Dresden – wir lesen nun täglich (Teil VII)

Dresden brannte sieben Tage und sieben Nächte – was bleibt, sind die Berichte und Erinnerungen der Überlebenden:

Vor 80 Jahren, am 13.Februar 1945, erfuhren die Menschen in Dresden ein Martyrium. Der morgige Tag fiel damals auf einen Faschingsdienstag.

Wie überall in Deutschland war auch die Luftschutzorganisation der Stadt in die Nationalsozialistische Partei eingegliedert worden, wobei der Polizeipräsident der Stadt gleichzeitig das Amt des Luftschutzleiters innehatte. Jeder hatte eine Funktion auszuüben, bis hinunter zur Hitlerjugend und zum Deutschen Jungvolk.

Ein Überlebender (ein Pimpf des deutschen Jungvolkes) berichtet:

„Ich war im Februar 1945 15 Jahre alt und während des damaligen sogenannten „totalen Einsatzes“ als Luftschutzmelder verpflichtet. Am 13. Februar, am Karnevalstag, besuchte ich den in Dresden beheimateten Zirkus Sarrasani, der dort ein großes festes Gebäude besaß. Während der letzten Nummer des Programms – dem obligatorischen Eselreiten mit Clownerien – wurde über Lautsprecher Voralarm gegeben und das Publikum unter Scherzen der Clowns zum Aufsuchen der ausgebauten Keller des Zirkusgebäudes aufgefordert, Aufgrund meines Ausweises als Melder durfte ich das Gebäude noch verlassen.“

Die Stadt wurde bereits von den ersten weißen Leuchtbomben der Beleuchter-Lancaster taghell erleuchtet, und wie die meisten Dresden-Einwohner erfasste der Junge nicht sofort die Bedeutung dieser Lichter.

„In diesem Moment fand ich diese Illumination recht eindrucksvoll. Bevor ich unsere Wohnung erreichen konnte, fielen bereits die ersten Bombenreihen, und ich habe den ersten Luftangriff in einem fremden Keller miterleben müssen. Da wir in der Dresdner Neustadt wohnen, und dieses ja bekanntlich nicht total vernichtet ist, sind wir nicht ausgebombt worden. Wir sind mit kleineren Schäden davon gekommen. Nach dem Angriff bin ich sofort nach Hause gelaufen, und als da nichts mehr zu tun war, begab ich mich als Melder zum Einsatz.

Es herrschte ziemliches Durcheinander. Mit Luftschutzhelm, Gasmasken und Fahrrädern versehen, machten wir uns dann auf den Weg in die bereits schwer getroffenen Innenstadt. Das Schloss, die Hofkirche und die Oper brannten bereits lichterloh, und die Elbbrücken waren mit ausgebrannten oder mit noch brennenden Brandbomben übersät. Das Wasser aus den zerstörten Hauptrohren überflutete die Straßen. Die mutigen, aber kaum genügend ausgerüsteten Luftschutzmelder waren erst bis zum Postplatz vorgedrungen, als der zweite Angriff begann.“

Die meisten Leute hofften, dass die Brände nachlassen würden und das sie dann unverletzt und mit ihrem unbeschädigtem Eigentum die Luftschutzräume verlassen könnten. So warteten die Menschen in ihren Kellern und unterirdischen Gängen. Alle Hoffnung wurde bald zunichte.

„Die Detonationen des zweiten Luftangriffes erschütterten die Hauswände, Explosionslärm vermischte sich mit einem sonderbaren Rauschen, dass sich wie ein herabstürzender Wasserfall anhörte. Vermutlich war es der gewaltige Sog des Feuerorkans, der von den Sprengbomben entfacht worden war“. So beschreibt es der Führer einer Reichsarbeitsdiensttransportkompanie, die geschlossen aus einem Dorf außerhalb der Stadt zu Rettungsarbeiten herbeigeeilt war.

