Am vergangenen Wochenende haben wir die ersten Kirschen geerntet.

Wer hätte das gedacht? Hildegard von Bingen empfahl Kirschstiele als Mittel gegen Gicht und zur Stärkung des Magens, da sie eine reinigende und stärkende Wirkung auf den Magen haben, sowohl bei Kranken als auch bei Gesunden.
Indes beschreibt sie die Kirsche als eine Frucht, die den Magen reinigt und stärkt Sie sah Kirschen als gesund, solange sie in Maßen genossen werden, und empfahl sie für eine gesunde Ernährung.


Und was macht man nun mit den Stielen?

Also erst einmal müssen die Stiele getrocknet werden
Es empfiehlt sich diese mehrmals zu wenden und erst, wenn sie die Konsistenz von Tannennadeln haben, gebt ihr sie in eine Dose.
Manch einer bereitet sich einen Tee zu, und übergießt dazu einen Teelöffel kleingeschnittener Stiele mit heißem Wasser. Lasst das Gebräu wenigstens 15 Minuten ziehen, damit sich die wertvollen Wirkstoffe gut entfalten können.
Andere setzen auf Kirschstielsirup. Ich habe den allerdings noch nie selbst gemacht, aus Mangel an Stielen. Das Rezept ist also nur übernommen.
Dazu braucht ihr 3-4 EL Kirschstiele und 100g Kandiszucker. Das wird mit 100 ml Wasser erhitzt und köchelt so 20 min vor sich hin. Lasst den Sirup anschließend noch etwas ziehen, bevor ihr die Kirschstiele mithilfe eines Siebes abseiht. Das soll ein altes traditionelles Heilmittel bei Erkältung sein.
Er ist kühl und dunkel gelagert (am besten in einer Braunglasflasche) ein halbes Jahr haltbar. Teilweise sogar bis zu einem Jahr.
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Interessantes auf einen Blick:
Die Kirsche ist lecker und gesund, aber auch die Stiele sind äußerst gesundheitsfördernd. Sie sind für ihre antiseptischen, entzündungshemmenden, antihistaminischen und reinigenden Eigenschaften bekannt.
Die Stiele werden seit langem als Kräutermedizin verwendet und dienen als Tee zur Reinigung und Behandlung von Harnwegs- und Nierenerkrankungen. Sie können bei der Zertrümmerung und Entfernung von Steinen, die sich in den Harnwegen und Nieren gebildet haben, helfen Wenn die Steine jedoch zu groß sind, ist es besser, auf andere Methoden zurückzugreifen, da der Tee zu Verstopfungen führen kann.
Sie sind wirksam bei der Bekämpfung aller Arten von Allergien wie Urtikaria und Asthma. Es ist bekannt, dass sie den Blutdruck senken können und das Herz stärken er ist auch ein Mittel zur Vorbeugung von Ischämie des Herzens.
Zudem helfen sie den Stoffwechsel zu regulieren.
Die regelmäßige Einnahme von Tee hilft, Entzündungen im Körper zu verringern und Gelenkschmerzen und Rheuma zu kontrollieren.
Das alles bewirken diese unscheinbaren Stängel dank ihrer Flavonoide, Gerbstoffe, Kaliumsalze und Polyphenole.
Sie sind reich an Kalium, einem Mineral, das für die Aufrechterhaltung eines gesunden Blutdrucks wichtig ist.
Die traditionelle Verwendung von Kirschstieltee als harntreibendes Mittel zur Entschlackung und zur Unterstützung der Nierenfunktion wird auf diese Inhaltsstoffe zurückgeführt.


2 Antworten zu “Auf die Kirsche gekommen – oder besser auf deren Stiele”
Seltsam, das mit den Stielen, aber interessant!
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In der Tat, seltsam und interessant zugleich. Schon vor einigen Jahren habe ich darüber gelesen wie gesund die Stängel eigentlich sind, es dann aber wieder aus den Augen verloren. Jetzt beim Pflücken fiel es mir wieder ein, da war was mit den Stielen – die soll man doch nicht wegwerfen.
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