Die Staufischen Kaiser

Wir schlagen ein neues Kapitel auf, aus der Reihe: „Deutsche Geschichte“ nach Albert Thümmel

… und bewegen uns nun in der Zeit zwischen 1138-1254, beschäftigen uns mit den Kreuzzügen dieser Zeit (es gab weitaus mehr als die bekannten Sieben), sowie mit dem Rittertum, und gehen weiter bis hin zum Entscheidungskampf zwischen Kaisertum und Papsttum (1239-1250).

Eine bewegende Zeit. Zumal unter dem schwäbischen Haus der Staufer das mittelalterliche Kaisertum seinen höchsten Glanz erreichte. Die Italienpolitik aber führte zum Endkampf mit den Päpsten; der Egoismus der deutschen Fürsten trug entscheidend zu deren Sieg und zur Entmachtung der Kaiser bei.

Den Auftakt im Stauferreich macht Konrad III. (1138 bis 1152).

Nach Lothars Tod rechnete sein Schwiegersohn Heinrich der Stolze mit Sicherheit auf die Nachfolge. Aber die Fürsten und die Kirche wollten keinen König, der durch seinen Hausbesitz so mächtig war. Wie leicht konnte er die Ansprüche der großen Sachsen und Salier auf die unbedingte Oberhoheit des Kaisers über das Reich und über Rom erneuern und durchsetzen! Gerade darum wurde nicht er, sondern der Herzog von Franken, der Hohenstaufe Konrad, gewählt. So ward der Zwiespalt zwischen Welfen und Hohenstaufen verschärft.

Konrad III. stand im besten Mannesalter. Ein Zeitgenosse berichtet, er sei schön wie Paris gewesen, tapfer wie Hektor und weise wie Seneca. Er war in der Tat ein tapferer Kriegsmann, dabei liebenswürdig, fromm, frisch und naturliebend, freilich ohne feste Überzeugung und daher schwankend, sodass selbst sein nächsten Vertrauten zuweilen über seine Unzuverlässigkeit klagten.

Von Neuem begann nun der Kampf zwischen Welfen und Hohenstaufen. Zwar starb Heinrich der Stolze bereits 1139, doch hinterließ er einen zehnjährigen Sohn Heinrich, der später den Namen „der Löwe“ führte. In diesem Bürgerkrieg, in dem zum ersten Mal der Parteiruf: „Hie Welf, hie Waiblingen!“ gehört worden sein soll, fällt die Belagerung von Weinsberg., die von der Sage liebevoll ausgeschmückt worden ist.

(Am Ende der Belagerung bewilligte der Kaiser den Frauen die Gnade, das sie mit dem, was sie tragen könnten, abziehen dürften. Als sich dann die Tore öffneten, trugen die Frauen ihre Männer auf den Schultern. Der Kaiser war nicht wenig erstaunt, aber er hielt sein Wort.)

Die Regierung Konrads III. blieb ohne jeden Aufbau. Die Verhältnisse waren stärker als sein guter Wille. Sein Königtum vermochte sich nicht durchzusetzen gegen die Teilgewalten. Jeder Erfolg erstickte im Keim. Bei dieser Lähmung der Königsgewalt tobten allenthalben die Fehden im Reich, ein furchtbarer Zustand der Rechtlosigkeit trat ein. Am Ende stand Konrad fast genau da, wo er begonnen hatte. Aber eine Flut von Unheil war über das Reich dahingebraust, das königliche Ansehen tief gesunken.

So endeten im Jahr 1152 ein verfehltes Leben und eine verfehlte Politik. Sterbend aber vollzog Konrad III. seine rühmlichste Tat, indem er den eigenen Sohn von der Thronfolge ausschloss und seinen Neffen Friedrich, Herzog von Schwaben, als Nachfolger empfahl.

In den nächsten Tagen und auch Wochen tauchen wir dann also in die Zeit unter Friedrich I. Barbarossa (1152-1190) ein. Mit ihm steigt der stolzeste Name deutscher Geschichte seit Otto dem Großen herauf.


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