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Klara Fall: das glaube, wer mag

  • Udo Ulfkotte – der unbequeme Journalist, ein mysteriöser Tod, und viele feige Gestalten

    Dezember 8th, 2023

    Einige unter uns haben damals, im Januar 2017 einen Stich in der Herzgegend verspürt, als sie die Nachricht vom Tod des Journalisten Udo Ulfkotte erreichte.

    Beginnen wir doch mit einer Aussage der Spiegel-Journalistin Hatice Ince, die völlig unverhohlen ihre Freude über den plötzlichen Tod des 56-jährigen Udo Ulfkotte am 14. Januar 2017 kundtut. Sie lacht offen über den Tod und möchte darauf anstoßen

    Moralisch unterste Schublade, völlig verkommen und menschenverachtend.

    Dem nicht genug: ARD-Journalistin Julia Rehkopf markierte diesen üblen Tweet mit „Gefällt mir“. In einem weiteren Eintrag freute sich Ince, dass das neue Jahr mit dem Tod von Udo Ulfkotte gut angefangen habe.

    Nun genug zu dieser Person. Jede Zeile, die man dieser Art Mensch widmet, ist eine zu viel.

    Michael Stürzenberger, der damals seinen Unmut über diese menschverachtenden Zeilen kund tat, schrieb unter anderem auch: „Udo, ich möchte Dir im Namen all Deiner Fans und treuen Leser für Deine großartigen Bücher danken, die einen eminent wichtigen Beitrag zur Aufklärung über die Islamisierung Deutschlands und die manipulierende Arbeit vieler linksgesteuerter Medien leisteten. Dass sich Journalisten genau dieser Medien jetzt so diebisch über Deinen Tod freuen, bestätigt auch, dass Du mit seiner Arbeit genau richtig lagst.“ Das war am 15. Januar 2017. (Den vollständigen Artikel dazu, findet ihr weiter unten, unter den Quellangaben)

    ——————————–

    Ich berufe mich, den Menschen Udo Ulfkotte betreffend, unter anderem auf den Nachruf des Jan Fleischauer, der Udo Ulfkotte recht gut kannte, aber in seinen Ausführungen (aus dem Jahr 2015) auch nicht versäumt, den „Verschwörer“ in Verbindung mit ihm ins Bild zu setzen. Das finde ich sehr schade… Zumal er es besser wissen sollte.

    Nach seinem Tod übernahm man die Kolumne von Fleischhauer und formte sie nochmal im Sinne der elitären Bewegung.

    Die elegantere und fairere Art wäre gewesen, Stärke und Schwächen von Ulfkotte sachlich zu analysieren.

    Udo Ulfkotte:

     Zu seinem Buch „Gekaufte Journalisten“ schreibt Jan Fleischhauer im Jahr 2015: Für alle, die von „Gekaufte Journalisten“ noch nichts gehört haben, hier die Zusammenfassung: Das bei den sogenannten Qualitätsmedien beschäftigte Pressekorps ist in Wahrheit ein korrupter Haufen von Abstaubern, die die Öffentlichkeit nach Strich und Faden belügen und betrügen. Statt ihren Lesern zu dienen, schreiben die Angehörigen dieser elenden Kaste ihren heimlichen Auftraggebern bei CIA und Wall Street nach dem Mund. In Ulfkottes Welt gibt es immer jemanden, der im Hintergrund die Fäden in der Hand hält. In diesem Fall ist das die amerikanische Finanzelite, die über die Geheimdienste die öffentliche Meinung kontrolliert.“

     Weiter schreibt Fleischauer: Der Mann war 17 Jahre lang bei der „FAZ“ beschäftigt ,der deutschen Qualitätszeitung. In der Redaktion war er unter anderem für Geheimdienste zuständig.

     Wer „Gekaufte Journalisten“ gelesen hat, weiß, dass es nirgendwo so schlimm aussieht wie ausgerechnet bei der „FAZ“. Tatsächlich ist das Buch in wesentlichen Teilen eine Abrechnung mit dem Frankfurter Traditionsblatt

     Es ist nicht so leicht, an Ulfkotte heranzukommen, aber alles andere wäre auch eine Enttäuschung. Er steht nicht im Telefonbuch. Man kann auch nicht einfach zu ihm fahren, weil er seinen Wohnort geheim hält. Am besten hinterlasse man eine Telefonnummer, empfiehlt die Empfangsdame bei seinem Verlag. „Wir leben im Wald auf einem autarken Gelände“, sagt Ulfkotte bei der Kontaktaufnahme. Nur der Pfarrer und der Bürgermeister wüssten, wo er wohne. Das Haus sei in einen See gebaut, mit eigener Strom- und Wasserversorgung. Wer sich ihm unerkannt nähern wolle, müsse erst über einen meterhohen Zaun und dann durch eine Gänseherde. Gänse schlügen noch besser an als Hunde. Eines der Bücher, die Ulfkotte nach seinem Ausscheiden aus dem Journalismus geschrieben hat, handelt davon, wie man den nächsten Weltkrieg überlebt. Der Umbau des Wohnhauses zur Festung ist offenbar eine Voraussetzung.

     „Gekaufte Journalisten“ soll nur der Auftakt sein. Ulfkotte hat angekündigt, zwei weitere Bücher über das Mediengeschäft folgen zu lassen. In einem Blog-Eintrag berichtet er von einem Geheimtreffen einiger Verleger, bei dem die Herren darin übereinkamen, alles zu tun, ihn zu behindern – Presse und Regierung könnten ihn „gemeinsam vernichten“

    Am 13. Januar 2017 starb Udo Ulfkotte im Alter von 56 Jahren an einem Herzinfarkt.

    ——

    Noch ein Wort zu der oben genannten Person:

    Hatice Ince ist eine türkischstämmige Moslemin und wohnt in Bremen. Als sie den Tweet losließ, bediente sie die Spiegel-Seite „Bento“, die im November 2015 gegründet wurde.. Auf ihrem Twitter-Acount beschrieb sie sich damals als „Bremer Original mit orientalischen Wurzeln. Heute agiert sie als „Medienmacherin“ – seit Januar 2022 als Social Media Redakteurin und Content Managerin

    .

    ————-

    Quelle:

    https://www.pi-news.net/…/spiegel-journalistin-feiert…/

    https://magazin.spiegel.de/EpubDeli…/spiegel/pdf/132212276

    ——————————————————–

    Hier noch eine kleine Auswahl zu Publikationen von Udo Ulfkotte:

    • Interessenspezifische Nahostpolitik der Großmächte im Nahen Osten 1948–1979. Sowjetische, amerikanische, französische und britische Waffenexporte an den Nahost-Staaten Israel und Ägypten in den Jahren 1948–1979, im Kontext der Nahostpolitik der Geberländer, unter besonderer Berücksichtigung der damit angestrebten Einflussnahme. Haag und Herchen, Frankfurt am Main 1984, ISBN 3-88129-766-9.

