Warum manch Deutscher verlernt hat, die „eigene Sprache“ zu sprechen ..

Ein Auszug aus den unzähligen Kapiteln der Umerziehung – ein Artikel vom 10. Oktober 1947

Das Amerikahaus entwickelte sich schnell zu einer der wichtigsten Institutionen des Münchner Kulturlebens und zog monatlich durchschnittlich 80.000 Menschen an. So wurde das Amerikahaus zu einer der aktivsten Kultureinrichtungen der USA in ganz Europa. Bücherbusse und Filmmobile erreichten auch die Gemeinden im Münchner Umland. Finanziert wurden diese Aktivitäten zunächst von der amerikanischen Militärregierung, später dann von der United States Information Agency (USIA).

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Die massiven Einflüsse des Amerikanischen auf das Deutsche nahmen ihren Anfang nach dem Ersten Weltkrieg. Bereits für die Zwischenkriegszeit konstatierte ein auf die Reinheit der deutschen Sprache bedachter Zeitgenosse abwertend einen »Amerikafimmel«.

Nach 1945 verstärkten sich diese Einflüsse. Deutschland war besiegt, der Text der Kapitulationsurkunde spiegelte die politische – und damit sprachliche – Wirklichkeit wider: »Diese Urkunde ist in russischer, englischer und deutscher Sprache ausgestellt. Nur der russische und englische Text ist maßgebend.«

Die USA waren die dominierende Besatzungsmacht des Westens – ihre Präsenz in wichtigen Bereichen des öffentlichen Lebens bereitete die Amerikanisierung der deutschen Sprache vor: »Die Anwesenheit einer großen Zahl amerikanischer Soldaten und Zivilisten auf deutschem Boden; die Herausgabe einer überregionalen Zeitung {Die N e u e Z eitung) durch die Amerikaner für die Dauer mehrerer Nachkriegsjahre; die Verbreitung amerikanischer Filme, Songs, Zeitschriften, Taschenbücher und Theaterstücke …

Die Amerikanisierung der deutschen Sprache dehnte sich rasch auf nahezu alle Lebensbereiche aus: Musik, Börse/Wirtschaft/Bank/Finanzwesen, Mode/Bekeidung/Textilien”, Kosmetik’, Sport/Fitness,, Flugverkehr/Touristik/Reisen , Hifi/Video/TV ‚, Unterhaltungswesen, Film sind sprachliche Referenzbereiche mit besonders hoher Frequenz gerade in den ersten beiden Nachkriegsjahren.

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Wenn wir wieder zu diesen und unseren ursprünglichen Wesenszügen zurückkehren, kann auch die deutsche Sprache wieder an Gefühl ihrer angeborenen Kraft gewinnen. Der Versuch gewisser Mächte, des Abnabelns der Völker von ihrer Muttersprache, ist kein „neues“ Unterfangen. Völker von ihren Wurzeln zu trennen ist eine jahrhundertealte Taktik, um sich ein Volk /ein Land gefügig zu machen. Über den Weg der Zwangs-Christianisierung und mit der Einführung der Kirchensprache (Latein) wurde der Anfang gemacht.

Alois Bartsch findet 1979 ebenfalls die richtigen Worte: „Die Sprache eines Volkes, eines Volksstammes, ist das wesentlichste Merkmal seines Volkstums. In ihr zeigen sich Herkunft, Wesen und Eigenart noch deutlicher als in seinen Sitten und Bräuchen, zeigt sich die Seele des Volkes.“

In Bezug zu den verschiedenen Formen eines Kulturtransfers scheint die Entwicklung glasklar: Dazu zählt das jahrzehntelange Bemühen und die Versuche (insbesondere mit Beginn der 1960er Jahre) die deutschen kulturellen als auch sprachlichen Wurzeln zu (ver)amerikanisieren, westernisieren, (ver)denglishen.

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