
Das Schicksal der deutschen Kriegsgefangenen in den Jahren nach 1945, welche Leidenswege sich für viele dann auftaten, von denen einige erst 1955 und noch später zurückkamen, Millionen gar nicht mehr – das ist ein Thema, dass sich nicht in einem kurzen Text „zusammenfassen“ lässt. So schlage ich in den Abendstunden der nächsten Tage weitere Kapitel auf, die sich vor allem mit dem Schicksal deutscher Soldaten in Gefangenschaft befassen – denn nach dem Krieg, als die Welt den „Frieden“ feierte, litten die gefangenen Soldaten unter extremen Bedingungen.




Von Alliierten Kriegsverbrechen in sogenannten „Friedenszeiten“.
All das, was die Alliierten nach Kriegsende selber getan hatten, warfen die Alliierten den Deutschen als menschenverachtende Verbrechen vor, und niemand stand auf und protestierte gegen diese offensichtliche Doppelmoral der Sieger.
Die Heimkehrer und Vertriebenen versuchten, sich dagegen zu wehren, doch die deutsche Lizenzpresse und die ebenso von den alliierten Lizenzen abhängigen Verlage wollten oder konnten sie nicht hören, und so schwiegen sie in der Öffentlichkeit und redeten nur noch in der Familie oder unter wirklichen Freunden über ihre Erlebnisse, ihre Ängste und die neue Zeit, die angebrochen war und mit der sie nicht so richtig fertig werden konnten.
Sie sagten vor wissenschaftlichen Kommissionen aus und verfertigten Fragebögen, um dann festzustellen, dass man sie völlig falsch verstanden oder ausgelegt hatte. Dann schwiegen sie endgültig.
Sie schwiegen jahrelang, wie die meisten Deutschen jener Jahre, bis heute, bis ihnen endlich jemand zuhört und man ihren Erzählungen und Berichten das Gewicht beimisst, das ihnen im Rahmen der Geschichtsbewältigung unserer jüngsten Vergangenheit wirklich zukommt.
Ähnlich dem schweren Los der Vertriebenen und Flüchtlinge aus dem deutschen Osten und Südosten haben die Kriegsgefangenen ein überaus hartes Schicksal erleiden müssen – Alliierte Kriegsverbrechen in Friedenszeiten. Das darf nicht vergessen werden. Es gehört zur Würde und zur Identität einer ganzen Generation Deutscher.
Die Rückführung der letzten deutschen Kriegsgefangenen aus der Sowjetunion zog sich bis weit in die 1950er Jahre hin (viele kehrten erst 1955/56 heim).

Von Februar 1945 bis Kriegsende ist man dann auf die unterschiedlichsten Schätzungen angewiesen, die insgesamt bis zu 9 Millionen Wehrmachtstoten reichen. Als zu Beginn der neunziger Jahre dann zahlreiches Material aus dem Osten auftauchte, konnten einige Zahlen bis heute weitgehend revidiert werden.
So weist der Arbeitsbericht der Deutschen Dienststelle in Berlin im Jahre 1993 nachfolgende Zusammenstellung über die Wehrmachtsverluste aus:
• Beurkundete Wehrmachtssterbefälle (einschl. Österreicher
Vermisste Wehrmachtangehörige, mit deren Tod sicher zu rechnen ist Gesamt:
3‘100’000 1‘200’000 4‘300’000
Es sind also vom 31. Januar 1945 bis zum Kriegsende noch rund 400.000 deutsche Wehrmachtangehörige ums Leben gekommen, wenn man die addierten Zahlen für Tote und Vermisste vergleicht.
Ebenso war man leider auch bei den Zahlen für deutsche Kriegsgefangene jahrzehntelang auf reine Schätzungen angewiesen und ist es auch heute teilweise noch.
Schätzungen zufolge starben bis zu 1,1 Millionen deutsche Soldaten in den eisigen Weiten Sibiriens
Die Gulags, berüchtigte Lager des Schreckens, wurden zu Orten des Hungers und der Kälte. Hier erlitten bis zu 1 Million Soldaten einen grausamen Tod durch Erschöpfung, Hunger und Kälte. Anstatt auf dem Schlachtfeld zu sterben, erlebten sie eine stille Exekution, die von der sowjetischen Regierung systematisch organisiert wurde.