    • Die Asyl-Industrie. Wie Politiker, Journalisten und Sozialverbände von der Flüchtlingswelle profitieren. Kopp, Rottenburg 2015, ISBN 978-3-86445-245-1.

    • mit Stefan Schubert: Grenzenlos Kriminell. Was Politik und Massenmedien über die Straftaten von Migranten verschweigen. Kopp, Rottenburg

    • Volkspädagogen. Wie uns die Massenmedien politisch korrekt erziehen wollen. Kopp, Rottenburg 2016, ISBN 978-3-86445-388-5.

    • Alles Einzelfälle. Massenmigration und Sexualdelikte. Verlag Antaios, Schnellroda 2018, ISBN 978-3-944422-15-2.

    ————————————————————————————————-

    Lieben Dank an einen Leser, für den Wink zu den Kritikern in der BRD. Nun habe ich es endlich geschafft, und den Text zu Udo Ulfkotte in Angriff genommen. Es ist nur ein erster Überblick. Es folgen weitere Kapitel. Auch zu Jürgen Möllemann, der plötzlich mit seinem Fallschirm in den Tod stürzte.

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  • Aus dem Tal der Ahnungslosen, da komm ich her, aus Dunkeldeutschland – wir hatten nüscht – und doch so viel mehr.

    Dezember 8th, 2023

    Gestern las ich den Satz: „Wir sind die Dümmsten in Europa, aber die Sachsen sind davon noch die Gescheitesten…“

    Warum nur, ist das so?

    Stimmt, in meiner Heimatstadt in Görlitz, gab es noch nicht mal Westfernsehen.


    Indes gründeten wir Indianerstämme, um das Ursprüngliche, die Nähe zur Natur zu bewahren und um eine Art kulturellen Freiraum zu gestalten. So errichteten wir Tipi-Lager, manche bauten eigenes Gemüse an – irgendwo in der Pampa. Im Laufe der Jahre entstanden ein Dutzend Langhäuser, manche bis zu 10 Meter Länge. Einige Leute munkelten was von wilden Bräuchen.


    Selbstverständlich standen auch diese Gruppen unter Beobachtung. Mindestens einer vom Horch-und Guckverein war unter uns.
    Der Stasi waren unsere Gruppen ein „Dorn im Auge“. Doch, wir eroberten die Sächsische Schweiz, unternahmen Klettertouren, musizierten, trafen uns, feierten, führten gute Gespräche. Viele waren kritisch.


    Ab 1986 entstanden Gruppen, die später in ihrer „Einheit“ als das „demokratische Forum“ Geschichte machten. Schon bald wurde klar, dass wir auch darüber verraten waren und verkauft wurden. Meine Eltern sind bereits 1983 ausgereist (mit mahnenden Worten), mein Bruder wurde bereits 1979 nach 3 Jahren und 9 Monaten Haft in Bautzen in den Westen abgeschoben. Ich blieb zurück.


    Nach einem ersten misslungenen Fluchtversuch (das war im Sommer 1988) gelang es mir und meinem damaligen Mann mit unseren zwei Kindern, dann doch noch zu Beginn 1989 das Weite zu suchen. Darauf verbrachten wir einige Wochen im Auffanglager von Hannover. (in einer Kaserne, welche zuvor von Briten „besiedelt“ war) . Irgendwann schreibe ich mal mehr dazu. Schicksale wie das meine, gibt es zuhauf. Ich wollte es nur anbringen, als Überleitung quasi, warum die Sachsen, oder überhaupt die Menschen aus den östlichen und mitteldeutschen Regionen so sind, wie sie sind. Warum viele von ihnen „anders denken“ und auch „ anders handeln“.


    Die Not und Entbehrungen der Mitteldeutschen und die der vielen Vertriebenen aus dem deutschen Osten, die vor allem in Sachsen ansässig wurden, tragen Früchte. Sie können noch 1+1 zusammen zählen. Zu oft ist diese Generation gebeutelt, beschi.s.sen und hintergangen worden. Auch wenn in dieser Region mit der „Einheit“ das konsum- und wohlstandsorientierte Denken Einzug gehalten hat, wird es dennoch von dem feinen Geist der „Alten“ getragen.


    Viele Familien sind über diese Zeit zerbrochen, wurde gezielt kaputt gemacht, aber in ihrem Kern konnte man sie nicht zerstören.


    Und noch etwas fällt mir dazu ein. Im Westen gibt es einige, die das Wesen der Menschen aus den Ost- und mitteldeutschen Gebieten zu schätzen wissen. Es sind wenige, aber es gibt sie, und meinem Gefühl nach , werden es immer mehr. Dabei denke ich gerade an die Worte einer Dame, die uns vor Kurzem auf eine Kräuterwanderung eingeladen hatte (am Niederrhein). Im Verlauf dieser Wanderung kam dann die Frage auf, wer, woher stammt. Und ich sagte, aus Görlitz, das liegt in Sachsen. Die Reaktion: „Oh wie schön. Von den Menschen aus dieser Region können wir noch viel lernen. Sie bewahren großes Wissen, vor allem auf naturkundlicher Ebene.“


    Ja, und dann brachte mir, ein treuer Leser meiner Beiträge, vor einigen Tagen diese großartigen Zeilen von Kurt Eggers in Erinnerung:
    „Wer den Deutschen erstarken lassen will, muß ihn in Not und Entbehrungen zwingen. Das ist das Geheimnis deutschen Wesens: die deutsche Seele ist noch nie in Kriegen, oft aber in feigen Friedenszeiten gefährdet gewesen.
    In satten Zeiten ist der Deutsche arglos und fröhlich wie ein Kind. In solchen Zeiten haben es seine Feinde leicht, ihn mit Theorien und seltsamen Lehren zu bändigen.
    Dann können sie es wagen, ihn auszunützen und ihn zu erniedrigenden Sklavenarbeiten zu zwingen. Die deutsche Gutgläubigkeit, die biedermännische Vertrauensseligkeit sind die schwächsten Stellen in der Festung des deutschen Wesens. Man hat den Deutschen gelehrt, der Haß sei verwerflich.
    Und der Deutsche hat diese Lehre geglaubt! Erst spät hat er erkennen müssen, daß der echte Haß so edel ist wie die echte Liebe.“ —
    Kurt Eggers – „Von der Heimat und ihren Fr
    auen“

    Wenn also die schwächsten Stellen endlich unseren Stärken weichen, wenn wir uns endlich unseren Ursprüngen wieder bewusst werden, dann, aber auch erst dann, wird die Nation zu ihren alten Werten zurückfinden können. Und dann sind eben nicht mehr nur die Sachsen die Gescheitesten, sondern die gesamte deutsche Nation.

