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Klara Fall: das glaube, wer mag

  • Nach Weihnachten – die zwölf heiligen Tage im Jahreswechsel

    Dezember 29th, 2024

    „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“…

    „Außer dem Lichterbaum

    im Weihnachtszimmer

    steht der riesige Lichterbaum des Sternalls vor uns.

    Er leuchtet uns auch auf dem Pfade

    zum neuen Jahr“

    (Herbert Fritsche)

    Von Wintergeistern, Raunächten, Narrenfesten, einem Heidenlärm., drei heiligen Frauen und dem Blick voraus – zum Frühlingskreis

    Es war einmal …, auf ein Wort zum Abschied des Jahres

    Heidenlärm zur Jahreswende – was hat es damit auf sich?

    Die Zeit der heiligen Nächte von Weihnachten bis in den Januar hinein ist die Übergangszeit vom alten zum neuen Jahre. Es ist eine besonders ausgezeichnete Zeit, voller geheimnisvollen, segenwirkenden, aber auch verderblichen Zaubers und deshalb erfüllt von Sitten, zu denen von der Steinzeit bis auf die jüngste Vergangenheit alle Zeiten beigesteuert haben.

    Der Jahreswechsel stellt den zweiten Höhepunkt unseres winterlichen Sonnenwendfestes dar. Am 31. Dezember wird gefeiert! Übermütig, feuchtfröhlich und ausgelassen.

    Am 6. Januar erfolgt dann der dritte Höhepunkt des Wintersonnenwendfestes: Am 6. Jänner gehen die Heiligen drei Könige von Haus zu Haus, um Segen zu bringen. Wer weiß, dass diese drei Heiligen Männer sich von den viel ursprünglicheren „drei heiligen Frauen“ abgeleitet haben? Die drei heiligen Frauen wurden im keltischen Brauchtum „ Ambeht, Borbeht, Sonnbeth“ genannt. Da sie und ihre Kraft auch durch die Christianisierung nicht verdammt werden konnten, wurden sie umbenannt in: Katharina – Barbara – Margarete. In folgendem Spruch werden sie beschrieben:

    >„Katharina mit dem Radl (stellt des Jahresrad dar)

    > Margarete mit dem Wurm (stellt den Drachen, urweibliches Prinzip, dar)

    > Barbara mit dem Turm.“

    Erst durch die Christianisierung wurde aus diesen drei starken, mächtigen Frauen, die die Gesamtheit des Universums darstellen, die zurückgehen auf die dreigestaltige Göttinnen-Verehrung, die männliche Version mit den drei Königen.

    ——————————-

    Nach der Jahreswende folgt also eine stille Zeit. Wir müssen uns einleben in das neue Jahr und einfühlen in die Befürchtungen und Verheißungen. Die im alten Jahre gestellten Schicksalsfragen haben, vor allem in der Neujahrsnacht, ihre Beantwortung gefunden. Waren unsere Fragen richtig gestellt, und sind die Antworten richtig gedeutet worden? Unter diesen Zukunftsgedanken treten wir ins neue Jahr ein und verhalten uns wartend und still.

    So sind die Menschen der germanischen Stämme zu allen Zeiten in den ersten Wochen des neuen Jahres gar still und in sich gekehrt gewesen.

    —————————-

    Zum Ende eines Jahres veranstalteten die Germanen Feuerzeremonien. Somit geht auch die Tradition des sogenannten Silvesterfeuers auf die Germanen zurück.

    An diesem Abend beginnt eine weitere Raunacht. Wohnräume und Stallungen werden geräuchert. Anschließend versammelt man sich zur inneren Rückschau. Daraufhin folgt das Abendessen. Die Zeit bis Mitternacht vertreibt man sich nach alter Sitte mit dem „Losen“, also dem Erforschen der Zukunft. Bleigießen gehörte zu den Losbräuchen und ist bis heute beliebt.

    Und warum spricht man dann vom Heidenlärm?

    Dass es an Silvester kracht, geht auf heidnische Gebräuche zurück. Feuerwerk und Glockengeläut um Mitternacht stammen noch aus dem vorchristlichen Glauben.

    Und deshalb wird viel Lärm gemacht: Der Heidenlärm soll böse Geister fernhalten, denn zur Jahreswende öffnen sich die Tore zwischen den Reichen der Lebenden und der Toten. Daher schlug man mit Schellen und Peitschen. Zudem zündete man Holzräder an, die dann über die Wege rollten, um böse Geister mit viel Licht und Krach zu vertreiben. Ungeliebte Vorfahren mit „bösem Geist“, also schlechtem Charakter, die zu Lebzeiten zum Beispiel besonders gehässig, gewalttätig oder gierig gewesen waren, sollten somit an der Teilnahme an den Feierlichkeiten und eventuellen Störungen derselben gehindert werden.

    Die Feuerfeste zum Jahreswechsel gehen auf die Germanen zurück.

    Erst im Jahr 1582 ergab sich die namentliche Assoziation des Jahresendes mit „Silvester“ (dt. Waldmensch, von lateinisch silva Wald).

    Auch wenn der Name auf einen kirchlichen Ursprung schließen lässt, reichen die Wurzeln der Jahresendfeiern viel weiter zurück. Dass wir heutzutage das Neujahrsfest mit dem Namen Silvester in Verbindung bringen, geht auf Papst Silvester I. zurück, der am 31. Dezember 335 n. u. Z. starb.

    Bekannt sind auch die ausschweifenden Feierlichkeiten mit denen die Römer das neue Jahr begingen.

    Doch das Anzünden von Feuerwerk zum Jahreswechsel hat unbestritten seine Wurzeln in germanischen Brauchtümern.

    Dem Ursprung nach, nimmt die Feier zum Jahreswechsel ihren Beginn zur Wintersonnenwende. Im germanischen Volksglauben ist das dann auch die Zeit, wenn Odin /Wotan mit seinem wilden Heer durch die Lüfte saust. Die Dunkelheit und den Schrecken der Nächte versuchte man mit Lärm und Feuer zu vertreiben.

    Später, Im Mittelalter benutzte man dann Pauken und Trompeten, in der Renaissance schoss man mit Böllern, Gewehren und Kanonen. Heute sorgen unsere Feuerwerkskörper für den Lärm, aber für ein einzigartiges Spektakel. Die ersten Feuerwerke wurden bei Hofe in die Luft geschossen. Später durfte das gesamte Volk das neue Jahr mit den Himmelsraketen begehen.

    ————————————

    Bedeutungsvoller als die Feuerzeremonien zum Jahresende und die Tage des stillen Januar, ist der Tag der Lichtmesse ab dem 2. Februar.

    Mit diesem Tage beginnen die Feiern, welche die Germanen seit der Bronzezeit abhalten, um das ihrige beizutragen, der langsam zunehmenden Kraft des Lichtes zum Siege zu verhelfen. Dabei ist nicht an die Verehrung eines Sonnengottes zu denken, sondern der Sonne schlechthin, von der alles Leben und Gedeihen aus der Erde abhängig ist.

    Seitens des Christentums wurde auch hier der Versuch unternommen, diese altheidnische ersten Sonnenfeier aus dem Gedächtnis der Menschen zu löschen, indem der Klerus selbst eine Lichtfeier an ihre Stelle setzte. In den Tempeln wurden die Kerzen vom Priester geweiht, und die Gemeinde zog Marienlieder singend um das Gebäude.

    ————————————————

    Werfen wir einen Blick voraus – der Frühlingskreis

    Doch wenn auch dieses altgermanische Sonnenfest, von christlicher Begehung überdeckt, haben sich an diesem Tag der Lichtmesse die Menschen ihren Brauch erhalten, der wohl in ähnliche ferne Vergangenheit zurückführt wird, wie die alte Sonnenfeier.

    So übte noch über eine lange Zeit in Groß-Berndten die Bauersfrau( zuweilen noch heute) den Zauber, dass sie einen Wagenreif auf den Hof legt oder auch wohl nur einen Kreis auf dem Hofe zieht und das Futter für die Hühner dort hinein streut. Dieser Brauch gibt die Gewissheit, dass die Hühner das ganze Jahr hindurch in das Nest und nicht abseits ins Heu oder Gras legen.

    —————

    Ich halte es an dieser Stelle wie Schiller, und wünsche euch keinen „guten Rutsch“, sondern vielmehr alles erdenklich Gute für das neue Jahr!

    Gut zu wissen: Der Wunsch „Guten Rutsch“ oder „Einen guten Rutsch ins neue Jahr!“ ist etwa ab 1900 im deutschsprachigen Raum zu hören. Möglicherweise geht er auf das jiddische Wort «rosch» zurück, was «Anfang» bedeutet.

    Hans Weigel schrieb in seinen Leiden der jungen Wörter (1974): »Schiller hat Goethe keinen guten Rutsch gewünscht, Liszt hat Wagner keinen guten Rutsch gewünscht, auch in den Briefen Rilkes an seine Freifrauen, Gräfinnen und Fürstinnen fehlt jede Andeutung des glückhaften Rutschens in die neuen Jahre.«

    —————————————

    Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,

    Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

    Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,

    An keinem wie an einer Heimat hängen,

    Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,

    Er will uns Stuf ’ um Stufe heben, weiten.

    Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise

    Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,

    Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,

    Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

    Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde

    Uns neuen Räumen jung entgegen senden,

    Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden…

    Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

    (Hermann Hesse)

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  • 28. Dezember: Fest der unschuldigen Kinder – sie ist immerdar: die Geschichte hinter der Geschichte…

    Dezember 28th, 2024

    Seit dem 6. Jahrhundert begeht die Kirche jedes Jahr am 28. Dezember das »Fest der unschuldigen Kinder«. Es erinnert an jenen Tag, an dem laut der Bibel König Herodes die Kinder von Betlehem töten ließ – in der Hoffnung, dabei auch Jesus zu erwischen, den er als Konkurrenten ansah (siehe Mt 2,13-23).

