Wir schreiben den 11. Februar 1929 und lesen über die „Neuregelung“ der Reparationen.
Unter dem Vorsitz des US-amerikanischen Großindustriellen und Bankiers Owen D. Young tritt die internationale Sachverständigenkommission in Paris zu ihrer ersten Sitzung zusammen, um über die Neuregelung der Reparationszahlungen des Deutschen Reiches zu beraten.

Zu den Mitgliedern der Kommission gehören Vertreter Frankreichs, Großbritanniens, Belgiens, Italiens und Japans sowie für das Deutsche Reich Reichsbankpräsident Hjalmar Schacht und der Industrielle Albert Vögler.
» (zu Hjalmar Schacht findet ihr noch einen Beitrag im Kommentar: „Zu der Geschichte mit dem Gold …“)«
Die Forderungen der Siegerstaaten des Weltkriegs an das Deutsche Reich gehen über die bislang völkerrechtlich übliche Erstattung der Kriegskosten hinaus. Im Versailler Friedensvertrag vom 28. Juni 1919 war die Höhe der deutschen Zahlungen zwar noch nicht genau festgelegt worden, in Artikel 231 wurde jedoch die Alleinschuld des Deutschen Reichs am Weltkrieg festgeschrieben.

Man einigte sich schließlich auf eine Summe von 132 Milliarden Goldmark, die es zu tilgen und auch zu verzinsen galt. Über den sogenannten Kriegsschuldartikel (Art. 231) wurde das Deutsche Reich durch den Friedensvertrag von Versailles zu 20 Milliarden Goldmark Reparationen, umgerechnet über 7000 Tonnen Gold, verpflichtet. Diese waren in den Jahren 1919 bis 1921 in Raten zu zahlen. Zahlungen wurden jedoch bis in das Jahr 2010 fortgesetzt.
« (siehe auch Beitrag im Kommentar „Reparationszahlungen ….“)«

Erst verwüsten, dann verhandeln! Auch das Ende des Dreißigjährigen Krieges wurde mit einem sogenannten „Friedensvertrag“ besiegelt…
Sei es der Westfälische Friedensvertrag, der „Friede von Versailles“, oder der 2+4 Vertrag von 1990: Diese sogenannten „Friedenskonferenzen“ sind und waren nie etwas anderes als die Fortführung eines Krieges.

So formulierte es einst George Clemenceau im Zusammenhang mit dem „Frieden von Versailles“. Der französische Diplomat Paul Cambon schrieb: „Mir kommt der Friede vor wie ein Haufen Sprengkörper, die eines Tages in allen Teilen der Welt losgehen.“ Und die frühere französische Kaiserin Eugenie, die Witwe Napoleons III. meinte: „In jedem Artikel dieses Friedensvertrages sehe ich ein kleines Ei, eine Keimzelle weiterer Kriege.“
Zu alldem kommt mir eine Sendung in den Sinn, die erst vor Kurzem über die Bildschirme aus den öffentlich-rechtlichen Reihen in deutsche Wohnzimmer flackerte. Dort unternahm man den etwas holprigen Versuch Deutschland nun doch von der alleinigen Kriegsschuld des Ersten Weltkrieges freizusprechen, weil es ja doch“ irgendwie“ ganz anders war. Soso…
Ein wenig spät, diese Erkenntnis. Oder? Nachdem Milliarden /Billionen an Kriegsschulden beglichen wurden, für eine Schuld, die es nie gab.
Gibt es also Hoffnung, dass unsere Urenkel irgendwann darüber in Kenntnis gesetzt werden, dass es mit dem darauf folgenden Krieg (also dem sogenannten Zweiten Weltkrieg) doch ganz anders war? Vielleicht, ja. Aber natürlich erst dann, wenn die „Einnahmen“ stimmen, getilgt für eine Schuld, die es so nie gab.
Es ist einfach! Wenn ein Krieg den nächsten ablösen kann, weil man einem Volk, in dem Fall dem deutschen Volk, die Friedensverträge verweigert, kann man immer so weitermachen. Der Zweite Weltkrieg ging in Fortsetzung des Ersten.., und spinnen wir das mal weiter.., so ginge jeder weitere Weltkrieg lediglich in Fortsetzung von… und so weiter und so fort… Der, der die „Zeche“ bezahlen muss, steht längst fest.
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Quelle/ Bilder
Bertelsmann Chronik Bibliothek des 20. Jahrhunderts 1928-1931
„Das Bernsteinfenster“ Klara Undine Fall S.25 (ein Erlebnisbericht)