Storchschnabel stinkend oder klein, aber groß in der Wirkung. Oft wird die Heilwirkung der Storchschnäbel unterschätzt.
Ich habe dann mal schnell eine Tinktur angesetzt.


Wertvolle Kräuter, von Hand verlesen
Bin vorhin noch durch den Garten „gestiefelt“ und habe ein bisschen gesammelt. Den Storchenschnabel und seine gute Eigenschaften kennt ihr ja schon.
Auch die Gundelrebe von der Wiese schwimmt nun für ein paar Wochen im Alkohol.


Andere Kräuter trocknen vor sich hin – so auch das kriechende Fingerkraut, dessen Eigenschaften vielleicht nicht so bekannt sind. Vermutlich kennen es die meisten als „Unkraut mit gelben Blüten“ oder als kriechender Gänsefuß“.


Daher kurz etwas zu dem Kräutlein, dass in unserem Garten stellenweise sehr üppig wächst. Ist zwar ein wenig mühsam, die Sammelei, aber sie lohnt. Denn das kriechende Fingerkraut ist eine alte Heilpflanze und kann einiges:
Sie enthält Gerbstoffe und Schleimstoffe, die man bei Magen-Darm-Erkrankungen, Erkältungen und bei der Wundversorgung einsetzt.
Sowohl die Wurzeln als auch das Kraut wirken (als Tee zubereitet) krampflösend adstringierend und fiebersenkend. Ein Aufguss des getrockneten Krautes wird auch bei der Behandlung von Durchfall verwendet, es wird bei Halsschmerzen gegurgelt und äußerlich als adstringierende Lotion verwendet. Ein konzentriertet Absud lindert Zahnschmerzen.

Übrigens: Die Pflanze ist oft Bestandteil vieler kosmetischer Antifalten-Präparate für die Haut.
Und so mancher seufzt jetzt vor sich hin: Schon wieder eine Pflanze, welche wir als Unkraut bezichtigt haben.
Die stickstoffliebende Pflanze gedeiht bevorzugt auf feuchten Wiesen, feuchten Ruderalfluren, Schuttfluren (etwa Bahnschotter), Straßenböschungen, Ufern und Äckern. Im Wallis steigt sie bis auf 1750 m auf.
Auf einen Blick – Eigenschaften der Fingerkraut-Arten
blutzuckersenkend
leberschützend
entzündungshemmend
antibakteriell
antioxidativ und
neuroprotektiv wirken.
Letzteres bedeutet, dass sie eine schützende Funktion auf die Nerven ausüben sollen.[Diese Wirkung lässt sich auf den hohen Anteil an Gerbstoffen zurückführen.
Doch ist es wohl ein Extrakt aus den Rhizomen (Sprossen, unterirdisch oder dicht über dem Boden), die eine stärkere entzündungshemmende und antioxidative Wirkung haben, als der oberirdische Teil der Pflanze.
Aus der historischen Perspektive sollten wir all diese Pflanzen auch als Teil unseres kulturellen Erbes begreifen. Denn es sind vor allem die historischen Aufzeichnungen, aus denen hervorgeht, wofür sie gut sind. Unsere Vorfahren besaßen ein enormes Wissen. Und wie ich gestern schon erwähnt habe, so manchem „schmeckt“ das gar nicht, dass wir von diesem Wissen zehren und es weitergeben.


Eine Antwort zu “Allerlei von der Wiese”
Ich glaube aber auch, dass viel Wissen über unsere Heilpflanzen verloren gegangen ist, bzw. nur sehr Wenigen bekannt ist. Der Arzt und die Apotheke mit ihren Pillen und Tropfen sind nun mal viel einfacher zu handeln. Leider ist das für viele der einzig bekannte Weg .
Danke für die umfangreichen Infos!
LikeLike