    Es ist ein weiterer Feiertag, der von der Kirche seit dem 6. Jahrhundert gefeiert wird, aber heute fast vergessen ist: der Tag der unschuldigen Kinder am 28. Dezember. Dieser Tag soll an die – historisch nicht belegbare – Tötung aller bis zu zwei Jahr alten männlichen Kinder in Bethlehem erinnern, welche Herodes angeordnet hatte. Der böse Herrscher, der von den Weisen aus dem Morgenland gehört hatte, dass ein neuer König geboren worden sei, fürchtete einen Konkurrenten, de ihn auf dem Thron ersetzen würde. Er hoffte, mit den grausamen Maßnahmen auch den Jesusknaben zu erwischen. Aber Jesus entkam, er befand sich inzwischen mit der heiligen Familie und ihrem Esel auf der Flucht nach Ägypten.

    Daher gibt auch diesen Brauch, an diesem Tag die Esel gut zu füttern, oder, wenn man ihnen begegnet etwas Leckeres ins Maul zu stecken.

    ————————–

    Nun zur Geschichte hinter der Geschichte:

    Herodes der Ältere („der Große“) lebte um Christi Geburt. Obwohl Herodes kein Jude war, ernannte ihn der römische Kaiser Augustus 37 v. Chr. zum König von Judäa. Mit dem Status eines Königs von Kaisers Gnaden führte er den Titel „Bundesgenosse und Freund des römischen Volkes“ (socius et amicus populi Romani) . Als überragende Herrscherpersönlichkeit führte Herodes den jüdischen Staat zu einer politisch-militärischen Machtstellung, die von den Römern anerkannt und von den Nachbarvölkern respektiert wurde. Von glühendem Ehrgeiz und krankhaftem Misstrauen besessen, beherrschte er das Land durch Spionage, Denunziation und Bluttaten. Er ließ sogar acht Familienmitglieder ermorden. Als sich die Magier nach dem neu geborenen König der Juden erkundigten „erschrak er“ und gab den Befehl zum Kindermord. Der Evangelist Matthäus, der die Begebenheit als einziger überliefert, sieht sich an das Prophetenwort erinnert: „Rahel weinte um ihre Kinder und wollte sich nicht trösten lassen, denn sie waren dahin.“ (

    Herodes trachtet dem neugeborenen Jesuskind nach dem Leben, weil er seine eigene Herrschaft bedroht sah. Als brutaler Kindermörder von Bethlehem ist er deshalb in die Geschichte eingegangen.

    Der Archetypus des Kinderfressers, der alte Saturn, findet in dieser Sage wieder einmal Ausdruck. Wir finden hier den Ursprung jenes Werkzeuges, das Kronos Saturn von da ab immer bei sich führen wird. Dieses Gerät wandelt sich dann später zu jener (größeren) Sense, die wir in der Gestalt des Todes (im Mittelalter) auf tausenden von Abbildungen vorfinden.-

    ———————————————————

    Infotafel:

    Kronos, der die Königswürde über das Göttergeschlecht der Titanen durch den Frevel an seinem eigenen Vater erlangt hatte, muß jetzt fürchten, daß einer seiner Söhne denselben Frevel an ihm begehen wird. Und er hat Angst. Er will nicht die Herrschaft verlieren. Deshalb tut er etwas ganz ähnliches wie das, was bereits sein Vater Uranos an seinen Kindern getan hatte. Er schafft die Kinder beiseite. Hatte Uranos sie noch in die finsteren Tiefen der Erde verbannt, so entscheidet sich Kronos für etwas ganz ähnliches:

    „Darum ließ er nicht ab, zu wachen und stellte den eigenen

    Kindern nach und fraß sie zu Rheas unsäglicher Trauer“

    Sobald sie auf die Welt kamen, sobald sie den Schoß der Mutter verlassen hatten, fraß er sie auf! Kronos ist jetzt wieder an der Stelle, an die ihn bereits sein Vater Uranos verbannt hatte: Unter der Erde.

    Ich erwähne diese Geschichte dazu deshalb hier so ausführlich, weil in ihr jenes Motiv deutlich wird, das dem Saturn noch 2500 Jahre später anhaften wird: Er frisst seine Kinder!

    Unser Bild zeigt, daß es einen Strang von Archetypen gibt, der durch die Jahrhunderte hindurch sich gleichsam als universales Muster durch das Leben der Menschen zieht. Dieser Strang oder dieses Bündel der Archetypen zieht sich durch die kulturellen, mythologischen, religiösen Bilder ganz ebenso wie durch die realen Handlungen und durch die Träume, Hoffnungen und Sehnsüchte der Menschen.

    Diese Archetypen nützen sich niemals ab.

    Die bisher erzählte Geschichte ist gleichsam die erste Fassung des Auftretens von Kronos-Saturn, denn Hesiod (ca. 700 v.Chr.) war der erste, der systematisch die Genealogie des griechischen Götterhimmels zusammengetragen und in seiner „Theogonie“ aufgeschrieben hat.

    Für uns ist diese Geschichte aus mehreren Gründen wichtig: Will man eine Seelengestalt zu erfassen versuchen, so hilft es, die Geschichten, die sich um ihren Hintergrund ranken, erzählt zu bekommen. Weiß man um diese Geschichten nicht, so bleiben die einzelnen Versatzstücke („Sichel“, „Kinderfressen“ usw.) blass und sind nur noch angsteinflößend.

    „Nach einem abweichenden Bericht war Kronos kein grimmiger Tyrann, sondern ein gütiger Herrscher, der in einem gesegneten goldenen Zeitalter regierte; nach seiner Absetzung wurde er Herrscher über die Inseln der Seligen im westlichen Ozean. Diese Darstellung verknüpft Kronos mit Saturn, dem römischen Gott, mit dem er gleichgestellt wurde.“

    Kronos wird damit in der Tat zu einer eigenartigen Doppelgestalt: Auf der einen Seite ein milder König, unter dessen Herrschaft Milch und Honig fließen auf der anderen Seite ein Griesgram, der seine Kinder verschlingt.

    Und wer war Herodes?

    Er war der König Judäas, aber auch Samarias und der Küstenstädte. Neben Juden waren seine Untertanen Samaritaner, Syrer, Griechen und Menschen anderer Herkunft. Sein Königtum hatte Herodes allein Rom zu verdanken, von dessen Senat er im Jahre 40 vor Christus als König eingesetzt wurde.

    Wegen ungeklärter Zuständigkeit schickt Pilatus Jesus zur Prüfung des Falles an die jüdische Autorität in Gestalt des Tetrarchen Herodes Antipas. Herodes verhört Jesus, treibt seinen Spott mit ihm und sendet ihn wieder zurück zu Pilatus, wo er endgültig zur Kreuzigung verurteilt wird.

    Unter Herodes besetzten die Sadduzäer die wichtigsten Ämter…

    Wer sind die Sadduzäer?

    Die Sadduzäer passten sich teilweise der Lebensweise der Römer an. Sie waren die mächtigste jüdische religiöse Gruppe zur Zeit von Jesus Sozial kamen sie vor allem aus der Oberschicht: Großgrundbesitzer, Tempelpriester, Höflinge, Kaufleute. Viele von ihnen waren im Hohen Rat. Sie hatten alle gemeinsam, dass sie wohlhabend waren und ihren Besitz und ihre Macht bewahren wollten.

    Jesus sprach dazumal (unter anderem in Bezug auf das Brotbacken)!:„Hütet euch vor dem sadduzäischen Sauerteig mit seiner Lehre und Lebenseinstellung“.

    ———————————————-

    Peter Orban Saturn und Die Macht des Schicksals

    Helga Maria Wolf. Weihnachten Kultur & Geschichte. Wien – Köln – Weimar 2005)

    Wolf Dieter Storl- Magie der Sonnenwenden

    (Grant und Hazel: Lexikon der antiken Mythen und Gestalten, München 1980, S. 252)

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  • Sankt Stephanus (26. Dezember) – von Freyr dem Fruchtbarkeitsgott, einem Gott des Friedens, von Sitten und Bräuchen und einem Trinkgelage

    Dezember 26th, 2024

    Was hat es wohl auf sich, mit diesem Tag, und mit einem Trinkgelage, dass oft scherzhaft „Stephans Steinigung“ genannt wird? Dazu müssen wir ein wenig im Geschichtsbuch blättern, und dort auf alte Schriften zurückblicken.

    Stephanus gehört zu den ersten Christen und lebt in Jerusalem. Er ist ein Mann, über den sich viele Juden ärgern. Denn er hält wenig vom Tempelkult und einer sklavischen Befolgung der Tora. Stattdessen verkündet er die frohe Botschaft Christi.

    Sein Bekenntnis wird ihm zum Verhängnis

    So gewinnt Stephanus viele Juden für die christliche Urgemeinde – und zieht den Zorn der Juden aus der Synagoge auf sich. Sie berufen schließlich eine Volksversammlung ein, vor der er sich verantworten muss.

    In einem Heiligenbuch heißt es: „Nun hält Stephanus eine glänzende Rede vor dem Hohen Rat. Er beschämt darin auch die geschultesten der gelehrten Gesetzeslehrer. Er beweist ihnen die Halsstarrigkeit des auserwählten Volkes, das die Gnadenführung Gottes nicht erkannt hat“

    Stephanus gibt vor dem Hohen Rat die ganze Geschichte des Volkes Israel wieder – von den Patriarchen über Moses bis zu Jesus. Seine Rede ist einer der längsten Monologe, der in der Bibel zu finden ist.

    Wegen seines Bekenntnisses zu Jesus wurde Stephanus vom Hohen Rat (Sanhedrin) zum Tod durch Steinigung verurteilt. Die Vollstreckung fand außerhalb des Tores der Stadt Jerusalem statt. Er ist somit der erste Märtyrer, der Erzmärtyrer.

    Im frühen Mittelalter wurde sein Tag mit Völlerei und Trinkgelagen – der sogenannten Stephansminne – gefeiert.