    Bilder /Fotos:
     private Aufnahmen
     Wikipedia

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  • “ Wer wirklich hinter dem Nikolaus steckt“

    Dezember 6th, 2023

    (Dezember= Julmond – Sonarblot)

    6ter.Jul Wotanstag

    Mit dem 6ten Jul (Dezember) beginnt die eigentliche Vorbereitungszeit auf das Julfest. Wotan zieht durch die Orte und bringt den Kindern Geschenke, um die Wartezeit auf das Wiederkommen des Lichtes zu vertreiben. Jedoch bekommen nur die Kinder

    Geschenke, die alte Äpfel für sein Pferd Sleipnir vor die Tür stellen.

    Wenn ein Kind geboren wird, so soll es zu seiner Namensgebung einen Julteller erhalten, dies soll ein alter Zinnteller, ein Holzteller oder irgend ein Teller mit Lebensbaum und Umschrift sein. Jedes Mitglied der Familie stellt diesen Julteller als Gabenteller am Wotanstag, vor den Kamin.

    Je mehr im Volke die Erinnerung an den Himmelsalten, an Wotan (Odin), verblasste, um so sichtbarer trat der „gute Nikolaus“ als Kinderfreund in Erscheinung. Zur Erinnerung an die bösen Geister aus dem „wilden Heer“ wird der christliche Nikolaus oft von „Knecht Ruprecht“ oder dem „Krampus“ begleitet.

    Im Brauchtum unserer Ahnen war er jedoch nie der „schwarze Mann“ (und auch kein Knecht), sondern ein Helfer der Eltern, welcher den Kindern Geschenke und mit dem Schlag der Lebensrute „Heil“ für das kommende Jahr brachte. Auch wurde dies als Zeichen der Fruchtbarkeit verstanden, der Schlag der Lebensrute sollte reiche Ernte im neuen Jahr und Fruchtbarkeit, der in Midgard lebenden Menschen bescheren.

    In vielen Gegenden Deutschlands ist er noch der Schimmelreiter oder der

    Ruprecht (Hruodpercht) = der von Ruhm Strahlende, (Beiname Wotans) geblieben. Die Kirche setzte, da sie die jährliche Einkehr des Göttervaters mit dem weißen Barte, mit dem Einauge und dem Pelzmantel nicht hindern konnte, bald einen ihrer Heiligen, nämlich den Nikolaus an seine Stelle.

    Aber in vielen Gegenden Deutschlands ist er doch der Schimmelreiter oder der Ruprecht 😊Hruodpercht = der von Ruhm Strahlende, Beiname Wodans) geblieben.

    Hier noch einige Argumente dafür, dass das Nikolausfest schon vor dem Christlichen Fest, als Wodansfest gefeiert wurde.

    Viele Symbole von Nikolaus und Wodan gleichen sich:

    – Das weiße Roß

    – Der Mantel

    – Der lange Bart

    – der Stab (Odin hält einen Speer)

    – das Reiten durch die Luft

    – die Geschenke, die durch den Schornstein kommen (Wodan bringt Wärme und Licht ins Haus)

    – Das Buch der Weisheit (Wodan gilt als allwissend)

    – die Nüsse. Diese gelten als eine Frucht Wotans.

    Ganz deutlich wird die Identität des „Heiligen“ mit unserem Gott in einem Thüringer

    Kindervers:

    “Wer kommt denn da geritten?

    Herr Wude, Wude Nikolaus!

    Laß mich nicht lange bitten

    Und schüttle deinen Beutel aus.”

    Wude ist niemand anders als Wodan/Wotan.

    Wode, Wude, Wotan hatte vor Nikolaus am 6. Dezember seinen Festtag.

    Auch an seinem Fest soll man (Holz-) Schuhe vor die Haustüre gestellt haben, gefüllt mit Möhren oder Brotstückchen, und dazu Hafer als Futter für sein Pferd. Für dieses Gaben zugunsten des Pferdes von Wotan erwarteten die Kinder eine Belohnung.

    “Die Germanen glaubten und feierten, dass unser Hauptgott, Odin oder Wodan, während der „Zwölf Nächte“ — die Zeit zwischen den Rauhnächten, die Seelen der Verstorbenen auf einem wilden Ritt durch die Lande anführte. Der darauf folgende Sturm trug nach ihrer Vorstellung den Samen der Feldfrüchte mit sich und förderte die Fruchtbarkeit.

    Was bedeuten die Äpfel, die Nüsse und die anderen Herbstfrüchte, die am Wotanstag verschenkt werden? Es sind tatsächlich Fruchtbarkeitssymbole. In alter Zeit glaubten die Menschen, sie könnten ihre Götter günstig stimmen, wenn sie ihnen während der kalten, dunklen Wintertage Geschenke machten, dadurch würde die Fruchtbarkeit der Menschen und Tiere sowie des Erdbodens gesteigert.”

    Bleiben wir also unseren Ahnenfesten treu, stellen Früchte vor die Tür um Wotans Pferd Sleipnir, auf der Reise zu stärken!

    Und hier noch einen Blick darauf, wie sich der Archetypus des alten Weisen seinen Weg in die Bilderwelt fast aller Kulturen bahnt‘.

    • Bei den Indern sind es die die weißbärtigen Risis oder der Schöpfergott Brahma
    • In Teilen des nördlichen Europas ist es eine Erscheinung des weisen Zauberers Odin
    • Bei den Kelten ist es Merlin, der Zauberer, der mit einem Wolf und einem Hirsch im Eichenwald haust und der als Ratgeber und Lehrer an der Tafelrunde König Artus erscheint
    • Im alten China begegnet er uns in Gestalt eines Laotse, dessen Name „alter verehrter Meister“ bedeutet, und der uns lehrt, dass das Universum in sich harmonisch ist und keiner Kontrolle oder erzwungener Verbesserung bedarf.

    Es heißt, Laotse kam schon als Greis mit weißem Bart und runzeliger Haut zur Welt

    Ganz gleich, in welchem Zeitalter man lebt, der alte Weise begegnet uns immer wieder. Selbst in der technokratischen Postmoderne erkennt man ihn wieder. Auch in dem Werk „Herr der Ringe“ von  J.R.R. Tolkiens erscheint er als Gandalf.

    Man könnte mehrere Bücher mit unzähligen Kapiteln füllen, um über die vielen Gestalten des Weisen und die damit verbundenen Wunder, die er vollbracht hat zu berichten.

