sich in unendlicher Weite über die Wüste wölbte, war die ursprünglich herrschende Religion ein Sternendienst. Mit ihm verband sich der abergläubische Brauch, gewisse vom Himmel herabgefallen Steine abgöttisch zu verehren.

Die höchste Verehrung genoss seit uralter Zeit ein gewaltiger, viereckiger Meteorstein, Kaaba genannt. Dieser stand in einem Tempel, der den gleichen Namen führte, in der heiligen Stadt Mekka, und von jeher wallfahrteten alle Araber zu ihm, ums sich durch seine Berührung von Sünde oder Krankheit zu befreien. – Neben dem Sternendienst fanden auch Judentum und Christentum Eingang.

Da stand Mohammed auf und verkündete eine neue Religion. Sie sollte seine Volksgenossen von der Vielgötterei ablenken zum Glauben an einen einzigen Gott, wie ihn die Juden und Christen verehrten. Die jüdische Lehre schien ihm zu beschränkt, und der tiefe Sinn des christlichen Evangeliums war ihm nicht aufgegangen.

Nach zwei Visionen fühlte er sich von Gott zu seinem Propheten berufen. Er trat mit seinen Offenbarungen hervor, die später im Koran, der mohammedanischen Bibel, zusammengefasst wurden, und als Lehre den „Islam“ =Ergebung in den Willen Gottes) verkündeten.

Der oberste Satz des neuen Glaubens hieß: „Es ist kein Gott außer Allah, und Mohammed ist sein Prophet.“

Durch die neue Religion wurden die arabischen Stämme geeinigt: nach Mohammeds Tod unterwarfen seine Nachfolger (Kalifen) in stürmischem Eroberungsdrang auch die Nachbarländer: Syrien, Ägypten, Persien, Nordafrika.

Schließlich überschritten die Mohammedaner die Meerenge von Gibraltar, besiegten 711 in der Schlacht am Flüsschen Salado die Westgoten und eroberten deren spanisches Reich. Die Gefahr für das christliche Abendland war riesengroß. Nur die Pyrenäen trennten die Araber noch von dem Reich der Franken.


Morgen lesen wir dann: Die Bekehrung der Germanen zum Christentum – Bonifatius der Apostel der Deutschen.

Quelle Fotos: Panorama der Weltgeschichte Band 2 Bertelsmann Lexikothek


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