    Karl der Große schritt ein und verbot das maßlose Zechen, allerdings mit wenig Erfolg.

    Der Völkerkundler Lutz Mackensen schriebt dazu: „Es war also damals verbreitete Sitte, den Namen Stephan beim Trunk. ja sogar in der Trunkenheit auszurufen. Wir haben hier die ursprüngliche Form des christianisierten Minnetrunks vor uns, wie er aus vorchristlicher Zeit bekannt und beliebt war: Beim Gelage wurde das Gedächtnis eines besonders in Ansehen stehenden Heiligen (statt des einstigen Gottes) getrunken“.

    Das Gelage zu Ehren des heiligen Stephanus führt die zur Julzeit gefeierten Sauforgien der Wikinger und anderer Heiden weiter.

    Die Frage ist, welcher Gottheit das Trinken vorher geweiht war. An diese Stelle tritt nun der dritte der großen Götter des Nordens „Freyr“.

    Er gehört zu dem friedlichen Göttergeschlecht der zaubermächtigen Wanen und waltete als Himmelsgott über Regen und Sonnenschein und damit über den Pflanzenwuchs auf der Erde. Er ist ein Gott des Friedens, der sein Schwert abgibt und – zur Julzeit – keine Waffen duldet. Daher wurde er auch geliebt von Göttern und Menschen, und man rief ihn um Frieden und Wohlstand an.

    Seinen Anhängern erschien Freyr als ein schöner Jüngling, hoch zu Ross. Ein prächtiges Schwert war um seine Lenden gegürtet, ein Helm von einem goldenen Eberbilde überragt, überdeckte sein Haupt. Zu Beginn des Frühlings wurde sein Bild wie das der Nerthus in Deutschland durch die Lande gefahren, eine Priesterin hatte neben dem Gotte Platz genommen und lenkte den Wagen. Man glaubte, dass der Gott auf seinem Umzuge die Erde aus seinem Winterschlaf erwecke und zu neuer Fruchtbarkeit segne.

    Mit der Christianisierung wurde Freyr durch Stephan, den Schutzpatron der Kutscher und Pferdeknechte, ersetzt. Den Überlieferungen nach wurde Stephanus (wie oben beschrieben) gesteinigt, und so wurde er auch der Schutzpatron der Maurer.

    Sitten und Bräuche bis zum heutigen Tag:

    In dem heiligen Erzmärtyrer lebt er als Pferdepatron weiter. Und daher findet mancherorts am 26. Dezember der sogenannte „Stepahnus-Ritt“ statt, ein Umritt über Feld und Flur mit kirchlichem Segen. Oder man ritt wie in Kärnten im Levanttal zwölf oder fünfzehnmal um die Kirche herum um die Wette.

    Auch werden vielerorts immer noch die Pferde von den Priestern im Kirchhof an dem Tag gesegnet , und auch der Hafer, den die Rosse so gerne fressen, erhält den priesterlichen Segen.

    In den (ehemaligen) östlichen Provinzen Deutschlands und in Teilen Polens werden Geistliche am Stephanstag, in Erinnerung an die Steinigung des ersten Märtyrers, mit Erbsen beworfen.

    Außerdem wurden an diesem Tag die Pferde zur Ader gelassen, das Lecksalz gebenedeit und ein Zweig Kreuzdorn in die Tränke gelegt.

    An dem Tag des heiligen Stephanus wird auch das Wasser geweiht und in heilendes „Stephanus-Wasser“ verwandelt; dass auch den Rossen zugute kommen.

    Auch Flaschen mit weißem und rotem Wein, den Gläubige in die Kirche bringen, erhalten den kirchlichen Segen, schließlich ist er wichtig für die Stephansminne.

    ——————————–

    Quelle

    Wolf Dieter Storl – Magie der Sonnenwenden

    Walhall die Götterwelt der Germanen – Doepler & Ranisch

    Giebel Marion – das Geheimnis der Mysterien

    Klein Diethard H – Wetterregeln, Bauernweisheiten und alte Bräuche

    Nemenyi Geza – Götter, Mythen und Jahresfeste.

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  • Noch ein paar Gedanken zur Weihnachtsgeschichte

    Dezember 25th, 2024

    Bevor wir mit der Nase in den gut gefüllten Töpfen schnuppern, den Duft der Plätzchen in der Nase genießen, oder uns eben all der Annehmlichkeiten der Weihnachtstage gütlich tun, möchte ich euch allen ein besinnliches und schönes Fest wünschen, sowie bezaubernde Raunächte.

    …., und damit auch gleich noch einmal zur eigentlichen Weihnachtgeschichte überleiten.

    Ganz gleich, wie ihr diese Tage zelebriert, wichtig ist nur, dass ihr euch stets des Ursprungs dieser bewusst seid. Etwas, was über Jahrhunderte hinweg in die Köpfe der Menschen gemeißelt wurde, um sie von ihren Wurzeln zu trennen, lässt sich nicht einfach so wegpusten. Doch nur, wer sich seiner Vergangenheit und seiner Wurzeln gewahr ist, wird in diesen gegenwärtig eher unruhigen Tagen und trotz der desaströsen politischen Zustände bestehen können.

    In den frühesten schriftlichen Belegen ist von „ze wihen nahten“ oder „wihe naht“ die Rede. Der erste Teil des Wortes geht auf das germanische „wisja“ oder „wiha“ zurück, was soviel wie „heilig“ oder „geweiht“ bedeutet.

    Die frühen Christen haben gar kein Weihnachten gefeiert, bis die Kirche im 4. Jahrhundert den 25. Dezember zum Feiertag erhob gegen den rivalisierenden Kult des Sonnengottes. Im Laufe der Jahrhunderte veränderte sich das Fest genauso wie seine Gabenbringer, vom Heiligen Nikolaus und dem Christkind bis zum amerikanisierten Weihnachtsmann.

    Zum 26. Dezember, dem Sankt Stephanus Tag, wie auch zum 28. Dezember, dem „Tag der unschuldigen Kinder“ schreibe ich später noch etwas.

    An dieser Stelle möchte ich gar nicht so weit ausholen. Daher nur eine kurzer Überblick zum ursprünglichen Charakter des Weihnachtsfestes.

    • Da ist der Baum als immergrünes Wesen für die Unsterblichkeit des irdischen Lebens. Die immergrüne Tanne bietet sich ja gerade im Winter als Symbol der Hoffnung auf einen neuen Frühling an.

    • Das Schmücken von Bäumen ist vielen indigenen Wald-Religionen bekannt. So stimmt auch dieser germanische Brauch bis heute mit unserem heutigen Schmücken des Weihnachtsbaumes überein.

    • Wenn wir vom historisch-germanischen Weihnachten sprechen, meinen wir die weihevolle Nacht, in welcher von der germanischen Erd- und Himmelsgöttin unseres Kulturkreises, – die je nach Region Hulda/Huldr/Holda/Holle oder Perchta heißt zur Wintersonnenwende das Sonnengottkind Balder wiedergeboren wird-

    • Mit Jesus überdeckte der Klerus die alljährliche Wiedergeburt des Sonnenkönigs Balder, die weihevolle Nacht.

    • Wenn es im Lied heißt, „uns ist ein Kindlein geboren“, so ist damit in verdrängter Wahrheit das Sonnengottkind unserer Erd- und Himmelsgöttin Hulda/Huldr/Holda/Holle/Perchta gemeint.

    ————————–

    Und nun wieder hin zu den herrlichen Düften und Bräuchen:

    „Rauch von Holz und Harz liegt in der Luft

    ich atme ein den verlockenden Duft

    Yulezeit ist da, Yulezeit ist da

    Im tiefsten Winter, so einsam die Nacht

    die Sonne wendet und Balder erwacht

    Stellt das Sonnenrad auf, stellt das Sonnenrad auf

    Der Tannenbaum in seiner Pracht

    Der Yuleast lodert hell durch die Nacht

    Stimmungsvolle Ruh, stimmungsvolle Ruh

    Das Licht am Himmel die Hoffnung bringt

    und Tor wild seinen Hammer schwingt

    Kraft fürs kommende Jahr, Kraft fürs kommende Jahr

    Frey und Freyas Sinnlichkeit

    bringt Liebe, Lust und Fruchtbarkeit

    Leben wird weitergehn, Leben wird weitergehn

    Oh, Wintersonne, das Fest für Sie

    Met, Korn und das Blut, unsere Gaben an Sie

    Auf ewige Wiederkehr, auf ewige Wiederkehr“

    (Hagalaz Runedance: Das Fest der Wintersonne (ein Weihnachtslied)]

    Nach unserem Julblót nehmen wir die neue Flamme in dem Windlicht mit rein und zünden alle Lichter samt Kaminfeuer an. Bevor wir uns zu Tisch setzen, tragen wir eine aromatisch duftende und zugleich reinigende Räucherung aus heimischen Kräutern, Hölzern und Harzen durch unser Haus.

    Die Kerze des Julleuchters leuchtet als Zeichen der Wiedergeburt des Lichtes. Am frühen Morgen, nach der Begrüßung der Sonne, bietet sich ein üppiges Frühstück an, wobei man für die Ahnen symbolisch den Tisch ebenfalls deckt.

    ——————————

    So lässt es sich nachlesen:

    „Im 4. Jahrhundert hat Papst Julius I. den 25. Dezember in tatsächlicher Unkenntnis des Datums (von Jesu Geburt; V. Wagner) diesen Tag als Geburtstermin Jesu festgesetzt (!) Er gab damit dem alten Sonnenwendfest – das nach dem julianischem Kalender am 25. Dez. gefeiert wurde – ein christliches Fundament indem er die Daten vom Sonnengott Sol-Invictus und Jesus parallelisierte. Wenn man bedenkt das sich aus der Bibel keine Daten zum Geburtstermin extrahieren lassen, ist einsehbar das diese Parallelisierung von römischer Sonnenwendfeier und Jesusgeburt ein politisch – religiöser Schachzug war.“

    „Der ‚Osservatore Romano‘, das amtliche Blatt des Vatikan, sprach noch 1935 von der ‚heidnischen Mode des Weihnachtsbaumes, eines Überbleibsels alter Naturgebräuche‘, und trat für die Abschaffung des nordischen Brauches ein.“

    Es war Goethe, der den Baum mit „Wachslichtern, Zuckerwerk und Äpfel“ im „Werther“ in die deutsche Literatur brachte.

