Diesmal waren es nicht die Deutschen …

Der Vollständigkeit halber — ein Nachtrag zur Reihe: „Die Richtigstellung einer Falschmeldung ist nicht jedermanns Recht.“

Jahrzehntelang wurden nach 1945 die Opfer aus den im westlichen Russland aufgefundenen Massengräbern den Deutschen angelastet. Doch das traf nicht zu, wie neuere Ermittlungen ergaben. Es waren Opfer des Stalinschen Terrors der dreißiger Jahre. Erst Ende der 1980er Jahre kam immer mehr heraus, dass nicht den Deutschen die Schuld am Tode der in zahlreichen Massengräbern aus den dreißiger Jahren gefundenen Leichen in Russland zukam, sondern Stalins Schergen.

Hierzu möchte ich noch Folgendes erwähnen: Zu den Vorgängen unter der Überschrift: „Und dieses Mal waren es nicht die Deutschen“ sind nach meinen zahlreichen Recherchen und dem Zusammentragen von Ereignissen bis weit über die Zeit nach 1945 hinaus, mittlerweile Bände entstanden. Ein Kapitel reiht sich an das nächste. Erschreckend, wie lange wir doch schon darüber im Dunklen tappen …, oder anders gesagt-: Im Dunklen tappen sollen

Bis zu den jüngsten Veröffentlichungen bedienten sich vor allem die deutschen Umerzieher dieser

Schuldzuweisungen, schwelgten in ihnen und vergrößerten sie möglichst sogar noch.

Zehntausende Ukrainer, auch Polen und Juden, wurden nach dem Einmarsch der Roten Armee 1939 in der Westukraine (vor allem in Bykowina bei Kiew) von Mitarbeitern des sowjetischen Geheimdienstes NKWD ermordet.

Erst nach 1989 wurden sie exhumiert und bestattet. (Foto: Die Welt, G. 458 GNAUCK)

In Kuropaty in Weißrußland gibt es ein Mahnmal. Bis zur Perestroika galten die Toten im Wald von Bykiwnja als Opfer der Deutschen. In Wirklichkeit sind sie von den Sowjets ermordet worden.

So berichtete die Nachrichtenagentur dpa am 19. März 1989 von Massengräbern bei Kuropaty in Weißrußland. Dort habe Professor Senson Pos JAK, Mitglied der Akademie der Wissenschaften Weißrußlands, im Sommer 1988 zum ersten Male in der weißrussischen Literaturzeitung geschrieben, was sich um die Massenmorde in der Umgebung auf den Erschießungsstätten des Landes abgespielt habe.

»Allein in Kuropaty, so heißt es, seien mehr als 1 00 000 Menschen erschossen worden. Heute schätzt Posnjak ihre Zahl auf 250 000. Und er fügt hinzu:

+++ Es gibt viele Kuropatys.< Es wurden einige Gräber geöffnet +++

Das Ergebnis anhand der Funde: Zum ersten Male kann niemand mehr behaupten, dass Deutsche die Täter waren. Denn die Erschießungen waren lange vor dem Eintreffen der Deutschen Wehrmacht vorgenommen worden. Etwa zur selben Zeit berichtete das Nachrichtenbüro Reuters am 26. April 1989 von ähnlichen Entdeckungen in der Ukraine: »In der Nähe der

ukrainischen Hauptstadt Kiew sind 200 Leichen ausgegraben worden. Die Moskauer Wochenzeitung Literaturncya Gaseta berichtete am Mittwoch es handele sich dabei um Opfer der Stalinschen Säuberungen, und nicht, wie die sowjetischen Behörden angegeben hätten, um von deutschen Truppen im Zweiten Weltkrieg Umgebrachte.

Die Überreste der Frauen und Männer hätten sich in siebzehn Gruben befunden. Die Schädel zeigten Einschusslöcher . . . Die „Gesellschaft der Erinnerung“ ließ verlauten, es befanden sich bis zu 240 000 Tote in Massengräbern in der Umgebung von Kiew. Alle seien in den späten 30er Jahren vom Sicherheitsdienst NKWD, dem Vorläufer des KGB, hingerichtet worden.«

Im Oktober 1988 vermeldete der Ukrainische Informationsdienst Neues über »die wahren Täter« des »Bykowina-Massakers< »Es handelt sich um Massengräber von Opfern der Vorgängerorganisation des KGB – des NKWD – bei Bykowina in der Nähe von Kiew. Offiziell wurden diese Massengräber aber den >Nazis< zugeschrieben.

Der Ukrainische Kulturologische Klub stellte sich zur Aufgabe, die historische Wahrheit über Bykowina der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Seine Mitglieder veranlassten am 16. Juli 1988 eine Ehrung der Opfer, die laut Augenzeugen zwischen 1937 und 1941, vor Hitlers Einmarsch in der Ukraine, im Wald bei Bykowina, erschossen wurden.«

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Auf einen Blick:

• Zwischen 1937 und 1941 erschoss der sowjetische Geheimdienst NKWD die Opfer im Rahmen des „Großen Terrors“.

• Die genaue Zahl der Opfer ist unklar. Historische Schätzungen schwanken stark zwischen \(7.000\) und \(250.000\) Toten. Manche der Opfer wurden zuvor in das Zentralgefängnis von Minsk gebracht und dort hingerichtet.

• Nach dem Krieg versuchten sowjetische Behörden, das Verbrechen zu vertuschen. Gräber wurden aufgefüllt, der Wald aufgeforstet und in den 1960er Jahren wurden Straßen und eine Gaspipeline durch das Gräberfeld gebaut.

• Lange Zeit versucht die sowjetische Staatspropaganda die Verbrechen zu vertuschen und die Schuld fälschlicherweise auf die deutsche Besatzungsmacht zu schieben.

• Ein Ort täglicher Massenerschießungen, ein „Schlachthof“, der von 1937 und Jahre darauf bestand. Solche „Menschenschlachthöfe“ gab es auch in der Nähe anderer Großstädte Belorusslands. Augenzeugen geben an, dass allein in Minsk und Umgebung – bisher – fünf Hinrichtungsstätten aus der Zeit der Stalinschen Repressionen ausgemacht wurden. Die wurden Spuren verwischt.

• Erst 1988 wurden die Massengräber öffentlich bekannt.

• Die Sowjets übten schon vor dem Zweiten Weltkrieg ein Terror- und Vernichtungssystem in der Ukraine und in Weißrußland aus, nicht die Deutschen, deren Wehrmacht sich am Völkerrecht ausrichtete und sich tadellos aufführte.

• Die Geschichte der deutschen Besatzung Russlands müsste also umgeschrieben werden -…, aber wem sag ich das?

Auch das sei noch erwähnenswert:

Die sowjetischen Soldaten, die immer wieder neu aufgestellt und gegen die deutsche Schutzmauer geworfen werden, sind keine harmlosen und verführten und unterdrückten Russen, sondern geschulte bolschewistische Fanatiker, die vom Kreml die Versicherung in der Tasche tragen, dass die proletarische Revolution ihren Fortgang nimmt. Die erste Etappe sollte die Überrennung Osteuropas sein, die zweite wäre Deutschland und zuguterletzt kämen die Plutokratien höchstselbst dran.

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Im Kommentar findet ihr die zum Thema bereits verfassten Beiträge über Mord, Totschlag und Folter – auch da waren es nicht die Deutschen!


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