Weil er uns gestern in Erinnerung gebracht wurde.., also erinnern wir uns!

Ach ja, es gäbe noch so viel mehr aus dem Leben eines Taugenichts zu berichten, aber wir belassen es hierbei. Das reicht!

Ich zitiere aus der Bild Zeitung vom 11. September 2015:

„Fast ehrfürchtig hält Frankfurts Polizeipräsident Gerhard Bereswill (57) die Blätter in den Händen, prüft, vergleicht. Dann sagt er: „Ich sehe keinen Grund, an der Echtheit dieses Dokuments zu zweifeln.“

Für Frankfurts obersten Polizisten gehört das Schriftstück ins hessische Staatsarchiv! Es ist die erkennungsdienstliche Akte von Ex-Außenminister und Grünen-Urgestein Josef („Joschka“) Fischer aus seiner wilden Frankfurter Revoluzzer-Zeit.

Sie trägt das Datum 14. Mai 1976. Auf der ersten Seite drei Fotos (Profil, frontal, Halbprofil), Personenbeschreibung. Auf der zweiten Fischers Fingerabdrücke, Daten. Aufgenommen nach Fischers vorläufiger Festnahme am 14. Mai 1976.

Der spätere Bundesaußenminister war zu jener Zeit Mitglied der linksradikalen Gruppe „Revolutionärer Kampf“, beteiligte sich mit der sogenannten „Putzgruppe“ an Straßenschlachten mit der Polizei.

Gegen den damals 28-jährigen Fischer wurde wegen Teilnahme an einer verbotenen Demonstration, Landfriedensbruch, Bildung einer kriminellen Vereinigung und sogar versuchten Mordes ermittelt.

Drei Tage saß Fischer bis zu seiner Freilassung in U-Haft. Im Verhör gab er zu, dass bei einer Diskussion am Abend vor der Demo zwar über den Einsatz von Molotowcocktails (Brandsätze) heftig debattiert wurde, mit der Tat habe er aber nichts zu tun.

10 Jahre, bis 1985, ruhte die „Akte Fischer“ im Polizeipräsidium Frankfurt. Bis sie von der hessischen Staatskanzlei unter dem damaligen Ministerpräsidenten Holger Börner (SPD) angefordert wurde.

Er wollte sie sehen, bevor er Joschka Fischer (Josef Fischer) zum ersten Grünen-Minister Deutschlands machte. Zur Vereidigung kam Joschka damals in Turnschuhen.

Seither gab es keine „Akte Fischer“ mehr. Spurlos verschwunden. Selbst als 2001 die Frankfurter Staatsanwaltschaft noch einmal offizielle Nach-Ermittlungen anstellte, blieb die Akte unauffindbar.

Als die Ermittler in das Gepäckstück schauten, machten sie den brisanten Fund. Und beschlossen, ihn über BILD öffentlich zu machen, bevor die Zoll-Behördenleitung die Dokumente endgültig verschwinden lässt.

Und was sagt Joschka Fischer selbst dazu?

BILD erreichte den Ex-Außenminister in Berlin. Fischer: „Danke für die Information, dass die Akte wieder da ist. Aber was soll ich dazu sagen? Erinnerung? Das ist ja alles so unendlich weit weg …“.


7 Antworten zu “Weil er uns gestern in Erinnerung gebracht wurde.., also erinnern wir uns!”

  1. Man fand im Auto die Waffe mit der Karry (damals Hess. Finanzminister) ermordet wurde – ich geriet in der Mordnacht in Frankfurt- Seckbach zufällig in der Mordnacht in eine Polizeikontrolle. Es waren wilde Zeiten und am Flughafen wurde damals auch ein Polizist ermordet. Ob der Täter gefunden wurde?!

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  2. Ich hatte zu der Zeit einen eigenen Taxi- Mietwagenbetrieb und der Grüne J. arbeitete tatsächlich (überwiegend nachts) als Aushilfsfahrer. Tagsüber musste er wohl Steine sammeln oder im Frankfurter Westend Hausbesetzer unterstützen..

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    • Oh je, vergessen habe ich, der fuhr natürlich nicht für mich sondern für einen Betrieb in FFM Bornheim oder so🙂Bei seiner danaligen optischen Erscheinung hätte ich den nicht in einen meiner Mercedes Autos einsteigen lassen.

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  3. Ein paar Jahre später traf sich dann die „Toscana-Fraktion“ beim Nobel Italiener – genau in dem Viertel, in denen die 68er Straßenschlachten stattfanden (Frankfurter Westend). Der Marsch durch die Institutionen begann damals..

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