    Erst Mitte des 19. Jahrhunderts akzeptierte die katholische Kirche den Weihnachtsbaum und fügte ihn mit der Krippe zu dem christlichen Weihnachtssymbol zusammen. Zwar gibt es schon von 580 u.Z. ein kirchliches Verbot, nach dem es zu unterlassen sei, „mit dem Grün der Bäume die Häuser zu umgeben oder zu bekränzen“.

    Noch ein paar Gedanken:

    Die relativ kurze Zeit, in der am Heilgen Abend die Wachskerzen am Lichterbaum brennen und die Glaskugeln funkeln, ist tatsächlich magisch, eine Berührung mit der Ewigkeit.

    Ich denke nicht, dass diese Zeit nur einer Heuchelei gleich kommt. Ganz gleich ob man Christ, Heide, Agnostiker oder Atheist ist, man spürt, das Weihnachten eine ganz besondere Zeit, die uns tief in der Seele berührt. Es ist ein kosmisches Ereignis, ein Wendepunkt im Sonnenlauf, den auch unsere Tiere und Pflanzen wahrnehmen.

    Und auch das ist schön zu wissen: Die Spitze des Weihnachtsbaumes repräsentiert den Nordstern, den Polarstern, um den sich scheinbar der ganze große Sternenhimmel dreht, und die golden leuchtende Sonne am Weihnachtsbaum steht für die Hoffnung auf die Wiederkehr des Lichts.

    „Nun tragt ins Zimmer mir herein den grünen Tannenbaum.

    Ich möchte einmal träumen

    noch den süßen Weihnachtstraum.“ (Therese Keither)

    „Außer dem Lichterbaum

    im Weihnachtszimmer

    steht der riesige Lichterbaum

    des Sternenalls vor uns.

    Er leuchtet uns auf dem Pfade zum neuen Jahr“ (Herbert Fritsche)

    Heil und Segen euch allen in dieser besonderen Zeit.

    —————————————

    Quelle

    Wolf Dieter Storl – Magie der Sonnennwenden

    Herbert Fritsche – Sinn und Geheinnis des Jahreslaufes

    Frazer, James George Der Goldene Zweige

    Giebel Marion, Das Geheimnis der Mysterien

    Haerkötter Gerd und Marlene – Das Geheimnis der Bäume

    Nemenyi Geza, Götter. Mythen Jahresfeste

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  • Sterne am Himmel – von einem ganz besonderen Stern, von Wissen und Gespür, und alten Geschichten zum „Weihnachtsmann“…

    Dezember 25th, 2024

    Gleich am 20.12. als wir uns auf den Weg zur Sonnenwendfeier machten , und wir an unserem ersten Übernachtungsplatz angelangt waren, strahlte er in hellem Glanz auf uns herab, der sogenannte Hundsstern, auch Sirius genannt.

    Ein bisschen was konnte ich herausfinden, zu diesem Stern mit einer heiligen Vergangenheit.

    Die heiligen Sterne kannten die Indianer als Großen Schwarzen Stern, Gelben Stern, Roten Stern und Weißen Stern. Die genaue Identität dieser Sterne ist heute ungewiß, weil überliefertes Wissen der Skidi-Pawnee-Kultur in den vergangenen beiden Jahrhunderten verloren ging.

    Einige Astronomen glauben, dass es sich bei dem Weißen Stern um Sirius handelt.

    Die Skidi-Pawnee-Indianer aus den Great Plains Nordamerikas haben in Sirius einen Gott gesehen. Ihre Schöpfungsgeschichte erzählt von dem allmächtigen Tirawahat, der das gesamte Universum verkörpert. Er soll vier helle Sterne geschaffen haben, die den Himmel tragen und die heiligen Himmelsrichtungen anzeigen sollten – Nordosten, Nordwesten, Südosten und Südwesten. Diesen Sternen gab er die Macht, Menschen zu schaffen und ihr Wissen und Gespür weiterzugeben.

    Für uns ist und bleibt es der helle Stern mit der heiligen Vergangenheit. Während der Nacht zieht er tief über den südlichen Himmel. Am 20.12. haben wir auf einem unserer Lieblingsplätze an der Weser übernachtet, – der Himmel war übersät von Sternen, es schien, als wolle der Hundsstern als hellster Stern, uns etwas mitteilen. Doch es war furchtbar stürmisch an diesem Abend und auch Regen setzte ein, der immer stärker wurde. Und so verkrochen wir uns in unseren Bert und nahmen wenigstens noch den Schein der Sterne wahr. Es war schon ein bisschen magisch, mystisch, ja, sie wirkten auf uns, wie Besucher aus einer anderen Welt.

    Nicht zu vergessen, dass sich die alten Völker stets nach den Sternen richteten. Sie haben ihre Pyramiden angeordnet wie den Gürtel (Sternenbild) des Orion. So wie die Pyramiden von Gizeh. Sie waren in der Lage das Sternendbild zu kartographieren. Dazu aber ein anderes Mal mehr.

    Die Wahrnehmung ist bei den Menschen dahingehend ganz unterschiedlich, aber an ihrer Faszination verlieren die Sterne nichts.

    Selbst der „moderne Weihnachtsmann“ lässt sich darauf zurückführen.

    Auch dazu haben wir noch einiges Interessante aufgespürt.

    Bei Wolf Dieter Storl in seinem Buch „Die Magie der Sonnenwenden“ heißt es: „Auch der Weihnachtsmann ist ein Urbild, abgesehen davon, dass die Kirche ihn in der Gestalt des heiligen Nikolaus vereinnahmt hat. Er ist der archetypische fliegende Schamane, wie man ihn schon mindestens seit de jüngeren Altsteinzeit kennt. Die Mammut,- Rentier- und Büffeljäger lebten in mit Tierfellen überdeckten Grubenhäusern, oder Zelten, ähnlich des Tipis der Prärieindiander, oder in abgewandelter Form, ähnlich den Jurten der zentralasiatischen Nomaden. Die Rauchöffnung an der Spitze des Zeltes galt als Ein-oder Ausgang der Geister. In Sibirien galt der aufsteigende Rauch aus der Feuerstelle als der Weltenbaum, der zwischen Himmel und Erde vermittelt und auf dem Schamanen und Geister auf-und absteigen.

    Das mit Lederplanen bedeckte konische Zelt galt als Abbild des Kosmos. Wir bewahren diese Vision immer noch in der Sprache: Wir sprechen von dem Himmelszelt. Die kleinen Löcher in der Lederplane, durch die das Licht hindurchscheint, erinnerten an die Sterne, das Loch ganz oben, durch das der Rauch abzieht, galt als der Nordstern (Polaris), um den sich – von der Erde aus gesehen – der ganze Sternenhimmel dreht. Durch dieses Rauchloch flogen die Seelen der Schamanen in die Welt der Geister. Die Geistwesen benutzten ihrerseits das Rauchloch als Eingang in den Lebensraum der Menschen. Dieses Bild hat die Zeit überdauert.“ (1)

    Und auch das sind unsere Sterne: All die Menschen, die von uns gegangen sind.

    Was gibt es wohl Schöneres, als sich während dieser von der Kirche verordneten „Weihnachtszeit“, auf all das Ursprüngliche, auf unsere Ahnen zu besinnen, und mit ihnen Verbindung aufzunehmen? Gerade in der Zeit zwischen Samhain und Julfest sind wir ihnen ganz nah.

    ——————————

    Und was ist nun mit Sirius, dem sogenannten Hundsstern? Ich bin mir sicher, dass die Menschheit eine alte, geheimnisvolle Verbindung mit ihm hat. . Er ist mehr als zwanzigmal so hell wie unsere Sonne und ist doppelt so massereich. In der Nacht ist Sirius der hellste Fixstern am Himmel und seit Anbeginn der Zeiten hat er mit seinem blau-weissen Glanz, der Sternenbetrachter mit Erstaunen erfüllt. Kein Wunder, dass Sirius von praktisch allen Zivilisationen verehrt wurde.

    Mysterienschulen halten ihn für die „Sonne hinter der Sonne“ und daher für die wahre Quelle unserer Sonnenkraft. Während die Wärme unserer Sonne die physische Welt am Leben erhält, so hält Sirius die geistige Welt am Leben. Er ist das „echte Licht“ im Osten, das spirituelle Licht, während die Sonne die physische Welt erhellt, welche als eine grosse Illusion gilt.

    Das in-Verbindung-bringen des Sirius mit dem Göttlichen, und auch, dass er als die Heimat der „großen Lehrer“ der Menschheit betrachtet wird, ist nicht nur eingebettet in die Mythologie einiger primitiver Zivilisationen, sondern ist eine weitverbreitete Überzeugung, die bis heute überlebt hat.

    Aber auch dazu an anderer Stelle mehr. Das Wissen darüber, würde jetzt den Rahmen sprengen.

    (1) auszug aus „Magie der Sonnenwenden“ Wolf Dieter Storl S. 111. )

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  • Eindrücke Wintersonnenwende 21.12.2024 – Opfermoor /Vogtei Thüringen

    Dezember 23rd, 2024

    Um 10.21.Uhr stand die Sonne am niedrigsten.

    Heil und Segen zur Sonnenwende – hier lasse ich dann am Ende Bilder sprechen.

    Und so geht es weiter: Zunächst mit unseren Wünschen zur ersten Raunacht., aber auch mit der Möglichkeit unseren Ballast, das was uns besonders belastet, loszulassen. Dazu bekamen wir ein Scheit Holz und Kohle zum draufschreiben. Was soll man sagen, in Tagen wie heute: Da fand sich einiges Interessantes an Ballast “ im Feuer…

    Dann wurde das Brot gebrochen. Einen Teil für uns, der andere Teil kam für unsere Götter ins Feuer

    Die Kinder haben die Bäume und Hecken schön geschmückt für die Tiere des Waldes.

