Das erste Mal, also seit etwa einem Jahr, starten wir unsere Tour unter einem fast blauen Himmel.

Nach den ersten zurückgelegten 100 Kilometern präsentieren sich uns zunächst weniger schöne Eindrücke. Willkommen im „Paderborner Windparkparadies“. Ein weitläufiges Areal, besetzt mit unzähligen Windradgiganten erstreckt sich über etwa 10 Kilometer unserer Fahrroute links und rechts der Autobahn. Was ist das doch für ein Wahnsinn: soweit das Auge reicht, Raubbau an der Natur.

Nun ziehen auch noch dichte Wolken auf, und wie „gewohnt“ reisen wir im Regen weiter. Dem Regen entgegen landen wir wieder auf einem unserer Lieblingsplätze. Barbarossa schläft oben, und wir am Fuße des Götterberges. Ein wirklich guter Ort. Mancher wird es sicher schon erkannt haben. Richtig! Wir befinden uns am Kyffhäuser. Allerdings wird hier nur übernachtet, denn wir wollen noch weiter ins mitteldeutsche Land hinein.

Am Morgen danach: Auch wenn es draußen stürmt und regnet, hier liegt Kaffeeduft in der Luft. Das Frühstück an diesem Sonntag genießen wir noch mit einem Blick zum Rotbart, dann ist Abfahrt.


Bevor wir die heimatlichen Gefilde in der Oberlausitz ansteuern, machen wir einen Halt in Weimar.
Es fällt jedoch schwer, diesen kurzen Abstecher zu unseren Dichterfürsten in die richtigen Worte zu fassen. Ich versuche es dennoch.
***Episode 1*** – Bei Friedrich Schiller ins Haus geschaut
Wir sind also gerade im Begriff, das Schillerhaus in Weimar zu betreten. Und was wir da zu hören und zu sehen bekamen, war zum einen unangenehm aufschlussreich, und lässt zum anderen tief blicken, wohin der Weg geht.


Der freundliche Herr, der die Karten immer abknipst, konnte nur schlecht seinen Unmut darüber verbergen, dass die gesamte untere Etage von Schillers persönlichen Möbelstücken „befreit “ wurde.
Er berichtete traurig von dem wunderschönen Filz-Wandteppich, von den Möbelstücken des Empfangszimmers, die es nun nicht mehr zu besichtigen gibt, denn sie wurden irgendwo eingelagert…, wo, das wusste er nicht.
Modern soll‘s werden, sagte er mit dem gewissen Unterton….

Die Etagen nach oben, das Zimmer von Schillers Frau Charlotte und sein Arbeitszimmer waren NOCH eingerichtet.
Unser Fazit: Ganz gleich, wohin man schaut, alles, was mit unserer deutschen Geschichte zusammenhängt, wird verändert, verfälscht oder vollständig ausradiert.
Doch gibt es auch Schönes zu berichten: Auftakt zu unserem Besuch in Friedrich Schillers Wohnhaus.

Allerlei Informatives: Friedrich Schiller erwarb dieses Haus 1802 und bewohnte es mit seiner Familie bis zu seinem Tod 1805.
- Nach Charlotte Schillers Tod 1826 wurde es verkauft und 1847 von der Stadt Weimar zur Einrichtung einer Erinnerungsstätte für den Dichter erworben. Ab 1863 war es außerdem auch Sitz einiger literarischer Gesellschaften.
Ihr seht auf dem letzten Bild eine Aufnahme der Küche mit Möbel, Geschirr und weiteren Utensilien, wie sie in der Zeit um 1800 für einen Haushalt üblich waren. Von der originalen Ausstattung blieb jedoch nichts erhalten.
- Noch ein bisschen was, zum Wohn-und Esszimmer der Schillers:
Hier versammelte sich der Familienkreis zu den gemeinsamen Mahlzeiten und geselligen Runden.
Im eleganten Salon empfing Charlotte die Gäste zum Ideenaustausch und zu geselligen Unterhaltungen.
Auf dieser Etage befinden wir uns auch in Charlottes Privatzimmer. Hierhin konnte sie sich etwas zum Lesen und Schreiben zurückziehen.
Der mutmaßliche Zustand um 1805 wurde bei der Rekonstruktion der kleinen Schlafkammer zugrunde gelegt. Die beiden mit Tapete bezogenen Eckschränke gehörten tatsächlich zu Charlottes Lebzeiten zur Raumeinrichtung.
Die blau-weiß tapezierte Schränke sowie die Möbel des Kinderzimmers sind erhalten geblieben.

















