Mit dem Wissen von heute…, hätte man es damals wohl anders gemacht.

Meine Mutti lebte damals (1986) nach der sogennannten „Familienzusammenführung“ (Bruder und Vater waren bereits im Westen) im Schwabenland. Ich blieb in der DDR, hatte gerade meine Ausbildung beendet und schloss mich den Initiativen der evangelischen Kirche an.

Sie warnte mich: „Gehe denen nicht auf den Leim,“ Damit meinte sie mein „Einbringen“ in die evangelische Kirche für eine Veränderung im Land. Nun, sie sollte auch hier recht behalten.

Irgendwie wusste sie schon damals, dass so etwas Ähnliches wie der Ausverkauf der DDR kurz bevor stand. Benennen konnte sie es natürlich nicht, aber sie machte deutlich, dass der „Umbruch“ nicht zufällig kam.

Ich war weder getauft, noch hatte ich mit der Kirche irgendwas am Hut, aber ich war jung und ich war ja so furchtbar schlau, und wollte die Welt verändern und am liebsten vor den „Bösewichten“ retten.., aber wer waren die eigentlich?

Die evangelische Kirche biederte sich ja förmlich an. Wir glaubten wirklich, dass wir mittels deren Unterstützung etwas „ausrichten“ können.

Ich war damals 19 Jahre alt und schon bald um eine Erfahrung reicher – der Rest sollte bekannt sein.

Ende 1988 bin ich dann auch angekommen, in einer Scheinwelt. Nichts scheint, wie es ist.

Und nun komme ich zum eigentlichen Thema … denn nichts, wirklich gar nichts auf politischer Ebene geschieht zufällig.

Es war einmal … Das Stuttgarter Schuldbekenntnis

Seit der geschichtsfälschenden Rede zum 8. Mai 1985 von Bundespräsident Weizsäcker sind Schuldbekenntnisse deutscher Politiker bei großen Ereignissen fast zur Regel geworden. Die Umerziehung ist voll verinnerlicht worden, die Sieger haben ihr Ziel erreicht: Dass viele Deutsche selbst die wahrheitswidrigen Thesen der Umerziehung übernommen haben und nun glauben.

Eines der ersten dieser verhängnisvollen und ungerechtfertigten Schuldbekenntnisse war die »Stuttgarter Schulderklärung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)« vom 19. Oktober 1945. Ohne jedes Studium von Akten oder Quellen wurde wahrheitswidrig, also im Widerspruch zum christlichen 8. Gebot, die Alleinschuld Deutschlands am Zweiten Weltkrieg behauptet.

Das Stuttgarter Schuldbekenntnis wurde am 19. Oktober 1945 unterschrieben von Landesbischof D. WURM, Landesbischof D. MEISER, Bischof D. Dr. Otto DIBELIUS, Superintendent Hugo Hahn, Pastor Hans ASMUSSEN, Pastor Martin NIEMÖLLER, Oberlandeskirchenrat Dr. Hanns Lilje, Superintendent Heinrich Held, Pastor Lic. Wilhelm NLESEL, Rechtsanwalt Dr. Dr. Gustav HEINEMANN.

Wie kam es zu dieser Stuttgarter Erklärung?

• Eine zentrale Figur war der Holländer Willem Adolf Visser’t Hooft , Generalsekretär des seit 1938 in Gründung befindlichen Ökumenischen Rates der Kirchen, der während des Zweiten Weltkrieges in Genf ein Büro des holländischen und englischen Geheimdienstes leitete. Er war also während des Krieges englischer Spitzel.

• Eine der treibenden Kräfte zu dieser Erklärung war der aus Basel stammende Theologe Karl Barth, der 1935 von seinem Lehrstuhl in Bonn in die Schweiz zurückgekehrt war. Er hatte schon 1934 erklärt, dass der damalige Kirchenkampf sich weniger gegen das NS-Regime und die Deutschen Christen als gegen den falschen Weg der Geschichte der Deutschen im allgemeinen und der evangelischen Kirche in Deutschland im Besonderen zu richten habe.