    Wir haben noch schöne Gedichte gelesen, gesungen, getanzt und am Feuer andächtig verweilt.

    Gestern haben wir mit dem Feuer die bösen Geister ausgetrieben, wir haben dem Feuer unsere Wünsche und Lasten übergeben,… und dann besuchten wir unseren Kaiser. Wir trafen ihn wie immer auf dem

    Kyffhäuser:

    Der Tag danach: Da sitzen wir nun, in Eintracht mit unserem Kaiser.

    Wir haben aber auch ein ernstes Wörtchen mit ihm geredet, und gefragt, was wohl noch alles passieren soll, bevor er aufwacht und sich endlich“auf den Weg macht „..?

    „Verwittert, zerbröckelt, zerfallen Ragt droben das alte Gestein, Die moosigen Trümmer umzittert Des Mondes gespenstiger Schein.

    Und ruhlos umflattern Gestalten Den Turm in der stillen Nacht, Laut krächzende Raben, sie halten Beim Throne des Kaisers die Wacht.

    Tief drunten mit treuen Vasallen, Da sitzet der Herrscher so bleich, Und wehklagend zieht durch die Hallen Der Schatten vom deutschen Reich.

    »Erheb dich, du tapferer Ritter, Ergreif dein gewaltiges Schwert, Damit es im Schlachtengewitter Wie einst alle Feinde verheert!

    Noch ist ja dein Ruhm nicht verklungen, Noch rollet ja feurig dein Blut Hat selbst doch den Marmor bezwungen Des Bartes gewaltige Flut!«

    »Es konnte mein Bart wohl bezwingen Im Laufe der Jahre den Stein, Wie soll ich mein Schwert aber schwingen, Ich deutscher Mann ganz allein?

    O schließe die Augen auf immer, Du Wand’rer in altdeutschen Gaun, Die Trümmerwelt wirst du wohl nimmer Als einiges Ganze erschaun! Kein Strahl wird die Nacht dir erhellen, Obgleich dies die Sage verheißt. Dein Hoffen muß ewig zerschellen An Deutschlands uneinigem Geist!«

    (E. Marlitt (1825 – 1887), Pseudonym für Friederieke Henriette Christiane Eugenie John, deutsche Schriftstellerin)

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  • Vom Thomastag, den Feiern zur Sonnenwende und dem Sonnenkind

    Dezember 19th, 2024

    Am Freitag machen wir uns wieder auf den Weg zu den Kult- und Opferstätten, die an die Glaubensvorstellungen unserer Vorfahren erinnern. Wir feiern die Wintersonnenwende.

    am 21. Dezember!

    Von da an, sind es noch 12 Tage, und es scheint als stehe die Sonne still. Mit dem Tag der Sonnenwende beginnen dann auch die Rauhnächte, eine Zeit des Wünschens und der Hoffnung auf gute Zeiten im nächsten Jahr. Ebenso wird in Haus und Hof nun wieder ausgiebig geräuchert, um Mensch und Tier, Hab und Gut zu beschützen und Dämonen zu vertreiben Überall duftet es nach heilbringenden Kräutern wie Beifuß, Wacholder, Mariengras oder Tannenharz. Wir zünden die Lichter an und manch einer hängt den Wintermain, den ursprünglichen Weihnachtsbaum auf. Bei uns steht er wie jedes Jahr fest auf dem Boden.

    Die längste Nacht, und der kürzeste Tag… In ganz Europa sind Thomastag und Wintersonnwende mit einer Reihe von überlieferten Volksbräuchen verbunden.

    Bevor wir aber nun zu den Bräuchen kommen…, was wissen wir eigentlich über den Thomastag? Nun, man sagt, dieser Tag soll der Todestag des Apostels und „Jüngers Jesu“ gewesen sein. In früheren Zeiten war der Thomastag noch lange wichtig, besonders auf dem Land und in den katholisch geprägten Regionen. So wurde in Bayern und Tirol auf den Höfen am Thomastag die „Mettensau“ geschlachtet, das Schwein, das nach der Messe am Heiligen Abend und in den Weihnachtstagen verspeist wurde. Man freute sich ganz besonders auf diesen Schweinebraten, denn die vorangegangen Adventszeit galt als Fastenzeit.

    Einer alter Bauernspruch lautet:

    „Thomas dreht die Stund‘ um“

    Am Thomastag werden auch Haus und Hof gereinigt und aller Schmutz mit einem Birkenreisigbesen weggefegt. Außerdem spricht man davon, dass in der dunkelsten Nacht des Jahres viele unsaubere Geister unterwegs sind, die sich gerne in Schmutz und Unrat verstecken.

    Schließlich wurden sogar die Silbermünzen gewaschen, damit man für das ganze Jahr genug Geld hat.

    Ihr lest schon, viel Aberglaube begleitet die Thomasnacht. Selbstverständlich wurde auch orakelt. Besonders für Liebesorakel war es eine gute Zeit. So konnte in Deutsch Böhmen ein Mädchen für ein Orakel in den Obstgarten gehen und einen Pflaumenbaum schütteln. Dabei sprach sie:

    „Zwetschgenbaum, ich schüttle dich, wo wird a Hunderl bellen, wird si mei Liebster mell’n.

    Und nun noch kurz etwas zu den Bräuchen der Sonnenwendzeit: Die Germanen schlachteten ein Wildschwein und verspeisten es zu Ehren Freyrs. Noch immer gehören Schinken, Schweinesülze, in England boars head und in Skandinavien das Jul-Schwein, zum Weihnachtsfest. Auch das Glücksschwein aus Marzipan, das man gegen Ende dieser Sonnenwendfeiertage, am heutigen Neujahrstag, verschenkt, geht auf diesen Brauch zurück.

    Die meisten Naturvölker feierten die Sonnenwendzeit mit närrischen Winterfesten, die sich über mehrere Tage hinzogen.

    Ja, es scheint, als stehe die Sonne in dieser Zeit still. Die Römer nannten diesen Stillstand „solstitium“ – sol = Sonne / sistere „ anhalten, stillstehen.

    Und was machen wir an diesem Tag? Wir feiern die längste Nacht und den kürzesten Tag wie in den vergangen Jahren am Opfermoor , schlürfen dort köstlichen Glühmet, folgen dem fröhlichen Treiben und dem Tanz der Frau Holle, brechen das Brot als Opfergabe und erfreuen uns am lodernden warmen Feuer.

    Gestern stellte man mir die Frage, ob ich denn nicht die Geburt Jesus feiere?

    Dazu sollte man wissen, In der dunkelsten, tiefsten Nacht des Jahres, der Mutternacht (angelsächsisch: modraniht), wird das Sonnenkind unter dem Weltenbaum wiedergeboren. Wagenräder, Spinnräder, Mühlräder und alle anderen Räder mussten in dieser heiligen Zeit stillstehen.

    Erst am Ende der zwölf heiligen Tage stößt der goldborstige Eber (germanisch: Gullinborsti) – er war das Tier des gütigen Freyr, des altgermanischen Gottes der Fruchtbarkeit – das Jahresrad wieder an und setzt es dadurch in Bewegung.

    Die Wintersonnwende, war den Waldvölkern, den Kelten, Germanen, Slaven und Balten, so wichtig dass sie nicht davon lassen wollten. Die Kirche hatte keine Wahl, als wie die Geburt Jesu in die Sonnwendtage zu verlegen.

    Bis ins 4. Jahrhundert feierten die Christen den Geburtstag ihres Heilands Jesus überhaupt nicht, für den Kirchenvater Origenes (187-253) galten Göttergeburtstage als heidnisch und verachtenswert. Außerdem glaubte man, dass Jesus irgendwann in Frühling geboren sei. Das Fest der unbesiegbaren Sonne verschmolz bei den Römern mit dem Fest des Mithras, einem Lichtgott, von dem es hieß, er sei am 25. Dezember von einer Jungfrau in der Höhle geboren worden

    In den Evangelien gibt es keine genaue Zeitangaben über die Geburt Christi, abgesehen von der vagen Formulierung „als Quirinius Statthalter in Syrien war“. Erst im Jahr 217 nach Christi Geburt hat der damalige Papst Hippolytus den 25. Dezember als Festtag der Geburt Jesu festgelegt – also genau zu jener Jahreszeit, da in Rom das Saturnalien genannte Winterfest gefeiert wurde

    Die Saturnalien waren ein ausgelassenes Faschingsfest, doch im römischen Vielvölkerreich, das das Hauptverbreitungsgebiet des frühen Christentums war, feierten auch noch andere Glaubensrichtungen zu dieser Zeit: etwa im Süden die Ägypter das Fest der Isis und der Geburt des Lichtgottes Horus, oder im Norden die Kelten und Germanen die Wintersonnenwende und damit die Wiedergeburt der Sonne – diese Feste wollte die damalige Kirche kanalisieren, indem sie die Geburt Jesu als Ankunft des wahren Lichtes deutete.

    Schließlich setzte Papst Liberius im Jahr 354 n. u. Z. den 24. Dezember als den offiziellen Geburtstag des Heilands fest.

    Und bevor wir uns nun den schönen Ritualen der Sonnenwende zuwenden, erinnern wir uns an ein schönes, altes deutsches Volkslied zur Mutternacht:

    „Weißt du dass sich Sterne neigen in der heil’gen Mutternacht? Dass der Saft quillt in den Zweigen, nicht einmal die Steine schweigen, selbst das Eis im Strome kracht.

    Weißt du, dass die Tiere flüstern, in der heil’gen Mutternacht? Dass im Wald die Tiere flüstern und in allen Erdgeschwistern eine neue Welt erwacht.

