
Es scheint naheliegend, einen genaueren Blick auf diesen Papst zu werfen, der der Onkel des späteren Kirchenoberhauptes Gregor IX war und dem nachgesagt wird, seine Maßnahmen zur Häresieverfolgung haben die spätere päpstliche Inquisition (nicht zu verwechseln mit der bischöflichen Inquisition, deren Anfänge etwa beim 3. Laterankonzil 1179 zu datieren sind) vorbereitet.
Die Amtskirche, die sich doch schließlich als Vertretung Gottes auf Erden begriff, zeigte auch bei anderen Gelegenheiten in der Geschichte ein unmenschliches und grausames Gesicht.
Wenn es darum ging, gegen Andersgläubige zu verteidigen, wurde so mancher Papst und klerale Würdenträger zum unbarmherzigen Todesengel für Abertausende. Etwas die Kaiserchronik, die von einem baierischen Geistlichen ab 135 verfasst wurde, macht mit lapidaren Worten deutlich, dass die Christen nicht gerade zimperlich mit dem „Feind“ umgegangen sind.
Häresien gab es schon vor Papst Innozenz III. Ihre Anfänge finden wir im Bulgarien des 10. Jahrhunderts mit der Lehre der Bogomilen. Die vermeintliche Bedrohung der katholischen Kirche durch angebliche Ketzerbewegungen war schon seit längerem bekannt, als er sein Pontifikat erhielt.
Wo Andersdenkenden zuvor „nur“ Exkommunikation drohte, rief er 1209 sogar zum Kreuzzug gegen die Albigenser auf.
Auch fällt das 4. Laterankonzil, auf dem etliche Edikte bezüglich der Häresien erlassen wurden, in seine Amtszeit (1215), ebenso, wie Innozenz III zum ersten Mal so etwas wie eine systematische Grundlage zur Ketzerbekämpfung zusammenstellte und verfasste.
Im 16. und 17. Jahrhundert, während der Reformationszeit, wurden Vertreter der radikalen Reformation, zum Beispiel Thomas Müntzer, der Antitrinitarier Michael Servetus und die Täufer verfolgt und verurteilt.
Die Ketzer oder Häretiker waren Menschen, die im Mittelalter an den Lehren der katholischen Kirche zweifelten und die Aussagen der Bibel anders erklärten, als die Theologen.
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Das 11. /12. Jahrhundert – ein Streifzug durch die Epochen der päpstlichen Reihen …
Diese Zeit war geprägt von einem gewaltigen Kampf zwischen Staat und Kirche, zwischen Kaiser und Papst, der sich allmählich zu einem Kampf um die Weltherrschaft ausweitete

Heinrich berief 1076 eine Versammlung der deutschen Bischöfe nach Worms und ließ den Papst absetzen. Da holte Gregor zu einem gewaltigen Schlag aus: er erklärte Heinrich in den Bann, sprach ihm die Krone ab und entband alle seine Untertanen von ihrem Treueeid. Es war ein unerhörter, welterschütternder Akt, denn die Kirche beherrscht ja damals die Gemüter noch weit mehr als heute selbst in den klerikalsten Ländern. Den Fürsten war dieser Bannfluch die willkommene Gelegenheit, sich vom König loszusagen.
Gregor glaubte bereits, den Sieg in der Hand zu haben und in Augsburg den Schiedsrichter über die deutschen Parteien spielen zu können. In der erhobensten Stimmung brach er von Rom nach Norden auf.
Da überraschte Heinrich alle Welt durch den plötzlichen Entschluss, persönlich dem Papst entgegenzueilen und seine Loslösung vom Bann irgendwie zu erzwingen. Im härtesten Winter 1076-1077 trat er die Bußfahrt an, begleitet von seiner Gemahlin, von seinem zweijährigen Söhnchen sowie wenigen Getreuen.
Der Name „Canossa“ wird immer das Symbol bleiben für die Kapitulation staatlicher Macht vor kirchlichen Herrschaftsansprüchen.
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Der Entscheidungskampf zwischen Kaisertum und Papsttum 1239-1250
Der neue Papst hieß Innozenz IV.
Friedrich hielt ihn für seinen Freund. Er hatte seine Wahl gewünscht und hoffe nun auf eine friedliche Verständigung. Es war der größte und verhängnisvollste Irrtum seines Lebens. Innozenz erwies sich als sein gefährlichster politischer Gegner. Er berief auf Juni 1245 ein allgemeines Konzil nach Lyon. Hier setzte er es durch, dass Friedrich und sein Sohn Konrad abgesetzt und verflucht wurden. Friedrich, der immer noch auf einen friedlichen Ausgleich gehofft hatte, scheint von dieser Wendung völlig überrascht worden zu sein. Nun aber gingen ihm die Augen auf. Jetzt wusste er, dass es nur noch eins gab: Kampf um Leben und Tod.