    Den meisten Gläubigen ist nicht bewusst, dass an der Nikolausfigur recht viel Heidnisches, aber auch Römisches haftet.

    So feierten die Römer die Wintersonnenwende zu Ehren des Saturn, des Ältesten ihrer Götter. Zu den Saturnalien kommen wir aber an einem anderen Zeitpunkt. Denn das waren echte Chaostage (vom 17.-24. Dezember) mit maßlosem Saufen, Fressorgien, Lärmen und Zügellosigkeit.

    Dann lesen wir auch über die wandelnden Bilder des Nikolaus. Vielen Kirchenvertretern gefiel es nicht, das im Laufe der Zeit der Nikolaus immer mehr mit dem Weihnachtsmann, der dann am Heiligen Abend seinen Auftritt hat, verschmolzen ist. Die bildhaften Vorstellungen des einfachen Volkes widerstreben oft den Vorgaben der Machthaber und der kirchlichen Institutionen.  

    Aber wie schon geschrieben: Darüber in den nächsten Tagen mehr.

    ————————————————————-

    Quelle: /germanitasothala.com/2022/12/06/nikolaus-wotanstag/ https://germanitasothala.com/2022/12/06/nikolaus-wotanstag/

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  • Lothar von Sachsen (1125-1137) – „Deutsche Geschichte“ nach Albert Thümmel

    Dezember 6th, 2023

    Aus den Kämpfen der letzten Zeit war das deutsche Königtum unheilbar geschwächt hervorgegangen. Der Ansatz der Erblichkeit, den es unter den sächsischen und fränkischen Kaisern genommen hatte, war wieder dahin. Deutschland war jetzt ein Wahlreich, und die Wahl erfolgte unter dem unmittelbaren Einfluss der Kirche. Geschickt hintertrieb diese die Nachfolge Friedrichs von Staufen, des Herzogs von Schwaben, des Verwandten des verhassten Salier. Gewählt wurde der einstige eifrige Gegner Heinrichs V., Lothar von Sachsen.

    Er war ein Mann von 60 Jahren, aber noch kraftvoll, gerecht und tapfer, erfüllt von kirchlicher Ergebenheit. Die Hohenstaufenbrüder Friedrich und Konrad eröffneten einen hartnäckigen Kampf gegen ihn. Lothar vermählte sein Erbtochter mit Heinrich dem Stolzen, Herzog von Bayern, aus dem Hause der Welfen; später verlieh er ihm auch noch das Herzogtum Sachsen.

    Da dieser Heinrich im Krieg mit den Hohenstaufen eine Hauptrolle spielte, so war es schon damals ein Kampf zwischen Welfen und Waiblingen, wie man die Hohenstaufen nach ihrer Besitzung auch nannte.

    Mit Rom entbrannte aufs Neue der Investiturstreit.

    Wenn auch Lothars Kampf gegen das Fürstentum und gegen das Papsttum mit großem Erfolg endete, so hat er doch nach keiner Seite hin gefestigte Verhältnisse schaffen können.

    Von besonderer Bedeutung wurde Lothars Politik dadurch, dass er die Ostmarken-Politik, die seit Otto II. so jäh abgerissen war, wiederaufnahm. Er wusste den rechten Mann an die rechte Stelle zu setzen: Die Mark Meißen samt der Lausitz gab er an Konrad von Wettin, die brandenburgische Nordmark erhielt Albrecht der Bär aus dem Haus der Askanier und die Grafschaften Holstein und Stormann Adolf von Schauenburg.

    Alle drei Geschlechter haben dann Großartiges für die deutsche Zukunft geleistet.

    —————————————–

    Das nächste Kapitel aus dieser Reihe führt uns in das Stauferreich. Hier begegnen wir dann Konrad III., Friedrich I. Barbarossa, Heinrich dem Löwen, Heinrich VI. und schwenken dann geradezu über zu den Kreuzzügen.

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  • Von Kriegen, von Wahrheit und Lügen und den unzähligen Versuchen den Frieden zu retten – wer weiß davon schon?

    Dezember 5th, 2023

    Das hier ist ein Kapitel, dass ich schon oft in Angriff nehmen und fortführen wollte. Irgendwas kam aber immer dazwischen, mal abgesehen von der Tatsache, dass sich vor mir eine Flut an Tatsachenberichten und damit Inspiration für weitere Beiträge zu unserer deutschen Geschichte und ihrer damit einhergehenden Wahrheit auftut.

    Vorab: Unzählige Friedensangebote aus deutschen Reihen blieben seinerzeit erfolglos, ungehört, wurden schlichtweg ignoriert. Die Zündung einer „politischen Atombombe“ wie ein Amerikaner die mögliche Sprengung des alliierten Bündnisses genannt hat, hätte mit großer Wahrscheinlichkeit Europa, besonders Russland und Deutschland, unendlich viel Leid und riesige Zerstörungen erspart.

    Allein bis 1941 sind 28 unternommene Versuche bekannt, um von deutscher Seite aus, den Frieden zu retten!

    Ich denke dabei auch, an einen der wohl bekanntesten Fälle: Der Hess-Flug am 10. Mai 1941, Churchills Friedensfalle und Verrat an Europa.

    Ergebnis: Es gab keine, wie vorgesehen, Friedensverhandlungen mit einer Friedenspartei, vielmehr behandelte man Rudolf Hess wie einen Kriegsgefangenen, den man endlos verhörte – zumal er zur Erleichterung Churchills keine Verhandlungsvollmachten von Hitler vorweisen konnte. Damit war die Hess-Mission endgültig gescheitert, der europäische Konflikt weitete sich aus und wurde zum Weltkrieg mit vielen Millionen Opfern. Zu den Hintergründen des Heß-Fluges 1941 folgt zu gegebener Zeit noch ein extra Beitrag.

    Die Akten im britischen Staatsarchiv sollten zu diesem Vorfall übrigens erst 2017 freigegeben worden sein. Nachdem eine Sperrfrist schon einmal verlängert wurde.

    Der Chef der Abteilung „Spezialoperationen“ kam damals nach einem Gespräch mit Churchill zu der Schlussfolgerung: „Wahrscheinlich werden wir den Krieg in Europa nicht gewinnen können, aber einen Weltkrieg.“

    Bevor wir uns nun der nahezu endlos erscheinenden Liste an Friedensversuchen widmen, noch auf ein Wort:

    Viele kennen den Film „Schindlers Liste“ doch niemand kennt den Film zu „Die Liste über die vergeblichen Versuche den Frieden zu retten“.