    Also musst auch du dich neigen, in der heil’gen Mutternacht. Gott gibt sich auch dir zu eigen, lässt auch dir die Sonne steigen, hat auch dich und mich bedacht.“

    (Thilo Scheller 1893-1979)

    Wir wünschen euch eine wundervolle Sonnenwendfeier, und natürlich hoffen wir auf gutes Wetter. Mögen uns die Götter wohl gesonnen sein.

    Heil und Segen!

    —————————

    Quelle /Literaturverweise

    Altes Wissen /Rituale im Jahreskreis

    Wolf Dieter Storl Magie der Sonnenwende

    Das Geheimnis der Mysterien Giebel Marion

    Richardt William Bauer: Calender for aarene fra 601 til 2200 efter Christi fødsel. Dansk Historisk Fællesråd (Neuauflage 1993), Kopenhagen 1968,

    • Raabe, Lis: Alte Weihnachtsbräuche aus deutschsprachigen Ländern. München 1984.

    • Peters, Christiane: Schweden- Verwunschene Wälder, verzauberte Seen. Norderstedt 2008.

    • Schmale, Kerstin: Sankt Martin, Nikolaus & Co. Mit Kindern Wintertage feiern und gestalten. Ostfildern 2003.

    Ein paar Gedanken zur Weihnachtsgeschichte
    Wintersonnenwende, Julfest und mit 13 Wünschen durch die Rauhnächte

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  • Bald ist heilige Nacht, geweihte Nacht – wir feiern den Geburtstag der unbesiegbaren Sonne, und wir erinnern uns:

    Dezember 17th, 2024

    Es ist wichtig, dass die Generationen nach dem Krieg, also Enkel und Urenkel in bisweilen mühsamer Kleinarbeit den Versuch unternehmen, die Biografien ihrer Groß- und Urgroßeltern wiederzubeleben. Sie sind neugierig nach mehr Verständnis über eine Vergangenheit, die sie selbst zwar nicht erlebt haben, die jedoch einen Teil ihrer Gefühle und Identität bestimmt.

    Schon bald sitzen die Menschen in Eintracht, friedlich in ihrem warmen Stuben, die Kerzen brennen am Lichterbaum, die Pyramiden drehen sich munter mitsamt Steigern, Rehen und Fichten, aus den „Räuchermännlein“ qualmen große, nach Wald duftende Rauchwolken

    Das war nicht immer so. Denn unsere Eltern, Großeltern, und Urgroßeltern haben diese Zeit noch ganz erfahren müssen. Und doch haben sie uns über diese schweren Zeiten hinaus so viel gegeben, und so viel an Wert hinterlassen.

    Die Art des Gebens, ist wichtiger als die Gabe selbst.

    Unsere Generation heute, ist sich nicht bewusst darüber, was die Generationen vor ihnen bewältigt und geschaffen haben, was sie uns gegeben und hinterlassen haben, damit wir ein gutes Leben führen können.

    Unsere Vorfahren haben nicht aufgegeben, sie haben gelitten, gekämpft und wieder aufgebaut. Viele haben ihr Mut und ihre Tapferkeit mit dem Tod bezahlen müssen. Ihre Art des Gebens galt ihrem Volk, dem Land und der Heimat, und all den Generationen, die ihnen folgen sollten. Nicht nur, dass diese Tatsache nur den Wenigsten der heutigen Generation bewusst ist. Nein. Es ist viel schlimmer. Sie schämen sich für eine Vergangenheit, die sie nur vom „Hören sagen“ kennen / kennengelernt haben. Allerdings nicht von den Menschen, die es tatsächlich erlebt haben.

    Wie das? Wie ist so was nur möglich? Nun ganz einfach: Schaut, was in den Schulen gelehrt wird. Schaut, was im Fernsehen rauf und runter läuft, Schaut, welche Bücher in den Regalen stehen, schaut, auf das Treiben auf politischer Ebene : „Unsere tägliche Propaganda gibt uns heute“. 10 Mal gesagt, wird’s auch geglaubt. Eine Tragödie.

    Nur gut, dass so mancher von uns die Berichte, Briefe, Tagebücher. Niederschriften unserer Erlebnisgeneration aufbewahrt hat. Sonst wäre man den Lügen, die uns alltäglich aufgetischt werden, gnadenlos ausgeliefert.

    Wir erinnern uns: Mitte Dezember, vor 79 Jahren stand das Reich im sechsten Kriegsjahr und mit dem Rücken zur Wand.

    Die Kräfte waren für das kühne, allzu hoch gesteckte militärische Ziel nicht annähernd ausreichend, und die Wehrmacht war nicht mehr die des Jahres 1940. An Weihnachten war die Ardennen-Offensive gescheitert. Diese Offensive steht stellvertretend für militärische und zivile Leistungen unseres Volkes, für die den meisten heute jedes Bewußtsein fehlt.

    Wir vergessen nicht! Sämtliche unterbreitete Friedensbemühungen seitens der Deutschen bis dahin, um diesen Krieg, ausgehend von Frankreich und England, zu beenden wurden nicht zur Kenntnis genommen und eiskalt abgeschmettert.

    Wir vergessen nicht! Dass mit dem Versailler Vertrag (Schandvertrag), alle Weichen für weitere Kriege gestellt worden sind.

    Wir vergessen nicht! Das Leid, welches unseren Eltern, Großeltern und Urgroßeltern wegen eines Krieges, den andere heraufbeschworen, provoziert und fortgeführt haben, widerfahren ist.(„Hungerwinter 1945/46)

    Wir vergessen nicht! 40 000 Menschen starben 1944/45 auf der Ostsee. Über 1000 Rettungsschiffe wurden eingesetzt – 250 gingen verloren – wurden von sowjetischen U-Booten versenkt, liefen auf Minen, von sowjetischen, britischen und amerikanischen Flugzeugen bombardiert und Jagdflugzeugen beschossen, getreu dem Befehl: „Versenkt die Deutschen“.

    Wir vergessen nicht! Die Vorgänge in Kloster Leubus seit der Russeninvasion im Januar 1945 bis zur Vertreibung am 17. August 1946.

    Wir vergessen nicht! Denn das Schicksal der Ostdeutschen, die damals in die Hände von Russen und Polen fielen, gehört in der Regel mit zum Erschütterndsten, was uns deutsche Geschichte über deutsche Menschen erzählt.

    Wir vergessen nicht! Die Opfer waren nicht die Schuldigen von gestern, sondern wehrlose Frauen, Kinder und Greise. Jeder Deutsche war in den Augen der Sieger schuldig,

    Wir vergessen nicht! In den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg wurde von den Alliierten systematisch der Hunger als Waffe zur Umerziehung der Deutschen eingesetzt.

    Nein! Wir vergessen nicht!

    Die Liste des „Nicht Vergessens ist lang“,…, und leider lässt sie sich auch in der Gegenwart so fortführen, auch wenn die Verbrechen von einer Mehrheit eher verschwommen wahrgenommen werden.

    Was bleibt, ist die unauslöschliche Erinnerung an den beispiellosen Heldenkampf unseres Volkes. Niemand muß sich seiner schämen.

    Das deutsche Volk hat mit eigener Kraft das Unmögliche möglich gemacht. Den Deutschen war es gelungen mit Fleiß, Disziplin, Ordnung und Moral, Wirtschaftlich- und Beharrlichkeit und großer Ausdauer enorme Leistungen zu vollbringen. Deutschlands größter Ruhm war nicht n i e zu fallen, sondern jedes Mal wieder aufzustehen, wenn es von den Feinden zu Fall gebracht wurde.

    Wir schreiben das Jahr 2024: Die erworbene Unwissenheit der Nachkommen ist die Tragöde zur Tragödie. Fast jeder kennt „Schindlers Liste““, aber nicht die Liste zur Verfolgung der Vertreibungsverbrechen gegen die deutsche Bevölkerung und viele weiter Tötungsdelikte ‘. Im Opferdiskurs der BRD“ wurden Vertriebene mehr und mehr, zu unerwünschten Opfern…, und so weiter und so fort.

    Nur die Wenigsten begreifen, was Propaganda tatsächlich auszulösen vermag. Die Auswirkungen werden erst dann bewusst, wenn es zu spät ist.

    Wenn Lügen Geschichte machen…

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  • Wenn Lügen Geschichte machen…

    Dezember 17th, 2024

    Mühsam hat meine Mutter alle Zeitungsausschnitte aus der Vergangenheit gesammelt und ausgeschnitten. Wenn man viel Leid erfahren hat, möchte man es herausschreien, wenn man jedoch zum Schweigen verurteilt wird, muss man sich dem wenigen, was einem zur Verfügung steht, abfinden. Darunter auch Zeitungsberichte, die zumindest den Ansatz vertraten, über das Leid zu berichten, jedoch oft mit falschen Zahlen und zahleichen Halbwahrheiten jonglierten. Frei dem Motto“ Ihr wolltet dazu was hören, wir haben berichtet.“

    Nur gut, dass es noch Zeitzeugen gibt, die berichten können. Meine Mutter, heute 100 Jahre alt gehört dazu.

    Darüber hinaus hat sie alles dazu gesammelt, was ihr unterkam. Sie wusste selbstverständlich, dass in den offiziellen Berichten mit Vorliebe an den Zahlen deutscher Todesopfer „gebastelt“ wurde.

    „Nach neuesten Erkenntnissen…“ Das lässt aufhorchen. Was wurde nun wieder verdreht, schießt es mir dann direkt durch den Kopf. Nun ja, spätestens nach dem gestrigen Beitrag und unserem Besuch des Gräberfeldes auf dem Golm, wissen wir, wie sich das so verhält mit den neuesten historischen Prozessen, und den eigens dafür eingesetzten Experten und natürlich nicht zu vergessen die allseits „unabhängige“ Presse, die das ganze, hübsch in Worte verpackt, an die Öffentlichkeit liefern muss.

    Und so tut man kund, nach neuesten historischen Prozessen wie gesagt, dass es sich auf dem Golm gar nicht um 32 000 deutsche Tote handelt, sondern gerademal um 4000.