Stickige Gase drangen in die unbelüfteten Keller ein. Die Menschen versuchten verzweifelt, die durch die Nachtangriffe entstandenen Mauereinbrüche einzuschlagen. Für die über eine Million Einwohner Dresdens, die sich in trügerischer Sicherheit wiegten und in der Zivilverteidigung überhaupt keine praktischen Erfahrung hatten, wurde in der Nacht des 13. Februar dieses Problem zum Alptraum. Dem schließlich nur zu viele Menschen widerstandslos erlagen.

Mitten in diesem Chaos und Durcheinander wurde am 13. Februar um 21.41 Uhr Vollalarm gegeben, und durch die ganze Stadt heulten plötzlich und durchdringend die Sirenen, von Klotzsche im Norden bis nach Räcknitz im Süden, von Friedrichstadt im Westen bis zu den Vororten im Osten. Alle Lampen im Hauptbahnhof waren erloschen.

Ein Fähnrich der Panzergrenadiere, der auf seiner Fahrt nach Berlin in Dresden umsteigen musste, erinnert sich: „Als wir aus dem Keller kamen, wirkten die an die Mauer gelehnten Leichen wie Menschen, die anscheinend nur eingeschlafen waren:“

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So hat es sich zugetragen, am 13. Februar 1945, an einem Faschingsdienstag.

Einige unter uns assoziieren diese Tragödie mit den Erlebnissen ihrer Eltern, Großeltern, Urgroßeltern. Das Erlebte hat sich unauslöschlich eingeprägt. Die Toten können nicht mehr berichten. Es ist die Pflicht der Lebenden das für sie zu tun.

Es war die Zeit, in der Churchill und Lindemann beschlossen, dass die RAF ihre Angriffe auf zivile statt auf militärische «Ziele konzentrieren solle. Und das war das Resultat: Eine Million unschuldiger Deutscher wurden im alliierten Bombenkrieg gebacken, gebraten, gegrillt oder in Stücke gerissen. Die große Mehrheit waren Frauen, Kinder und alte Leute. Es kam darauf an, so viele von ihnen wie möglich zu töten.

Zum Schweigen darüber werden wir angehalten, doch sollten wir es besser wissen und das unbegreifliche Geschehen unaufhörlich kundtun.


12 Antworten zu “Dresden – wir lesen nun täglich (Teil VII)”

  1. Die jungen Leute können sich leider (oder Gott sei Dank) all das Grauen gar nicht vorstelle. Mein älterer Bruder hat heute noch den Geruch von verbrannten Menschenfleisch in der Nase und ich erinnere mich, nach dem Krieg in Trümmern und Luftschutzkellern gespielt zu haben (gab ja sonst nichts). Heute, vorm PC, ist Krieg ja zum Gesellschaftsspiel verniedlicht. Und die Salon Militaristen würden am liebsten morgen mit „Hurra“ andere ins Verderben schicken. Gerade die, die selbst einst als „Friedensaktivisten“ andere Leute missionieren wollten. Von Friedenstäubchen zu Killerbienen ging das dann aber richtig schnell.

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  2. Zu jedem Kapitel, meine Antwort.

    Die jungen Leute können sich leider (oder Gott sei Dank) all das Grauen gar nicht vorstelle.

    Die Gräueltaten und Massaker jeglicher Art sind heute zur Gewohnheit geworden.

    Mein älterer Bruder hat heute noch den Geruch von verbrannten Menschenfleisch in der Nase und ich erinnere mich, nach dem Krieg in Trümmern und Luftschutzkellern gespielt zu haben (gab ja sonst nichts).

    Wer weiss, auf wie vielen Massengräbern wir ohne uns darüber bewusst zu werden, gelaufen sind.

    Heute, vorm PC, ist Krieg ja zum Gesellschaftsspiel verniedlicht.

    Wenn ich anderen die Verharmlosung zuschreibe, werde ich deswegen kein besserer Mensch.

    Und die Salon Militaristen würden am liebsten morgen mit „Hurra“ andere ins Verderben schicken.