- Und hier endet der Rundgang durch Schillers Haus:
Im zweiten Obergeschoss war sein „Reich“, sein Empfangs- und Gesellschaftszimmer . Hier begrüßte er Freunde und Bekannte sowie prominente Gäste zu Lesungen, Gesprächen und Diskussionen oder geselliger Unterhaltung. Bemerkenswert ist ein Abguss der berühmten Schiller-Büste von Johann Heinrich Dannecker.
Das Arbeitszimmer ist der authentischste Raum des ganzen Hauses, mit Schreibtisch und Sterbebett. Hier entstanden seine letzten Dramen „Die Braut von Messina “ und Wilhelm Tell“.
Auf dem Schreibtisch sieht man seine letzten verfassten Zeilen zu Demetrius.







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Uns zieht es weiter in die Heimat
So erreichen wir nach weiteren drei Stunden Fahrt unseren Schlafplatz am Berzdorfer See, dieses Mal ohne Regen, dafür mit einem schönen Sonnenuntergang und Vogelgezwitscher im Hintergrund.
Gegessen wird vor einem herrlichen Seepanorama.



In Görlitz waren wir auch schon,, dort taumelte ich auf den Spuren meiner Kindheit. Dazu aber später mehr.

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***Episode 2***– am Grab von Jakob Böhme
Ganz wunderbar war auch unser Besuch auf dem alten (aus dem13. Jahrhundert) Friedhof. Dazu haben ich schon vor einiger Zeit einen Beitrag verfasst: https://undinepeter.blog/2023/03/02/gorlitz-meine-wunderschone-heimat-teil-v-faszination-nikolaifriedhof/
Unabhängig davon, lasse ich noch ein paar Bilder da. Und darüber gelangen wir zum Grab des Schusters und Philosophen Jakob Böhme, auf dem alten Nikolaifriedhof von Görlitz. Hier befinden sich all die Gräber der Berühmten, der Adligen und der, die Görlitz einen Namen gaben, durch ihre guten Taten. So auch das von Jakob Böhme.


Bevor ich mit einer Erzählung zu Jakob Böhme beginne, wer war das eigentlich?
Zeitgenössisch Jacob Böhme, (* 1575 in Alt Seidenberg bei Görlitz; † 17. November 1624 in Görlitz) war ein deutscher Mystiker, Philosoph Georg Wilhelm Friedrich Hegel nannte ihn den „ersten deutschen Philosophen“, weil er als erster philosophische Werke in deutscher Sprache verfasste.
Für Böhme war die Natur der Lehrmeister


Böhme sprach, er habe von der ganzen Natur und ihrer instehenden Geburt seine ganze Philosophie, Astrologie und Theologie studiert und nicht von Menschen und durch Menschen; keck behauptet er: „(…) so kann mich auch kein Mensch darin unterrichten.
Nun, man darf zurecht annehmen, Böhmes Ansichten passten weder in die Zeit, noch zu den Vorgaben der Pfaffen. Das Leben wurde ihm also schwer gemacht…
Mühsam und mit schlaffen Schulter, stieg Meister Jakob Böhme die Rathaustreppe hinab. Er fühlte sich müde und verbraucht, an diesem Dienstag, dem 26. März 1624. Warum ließ man ihm nicht seinen Frieden? Warum hatte eben, als er aus der Ratsstube kam, eine Rotte roher Lästermäuler ihm mit Hohn überschüttet? Hatte er nicht immer zurückgezogen und arbeitsam gelebt, seit er 1599 als 24jähriger, Bürger dieser Stadt geworden war? Auf dem Untermarkt blieben ein paar Neugierige stehen, als der kleine unscheinbare 49jährige sein Weg durch die Neißgasse zur Brücke nahm. Unterm Arm trug er die schriftliche Rechtfertigung, die der Rat nicht hatte annehmen wollen. Erschöpft saß er dann in seinem Hause. Schreiben konnte er heute nichts mehr.

