Alles hängt mit allem zusammen – Menschen, Tiere, Pflanzen: Wir sind ein großes Ganzes.

Eine Episode aus dem 17. Jahrhundert – damals wie heute: die Zerstörung von Lebensraum im Zeichen niederträchtiger Ziele!

Mit Blick auf die Kolonisatoren, also auf Kolonialmächte wie Großbritannien, Spanien, Portugal, Frankreich und den Niederlanden, offeriert sich bereits im 17. Jahrhundert brutaler Raubbau an der Natur.

Heute sind es Betonwüsten, denen wir flächendeckend begegnen, versehen mit diesen unsäglichen Windrädern, die vor allem einem zuträglich sind, der Gewinnsucht der Herrschenden. Zugleich tragen sie die Zerstörung alter Werte und die Entfremdung von der Natur, die leider schon viel zu weit fortgeschritten ist, mit sich. Ein Prozedere, seit Jahrhunderten so praktiziert.

Zurück ins 17. Jahrhundert: Um die riesigen Kessel in den „Zuckerhäusern“, in denen Zucker und Melasse aus dem Zuckerrohr gewonnen wurde, heizen zu können, waren große Mengen Holz nötig. Auf Barbados (britische Kolonie) waren schon um 1680 sämtliche Bäume geschlägert, es wurde Holz von anderen Inseln herbeigeschafft, selbst vom Festland aus Guyana und Carolina wurde Feuerholz importiert.

Später war der Holzmangel bereits so groß, dass sogar Kohle aus England in die Karibik verschifft werden musste, um die Zuckerbottiche am Köcheln zu halten. Doch auch aus Gründen der „Marktregulierung“ wurden oft Landstriche verwüstet. Um etwa den Preis für Zimt hoch zu halten, kam es vor, dass die europäischen Kolonisatoren Zimtbäume absichtlich umhauen ließen: das geringere Angebot schlug sich im höheren Preis für die Rinde der verbliebenen Bäume nieder.

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Dem nicht genug. Lesen wir weiter: Die Holländer, Mauritius und der Dodo

Und Pflanzen und Tiere wurden nicht nur rücksichtslos dezimiert, sie wurden auch bereits ausgerottet. Schon Ende des 16. Jahrhunderts hatten die Holländer Mauritius in Besitz genommen, sie nutzen die unbewohnte Insel im Indischen Ozean als Zwischenstation für die Handelsfahrten nach Ostindien. Und sie deckten sich bei ihren Aufenthalten natürlich mit Proviant ein. Nicht nur Frischwasser und Kokosnüsse wurden an Bord genommen, sondern auch Frischfleisch – manchmal noch lebend.

Riesenschildkröten waren besonders beliebt, weil sie auch ohne Futter und Wasser noch wochenlang nicht verstarben.

Auf Mauritius wurde aber auch Jagd auf einen großen, flugunfähigen Vogel gemacht, auf den Dodo, auch Dronte genannt. Augenzeugen berichte dass diese zu den Tauben zählenden Riesenvögel sehr sanftmütig waren und sich deshalb leicht fangen ließen. Manchmal erschlugen oder erschossen die Seeleute die Dronten, auch aus purer Lust am Töten.

Heute wären die tolpatschigen Dronten längst vergessen, doch zwei Jahrhunderte später erreichte einen von ihnen als literarische Figur Weltberühmtheit. Lewis Caroll machte einen Dodo zu einer wichtigen – und sehr sympathischen – Figur in seinem 1865 erschienen Werk „Alice im Wunderland“, einem bis heute beliebten Kinderbuch.

Caroll kannte den Dodo nur von Abbildungen, denn der letzte dieser Vögel starb nur 70 Jahre, nachdem die europäischen Kolonisatoren betreten hatten, um 1670 war eines der seltsamsten und rätselhaftesten Lebewesen ausgerottet. Er starb nicht nur durch Bejagung aus. Ab 1638 wurde die Insel nicht nur von Schiffen angefahren, sondern „richtig“ besiedelt. Und mit den Siedlern kamen Ratten, Schweine und Hunde. Auch sie machten Jagd auf den truthahngroßen flugunfähigen Dronten – und fraßen außerdem noch ihre Eier.

Die Kombination aus direkter Jagd durch Menschen und der Bedrohung durch eingeschleppte Tiere führte dazu, dass der Dodo nur rund hundert Jahre nach seiner Entdeckung im 17. Jahrhundert ausstarb.

Der letzte Dodo wurde vermutlich um 1690 getötet.

Der Dodo war nicht das einzige Opfer der europäischen Kolonialisierung in dieser Region. Auf der Nachbarinsel Rodriguez wurde ein ähnlicher Vogel, der noch unbekannten Solitaire, ausgerottet.

Auf Mauritius selbst starben durch die Einwanderer nachweislich auch noch eine Gänseart, eine Entenart, der Schopfpapgei und die Mauritiusralle aus. Und unter der brutalen Entwaldung für Plantagen und die Edelholzgewinnung hat die Insel noch heute zu leiden.

Schon 1708 verließen die Holländer die verwüstete und geplünderte Insel für immer. Mauritius wurde zum gefürchteten Zufluchtsort und Stützpunkt für Piraten.

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Info zu den Kolonialmächten. Die ersten Kolonien wurden von den großen Seefahrernationen Großbritannien, Spanien, Portugal, Frankreich und den Niederlanden erobert. Ihr Tun war gekennzeichnet von Raub, Plündereien und Verwüstung.

Deutschland, das nicht zu den großen Seefahrernationen gehörte, besaß nur für kurze Zeit (bis zum Ende des Ersten Weltkriegs) wenige Kolonien in Afrika und Asien.

Wobei sich die Art der deutschen Kolonialtätigkeit zu den der großen Kolonialmächte unterscheidet.

Deutschland erwarb, KAUFTE (es eroberte nicht) seine erste Kolonien in den 1880er Jahren.

Deutschland hat um den Erwerb von Kolonien niemals Krieg gegen andere Mächte geführt. Auch handelte es sich um Herrschaftsinseln, die weiterhin im Rahmen einheimischer souveräner Gewalten die Prinzipien, Lebensweisen und das eigene Recht der Bevölkerung bewahrten.

Wer mehr dazu erfahren möchte findet dazu Beiträge im Kommentar.


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