Eines der letzten Kapitel unbewältigter Vergangenheit

Es ist schon erstaunlich, dass trotz der damaligen „angeblichen“ Anteilnahme der Presse und den „lobenden“ Worten zur Notwendigkeit einer Aufklärung, kaum jemand etwas über die Verbrechen weiß. Wie ist das nur möglich? Auf unseren Klassenfahrten waren wir unzählige Male in Buchenwald. Dort klärte man uns ausführlich über die Greueltaten der Deutschen auf…

Warum sind wir nicht auch nach Nemmersdorf oder nach Jedwabne gefahren, um zu sehen wie viele jüdis.che Bürger von den Polen hingerichtet wurden? Taten, die man ja zunächst den Deutschen anlasten wollte. Um nur einige zu nennen, denn es sind ja viel mehr.

Oder zum Massengrab von Katyn? Darüber habe ich erst vor einigen Tagen berichtet.

Warum berichtet man darüber nicht? Warum werden keine Schulausflüge dorthin unternommen? Warum nur ist das so? Warum dieses beharrliche Schweigen?

Möglicherweise liegt es an diesem nie enden wollenden Drehbuch. (Siehe Kommentar) …

Das Buch (Schwarzbuch der Vertreibung) stammt noch von der Mutti. Sie hat darin auch so einiges unterstrichen (siehe Beitragsfoto).

In einem anderen Buch ´(Verbrechen der Sieger) hat sie gleich auf der ersten Seite, Seitenzahlen angegeben. Auch diese Seite kopiere ich mal raus. Es war ihr wichtig, dass es erwähnt wird, sonst hätte sie nicht darauf verwiesen, also gebe ich es mal weiter.

Allesamt Vorgänge, die mal niedergeschrieben worden sind, aber nicht weiter publiziert. Meine Erwartung, dass jemals diese /unsere Geschichte auf Gehör unserer Kinder- und Enkelkinder stößt, ist niedrig. Und doch bleibt die Hoffnung, dass irgendwann einer von unseren Nachkommen Fragen stellt, so wie wir es heute tun. Geschwiegen wurde von vielen unserer Generation lange genug.

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„Geschichtliche Wahrheit ist nicht teilbar. Verbrechen gegen die Menschlichkeit, zumal solche, die den Umfang und das Gewicht eines Völkermordes annehmen, bleiben Verbrechen, gleichviel, von wem sie begangen werden und wer die Verantwortung dafür zu tragen hat.“

(Erster Absatz aus dem Vorwort zu „Schwarzbuch der Vertreibung“, verfasst von Ludwig Martin Generalbundesanwalt a. D. Ehrenvorsitzender der Internationalen Gesellschaft für Menschenrecht e. V.


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