Besonders schlimm hetzte der Oberpfarrer Gregor Richter gegen ihn. So sprach dieser Richter: „Ist es nicht schlimm genug, wenn so ein simpler Schuster seine Schuhbank verkauft und sich auf Schreiben verlegte? Schreckliches hatte er beim Schuster Böhme zu lesen bekommen: „Der Leser soll wissen, dass in Ja und Nein alle Dinge bestehen. Das eine, als das Ja, ist eitel Kraft und Leben. Das Nein ist ein Gegenentwurf des Ja oder der Wahrheit, auf das die Wahrheit offenbar und etwas sei… Außer diesen beiden, welche doch in stetem Streite stehen, wären alle Dinge ein Nichts und stünden stille ohne Bewegnis.“ Und dann gar dies: „Darum stehe ein jeder zu, was er tut! Es ist ein jeder Mensch sein eigener Gott und sein eigener Teufel.“
Fast dreihundert Jahre später, als der „Philosophus Teutonicus“ unter den Gelehrten längst als einer der bedeutendsten deutschen Dichter anerkannt war, setzte die Stadt dem einst Geschmähten und Verfolgten ein Denkmal.
Der schreibende Schuster-Philosoph hat Görlitz in der Welt bekannt gemacht, in mancherlei Hinsicht.
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***Episode 3 ***– viele schönen Eindrücke aus meiner Heimatstadt
Grüße von unserer Morgenrunde um den See. (also fast um den See)
Der Weißdorn blüht bereits. Das ist wirklich sehr früh. Dann müssen wir schon bald los zum Sammeln.
Weidenkätzchen und Huflattich setzen schöne Akzente in dem kleinen Mischwald-Paradies.
Von oben grüßt uns Bert entgegen. (Letztes Bild)






Brot backt nun auch. Das hatte ich noch am Nachmittag angesetzt.


Währenddessen noch einige Impressionen aus Görlitz > hier von der Peterskirche
In dieser Kirche haben schon mein Urgroßvater, mein Großvater und auch mein Vater ihr Handwerk (Malerarbeiten und Restauration) verrichtet.
Mein Vater hat hier mit Stuckarbeiten seinen Meisterbrief erworben.







Weiter geht’s! Wanderung auf den Hausberg
Görlitz liegt uns zu Füßen


Es gibt zudem noch eine interessante Begegnung, neben vielen schönen Erinnerungen aus meiner Kindheit und einer weniger schönen Erkenntnis zur Geschichte des Bismarckturms auf der Landeskrone.
Doch alles in allem war es ein guter Tag. Wir stehen diese Nacht nicht am See, dafür ganz wunderbar, versteckt in der bezaubernden Oberlausitzer Hügellandschaft.
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*** Episode 4 ***– eine interessante Begegnung und die weniger schöne Erkenntnis
Nun zu unserer interessanten Begegnung auf einem eher abgelegenen Weg, der um den Gipfel der Landeskrone herumführt.
Dort stand ein älterer Herr mit blutender Nase, und suchte schon leicht verzweifelt nach einem weiteren Taschentuch, dass das Blut aufsaugen kann. Wir fragten, ob wir helfen können, und dankbar, wenn auch überrascht über unser Angebot, nahm er unsere Hilfe an.

Einen kalten Waschlappen hatten wir zwar nicht zur Hand, um ihm diesen in den Nacken zu legen, aber ein Fläschchen mit Schafgarbetinktur zum Blut stillen (ein paar Tropfen in die Nase), und einen Taler, den er sich auf die Stirn drücken konnte.
Er meinte dankbar, „Sie sind sehr lieb und aufmerksam. Sein Sohn wäre wohl Internist, von der Schafgarbe wusste er, wohl nicht um dem Effekt des Talers auf der Stirn.
Bevor er uns nun von seinen Kindertagen aus Kriegszeiten berichtete, sprach er davon, wie wunderschön doch Görlitz wäre. Er komme aus einem kleinen Ort in Hessen, der liegt zwischen Frankfurt am Main und Kassel, und er ist heute hier, um wie so oft auf seinen Touren Schach zu spielen.
Was nun folgte, im Gesprächsverlauf, war aufschlussreich und erschütternd zugleich. Denn er berichtete von den Zerstörungen der deutschen Städte, von seinen Geschwistern, die mit ansehen mussten, wie Amerikaner (Alliierte) auf unschuldige Menschen schossen mit Jagdbombern, wie sie auch vor deutschen Mütter mit ihren Kindern keinen Halt machten.
(Hierzu empfehle ich auch den Blick auf die von mir verfasste Beitragsreihe „Deutsche Städte und ihre Zerstörer“.) https://undinepeter.blog/unsere-deutschen-stadte-und-ihre-zerstorer/
Er spürte,, nach unseren Fragen und Antworten, dass er darüber reden konnte, und das tat ihm gut. Wieder stand ein Mensch vor uns, der um das Unrecht weiß, und um die Verbrechen der Alliierten, er schimpfte furchtbar über Verbrecher wie Stalin, Churchill und Roosevelt, die bis heute „verehrt“ werden, , aber unsere deutschen Soldaten im Nürnberger Prozess verurteilt wurden…
Dieser Mann, mit seinen über 80 Jahren, ist einer der letzten aus der Erlebnisgeneration. Sein Satz zum Abschied: “ Es ist schlimm, was man dem deutschen Volk angetan hat und immer noch tut“, Traurig darüber, aber auch froh, Wissende dazu- wie uns- getroffen zu haben, dafür war er unendlich dankbar.
Und wir sind es auch, für seine offene Art darüber reden zu können.
Was für eine wertvolle Begegnung.
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Nun die andere Erkenntnis: zur schlesischen Bismarckäule auf der Landeskrone weiß man nicht viel. Und was einst darauf noch lesbar war, und auf Bismarck hinwies, wurde bis zur Unkenntlichkeit in die Gegenwart (weg) geschliffen.