Auf unmenschlichen Todesmärschen wurden diese völlig unterernährten und ausgemergelten Soldaten, bei Temperaturen weit jenseits der Minus-20-Grad-Marke, kreuz und quer durch das Land gehetzt. Durch Erschöpfung, Unterernährung, Erfrierungen und dank der ständig schießenden und schlagenden Wachmannschaften wurden diese Elendskolonnen so weit dezimiert, dass nur noch knapp 18’000 letztendlich die für sie bestimmten Arbeitslager erreichten. Heim nach Deutschland kamen nach Kriegsende gar nur 6’000 der Stalingradgefangenen, 94 Prozent überlebten ihre Gefangenschaft nicht!
Die Vernichtungsmärsche waren Selektionsmärsche. Dies zeigt auch, dass die Wachmannschaften selten starke oder marschfähige Gefangene exekutierten, sondern die nicht mehr marschfähigen, die zu Boden stürzten oder einfach nicht mehr weiter konnten.
Diese Märsche waren klar von der Sowjetführung befohlen worden, das zeigt sich auch im stets gleichen Ablauf bis zum Herbst 1945.
Welcher Zweck diesen Befehlen zugrunde lag, kann jeder Mensch mit klarem Verstand auch dann erkennen, wenn er keinen Einblick in die Marschbefehle genommen hat. Humanitäre Gründe waren es mit Sicherheit nicht!
Am 8. Mai 1945 existierte eine deutsche Regierung nach Meinung der Amerikaner nicht mehr, obwohl eine solche, legal eingesetzt, unter Reichspräsident Grossadmiral Dönitz in Flensburg-Mürwik saß und noch amtierte.


Mit Datum desselben Tages erhielt am 12. Mai 1945 der Schweizer Gesandte in Washington dann die Mitteilung, dass seine Regierung als Schutzmacht für deutsche Kriegsgefangene entlassen worden sei.
Der nächste Schritt, die deutschen Kriegsgefangenen nun völlig rechtlos zu machen, war die alliierte Mitteilung an das IKRK, dass man keine weiteren Lagerbesuche mehr durchzuführen hätte, da es ja keine Schutzmacht mehr gab, an die das IKRK seinen Bericht hätte geben können.
(übernommen aus: Das Schicksal der deutschen Kriegsgefangenen“ Ludwig Peters – „Wir haben euch nicht vergessen.“)
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Morgen Abend schlagen wir dann das nächste Kapitel dazu auf und erfahren mehr über
Tragödie von 5000 deutschen Offizieren
Denn im Sommer 1945 wurden Zigtausende deutscher Soldaten, die sich in Mitteldeutschland, in der Tschechei oder in Österreich nach dem Westen zu den Amerikanern durchgeschlagen hatten, von diesen an die Sowjets ausgeliefert und damit viele in den sicheren Tod getrieben. Zur Begründung wurde angegeben, dass deutsche Soldaten, die sich auf einem den Sowjets zugesagten Teil Deutschlands den Westalliierten ergeben hätten, vereinbarungsgemäß der Roten Armee auszuliefern gewesen seien.
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Und selbstverständlich lesen wir an einem dieser Abende auch über die so gern in Schweigen gehüllten Rheinwiesenlager.
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Bildquelle: Bertelsmann Lexikothek, Bibliothek des 20. Jahrhunderts 1944-1947
Eure Kommentare
Mein erster Schwiegervater war in englischer Kriegsgefangenschaft er sagte wortwörtlich “ Die Tommis waren Schweine, wie sie uns behandelt haben!“ Deutsche Kriegsgefangene wurden auch in Frankreich nicht gut behandelt. Arbeiten ohne zu essen. Mein zweiter Schwiegervater war in russischer Kriegsgefangenschaft und erzählte dass die Aufpasser Ukrainer waren, die sie sehr mies behandelt haben. Zur Erinnerung Ukraine war damals in der UdSSR involviert als Teilrepublik
In der Nähe von Nienburg Weser gab/gibt es ein Schloss wo die Engländer bis Anfang 1947 noch Deutsche Gefangene folterten um Geständnisse zu erzwingen. Überall waren diese derartigen Lager der britischen Besatzungsmacht installiert !
