Amerika und seine Kriege – das Massaker von My Lai am 16. März 1968.

ein weiterer Beitrag aus einer nie enden wollenden Reihe …

Mehr als 200 Kriegsverbrechen begehen die Amerikaner in Vietnam. Am bekanntesten wird das Massaker von My Lai am 16. März 1968.

In den Morgenstunden des Tages verübt eine US-Einheit unter dem Kommando des 26-jährigen Oberleutnants William L. Calley jr. ein Massaker an den Einwohnern des südvietnamesischen Bauerndorfes My Lai. 507 Dorfbewohner, unter ihnen 173 Kinder, 76 Babys und 60 Greise, sterben im Kugelhagel der US-Infanteriesoldaten.

Das Dorf My Lai leigt 650 Kilometer nördlich von Saigon an der Grenze zu Nordvietnam. Die Bewohner der Gegend werden von den US-Amerikanern daher der Kollaboration mit dem Vietcong verdächtigt. Von den Soldaten werden sie geringschätzig als „dinks“ (Gnome) bezeichnet.

Augenzeuge Ronald Haeberle berichtet:

„Die Gls schossen einfach los mit dem M-16. Sie schossen auch mit M-29 Granatwerfern auf die Leute.

Ich erinnere mich deutlich an einen Mann, der in einem Arm ein kleines Kind hielt, in dem anderen Arm noch ein Kind. Sie sahen uns und flehten um Gnade. Das kleine Mädchen sagte auf Englisch: „Nein, nein“. Dann ganz plötzlich ein Feuerstoß und sie waren niedergemäht.

Ein GI schoss auf eine Frau und dann zielten alle auf ihren Kopf und feuerten ebenfalls. Stück für Stück flogen die Knochensplitter durch die Luft.“

Aus „höchstens zwei Meter“ Entfernung beobachtet Haeberle weiter, wie eine Frau erschossen wird. Ein Soldat reitet wie im Wahn einen Wasserbüffel und sticht mit dem Bajonett auf das Tier ein. Ein anderer GI erschießt ein Mädchen. „Sie war vier, vielleicht fünf.“ „Warum?“, schreit Haeberle den Mörder in Uniform an: gegenseitiges Anstarren. Nasenspitze an Nasenspitze. Kein Wort. Dann geht jeder seiner Wege.

Ohne die Fotos des Armee-Fotografen Haeberle wären die Greueltaten noch länger vertuscht worden. Ohne die Fotos wüsste Duc Tran Van nicht zu beglaubigen, wer er ist und was damals mit ihm geschah. Genug Gründe, um mit beiden zu sprechen. Über My Lai. Und wie die Tragödie ihr Leben geformt hat.

Erst viele Jahre später wird bekannt: My Lai war eine Sünde unter vielen. In seinem Buch „Tötet alles, was sich bewegt“, weist Nick Turse nach: Es gab Dutzende Massaker dieser Art.

Die Aussage, der Titel des Buches: „Tötet alles, was sich bewegt““ , erinnert an die Aussagen und Hetzschriften des Ilja Ehrenburg, unter Stalins Fittichen.

Die Handschrift der Täter ist eben immer gleich, und auf Blut geschrieben.

Die US-Strategie in dieser Region beruht seit längerem auf dem Prinzip der verbrannten Erde. Dörfer werden systematisch zerstört, um sie für den Vietcong unbrauchbar zu machen. Ganze Landstriche werden zur „free fire“ Zone erklärt; die Bevölkerung ist Freiwild. Der Auftrag für die Aktion von My Lai lautet folgerichtig auf völlige Vernichtung des Dorfes und sein Bewohner.

Unschuldige Zivilisten sind die Opfer dieses Krieges in Vietnam, und vieler anderer Kriege, die weltweit noch folgen sollen. Ein sinnloser Krieg folgt, auf den nächsten ebenso sinnlosen Krieg, der von großer Brutalität geführt wird. Weite Teile des Landes sind durch Flächenbombardements auf Jahre unbewohnbar gemacht, ein Viertel der Bevölkerung von 16 Millionen ist entwurzelt und ohne feste Bleibe.

Es fällt schon verdammt schwer, dieses in der Geschichte auf Blut „installierte“ Land „USA“ mit seinen „Machern“, „Unterstützern“, „Senatoren“…, und anderen Figuren zu respektieren, betrachtet man den kriegerischen Verlauf.., Hier agieren Mächtige, gesteuert von Leuten mit einer noch größeren Macht.

Eigentlich wäre an einem solchen Tag die Gelegenheit, von US-Seite aus, die zahlreichen US-amerikanischen Greueltaten in Erinnerung zu bringen. Aber nein.., dafür ist keine Zeit – ich vergaß … die USA sind gerade wieder „beschäftigt“.

» Im Kommentar findet ihr wie gewohnt weitere Beiträge in diesem Zusammenhang.

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Quelle:

Bertelsmann Chronik des 20. Jahrhunderts 1968-1971


2 Antworten zu “Amerika und seine Kriege – das Massaker von My Lai am 16. März 1968.”

  1. Es ist schon unfassbar wie Menschen mit Macht töten und vertuschen und Gräueltaten andere in die Schuhe schieben. Es ist so pervers und ekelhaft. Ich finde kaum Worte, um diese Brut zu beschreiben.

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    • Ich weiß nur zu gut, wie das gemeint ist. Daher versuche ich immer zu trennen – das amerikanische Machtgefüge mit ihren Akteuren und die dort lebenden Menschen. Ich kenne einige Deutsch-Amerikaner, die das Konstrukt genauso kritisieren. Und wir dürfen dabei nicht vergessen, das wir eigentlich ein „Brudervolk“ sind. Daher verurteile ich das System, aber nicht die dort lebenden Menschen. Letztendlich wurde sowohl von Ost (unter den Sowjets) als auch von West unendlicher Hass unter den Völkern geschürt. Und es wurde alles dafür getan, dass dieser Hass „gelebt“ wird. Das ist die Tragödie daran. siehe auch: „Tötet alles, was sich bewegt“, ein Bericht von Nick Turse / oder „Töte!“verfasst von Ilja Ehrenburg! Und ja, ein Kommentar auf facebook, dem ich zustimme, gibt es so wieder:
      „Gut das die Bundeswehr nicht in Vietnam war,ich weiß schon, wem sie das in die Schuhe geschoben hätten! Eine Zerschlagung in Süd/Ost/Nord und West Staaten wäre doch für die Menschheit insgesamt eine Erlösung!“

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