… zudem, was mich überhaupt dazu berufen hat, so manch historische Entgleisung beim Namen zu nennen. Also all das, was man ja eigentlich weiß, was sich auch so zugetragen hat, aber worüber man eben nicht so gerne spricht …

An erster Stelle sind es natürlich die Erlebnisberichte und Niederschriften meiner Familie und die vielen Zuschriften, die mich Tag für Tag erreichen.
Es ist weniger das ständige Aufzeigen von „Untaten“ oder immer wieder mit dem Finger auf andere zeigen wollen, aber um aus dieser „Einbahnstraße“, in die man uns über Jahrzehnte hinweg geführt und den kollektiven Schuldstempel auf die Stirn gedrückt hat, rauszufinden, gehören gewisse Vorgänge erwähnt.
In erster Linie wünsche ich mir, nichts mehr, als dass wir wieder ein Bewusstsein für unser Volk und dessen Vergangenheit bekommen, und nicht mit hängendem Kopf, wie Bücklinge vor anderen kriechen. Das hätten unsere Vorfahren so nicht gewollt, nicht nachdem, was sie alles erleiden mussten.
Die 500 Jahre rückblickend betrachtet, geben über die uns überlieferten Texte, Schriften, Dokumente, Gedichte u.v.a. mehr, schon ein wenig Aufschluss. Genau genommen ist die Literatur Spiegel und Gedächtnis der Geschichte. Für mein Empfinden sind die Parallelen zur Gegenwart unverkennbar, wenn auch in der „Ausführung“ anders, doch in der Absicht kaum zu unterscheiden. Insbesondere über die Wirren des Dreißigjährigen Krieges nimmt die schleichende Entfremdung vom Vaterland an „Fahrt“ auf.
Das darüber zu Grabe getragene Wissen der alten Welt bildet eine große Lücke.
Die Urheber dessen lassen sich leicht ausmachen, dazu muss man aber in der Zeit noch weiter zurückgehen. Den wohl größten Anteil an der Misere tragen die „Missionare“, Leute, die andere bekehren, um diese von ihren Wurzeln zu trennen, und das zu Gunsten ihres eigenen Geldbeutels. Daran hat sich bis zum heutigen Tage nichts geändert.
Dem deutschen Volk ist es trotz vieler Niederlagen immer wieder gelungen sich aufzurappeln.
1828 äußerte sich Goethe zu Eckermann: wir wollen (…) hoffen und erwarten , wie es etwa in einem Jahrhundert mit uns Deutschen aussieht, und ob wir es dann so weit gebracht haben, nicht mehr abstrakte Gelehrte und Philosophen , sondern Menschen zu sein.“
Die Literatur aus den vergangenen 500 Jahren spiegelt die Träume und Sehnsüchte der Deutschen wieder. Daran sollten wir uns erinnern, und daran, dass wir verdammt stolz auf unser Land sein können, anders, als es uns Tag für Tag eingeredet wird. Ich denke, das ist überhaupt der Schlüssel zu einer Veränderung. Ein Volk, das selbstbestimmt auftritt, seine Wurzeln kennt, seine Muttersprache liebt und pflegt, ein solches Volk lässt sich nicht oder nur schwer knechten.
Also erinnern wir uns daran, wer und was wir wirklich sind …!