    Grund dafür könnte sein, dass es einen solchen Film gar nicht gibt. Und wenn man sich die eigentliche Kriegstreiberei einmal genauer betrachtet, als uns über die modernen Lehrbücher vermittelt wird, erklärt sich der Grund dafür. Dann fällt es einem wie Schuppen von den Augen. Aber wer will das schon? Warum sollten auch die, die immer noch die Fäden ziehen und Macht besitzen, über ihre eigenen Schandtaten berichten?

    Es wäre falsch an dieser Stelle zu titeln: Wie alles seinen Anfang nahm. Vielmehr ist doch dieser sogenannte „Zweite Weltkrieg“ nichts anderes als die Fortsetzung des Ersten Weltkrieges. Es besteht heute wohl kaum Zweifel: Die tiefste Ursache dieses mörderischen Krieges liegt im Versailler Diktat.

    Der Vorwurf der Grausamkeit ist dem deutschen Volk in seiner Gesamtheit durch alle Jahrhunderte noch nie mit Recht gemacht worden.

    Und da wir immer noch ohne einen Friedensvertrag sind, geht es immer so fort.., und weiter, und weiter und weiter…

    Warschaus Kriegswille 1939, ja sein fanatischer Eifer zum Krieg, ist vielfach belegt: Der polnische Marschall und Oberbefehlshaber der Armee RYDZSMIGLY erklärte in einem Vortrag vor polnischen Offizieren und Anwärtern im Sommer 1939: »Polen will den Krieg mit Deutschland, und Deutschland wird ihn nicht vermeiden können, selbst wenn es das wollte.«

    Indes nahmen die deutschen, und später auch skandinavischen Friedensbemühungen ihren Beginn ab dem 31. August 1939. Ich habe nur vereinzelt die daraus resultierenden Ergebnisse ausführlicher aufgeführt. Jeden einzelnen Versuch der Friedensverhandlungen ausführlich darzustellen, würde an dieser Stelle zu weit führen. Auch wenn jedem unternommenen Friedensversuch ein extra Beitrag gebührt.

    Somit hier lediglich eine Übersicht:

     1. Versuch, einen Krieg zu vermeiden: Die Friedens-Rettungsmission des Fritz HESSE im August 1939. Bekanntlich erhielt Berlin am 13. August von der Sowjetregierung eine Einladung zu Verhandlungen, von denen man sich die Lösung des deutsch-polnischen Konfliktes versprach. Ergebnis: WILSONS Gesprächsaufzeichnung vom 20. August 1939 zeigt, dass die britische Regierung nicht bereit war, vermittelnd auf Polen einzuwirken. Tatsächlich hat sie nichts unternommen, was den Ausbruch des Krieges hätte verhindern können; im Gegenteil: Mit dem Garantievertrag vom 26. August gab sie Polen freie Hand, wohl wissend, dass das Krieg bedeutet.

     2./3. Versuch, einen Krieg zu vermeiden: Friedensinitiativen des Schweden Birger Dahlerus im August 1939. Am Sonntag, dem 27. August, bat HITLER den Schweden DAHLERUS, als Vermittler der britischen Regierung mitzuteilen, daß Deutschland eine Verständigung wünsche. DAHLERUS sagte zu und flog nach London, wo er von CHAMBERLAIN, Lord HALIFAX und Sir Alexander CADOGAN empfangen wurde. Am 31. August kam es um 16 Uhr 30 zu einer Konferenz mit dem britischen Botschafter HENDERSON, GÖRING und DAHLERUS. E

     4. Versuch, einen Krieg zu vermeiden: Dr. Fritz HESSES Sondermission am 2. September1939. Ergebnis: Als sie aber um 19 Uhr auseinandergingen, hatte GÖRING nichts erreicht.

     5. Versuch, den Frieden zu retten: Birger Dahlerus‘ Vermittlungsversuch am 3. September1939.

     6.Versuch, den Frieden zu retten: Görings Friedensangebot vom 9. September1939.

     7. Versuch, den Frieden zu retten: Hitlers Danziger Rede vom 19. September1939.

     8. Versuch, den Frieden zu retten: Hitlers Sportpalastrede vom 6. Oktober 1939.

     9. bis 13. Versuch, den Frieden zu retten: DAHLERUS vermittelt im Auftrage Görings.

     14. Versuch, den Frieden zu retten: Tryggve Grans Vermittlung im Auftrage Görings.

     15. Versuch, den Frieden zu retten: Die Mission des Prinzen HOHENLOHE 1939.

     16. Versuch, den Frieden zu retten: Friedensappell Belgiens und der Niederlande Die sieben Neutralen, Norwegen und Schweden, Belgien, Dänemark, Finnland, Luxemburg, Niederlande, erklärten nach Kriegsbeginn zwar ihre Unabhängigkeit, waren aber weder in der Lage, ihre Neutralität gemeinsam zu schützen, noch gemeinsame Friedensinitiativen zu ergreifen. Ergebnis: London und Paris kam diese Erklärung völlig ungelegen. Präsident ROOSEVELT gab seine Sympathie zum Ausdruck, allerdings erst dann, als man ihn von der britischen Ablehnung informiert hatte.

     17. Versuch, den Frieden zu retten: skandinavische Vermittlungsvorschläge 1939.

     18. Versuch, den Frieden zu retten: Reichstagsrede HITLERS vom 19. Juli 1940.

     19./20. Versuch, den Frieden zu retten: Friedensbemühungen Ulrich von Hassels und Lonsdale Bryans‘ 1940. Lonsdale Bryans‘ versprach, die Erklärung an den Außenminister weiterzuleiten. Doch Halifax sagte wegen angeblicher Überlastung ab. Am 14. April 1940 trafen er und von Hassel letztmalig, aber ergebnislos, zusammen. Ergebnis: London hatte offensichtlich kein weiteres Interesse an Friedensvermittlungen.

     21. Versuch, den Frieden zu retten: Franz VON PAPEN in der Türkei 1939/40.

     22. Versuch, den Frieden zu retten: Hohenlohne sondiert bis Mai 1940 im Auftrag von Heydrichs SD. Ergebnis: Im Foreign Office reagierte man mit großem Unbehagen auf KELLYS ständige Berichte, in denen von Friedensmöglichkeiten die Rede war. Inzwischen war es Churchill gelungen, alle ernst zu nehmenden Gegner seiner Politik auszuschalten, auch David Kelly, der Anfang 1942 als Botschafter nach Argentinien versetzt wurde.

     23./24. Versuch, den Frieden zu retten: Friedensdiplomatie des Vatikans 1939/1940.

