
Alexander Solschenizyn beschreibt in seinem Gedicht sein Zusammentreffen mit einem deutschen Kommunisten, der die vermeintlichen russischen Befreier mit Brot und Salz begrüßt. Nach einigem Hin und Her wird er abgeführt – sicher ein Spion, man weiß ja, dass „alle Deutschen Faschisten“ sind! Noch im Gehen bittet er, zu Hause nach seiner Frau zu sehen. Aber dort findet man nur noch Tote und Sterbende.
Der Dichter beschließt die Episode:
„Wer noch Jungfrau, wird zum Weibe,
und die Weiber – Leichen bald.
Schon vernebelt, Augen blutig,
bittet: Töte mich Soldat!“
Solschenizyn gibt als Entstehungsdatum 1950 an — damals war er bereits fünf Jahre in Haft.
Im Februar 1945 war der Artilleriehauptmann wegen antistalinistischer Äußerungen an der Front in Ostpreußen verhaftet, im Juli in Moskau zu acht Jahren Straflager verurteilt worden. In der Haft begann er zu schreiben. und da er Entdeckung und Vernichtung seiner Arbeiten fürchten mußte, faßte er sie zunächst in Versform und lernte sie auswendig.
Er beschreibt detailliert Gewalt, Raub, Vergewaltigungen und Morde an der Zivilbevölkerung und thematisiert die Schuld und die Verrohung der eigenen Soldaten, die sich an den Opfern rächten und selbst zu Tätern wurden.
Eine Antwort zu “„Ostpreußische Nächte“”
Er nannte auch, wer die Drahtzieher und Führung zuständig für die Verbrechen waren. Auch für die Verbrechen, Verfolgungen und Ermordung Oppositioneller und Andersdenkender. Unter denen auch viele ..üden… Sie haben eigene Mitmenschen getötet und in den Gulags gesteckt. Solange im Westen mit seiner Freilassung und Übersiedlung Profit geschlagen wurde, war er Willkommen. Danach wurde Solschenizyn wie eine heiße Kartoffel fallen gelassen. Kein Wunder, er nannte schonungslos und direkt die, die nicht genannt werden dürfen, als Verantwortliche für die Terrorjahre in der Sowjetunion und das Töten an Deutschen in den letzten Kriegsjahren und danach. Er hatte den Mut dazu gehabt und er ließ sich nicht einschüchtern. Es gibt wenige Menschen wie er.
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