    Die Tyrannen, dieser Zeit machen diese Gräueltaten ungehindert tagtäglich vor.

    Gerade die, die selbst einst als „Friedensaktivisten“ andere Leute missionieren wollten. Von Friedenstäubchen zu Killerbienen ging das dann aber richtig schnell.

    Das ist heute Beim Zaren in der Festung, mit Drohnen, Raketen und Fassbomben seit 25 Jahren genau so. Weil Kyrill ihm seinen Segen gegeben; meint er sei ein Friedensapostel.

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    • Ich möchte das jetzt nicht weiter ausführen Denn es geht hier um so viel mehr. Vor allem um eine stete Lüge, die von einer bestimmten Gruppe von Menschen aufrecht erhalten wird. Das es seit Menschengedenken Tyrannen gibt, daran hege ich keinen Zweifel. Doch es geht um die Lüge dahinter, die mit all den Gräueltaten verbunden ist. Und ich möchte meine Kinder nicht mit einer Lüge aufwachsen lassen. Ich kann die Lügen, die sie über Missionierung und das gekaufte Lehrpersonal in Bildungsanstalten zugetragen bekommen, nicht so stehen lassen, ungeachtet des ihnen aufdiktierten und immerwährenden Schuldkultes. Nur über dieses Lügengebälk gewinnen Tyrannen an Kraft. Die Handschrift ist immer gleich, und die Absichten sind es auch. Altes Wissen wurde ausgelöscht und die Menschen, die es hätten verbreiten können auch. Um selbst gut dazustehen.. Das Unheil von heute, hat seinen Ursprung, und dort muss man ansetzen und verstehen, dann erübrigen sich Sätze wie: „Die Tyrannen dieser Zeit machen diese Gräueltaten ungehindert tagtäglich vor“… Wenn die Menschen begriffen haben, dann können sie ihren Ursprüngen folgen, ihren Wurzeln, die man gekappt hat.., dann können sie endlich wieder Menschen sein.

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      • Nein, die Vergangenheit der Tyrannei ist mit einem erübrigen nicht zu verändern.

        So, dass die Wurzeln des Bösen endgültig gezogen sind.

        Unheil bleibt Unheil.

        Das Fatale, was sie noch heute Bestand hat, ist dass Gräueltaten meist ein ungeahndetes Verbrechen bleiben.

        Was ich versuchen kann, nicht selbst zum Tyrannen zu werden.

        Menschen mit all ihren verschiedenen Charakteren das sind wir.

        Alle Menschen dürfen für sich die universelle, unteilbare, absolute Menschenwürde in Anspruch nehmen.

        Wenn ich diese Prämisse nicht akzeptiere, mache ich die andere Menschen, die ich mit meinem Urteil fassbar, zum Ding und damit zur einer mir verfügbaren Sache.

        Wenn ich von mir überzeugt bin keiner Lüge fähig zu sein, dann ist das tatsächlich eine Lüge.

        Der Mensch bleibt in allem was ist, Mensch.

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  3. Ich muss gar kein besserer Mensch sein. “ Tue Recht und scheue Niemand“ – den Spruch meiner Großmutter befolgt und die Welt wäre anders. Ob das Verbrennen von Hunderten Milliarden segensteich ist? Den Hunger in der Welt zu stillen wäre eher mein Ding. Da spende ich sogar gerne. Für ein überflüssige Art Bürgerkrieg tut mir jeder Cent weh. Und dank Trumps Realismus werden wir bestimmt noch so eine Art Soli zahlen müssen. Unser Kriegsminister will’s bestimmt so. Ich nicht. Allerdings sollte Kyrill sich auch auf seine eigene Endlichkeit besinnen und kein Öl ins Feuer gießen.

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  4. Danke, manchmal bewirkt der Lebensweg die Meinungsbildung. Aber richtig – über Allem sollte der Mensch stehen (bekanntlich nicht von mir😃)

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