Und wieder werden wir Zeugen von Geschichtskittung, Veränderung und Löschung von Personen und Ereignissen zu unserer deutschen Geschichte Die Bismarcksäule gehört zu den 47 Bismarcktürmen nach dem Standardentwurf „Götterdämmerung“ des Architekten Wilhelm Kreis. In Görlitz wurde das Bauwerk als Feuersäule ohne Aussichtsfunktion ausgeführt.
Die feierliche Einweihung der Bismarcksäule fand am 18.10.1901 statt. Erstmals wurde das Feuer auf dem Turmkopf entzündet.



Etwa 1948 wurde das Reichsadlerrelief aus ideologischen Gründen zubetoniert. Der Bismarckturm wurde in „Freiheitsturm“ umbenannt. Nach einer anderen
Quelle wurde das Bauwerk am 21. Juni 1961 in „Turm des Friedens“ umbenannt. Die neue Bezeichnung setzte sich im öffentlichen Bewusstsein nicht durch.
Im Oktober 2007 war die Bismarcksäule so zugewachsen, dass sie vom Fuß der Landeskrone aus Richtung Zentrum kaum zu erkennen war. Die Süd-Sichtachse wurde vor 2015 freigeschnitten. Im Juni 2023 war die Säule erneut ringsum zugewachsen.
Möge sich jede selbst seinen „Reim“ drauf machen…
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Einen wunderschönen guten Morgen von unserem Schlafplatz aus. Fünf Tage sind wir nun schon unterwegs. Die Tulpen sind mittlerweile auch aufgeblüht, und wir bekommen über diese Zeit den nötigen Abstand zu dem Wahnsinn, der da draußen tobt, wenn er uns auch immer wieder einholen wird.


Achja, und achtet nur auf diese wundervolle Aussicht. Sie reicht über die böhmischen Berge und das Sudetenland, bis zu den Bergkuppen des Riesengebirges. Kein Windrad weit und breit. Auch der blaue Himmel ist so wohltuend. Zwischen Kultstätten der Heiden (die haben wir am Ackerrand entdeckt), bis hin zu liebevoll gepflegten Kriegsdenkmälern, haben wir ganz viele wundervolle Eindrücke mitgenommen.













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*** Episode 5 *** Alles steht auf Neuanfang
Ein paar freie Tage seien uns nun gegönnt.
Ostara ist und bleibt das Frühlingsfest der Germanen. Im Schoße des heidnischen Volkes hat es immer noch Bestand. https://undinepeter.blog/2024/03/01/ostara-das-wiedererwachen-der-natur-nach-den-wintermonaten/
Wir feiern das Wiedererwachen der Natur. Wo auch immer ihr eure Feuer entzündet und gesellig seid, habt eine gute Zeit.
Wir wandern gleich noch ein Stückchen durch die erwachende Natur und reisen dann weiter.
Gekraxel am Morgen
Ein Stein, und noch ein Stein- hin zum Totenstein, dem Kultplatz der Germanen. Hier oben wehen die bunten Ostara Bändchen fröhlich im Wind.

















Später hat Achim noch a bissl Holz gesammelt und dann haben wir uns schon mal eine Hütte gebaut
Diese Bilder sagen einiges über unsere Stimmung aus, zu alldem, was wir in den letzten Tagen für uns mitgenommen haben.
Alles steht auf Neuanfang.
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*** Episode 6 *** – ein wunderschönes Spektakel
Na dann mal rein ins mittelalterliche Getümmel und Gelage.

Ich bin sicher, die meisten wissen, wo es uns hierhin verschlagen hat. Richtig! Wir befinden uns auf der Burg Regenstein. Gerade ein wirklich gutes Gespräch mit dem Harfenspieler geführt. Und die Musik mit den herrlichen Harfenklängen haben wir nun auch auf CD.


Skål! Wir genießen den Abend bei guter Musik vor einer herrlichen Kulisse.
Ein schöner Tag geht zur Neige, am Feuerchen gab es leckeren Met, die Kinder tummelten sich ausgelassen an den Hängen der Festung, , die Musikanten verbreiteten gute Klänge, es war eine ausgelassene und fröhliche Stimmung zu Ostara.