    Aha: Der Stein, geprägt mit der ursprünglichen Zahl 32 000, der liegt da nur so rum. Die Menschen damals, haben einfach eine Null mehr reingemeißelt, einfach so. Nur gut, dass die Historiker der modernen Forschung unterwegs sind, und das alles „richtigstellen“. Und so schaut sie aus die Richtigstellung:

    Für mich ein typisches Beispiel des „Herunterkorrigierens deutscher Todesopfer“ Bei der Gustloff von über 9000 zu Tode gekommenen Menschen hin zu 6300. Mal eben 3000 Tote weniger aufgeführt. Was soll`s? „Sind doch nur Deutsche“. Um in dem Fall nochmal Bezug auf die Aussagen der Verursacher dieser Tragödien wie Churchill, Stalin & Co zu nehmen…

    Ja wenn Lügen Geschichte machen

    …., dann müssen wir nach der Wahrheit suchen

    Daher möchte ich euch diesen Auszug aus einem Tagebucheintrag meiner Mutter nicht vorenthalten, um es begreifbar zu machen.

    Es führt zu nichts, wenn ich einen Beitrag nach dem anderen einstelle, wenn das vorangegangene Prozedere nicht bekannt ist.

    Zunächst ist der Aufbau des Konstrukts schwer zu durchschauen. Doch wenn man die Geschichte hinter der Geschichte kennt, wird man auch der Lüge gewahr.

    ——–

    Die Einträge hat meine Mutter mit entsprechenden Zusätzen versehen. Ich habe diese wie folgt übernommen:

    „Nicht vergessen Frankreich und England hatten Deutschland am 3. September 1939 den Krieg erklärt und damit überhaupt erst die Voraussetzung für den Zweiten Weltkrieg geschaffen!

    Auch war Deutschland zum Ärger Englands und Frankreichs wieder wirtschaftlich stark und dies ohne Kolonien und ohne jegliche Hilfe aus dem Ausland. –

    Das Volk hat mit eigener Kraft das Unmögliche möglich gemacht. Den Deutschen war es gelungen mit Fleiß, Disziplin, Ordnung und Moral, Wirtschaftlich- und Beharrlichkeit und großer Ausdauer enorme Leistungen zu vollbringen. . Deutschlands größter Ruhm war nicht n i e zu fallen, sondern jedes Mal wieder aufzustehen, wenn es von den Feinden zu Fall gebracht wurde. – Diesen Fortschritt konnten England und Frankreich nicht ertragen. Da kam ihnen der Polenfeldzug sehr gelegen.

    • Frankreich war gut aufgerüstet – 90 schlagfertige Divisionen mit über 2700 Panzern standen bereit. Französische Truppen stießen schon am 7.9.39 zwischen Pfälzer Wald und Mosel auf deutsches Reichsgebiet vor (!) und kamen auch nach Saarbrücken, zogen sich jedoch am 19.10.39 wieder zurück.

    • Am 7.3.1935 wurde bereits ein frz.-belgisches Militärabkommen geschlossen! Schon am 25.3.1936 hatten USA, Frankreich und England ein Flottenabkommen unterschrieben.

     Warum? Mit welcher Absicht? Heute stellt man die Geschichte vollkommen um, man behauptet Deutschland habe 1933/34 sofort aufgerüstet, aber D. hat in den Jahren 33/34/35/36 nur 1.9 Milliarden RM = 4% des Volkseinkommens und erst 38/39 8,2 bzw. 18,4 Milliarden also 11 % bzw. 22 % für die Rüstung bereit gestellt. Es ist damit auch bewiesen, dass die Vollbeschäftigung 1934 nicht durch Aufrüstung erreicht wurde, wie heute behauptet wird.

     Die Frage ist: Warum werden die Archive nicht geöffnet und warum dürfen die Dokumente nicht eingesehen werden? Dafür gibt es heute neue Geschichtsschreiber, die ihre Fantasie für die gewünschte Darstellung des Geschehens, spielen lassen.

    Was sagte da ein alter Schriftsteller: Geschichtsschreibung ist ein Bericht über Ereignisse, die nie stattgefunden haben, von Leuten abgegeben, die nicht dabei waren!

    – Der erste britische Luftangriff erfolgte am 4.9.39 auf die Helgoländer Bucht und Cuxhaven.

    • Am 17.9.39 marschierten russische Truppen in Polen ein. Die Polen kapitulierten am 27.9.39.

    • Ab 28.9.39 mussten die Polen, die 1919 besetzten rein deutschen Gebiete und Städte räumen und sich wieder zurückziehen. Das war keine Vertreibung!

    • Aus den nicht ins Reich eingegliederten Gebieten entstand das Generalgouvernement. Heute wird der Eindruck erweckt, dass die Polen gelitten haben. Gelitten? weil sie die ehemaligen deutschen Städte, die sie 1918 geraubt, Deutsche vertrieben, ihre Fabriken, Geschäfte, Häuser sich angeeignet hatten, diese nun wieder aufgeben und die deutschen Orte verlassen mussten? Gelitten haben die Deutschen von 1918- 1939, wie schon berichtet, unter der Gewaltherrschaft der Polen!

    • In Deutschland werden ab 14.11.39 Kleiderkarten ausgegeben. Dieser Bezugschein bestand aus 100 Punkten (für ein ganzes Jahr) die beim Kauf von Textilien abgerechnet wurden -l Paar Strümpfe 4 Punkte, Pullover 25 Punkte, Damenkostüm 45 Punkte.

    • Auch eine Lebensmittelkarte wurde eingeführt. Es gab pro Person 2250 g Brot,

    500 g Fleisch, 270 g Fett,( pro Woche ) manche Arbeiter bekamen Sonderzulagen. An werdende Mütter und Kinder wurden Vollmilch ausgegeben, Normalverbraucher erhielten manchmal nur Magermilch. Diese Rationen waren wirklich ausreichend.

    • 1940 weitete sich der Krieg auf Nord- und Westeuropa aus.

    • Am 9.4.40 landeten sieben deutsche Divisionen, aus Furcht vor dem Festsetzen der Alliierten in Skandinavien und kamen der britischen Norwegenaktion nur wenige Stunden zuvor.

    • Zur Sicherung der Ostsee erfolgte gleichzeitig die Besetzung Dänemarks.

    • Während Dänemark kapitulierte, gab es in Norwegen von französischen, englischen, exilpolnischen und norwegischen Truppenverbänden erbitterten Widersand. (Schlacht um Narvik) Am 10. Juni 1940 kapitulierte Norwegen.

     Im Mai 1940 lehnt Churchill ein Friedens- und Verhandlungsgebot von Hitler ab.

     Am 10. Mai zogen deutsche Truppen in Niederlande, Belgien und Luxemburg ein, um den, bereits im Vormarsch in diese Länder befindlichen alliierten Streitkräfte zuvor zu kommen. Nach dem Vorstoß durch die Ardennen erreichten deutsche Panzerverbände die franz. Kanalküste und drängten das britische Korps zurück. Am 5. Juni hatte die Schlacht um Frankreich begonnen, am 9. Juni war Einmarsch in Paris und am 17. Juni bat Fr. um Waffenstillstand.

     Frankreich hatte Deutschland am 3.9.39 den Krieg erklärt! Nicht umgekehrt! Am 22.Juni 1940 wurde der Waffenstillstandsvertrag abgeschlossen! Dreifünftel Fr. kamen unter deutsche Besatzung. Elsaß Lothringen kehrte wieder nach Deutschland zurück. In London bildete de Gaulle eine Exilregierung. Belgien, Niederlande hatten bereits im Mai kapituliert. Sie waren eigentlich nur als Durchzugsgebiete für die Franzosen vorgesehen. Auch Eupen Malmedy wurde wieder deutsch.

     Ab 11.5.1940 beginnt England deutsche Städte zu bombardieren.

     Im Juli 1940 griffen deutsche Bomber Englands Rüstungsindustrie an. Hauptsächlich wurden britische Flugplätze und Flugzeugwerke bombardiert

    Am 23.10.1992 schrieb Baron Patrik Maynhard Stuart in der Zeitung: “ Die Deutschen waren, strenggenommen, im Recht, den Angriff auf London eine Vergeltungsmaßnahme zu nennen.”

    US-Präsident Roosevelt und Churchill legten bereits im Juni 1941 eine gemeinsame Kriegs- und Nachkriegspolitik fest. Außerdem unterstützte die USA, England und Frankreich die Sowjetunion mit Waffen- Ausrüstungs- und Lebensmittellieferungen.

    Am 15.6.40 besetzt die Sowjetunion die baltischen Staaten.

    Am 11.6.1940 tritt Italien an Deutschlands Seite in den Krieg ein.

    Am 27.9.1940 schließen Deutschland, Italien und Japan das Dreimächteabkommen.

    11.2.41 Hitler hilft Mussolini und schickt deutsche Truppen nach Afrika.

    Im Februar 1941 bekommt General Rommel den Befehl mit dem Afrika-Korps den erfolglosen Bündnispartner Italien bei seiner Verteidigung zu unterstützen. Die Briten hatten Italiens Kolonien Lybien und Ostafrika besetzt.

    Zu ersten Kampfhandlungen zwischen Deutschland und den USA kommt es 1942 in Nordafrika. General Rommel hatte anfangs großen Erfolg und wurde zum Generalfeldmarschall befördert. Aber das kleine Afrikakorps war den großen Truppeneinheiten von USA u. Britannien unterlegen.

    Am 13.5.43 mußten die Achsenmächte kapitulieren. Eine Gruppe der Offiziere vom Afrika-Korps hielt sich nach der Niederlage im Sommer 1943 für einige Tage im Hauptquartier auf. Wir Nachrichtenhelferinnen trafen sie beim Himbeeren pflücken Wir hatten viel Spaß miteinander. Die Sträucher waren dort so hoch wie Bäume und die Beeren hingen wie Trauben daran.