     25. Versuch, den Frieden zu retten: die Plesman-Initiative, »Kondominium der Stärksten«. Ergebnis: Als der holländische Außenminister Kleffens und Lord Halifax am 19. August 1940 zusammentrafen, lehnte Halifax jede Verhandlung mit Hitler ab. Damit war auch der PLESMAN-Plan endgültig gescheitert.

     26. Versuch, den Frieden zu retten: Hitler-Weissauers Friedensmission 1940.

     27. Versuch, den Frieden zu retten: Hitlers Friedensangebot vom November 1940 mit Hilfe des päpstlichen Nuntius in Madrid.

     28. Versuch, den Frieden zu retten: der HESS-Flug am 10. Mai 1941, CHURCHILLS Friedensfalle und Verrat an Europa.

    ———————————-

    Quelle: Rolf Kosiek/ Olaf Rose – der große Wendig

    o Doc. No. FO 371 24408, NA, Kew. Der Verfasser bezieht sich in seinem Beitrag auf ein sechzig Jahre gesperrtes Memorandum des Foreign Office, das die britischer Ablehnung von sechzehn deutschen und neutralen Friedensangeboten enthüllt. Das vollständige Memorandum in bei: Marin ALLEN, Churchills Friedensfalle, Druffel, Stegen/Ammersee 2002, abgedruckt.

    Sein Buch führt nicht nur zu einem neuen Geschichtsbild, sondern ist gleichzeitig eine Anklage gegen Großbritannien, das sich beharrlich weigerte, Friedensgespräche mit der deutschen Reichsregierung zu führen.

    Weiter Quellenverweise:

    o CC, CHRS 128 Telegramm CHRISTIE (London) an BELVIS (Schweiz) vom 11. 10. 1939. 18 Ebenda.

    o Dok. Nr. 1; CADOGAN an HALIFAX, 4. 10. 1939, in: Bernd MARTIN, »Britischdeutsche Friedenskontakte in den ersten Monaten des Zweiten Weltkrieges«

    o Bernd MARTIN, »Friedensinitiativen und Machtpolitik im Zweiten Weltkrieg 1939-42«, in: Geschichtliche Studien Politik und Gesellschaft, Bd. 6, Droste, Düsseldorf 1974, S. 87,

    o Fritz HESSE, Das Vorspiel zum Kriege

    Foto/Aufnahmen/Bilder. Bertelsmann-Chronik , Bibliothek des 20. Jahrhunderts 1936-1939 / 1949-1943

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  • Heinrich V. (1106-1125)

    Dezember 4th, 2023

    Im Anschluss an den letzten Beitrag „Der Investiturstreit“ https://undinepeter.blog/…/der-investiturstreit-1075…/ setzen wir die Reihe „Deutsche Geschichte“ nach Albert Thümmel mit Heinrich V. fort.

    Dieser moralisch so minderwertige Herrscher besaß bedeutende Regenteneigenschaften: Machtsinn, Überlegung, Kühnheit, Willenskraft. Aber die rücksichtlose Härte, mit der er überall seinem Vorteil nachging, seine verschlagene , unzuverlässige, unedle Natur erweckten ihm ringsum Feindschaften.

    So nahmen die Kämpfe in Deutschland kein Ende, vor allem gegen den mächtigsten Fürsten im Reich, Lothar von Supplinburg, den Herzog von Sachsen. Seine treuesten Stützen in diesen Kämpfen waren seine Neffen Friedrich und Konrad von Staufen, die er als die natürlichen Erben seiner Herrschaft und seines salischen Besitzers betrachtete.

    Den Kampf gegen das Papsttum führte er fort, da er keinesfalls gewillt war, seine Herrscherrechte der Kirche zu opfern. Nach langem Hin und Her kam es 1122 zu einem Vergleich zwischen den beiden Gewalten, zum „Wormser Konkordat“: die Bischöfe sollten in Gegenwart des Kaisers oder seines Stellvertreters gewählt werden. Der Gewählte erhielt vom König das Zepter als Symbol für die weltlichen Hoheitsrechte (Investitur), vom Papst Ring und Stab als Symbole der geistlichen Gewalt (kirchliche Weihe). In Deutschland sollte die Investitur vor der kirchlichen Weihe erfolgen, in Italien und Burgund umgekehrt. So endete der gewaltige Kampf mit einem Vergleich.

    Die beiden Interessenten teilten sich in die Rechte der Bischofswahl. Im Vergleich zu den Zeiten Heinrichs IV. war es ein Erfolg der weltlichen Macht. Im ganzen gesehen aber war es ein Gewinn der geistlichen Gewalt; denn die einstige absolute Unterordnung des Papsttums unter das Kaisertum, noch unter Heinrich III., war der Gleichberechtigung gewichen.

    Aus den Kämpfen der letzten Zeit war das deutsche Königtum unheilbar geschwächt hervorgegangen. Der Ansatz der Erblichkeit, den es unter den sächsischen und fränkischen Kaisern genommen hatte, war wieder dahin. Deutschland war jetzt ein Wahlreich, und die Wahl erfolgte unter dem unmittelbaren Einfluss der Kirche. Geschickt hintertrieb diese Nachfolge Friedrichs von Staufen, des Herzogs von Schwaben, des Verwandten des verhassten Salier. Gewählt wurde der einstige eifrige Gegner Heinrichs IV., Lothar von Sachsen.

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  • Der Investiturstreit (1075-1122) – aus der Reihe: „Deutsche Geschichte“ nach Albert Thümmel

    November 29th, 2023

    Dieser Teil der Geschichte forderte die Wortzahl heraus. Also nehmt euch Zeit, und lest in Ruhe. Spannend ist dieses Kapitel allemal, in Fortsetzung des Artikels zu Papst Gregor VII. https://undinepeter.blog/2023/11/26/gregor-vii-1073-1085/.

    Denn der gewaltige Kampf zwischen Staat und Kirche, zwischen Kaiser und Papst weitete sich allmählich zu einem Kampf um die Weltherrschaft aus.

    Der absolute Leiter der Kirche strebte nun ganz offen nach der Obergewalt über die weltlichen Reiche. Ein starker Bundegenosse erwuchs ihm dabei in den Normannen. Diese hatten, von der Normandie her, um die Mitte des Jahrhunderts fast ganz Süditalien erobert.

    Der damalige Mönch Hildebrand hatte es verstanden, die Eroberer zu einem Vertrag zu bewegen, nach dem sie für die eroberten und noch zu erobernden Gebiete den Papst als Lehensherren anerkannten. Der Papst war dadurch der Obereigentümer von ganz Unteritalien, später auch von Sizilien, und hatte in den Normannen außerordentlich wertvolle Kampftruppen gewonnen.

    Nun bedurfte er nicht mehr des Schutzes durch den Kaiser, er wurde unabhängig von ihm.