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(1347-1378) – eine Zeit zwischen Pest, Kirchenspaltung und Judenverfolgung
Karl IV. war ein kleiner Mann, von etwas gebückter Haltung, ein umsichtiger, sparsamer und gelehrter Fürst – er beherrschte sechs Sprachen. Dem Krieg abgeneigt, pflegte er vor allem die Werte des Friedens. Als ein Freund der Wissenschaften und Künste war er der erste Mäzen unter deutschen Königen, dazu ein gewandter Diplomat, fähig , die schwierigsten Verhältnisse zu überschauen und zu leiten. Karl verzichtete auf jede Italienpolitik, das sie nur schwere Kämpfe und viel Geld gekostet hätte. Er ließ sich zwar in Rom vom Papst zum Kaiser krönen, doch verließ er die Stadt noch am selben Tag.
Die Religion bot den Vorwand, Raubgier und Verschuldung waren die Hauptmotive für die Verfolgungen der Juden im Mittelalter. Von Landbesitz und Handwerk ausgeschlossen, wurden sie als Geldverleiher und Bankiers zu Motoren der Entwicklung von der Natural- und Geldwirtschaft.
In der Wende des 13. und 14. Jahrhunderts kam es erneut zu weitverbreiteten Judenverfolgungen. Die Kirche hatte das Sagen. Das Fehlen einer starken Herrschergewalt und das überhandnehmende Fehde- und Raubritterwesen trug zum Anstieg der Exzesse bei.


Am glücklichsten von allen Mächten ging das Papsttum aus den endlosen Verwicklungen hervor. Es hatte die letzten beiden Jahrzehnte der europäischen Geschichte maßgebend beeinflusst und stand in der ganzen Welt glänzend da; auch innerhalb der Kirche hat sich seine Macht gefestigt.

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Und die Geschichte geht natürlich noch weiter …
Die Krone hörte auf, die Monarchie Großbritanniens und Kanadas zu repräsentieren, als Königin Victoria den protestantischen Thron Englands aufgab, indem sie ihren „deutschen“ Cousin, den „römisch-katholischen“ Prinzen Albert von Sachsen-Coburg und Gotha, heiratete.
Unmittelbar nachdem Königin Victoria illegal einen Katholiken geheiratet und damit den Act of Settlement von 1701 und ihren Krönungseid verletzt hatte, mischte sich Papst Pius IX. ein Dabei nahm er Einfluss auf die deutsche Monarchie von England, Kanada und dem Commonwealth sowie über die Bank of England.
Am 1. Januar 1855 wurde die Bank of England eine Krongesellschaft (Papstgesellschaft) mit dem Namen „City of London Corporation“ gebildet.
Pius IX. geriet in starken Konflikt mit dem jungen Deutschen Kaiserreich unter Reichskanzler Otto von Bismarck. Nach der Verkündung des Unfehlbarkeitsdogmas 1870 und dem „Syllabus errorum“ (1864), in dem Pius moderne Ideen wie Liberalismus verdammte, sah Bismarck die Loyalität der deutschen Katholiken gefährdet. Im sogenannten Kulturkampf ab 1871 versuchte Bismarck, den Einfluss der katholischen Kirche zu beschneiden. Pius IX. reagierte darauf mit Enzykliken wie „Quod numquam“ (1875), in der er die preußischen Maigesetze als nichtig erklärte und die Katholiken zum Widerstand ermutigte.
Pius IX. war maßgeblich an der Zentralisierung der Kirchenfinanzen beteiligt. Er förderte die globalen Spenden, bekannt als „Petruspfennig“ (Peter’s Pence), um die finanzielle Unabhängigkeit des Heiligen Stuhls nach dem Verlust des Kirchenstaates an das Königreich Italien (1870) zu sichern.
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Im Kommentar findet ihr den einen oder anderen Beitrag zu den Themen ausführlich. Außerdem auch meinen erst kürzlich verfassten Artikel: „Wir haben Fragen“ ….
Ergänzung:
Um die Fragen kurz zu beantworten, „Warum?, „Warum sollte er mehr wissen?“, „mit welcher Begründung“? Nun ja, aus den päpstlichen Reihen gibt es immer wieder mal „Zeichen“. (ganz aktuell Papst Leos Aussage zu einer „Handvoll Tyrannen“). Das ist seit Jahrhunderten so. Zuletzt segnete Papst Leo XIV. am 1. Oktober 2025 während der Klimakonferenz „Raising Hope“ im Vatikan einen 20.000 Jahre alten grönländischen Eisblock. Er ist also auf dem „Laufenden“…
Ich denke schon, dass auch dieser Papst den Fahrplan nach alten Schriften kennt und die damit verbundene kabbalistische Numerologie der Leute mit den kleinen Hütchen.rgänzung