    Zurück zu 1939 und meinen persönlichen Erlebnissen in der Folgezeit….

    —Fortsetzung folgt——

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  • Lucia – die Botin des Lichts

    Dezember 13th, 2024

    In einer Zeit heftigster Christenverfolgung, im Jahr 286 n. u. Z., wurde in Syrakus (Sizilien) Lucia geboren. Sie starb im jungen Alter von 21 Jahren.

    Viele Legenden ranken sich um sie:

    Die wohl bekannteste Legende: „Als junges Mädchen bekehrte Lucia sich heimlich zum Christentum und weihte ihre Jungfräulichkeit dem geliebten Jesu. Heimlich bringt die junge Lucia Christen, die sich in den Katakomben der Stadt versteckten, Essen. Um ihre Hände freizuhalten und dennoch in der Dunkelheit sehen zu können, trägt sie einen Kranz aus Kerzen im Haar. Hilfsbereit wie sie war, unterstützte sie ihre Freunde, die sich in ihrem Versteck geheim halten mussten. So kam es dazu, dass sie ihnen, in Körben getragen, Essen und Trinken brachte. So berichtet es die Heiligenlegende.“

    Eine andere Legende besagt: „Als ihre Mutter schwer krank wurde, betete das Mädchen inbrünstig für sie, so dass die kranke Frau wieder geheilt wurde. Als Lucia, die sich schon einige Zeit davor zum Christentum bekannte, anfing, das Geld, um das sie ihre Eltern als vorzeitiges Erbe geboten hatte, an Arme zu verteilen, griff ihr Bräutigam in das Geschehen ein. Denn ihm gefiel Lucias Handeln nicht und er war außerdem äußerst verwundert über ihr neues Wesen, so dass er sie zur Rede stellte. Als er erfuhr, dass Lucia eine Christin geworden ist, klagte er sie beim Richter an. Dieser verurteilte sie zum Tode. Das Feuer konnte Lucia jedoch nicht umbringen, weshalb sie erst durch einen Schwertstreich am 13. Dezember 304 starb.“

    Heute, am 13. Dezember wird in Schweden der Lucia-Tag gefeiert.

    Ein Ereignis, dass das Licht inmitten des dunklen Winters symbolisiert.

    Aber noch etwas anderes hat es mit diesem Tag auf sich, dessen Brauch, wenn man die Geschichte dazu kennt, fast selbsterklärend ist. Dieser Tag wird oft mit einen „Kalenderfehler“ in Verbindung gebracht. Es ist ja bekannt, dass vor der gregorianischen Kalenderreform im 16. Jahrhundert dieser Tag genau auf die Wintersonnenwende fiel, also auf den dunkelsten und kürzesten Tag des Jahres.

    Aber vielleicht hat es sich doch noch anders zugetragen?

    Von den alten keltischen Festen wissen wir, dass es immer um den Jahreskreis und um den Sonnenlauf geht. Also am Samhein (um den 01.11.) holt die alte Morag (Mokosch, Morgane, Perchta) das kranke Sonnenkind zu sich in die Moore um es zu heilen. Um das Sonnenkind ist es aber nicht wirklich gut bestellt. Es wird immer kränker und schwächer. In den skandinavischen Länder sieht man es überhaupt nicht mehr. Interessanterweise am 13.12. ist es am schlimmsten. Da sackt die Sonne viel früher runter. Macht einfach einen Knick. Wir haben die längste Nacht und den kürzesten Tag im Jahr, auch vor dem 21.12. Danach steigt die Sonne wieder ein bisschen an, um am 21.12. wieder den gleichen Punkt, wie am Lucia-Tag zu erreichen. Im Winter ist die Sonne das kranke Kind und im Sommer der strahlende Prinz und Bräutigam.

    „Eine Nacht geht mit schwerem Schritt um Hof und Hütte.

    Auf der Erde, welche die Sonne verließ, brüten dunkle Schatten.

    Da betritt unser dunkles Haus mit brennendem Licht Lucia, heilige Lichtbringerin. Lucia.“ (Schwedisches Lucia-Lied)

    Von unseren Vorfahren wurde der Himmel sehr genau beobachtet, so konnte man auch fest stellen, dass am Lucia tatsächlich die Sonne den tiefsten Punkt erreicht, unabhängig davon, dass dies nur für eine Nacht passiert. Es war vielleicht immer ein Schreck zu sehen wie die Sonne plötzlich „sackt“, so hat man sich ausgedacht hier etwas Hilfe zu leisten.

    In den Nordländern fiel der Tag der Lucia auf den dunkelsten Tag des Jahres. An diesem Sonnenwend treiben die finsteren Geister ihr Unwesen, wüten und spuken, ohne dass sie das Sonnenlicht fürchten müssen. In den Alpenländern indes, viel weiter südlich, bringt man diesen Tag mit den wilden Perchten in Vebrindung. Im Gegensatz zum hohen Norden, wo Lucia als Lichtgestalt erscheint, mutierte sie in den Regionen Süd-Mitteleuropas Lucia zu einer furchteinflößenden, hässlichen Dämonengestalt, zur Butzenlutz, Lutzelfrau, zur schiachen Luz, Luka, Lussibraut oder zum Lutscherl. An ihrem Tag scheute man es, ins Freie zu gehen, Brot zu backen, zu spinnen oder zu nähen. Tat man es trotzdem würde sich die Percht rächen.

    Und auch das ist erwähnenswert:

    „Der schwedische Theologe Äke Viktor Ström, der den heidnischen Elementen nachspürte, die bis heute im Christentum zu finden sind, sieht in der Person der Lussi und dem Lucientag die Verehrung der einst beliebten lichthaften Göttin Freya weitergeführt. Freyr, der Zwillingsbruder der Freya, so schreibt er, wurden durch den heiligen Stephanus, dem Patron des ersten Weihnachtsfeiertages (26.12.) – einem tag des Minnetrinkens – ersetzt.“

    ——————————————————

    Und so feiert man diesen Tag:

    Im Mittelalter wurde vor allem in Schweden die Verehrung der Lichterjungfrau zu einem Hauptfest der Wintersonnenwende. Zumeist ist es die älteste Tochter im Haus, die zur Luciabraut erkoren wird. Sie trägt ein langes, schneeweißes Kleid mit einer roten Schärpe, einen Kranz aus grünen Preiselbeerzweigen mit roten Beeren auf dem Kopf und eine Krone mit fünf brennenden Kerzen. In dieser Aufmachung weckt sie ihre Eltern mit Gesang und bringt ihnen Kaffee und leckeres mit Safran aromatisiertes und sonnig-gelb gefärbtes Hefegebäck, auch Lussekater genannt.

    Aber auch zunehmend in anderen Ländern unternehmen eine Gruppe von Menschen eine Licht-Wanderung durch das Dorf. Manche besuchen Heime und Krankenhäuser. Stets führt eine mit der Lichterkette geschmückte Luciabraut die Prozession an.

    In manchen Gegenden, tragen die Lucias ein Fässchen mit weißer Farbe und ein Pinsel mit und klopfen an die Türe im Dorf. Ihre Gesichter sind auch weiß bepinselt oder sie tragen eine weiße Maske. Die gastfreundlichen Hausbesitzer, werden dann ein bisschen mit der weißen Farbe bepinselt. Das soll Glück, Segen, Gesundheit und Reinheit bringen. Die Hausbesitzer beschenken dann die Lucias mit Schnaps und Brot / Gebäck.

    In anderen Gegenden, dürfen die Gäste nicht an der Türschwelle begrüßt werden und es darf aus dem Haus nichts ausgegeben werden. Da werden die Lucias ins Haus gebeten und es wird wieder der Schnaps und das Gebäck angeboten.

    In Kroatien werden am Gedenktag der heiligen Lucia einige Weizenkörner in eine Schale gesät. Der Lucienweizen grünt bis zum Weihnachtsfest und steht als Symbol für das neue Leben und die Hoffnung inmitten des Winters. Das Getreide wird nach den Feiertagen nicht etwa weggeworfen, vielmehr verteilt man es an die Vögel.

    ————————————————————

    Und zum Abschluss gibt es noch ein altbewährtes Rezept zu den schwedischen Lussekattern – hier für 24 Stück:

    50 g Butter oder Margarine in 150 ml lauwarmer Milch verrühren,

    25 g Hefe darin auflösen,

    mit 300 g Mehl, 50 g Zucker, 1 Ei, 1 Msp. Safran und einer Prise Salz zu einem geschmeidigen Teig kneten und auf doppelte Größe gehen lassen.

    Den Teig in 24 Stücke teilen und daraus „Lussekatter“ formen (umgekehrte „s“, jeweils 2 über Kreuz gelegt. Die Enden werden eingedreht und jeweils eine Rosine draufgesetzt.).

    15 Minuten auf einem gut gefetteten Backblech gehen lassen.

    1 Eigelb verquirlen, die Lussekatter damit bestreichen und mit Korinthen / Rosinen verzieren.

    Bei 250° C ca. 15 Minuten backen

    ———————————-

    Quelle /Literaturverweise

    Keltenmond

    Wetterregeln,, Bauernweisheiten, und alte Bräuche Klein Diethard

    Wolf Dieter Storl-Magie der Sonnenwenden S. 96

    Das Geheimnis der Mysterien Giebel Marion

    Richardt William Bauer: Calender for aarene fra 601 til 2200 efter Christi fødsel. Dansk Historisk Fællesråd (Neuauflage 1993), Kopenhagen 1968,

    • Raabe, Lis: Alte Weihnachtsbräuche aus deutschsprachigen Ländern. München 1984.

    • Peters, Christiane: Schweden- Verwunschene Wälder, verzauberte Seen. Norderstedt 2008.

    • Schmale, Kerstin: Sankt Martin, Nikolaus & Co. Mit Kindern Wintertage feiern und gestalten. Ostfildern 2003.

    • Schneider- Stotzer, Franziska: Feste und Bräuche im Jahreskreis. Luzern 2001.

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