„Das Klare vor dem Trüben, das Verständige vor dem Ahndungsvollen vorwalten lassen, damit bei Darstellung des Äußern das Innere im Stillen geehrt wird.“ (Goethe)

Es ist nicht einfach, Hoffnung zu schöpfen, für ein Land und für ein Volk, dass wiederholt an den Abgrund gedrängt wird, und es nur noch eines Fingerschnippens bedarf, um es an den Klippen zerschellen zu lassen.

Das jüngste Ereignis, dass uns ins Trauer und Verzweiflung stürzt, und fassungslos macht, ist der Tod eines jungen Mannes, gerade mal 20 Jahre alt.

Junge Menschen sterben auf deutschem Boden (noch) nicht im Kugelhagel, doch aber auf offener Straße durch fremde Hand und das in einer bisher ungekannten Häufigkeit. Auf den Straßen Europas, in den Parks, in Gassen und in den Wäldern Deutschlands. Es herrscht Krieg. Ein Krieg, gegen unser Volk, der nie aufgehört hat, geführt von Mächten, bekannt aus den Jahrhunderten zuvor.

Richtig ist der Gedanke, dass in diesem herbeigeführten Chaos, die Menschen ihren eigenen Weg finden müssen. Doch wenn um einen herum die Welt in Flammen steht, ist das nicht so einfach.

Zeiten des Verzichts stehen bevor.

Ich glaube, so nah am Rand der Klippen stand unsere Generation noch nie. Ja, es gab die heißen Kriege im Kalten Krieg. Ich denke dabei auch an die Kriege in der jüngeren Geschichte: der Koreakrieg (1950-1953), der Vietnamkrieg (1955-1975), die sowjetische Invasion in Afghanistan (1979-1989) und der Krieg in Syrien (seit 2011).

Die Kriegstreiber sind bekannt.

Mancher meint zum Geschehen, „ach das war/ist nur Säbelrasseln“. Vielleicht, ja. Vielleicht sind es aber auch Vorboten. Manche kennen das daraus Resultierende noch aus Erzählungen ihrer Eltern oder Großeltern. Wie werden wir damit umgehen? Vor einigen Wochen schrieb ich, „Wir ahnen, was kommt, aber wir wissen nicht wie es sich anfühlt.“

Fest steht auch: Niemand von uns hat die Weisheit mit Löffeln gefressen. Jeder wird mit den drohenden Umständen lernen müssen, umzugehen. Dabei hätte sich wohl ein jeder von uns, für seine Kinder und Enkelkinder einen anderen Verlauf gewünscht.

„Hätte“, ja ich schreibe in der Vergangenheit. Weil ich befürchte, dass der Zug nun endgültig abgefahren ist, und vielleicht hat der eine oder andere noch den Aufsprung geschafft. Wo der Zug dann Halt macht, das lässt sich jedoch kaum bestimmen.

Heute morgen schrieb jemand: „Deutschland ist seelenlos“. Das ist so nicht richtig. In Deutschland ruhen viele gute Seelen. Sie wirken im Stillen, leise, ja nahezu geräuschlos. Das ist auch gut so.

Die Menschen sind aufgerüttelt. Besorgt schauen sie in die Zukunft. Als wir am vergangenen Samstag über den Trödelmarkt schlenderten, wurde ich „unbewusst“ Zuhörer eines Gesprächs zwischen Müttern. Ihre Kinder wurden wohl im Lateinunterricht mit dem Thema Krieg konfrontiert. Eine Mutter meinte: „Was soll das nur für eine Zukunft sein? Man denke nur an das Elend aus den vergangenen Kriegen.“

Dieses Fragestellung und Erkenntnis kommt spät. Zu lange wurde weggeschaut. Denn es kriselt ja schon viel länger im Land und die Zeichen waren gesetzt.

Über viele meiner Beiträge, versuche ich immer und immer wieder aufzuzeigen, dass offensichtlich sämtliche Pläne, die schon vor vielen, vielen Jahren von einem Syndikat verfasst wurden, nicht nur in die Umsetzung gegangen sind, sondern nun vollendet werden sollen. Es ist bitter, mit ansehen zu müssen, dass die Umerziehung unseres Volkes von Erfolg gekrönt wurde, oder zumindest über Strecken gelungen ist.