Also gezielte Ermordung, und nichts anderes war das. Solche Ding gehören in jedes deutsche Geschichtsbuch!!!
Im ehemaligen Jugoslawien auf der Insel Rab ( heute Kroatien ) wurden bis zu 3.500 Wehrmachtssoldaten in einem Stollen lebendig eingemauert.
Seltsamerweise hört man davon nirgendwo etwas genausowenig wie die Exekution von tausenden Kriegsgefangenen in Slowenien die im Barbara Stollen eingemauert bzw. exekutiert wurden.
Ein ähnliches Verhalten sah man auf dem Balkan in den 90. Jahren.
Also, diese Menschen haben von der Vergangenheit nichts gelernt. „Nachbarn“ töteten sich, da sie einer anderen Volksgruppe zugehören. Egal ob katholisch, moslemisch oder orthodox sie waren letztendlich Slawen.
Ein Land, in dem mich persönlich bis zum heutigen Tag keine zehn Pferde hinbringen könnte.
Unvorstellbar dieser Bestialische Massenmord. Noch nie gehört leider.
Deshalb habe ich es auch geschrieben, denn seltsamerweise veröffentlicht man solche Kriegsverbrechen überhaupt nicht. Man hört nur immer was für Kriegsverbrechen von dt. Seite aus geschah aber weshalb weiß man so etwas nicht?
Durch das nicht aufarbeiten werden diese Opfer symbolisch ein zweites Mal getötet.
nach kurzer Recherche habe ich einen Artikel von 1985 über dieses Kriegsverbrechen gefunden:

Danke für die Erinnerung daran. Solche unfaßbaren Verbrechen an Deutschen und Kroaten wurden zahllose begangen. Man mauerte die Stollen einfach zu. Es waren so viele, daß sich bei der Zivilbevölkerung, die in der Umgebung lebte, der Spruch einbürgerte: der Berg atmet – wenn es infolgedessen der Gasentwicklung durch die verwesenden Leichen im Inneren zu Gasentweichungen kam. Hunderte dieser Stollen sind noch ungeborgen.
Das war von den Siegern angeordnete Dezimierung der Wehrlosen Vogelfreien Deutschen und Volkdeutschen auf unvorstellbare Weise. Auch die Osteuropäischen Völker waren persönlich daran beteiligt und übten Rache aus. Diese Wilden Vertreibungen müssen der Horror gewesen sein und die vielen KZ- Lager nach dem Kriege.
Es geht hier um die Gefangennahme der Soldaten nach Ende des Krieges auf amerikanischer Seite.
Die Soldaten die 1943 in Nordafrika gefangen genommen wurden, kamen per Schiff in die USA. Das ist eine ganz andere Geschichte, als die Soldaten, die man auf dt. Boden NACH KRIEGSENDE wochenlang in offene Lagern entlang des Rheins ohne Unterschlupf und zeitweise ohne jegliche Verpflegung ihrem Schicksal überließ. Sie waren Tag und Nacht dem Wetter offen ausgesetzt und es brachen Epedemien aus. Sie gruben sich Mulden um etwas geschützter liegen zu können. Photos davon existieren. Wer da behauptet dass solche Zustände nur etwas über 6.000 Tote hervorkommen, also an den Weihnachtsmann glaube ich auch nicht mehr. Dem Roten Kreuz wurde die Versorgung mit Lebensmitteln und Medikamenten untersagt. Das hatte man Eisenhower zu verdanken aber wie gesagt, sie haben sich ja so korrekt verhalten.
Ich glaube mein Schwein pfeift, wenn ich selbst heutzutage noch sowas höre. Diese Wahrheit will keiner hören, da sie ja die „Guten “ waren.
Wie gesagt es geht hier um dt. Kriegsgefangene der Amis IN Deutschland und nicht nach Amerika verschiffte Soldaten.