Es brodelt an Ecken und Enden, die Welt brennt und Europa steht wie so oft in der Geschichte wieder einmal am Abgrund. Ich gebe hier keinesfalls Prognosen ab. Das grenze an das berühmte Glaskugel – Guck – Vermögen, angesichts des vorherrschenden Chaos im In- als auch im Ausland.

Unabhängig davon, wie ich persönlich zur Russlandpolitik unter Putin stehe, auch mit dem Wissen über die schweren Verbrechen der Sowjets, insbesondere in den Zeiten nach dem Zweiten Weltkrieg, ist es mir wichtig aufzuzeigen, wie Amerikaner die Kriegsführung ihres Landes einschätzen und diese auch in Worte fassten.
Der Autor Edgar L. Jones, der in den letzten Jahren des Pazifikkrieges als Veteran und Reporter für das Magazin „The Atlantik Monthly“ tätig war, hat es wie folgt beschrieben. (Die Übersetzung ist etwas holprig, weil ich nur über Umwege zum Artikel gelangt bin).
Aus einem Bericht von 1946:
„Wir halten uns für edler und anständiger als andere Völker und daher in einer besseren Position, zu entscheiden, was in der Welt richtig und falsch ist. Was für einen glauben Zivilisten ist es, dass wir im Krieg gekämpft haben? … Als Sieger haben wir das Privileg, zu entscheiden.“ Je härter die Kämpfe, desto weniger Raum für Anstand…“
Was für einen Krieg glauben die Zivilisten überhaupt, dass wir geführt haben?“ Wir erschossen Gefangene kaltblütig, zerstörten Krankenhäuser, beschossen Rettungsboote, töteten oder misshandelten feindliche Zivilisten, töteten die Verwundeten des Feindes den Garaus, kämpften die Sterbenden zusammen mit den Toten in einem Loch und kochen im Pazifik das Fleisch von feindlichen Schädeln, um daraus Tischdekorationen für die Liebsten auszuwählen oder ihre Knochen in Brieföffner zu schnitzen.‘

Und haben unsere Phosphorbombenwürfe und unsere Morde an der Zivilbevölkerung mit dem Abwurf von Atombomben auf zwei beinahe unverteidigte Städte gekrönt.“
Und weiter schreibt er:
„Als Sieger haben wir uns das Recht angemaßt, unsere Feinde für ihre Kriegsverbrechen vor Gericht zu ziehen; aber wir sollten Realisten genug sein zu begreifen , dass wir in einem Dutzend Anklagepunkten für schuldig erklärt würden, wen man uns wegen Bruchs der Kriegsgesetze vor Gericht stellte. Wir haben einen ehrlosen Krieg geführt, den die Moral stand im Denken des kämpfenden Soldaten an erster Stelle. Je härter die Schlacht, umso weniger Raum bleibe für edle Regungen. Und im Pazifikkrieg haben wir die Menschheit den düsteren Grad der Bestialität erreichen sehen.
Die Notwendigkeiten des Krieges haben uns oft zu Dingen gezwungen, die man Verbrechen nennt, und in gewissem Grade mag man die Masse tadeln für jene Form des Wahnsinns, die den Krieg hervorgerufen hat. „
(es handelt sich nur um einen Auszug aus seinem Artikel aus dem Jahr 1946)
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Ich glaube, es ist schon wichtig zu begreifen, mit wem wir es überhaupt zu tun haben, es ist wichtig zu verstehen, aus welcher Richtung akute Gefahr droht, und es wichtig zu wissen: Dass nie ein Land, sei es Frankreich, England, Polen, Russland oder die USA, für die von ihnen begangenen Verbrechen über die Jahrhunderte hinweg, zur Verantwortung gezogen wurde.
Indes wurden deutsche Soldaten aus Kalkül heraus und oft ohne Beweise zum Tode verurteilt. Bis heute sühnt das deutsche Volk für Taten, die es nie begangen hat. Es ist also auch Unsinn zu erklären,, „ich kann nicht dafür, was mein Vater oder Großvater getan hat“ Denn schlussendlich haben unsere Väter, Großväter und Urgroßväter nichts anderes getan als unser Land verteidigt“ Und unsere Mütter, Großmütter und Urgroßmütter haben das deutsche Land unter widrigsten Bedingungen wieder aufgebaut. Mir ist aus Zeitzeugenberichten nicht bekannt, dass je ein Deutscher so gewütet hätte, wie einst die Franzosen, die Polen, die Russen und vor allem die Amerikaner.
Niemand will einen Krieg, aber vielleicht begreift der eine oder andere erst dann, was und wie es sich wirklich zuträgt und immer schon zugetragen hat. Ich schreibe das ungern, und es obliegt mir auch nicht Prognosen abzugeben, aber mein Gefühl sagt mir, dass sich wohl manchem schon bald die Augen öffnen werden.
Siehe auch:

Eine Antwort zu “Ein Amerikaner berichtet: „Was für einen Krieg glauben die Zivilisten überhaupt, den wir geführt haben?“”
Im Arnim Schmids Buch „Frankfurt im Feuersturm“v. 1965, Frankfurter Socitetäts Druckerei, findet man nicht nur ein Flugblatt über die Kriegsziele der Allierten: Bomben auf Wohnhäuser und Zivilisten – nein auch wurden die Überlieferungen aus meinem Familienkreis bestätigt: Zielschiessen der Tieflieger auf Zivilisten, nur so zum Spass. Wie die Sieger anschliessend „feierten“, können (noch vorhandene) Zeitzeugen berichten. Heute nennt man das Kriegsverbrechen. Aber nur bei den Bösen (Russen oder so)..
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