Zu dem Theologen Karl Barth möchte ich noch das Folgende hinzufügen:

Als überzeugter Sozialist und ausgesprochener Marxismusfreund kritisierte er scharf Bismarcks Reichseinigung und zog eine Linie von Martin LUTHER über FRIEDRICH DEN GROSSEN zu Adolf HITLER. Bereits 1918/19 hatte er den Novemberumbruch in Deutschland begrüßt.

Dazu schrieb er, er hoffe auf »die erfüllende geschichtliche Stunde. .., wo die jetzt verlöschende Glut des marxistischen Dogmas als Weltwahrheit neu aufleuchten, wo die sozialistische Kirche in einer sozialistischen Welt auferstehen wird«

Dieser kommunistenfreundliche, damit volksfeindliche und gegen die deutsche Einheit gerichtete Geist nahm dann langsam in der deutschen evangelischen Kirche überhand, führte zur Verdrängung des noch nationalen und volksbewussten Ratsvorsitzenden der EKD.

Der Abfall der evangelischen Kirche vom Vaterland, so der Titel einer vielbeachteten Streitschrift des Dortmunder Pastors Alexander EVERTZ, führte u. a. zur Gründung der »Notgemeinschaft evangelischer Christen“.

Bei entsprechender Recherche über die EKD (Evangelischen Kirche in Deutschland) tun sich wirklich Abgründe auf. Ich denke dabei auch an die Ostdenkschrift aus dem Jahre 1965 …, dazu aber ein anderes Mal mehr. Denn die Denkschrift macht sich mehrfach der bewussten Irreführung der Leser und der Fälschung der Geschichte schuldig.

Übrigens: Thomas Mann polterte in genau dieselbe Richtung gegen Deutschland, gegen das deutsche Volk. Ich erwähne das nur, weil man ja so oft so viel „Gutes“ über ihn liest. Nun, dem deutschen Volk war er weniger gut gesonnen. Daher blieb er zunächst in den USA, kehrte nicht nach Deutschland zurück, sondern verbrachte seine letzten Jahre in der Schweiz.

Oder oblagen seiner Entscheidung möglicherweise ganz andere Gründe? Aber, wer weiß das schon?

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Mit dem Wissen von heute…, hätte man es damals wohl anders gemacht.

Es war ja nicht so, dass wir in der DDR im Unwissen darüber waren, was den Wahlbetrug betraf. Um so überraschter hätte man also sein müssen, dass da die Kirche plötzlich um die Ecke kam, und protestierte … , zack das Sammelbecken war eröffnet. Zu diesem Zeitpunkt war mir allerdings nicht bekannt, mit welchen Absichten diese Kirchenleute tatsächlich agierten. Ich war ja schon mittendrin im Geschehen, lernte viele „Menschen“, Regime-Kritiker, Intellektuelle, Rebellen und „Revolutionäre“, kennen und wunderte mich später mit Blick in meine Stasiakte, wer so alles ein besonderes Interesse an mir hatte.

Obwohl mir die mahnenden Worte der Mutti in Bezug auf das Handeln der Kirche (egal ob katholisch oder evangelisch) im Ohr lagen, hörte ich nicht auf sie, sondern schlug meinen Weg ein.

Wer irrt, der wird die Lehren daraus ziehen. Und wer nicht hören will, muss fühlen. Das war dann auch so.

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Von »Gott segne den Führer« zum »Abfall der Kirche vom Vaterland««; Jens MOTSCHMANN U, Helmut MATTHIES (Hg.), Rotbuch Kirche, Seewald, Stuttgart 1976.

Alexander EVERTZ, Der Abfall der evangelischen Kirche vom Vaterland, Blick und Velbert-Kettwig 1965.

H, JENSSEN U. H. TREBS (Hg.), Theologisches Lexikon, Berlin (Ost) 1978, S. 3 87 (Stichwort>StuttgarterErklärung<).

Karl BARTH, »Die Kirche zwischen Ost und West«, Vortrag von 1949, in: Karl PISCH (Hg.), Der Götze wackelt, Berlin 1964, S. 137; auch in: MOTSCHMANN, ebenda


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