    Heinrich berief 1076 eine Versammlung der deutschen Bischöfe nach Worms und ließ den Papst absetzen. Da holte Gregor zu einem gewaltigen Schlag aus: er erklärte Heinrich in den Bann, sprach ihm die Krone ab und entband alle seine Untertanen von ihrem Treueeid. Es war ein unerhörter, welterschütternder Akt, denn die Kirche beherrscht ja damals die Gemüter noch weit mehr als heute selbst in den klerikalsten Ländern. Den Fürsten war dieser Bannfluch die willkommene Gelegenheit, sich vom König loszusagen.

    Auf einer Fürstenversammlung wurde beschlossen: Wenn Heinrich nicht binnen Jahresfrist vom Bann gelöst wäre, würden sie einen neuen König wählen, außerdem würden sie die Entscheidung dem Papst anheim stellen. Es war die erste Kundgebung jenes deutschen Sondergeistes, der on nun an schwer und immer schwerer unser Vaterland schädigte.

    Gregor glaubte bereits, den Sieg in der Hand zu haben und in Augsburg den Schiedsrichter über die deutschen Parteien spielen zu können. In der erhobensten Stimmung brach er von Rom nach Norden auf. Da überraschte Heinrich alle Welt durch den plötzlichen Entschluss, persönlich dem Papst entgegenzueilen und seine Loslösung vom Bann irgendwie zu erzwingen. Im härtesten Winter 1076-1077 trat er die Bußfahrt an, begleitet von seiner Gemahlin, von seinem zweijährigen Söhnchen sowie wenigen Getreuen. Als er nach unsäglichen Mühen endlich die Lombardei erreicht hatte, zog sich Gregor erschreckt in das feste Schloss Canossa der Markgräfin von Toskana zurück. Am Fuß des steilen Canossafelsens hat dann Heinrich drei Tage lang geweilt und sich in der kirchlichen Büßertracht, barfuß und in härenem Gewand, trotz strenger Winterkälte wiederholt vor der Burg gezeigt und um Einlass gebeten. Am vierten Tag endlich, empfing ihn Gregor und sprach ihn vom Bann los, während Heinrich sich verpflichtete, in seinem Streit mit den deutschen Gegnern die Vermittlung oder den Schiedsspruch des Papstes anzuerkennen. Dann schieden die beiden Gegner, scheinbar versöhnt, aber Heinrich mit tödlichem Hass im Herzen ob der erlittenen Schmach.

    ———————————-

    Welches war die geschichtliche Bedeutung von Canossa?

    Der kirchliche Bußakt hatte für die Zeitgenossen nicht ganz das Demütigende, das er für uns heute hätte. Heinrich kam es in erster Linie darauf an, zunächst einmal wieder die Hände frei zu haben. Durch die Loslösung vom Bann gewann er die Freiheit des Handelns zurück, und er hat sie in den folgenden Jahren mit meisterhafter Diplomatie genützt. Vergleich man freilich den Tag von Canossa mit jenem Tag von Sutri unter Heinrich III., dann wird der Abstieg der Reichsgewalt während des letzten Menschenalters erschreckend deutlich: damals der Kaiser noch der Schiedsrichter Europas, jetzt sich beugend unter das päpstliche Schiedsgericht.

    Der Name „Canossa“ wird immer das Symbol bleiben für die Kapitulation staatlicher Macht vor kirchlichen Herrschaftsansprüchen.

    ———————————

    Trotz Heinrichs Loslösung vom Bann wählten die Fürsten, ohne die vereinbarte Jahresfrist abzuwarten, sofort einen Gegenkönig, den Herzog Rudolf von Schwaben. Es war ein erster Sieg des freien Wahlrechts über Erblichkeit und Rechtmäßigkeit. Ein verheerender Bürgerkrieg war die Folge. Heinrich entzog dem Gegenkönig das Herzogtum Schwaben und verlieh es seinem treuen Anhänger Friedrich von Staufen, dem Stammvater des hohenstaufischen Herrscherhauses. In der Entscheidungsschlacht siegte Heinrich und war somit wieder alleiniger König in Deutschland. Nunmehr eilte er nach Italien, um den Papst zu strafen. Er ließ einen neuen Papst wählen und sich von diesem zum Kaiser krönen.

    Gregor VII. ward in der Engelsburg eingeschlossen, doch kamen ihm die Normannen mit einem starken Heer zu Hilfe, sodass sich Heinrich zurückziehen musste. Als die Normannen drei Tage lang entsetzlich plünderten und die Stadt fast zur Ruine machten, wandte sich die Empörung der Römer derartig gegen Gregor, dass er sich den Schutz der abziehenden Normannen begab. Bereits im folgenden Jahr (1085) starb er in Salerno, nachdem er Heinrich erneut in den Bann getan hatte.

    Seine letzten Worte waren: „Ich habe die Gerechtigkeit geliebt und das Unrecht gehasst, deshalb sterbe ich in der Verbannung“. Im Dom von Salerno wurde er begraben. Ranke, der große deutsche Geschichtsschreiber, bezeichnete Gregor „als die vielleicht größte kirchenpolitische Erscheinung“, die jemals gewesen ist.

    Heinrich IV. aber wurde in immer wieder neue Bedrängnis gestürzt. Er musste den Kelch des Leidens bis zur bitteren Neige auskosten. Sein Sohn Heinrich empörte sich gegen ihn, da er eine neue Erhebung gegen seinen Vater befürchtetem welche diesem und ihm selbst die Krone kosten konnte. Er warf sich daher zum Führer der Opposition auf, um sich die Herrschaft zu sichern auf Kosten seines Vaters. Mit widerlicher Heuchelei und listigem Betrug brachte er diesen in seine Gewalt.

    Es war wohl die „teuflischte Tat der ganzen deutschen Geschichte“. In schändlichster Weise wurde der Vater als Gefangener behandelt und durch Verrat und Treulosigkeit zur Abdankung gezwungen. Weder Bitten noch Tränen des Vaters rührten das Herz des Sohnes. Der tiefgebeugte Mann erhielt weder die Loslösung vom Bann noch die Freiheit. Schließlich gelang ihm die Flucht. Er wandte sich nach Lüttich, wo ihn der treugesinnte Bischof schützte. Dort starb er kurz darauf, im Jahr 1106, 56 Jahre alt.

    ———————————————-

    Im nächsten Teil geht es dann weiter mit Heinrich V., diesem moralisch so minderwertigen Herrscher.

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  • Es waren einmal sechs Kerzen… vom Julkranz, dem Julfest und einem Klotz zur Wintersonnenwende

    November 28th, 2023

    „Advent, Advent, ein Lichtlein brennt

    Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier.