Ich erinnere mich noch gut, als meine Mutter bereits in den 1990er Jahren vieles von dem prophezeite, was nun eingetroffen ist, und ich Naseweis (gerade mal 26 Jahre alt) meinte sagen zu müssen: Ach, so schlimm wird es schon nicht kommen“. Darauf hin sagte sie mit ernstem Blick: „Es kommt noch schlimmer“.

Und doch sehe ich in diesem Sumpf einen Funken des Erkennens: Viele besinnen sich wieder auf ihre Ursprünge, auf ihre Wurzeln, auf ihre Herkunft. Es ist ja nie zu spät.

Möglicherweise finden wir an den Klippen doch noch diesen Schlüssel, um die Tür in das „Leben“ zu öffnen, in das echte, wahrhafte und unverfälschte. Es wäre nicht das erste Mal. Mögen die Götter mit uns sein.

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Dieser Beitrag beginnt mit einem Zitat von Goethe, enden lassen ich ihn mit einem

Auszug aus Schillers „Götter Griechenlands“ – Da die Götter menschlicher noch waren,

Waren Menschen göttlicher“.

„Da ihr noch die schöne Welt regiertet,

An der Freude leichtem Gängelband

Glücklichere Menschalter führtet,

Schöne Wesen aus dem Fabelland!

Ach! da euer Wonnedienst noch glänzte,

Wie ganz anders, anders war es da!

Da man deine Tempel noch bekränzte,

Venus Amathusia!

Wo jetzt nur, wie unsre Weisen sagen,

Seelenlos ein Feuerball sich dreht,

Lenkte damals seinen goldnen Wagen

Helios in stiller Majestät.

Diese Höhen füllten Oreaden,

Eine Dryas starb mit jenem Baum,

Aus den Urnen lieblicher Najaden

Sprang der Ströme Silberschaum

Eure Tempel lachten gleich Palästen,

Euch verherrlichte das Heldenspiel

An des Isthmus kronenreichen Festen,

Und die Wagen donnerten zum Ziel.

Schön geschlungne seelenvolle Tänze

Kreisten um den prangenden Altar,

Eure Schläfe schmückten Siegeskränze,

Kronen euer duftend Haar.

Schöne Welt, wo bist du? – Kehre wieder,

Holdes Blütenalter der Natur!

Ach! nur in dem Feenland der Lieder

Lebt noch deine goldne Spur.

Ausgestorben trauert das Gefilde,

Keine Gottheit zeigt sich meinem Blick,

Ach! von jenem lebenwarmen Bilde

Blieb nur das Gerippe mir zurück.

Alle jenen Blüten sind gefallen

Von des Nordes winterlichem Wehn.]

Einen zu bereichern, unter allen,

Mußte diese Götterwelt vergehn.

Traurig such ich an dem Sternenbogen,

Dich, Selene, find ich dort nicht mehr;

Durch die Wälder ruf ich, durch die Wogen,

Ach! sie widerhallen leer!

Bürger des Olymps konnt ich erreichen,

Jenem Gotte, den sein Marmor preist,

Konnte einst der hohe Bildner gleichen;

Was ist neben dir der höchste Geist

Derer, welche Sterbliche gebaren?

Nur der Würmer Erster, Edelster.

Da die Götter menschlicher noch waren,

Waren Menschen göttlicher“.


Eine Antwort zu “„Das Klare vor dem Trüben, das Verständige vor dem Ahndungsvollen vorwalten lassen, damit bei Darstellung des Äußern das Innere im Stillen geehrt wird.“ (Goethe)”

  1. Im Trüben unserer jobrobber als Politik Verantwortlichen gibt’s ja schon „ganz Oben“ mehr Trübes, als Klares. Und wer bitte ist Goethe (Ironie off)? Von Arndt und Körner ganz zu schweigen..

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