So muss das sein, wenn man das Neue begrüßt.
Hättet ihr es gewusst?
Etwa ab dem 16.Jahrhundert galten Osterfeuer als heidnische Erbschaft, gegen die sich die Verbote häuften.
Auch Kirchenangestellte wurden für das Entzünden von Osterfeuern bestraft, so zugetragen 1695 im Bergischen Land: „Die Totengräber sollen casiert und Lulf vornehmlich bestraft werden, weil er am Ostertage der Führnehmste im Anzünden des Osterfeuers, welches aus dem Heidentum herrührt und unter Christen nicht geduldet werden kann, gewesen, und auch sonst allerhand Reden geführt“.
*** Episode 7 *** – Zum Abschluss geht es noch einmal hoch hinaus
Wir tun es nun ähnlich wie unser Dichterfürst im Faust schon einst beschrieben.
Vielleicht habt ihr eine Ahnung, wo es gleich „hoch hinaus“ geht.




Tipp: Hier feierten schon die Germanen ihr Ostara, von dem heute noch ein Stein zeugt.
Aber auch der Sachsenschlächter Karl hat hier unzählige Sachsen töten lassen. Der idyllische Bach vor unserer Tür färbte sich damals rot.
Und die Cherusker hatten hier unweit einen Stützpunkt im Kampf gegen die Römer.
Nach einer recht herausfordernden Wanderung, lassen wir mal ein paar Eindrücke da. Und nein, wir sind nicht auf dem Preikestolen , sondern auf dem Hohenstein-Sünteln.
Ich habe mich nicht bis zur Felsspitze vorgetraut, und daher all die mutigen Menschlein aus der Ferne bewundert. Mein Göttergatte war ebenfalls darunter.







Auf jeden Fall haben hier oben die Germanen ihre Frühlingsgöttin Ostara geehrt. Der ursprüngliche Stein dazu war nicht mehr zu finden, aber man hat es wenigstens auf der Infotafel erwähnt.
Es war ein steiler, aber absolut lohnenswerter Aufstieg. Die Aussicht wäre allerdings ohne diese „Nebelwände“ noch wesentlich beeindruckender gewesen.
Und wir sind hier in einem Bärlauch-Paradies gestrandet Jede Menge gesammelt, und im Alkoven neben den anderen Kräutern erstmal zwischen gelagert. Kartoffeln an Bärlauchquark gab’s dann zum Abendessen.



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Ostermontag; Abfahrt! Die Tulpen waren uns über acht Tage blühende Begleiter.

Seit letzter Nacht fallen dicke Tropfen vom Himmel, und tiefe Pfützen haben sich gebildet. Ein Abschied bei Sonnenschein fällt jedenfalls schwerer. In Anbetracht der Tatsache, dass es nun seit unserer Abfahrt ohne Unterbrechung vom Himmel „tröpfelt“, dürfen wir mit Fug und Recht verkünden: Die Götter waren uns über die vergangenen Tage hold.
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Wieder zuhause, und der Bärlauch ist schon gebündelt

Und noch eine Info zur Wirkung: Bärlauch enthält mehr Vitamin C als eine Orange und kann somit antibakteriell, entzündungshemmend und immunstärkend wirken. Die Volksmedizin schreibt der Pflanze positive Wirkungen auf Verdauung, Atemwege, Leber, Galle, Darm und Magen zu – er kann Blähungen, krampfartige Magenschmerzen und Schwächezustände lindern. Bärlauch ist gut für Herz, Magen und Darm.
Dem nicht genug. Er soll auch gegen lästige Kopfschmerzen /Migräne wirken, die Blutgefäße reinigen und damit gegen Arteriosklerose wirken. Infolgedessen kann er auch gegen Schlaganfall, Herzinfarkt und Bluthochdruck vorbeugen.
Darüber hinaus lindert er Gelenkschmerzen und stärkt die Abwehrkräfte.
Das Sammeln lohnt!
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Nun, wo unsere Feuer verglühen, und es überall blüht und gedeiht, wünschen wir euch einen guten Start ins „Neue“


2 Antworten zu “Sieben Episoden inmitten des Wiedererwachens der Natur nach den Wintermonaten – Sieben kurzweilige Plaudereien zu unserer Reise ”
Viel zu lesen und zu schauen doch in Anbetracht des Beschriebenen nur ein kurzer Blick.
Tolle Toue – was soll ich sagen…….Danke das Du andere in dieser Art daran teilhaben läßt.
Liebe Grüße Julie
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Ich danke dir liebe Julie und grüße ebenso herzlich zurück.
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