In „fortschrittlichen“ Zeiten verhält es sich leider so: Feiertage und Opferfeste werden vom Kultusministerium bestimmt und vertraglich festgehalten. Verrückt, oder? Gewiss lässt sich so etwas „vertraglich“ festhalten, man kann sich aber auch mit dieser Art Vertrag den Popo abputzen und so feiern, wie es uns beliebt.
Das, was wir heute „feiern“ sollen, entwickelte sich über Missionen. Deren „Lehre“ wurde über eigens dafür geschaffene Institutionen fest installiert. Weltweit schossen Missionarseinrichtungen wie Pilze aus dem Boden. Über die dort verbreiteten Lehren wurden die Menschen (oft gewaltsam) aus ihrem ursprünglichen Glauben gerissen, bekehrt zu einem anderen Glauben, der sich kontrollieren lässt.
Doch wir erinnern uns:

Im Mitsommer drängt es Mensch und Vieh hinaus auf die bunten Wiesen. Die Sommerlinden blühen und duften nach Honig, die Bienen summen, die Erdbeeren werden reif. In mystischer Teilnahme geben sich die Menschen dem Licht und der Feuerkraft hin.
Also lasst uns feiern. Ohne Vorgaben, vielmehr aus dem Ursprung heraus. Wundervolle Feste stehen uns bevor. Schon bald feiern wir Mitsommer.
Dann bricht sie an, die heilige Zeit, die 12 Tage dauert. Am 21. Juni, dem Tag der Sonnenwende, oder am Tag des heiligen Johannes am 24. Juni war es ein allgemeiner Brauch ein großes Feuer zu entzünden, zu feiern, tanzen, singen, schmausen, Holunderküchlein zu essen und nur mit einem Gürtel aus Beifuß bekleidet über die Glut von der einen Jahreshälfte in die andere zu springen.
Ursprünglich war das Sonnenwendfeuer kein Ausdruck der Angst, sondern der Lebensfreude. Sein Entfachen diente dazu, mit der Sonne, dem Lebensquell, in Resonanz zu gehen und ihr auf ihrem Höhepunkt Beistand zu leisten. Schon die Megalith-Menschen kannten dieses Fest, denn viele keltische Steinsetzungen sind so aufgestellt, dass Licht und Schatten die Sonnenwenden wie auch die Tagundnachtgleichen genau anzeigen.

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Goethes Feuerspruch:
„Brenne Fackel! Leuchte Flamme!
Geh von Hand zu Hand.
Trag den Glauben, trag die Treue
weiter durch das Land.
Vater, gib dem Sohn sie weiter,
Mutter deiner Maid!
Dass der Glauben und die Treue
leuchten durch die Zeit!
So standen in grauer Vorzeit die Ahnen,
so stand einst die Jugend auf nächtlicher Fahrt.
So stehen wir heute ‐ ein einziges Mahnen ‐
fest und geschlossen ums Feuer geschart.
Wir öffnen die Herzen, wir heben die Hände,
wir grüßen des Jahres fruchtbringende Wende,
wir grüßen des Lichtes gesegneten Lauf:
Sonnwendfeuer flamm auf nun, flamm auf!
Die Flamme lodre durch den Rauch,
Begeht den alten heiligen Brauch,
So wird das Herz erhoben.
Die Flamme reinigt sich von Rauch,
So reinig unsern Glauben;
Dein Licht, wer kann es rauben!“

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Es täte gut, die Menschen würden sich mehr mit dem alten Wissen auseinandersetzen, dann wüsste sie, wie ähnlich wir Völker uns eigentlich sind und man hätte wesentlich mehr Respekt gegenüber anderen Traditionen. Sprachen zeigen hier gut auf, wo unsere Ursprünge liegen. Und diese finden sich nicht in vertraglich festgelegten Feiertagen wieder.
Die Kirche christianisierte die alten heidnischen Mittsommer- und Sonnenwendfeiern und widmete sie dem heiligen Johannes. Wobei man vom Johannis viel mehr zu berichten weiß, das gibt es den Johanniskäfer, der in den lauen Nächten des Sommers leuchtet und über die Wiesen blinkt – es sind die elfenhaften Leucht- oder Glühwürmchen. Dann gibt es den Johannis-Morgentau, der zu Mitsommer die Wiesen glitzern lässt. Oder das Johannisbäumchen – der Volkskundler Wilhelm Mannhardt sieht darin eine deutliche Anspielung auf die Sonnenwende. Und auch die Johannesminne, oder besser das sogenannte Minnetrinken mit Met, Bier und Wein an besonders heiligen Tagen, zur Ehre und Erinnerung an einen Ahnen oder Verstorbenen, ist bei den germanischen Völkern seit vorchristlicher Zeit belegt. Achja, es gäbe noch so viel mehr zu erzählen. Es ist eben nicht nur der „heilige Johannes“