    Dann steht das Christkind auf einmal vor der Tür“.

    Ist die uns so „vertraute“ Advents- und Weihnachtszeit tajtsächlich das Fest der Christen?

    Nun ja, wir wissen, alles hat seinen Ursprung. Und wir wissen auch, der liegt nicht im Kirchendasein.

    Das kommt jetzt nicht überraschend: Denn auch betreffend der Advents- und Weihnachtszeit hat sich die Kirche des heidnischen Brauchtums bedient und es für sich verändert.

    Ein schleichender Prozess, geführt durch christliche Missionare. Sie empfanden es früher als einfacher, die Feste der Einheimischen in Teilen zu übernehmen und leicht umzudeuten, als ihnen komplett neue Vorstellungen anzuerziehen.

    Kurz: Das Weihnachtsfest geht auf heidnische Ursprünge zurück. Bis heute haben viele adventliche Bräuche keinen wirklichen Bezug zum Glauben. Doch aus Sicht der Kirchen darf Weihnachten kein säkularisiertes (weltlich gesinntes) Winterfest sein.

    Das Julfest ist ein altgermanisch-keltisches Fest zur Wintersonnenwende am 21. oder 22. Dezember. An diesem Tag wurde die Rückkehr von Sonne und Licht ausgiebig gefeiert.

    Die Feier war den Göttern der germanischen Mythologie gewidmet. Wotan, der Gott des Todes, besuchte die Erde. Man feierte auch Njord und Freya, die Götter der Fruchtbarkeit und des Überflusses. Es wurden Feuer angezündet, um die Geister der Dunkelheit zu vertreiben und die Sonne zurückzurufen.

    Der Begriff „Jul“ stammt aus dem nordischen und bedeutet “Rad des Lebens”. In Skandinavien findet das Weihnachtsfest auch heute noch unter dem Namen Julfest statt, wobei der geschmückte Tannenbaum und auch die Geschenke dem germanisch-nordischen Brauch entnommen wurden.

    So ist auch der Julkranz älter, als erwartet.

    Interessant ist seine Umkehrung. Man geht davon aus, dass es 6 Kerzen waren, die angezündet wurden.. Woche für Woche löschten die Menschen ein Licht bis kurz vor der Sonnenwende, wo dann nur noch eine Kerze brannte. Dies war als Bitte des Julfeuers zur Rückkehr der unbesiegten Sonne zu deuten.

    Im Verlauf der Geschichte…

    hatte der evangelische Theologe Johann Hinrich Wichern (1808-1881) im Jahr 1839 die zündende Idee und bestückte ein Wagenrad aus Holz mit 23 echten Kerzen – vier große weiße Kerzen und 19 kleine rote. Und wie es weitergeht, ist bekannt. Heute sind es vier Kerzen, die wir Woche für Woche auf unseren liebevoll gestalteten Kränzen anzünden.

    Doch sollten wir uns dabei immer an das Brauchtum unserer Vorfahren erinnern. Denn dort liegen unsere wahren Ursprünge.

    Und womit ist ein Julkranz geflochten? Zumeist aus immergrünen Zweigen wie Buchsbaum, Eibe, Fichte, Tanne, Stechpalme, Kiefer, Efeu, Wacholder, denen man schützende und heilende Kräfte zuschreibt.

    Was hat es mit Julkotz auf sich?

    Der Julklotz (aus Eichen- oder Eschenholz) wurde um die Zeit der Wintersonnenwende am Herdfeuer entzündet, und es brachte Segen, ihn während der Rauhnächte am Brennen zu halten.

    Übrigens: Für den Stamm der Normannen (Wikinger) dauerte das Julfest einen ganzen Monat lang. Im Langhaus wurde das Feuer entzündet, Freunde und Familie kamen bei gutem Essen und Trinken zusammen. Sie nannten es „Jol“, wie den Wein, den sie zum Fest tranken.

    Den dritten Wintermonat, er dauerte von Mitte Dezember bis Mitte Januar gab es kräftiges und fetthaltiges Essen. Man nannte es „Molke-Sauger“.

    Gefundene Gegenstände deuten zudem darauf hin, dass sich die Menschen zu solchen Festen mit großen Schmuckstücken in kräftigen Farben schmückten.

    ——————————————

    Fotos: Pixabay /Celticgarden

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  • Geschichten zur deutschen Sprache unter dem Einfluss sprachlicher Amerikanisierung

    November 27th, 2023

    Wer hat’s gewusst? Deutsch wäre die eigentliche Weltsprache, oder fast geworden

    … und dann geschah Folgendes:

    1790 stimmte das Parlament des Staates Pennsylvania „angeblich“ darüber ab, ob Deutsch zur offiziellen Landessprache erklärt werden sollte. Der Sprecher des Parlamentes, der Deutsch-Amerikaner Frederick Augustus Conrad Mühlenberg, soll die entscheidende Stimme für Englisch und gegen Deutsch abgegeben haben.

    Zu dieser Zeit stellten die Deutschen die größte Einwanderergruppe (Übersiedler) überhaupt.

    Und so brachte im Januar 1794 eine Gruppe deutscher Einwanderer aus Virginia die Bitte in das Repräsentantenhaus ein, Gesetzestexte auch in deutscher Sprache zu veröffentlichen. Zur Begründung hieß es, es würde den neuen Bürgern damit leichter fallen, sich in Amerika zurechtzufinden.

    Der Antrag wurde an den Hauptausschuss überwiesen. Dort kam es schließlich zur Abstimmung. 41 Mitglieder votierten mit Ja, 42 mit Nein. Frederick Muhlenberg, dessen Vater noch in Einbeck im heutigen Niedersachsen geboren worden war, hatte es zum ersten Sprecher des Repräsentantenhauses gebracht. Er enthielt sich der Stimme. In der Debatte zuvor hatte er sich aber ablehnend geäußert: „Je schneller die Deutschen (zu denen auch Bewohner aus dem Habsburger-, dem Zarenreich und dem Alpen- und Balkanraum zählten) das Englische erlernen würden, des schneller würden sie sich in den USA eingewöhnen.“

    Bei den Deutschstämmigen wurde die Abweisung ihrer Petition als Zurückweisung berechtigter Wünsche empfunden.

    Deutsch wäre also fast zur Weltsprache geworden. Es waren damals nur wenige Stimmen, die „fehlten“. Um genau zu sein: eine!

    Und was hat es mit Frederick Muhlenberg auf sich?

    Während seiner Amtszeit als Redner war Muhlenberg der erste, der die Bill of Rights unterschrieb, doch seine Abstimmung über den umstrittenen Jay-Vertrag erwies sich als sein Scheitern. Muhlenberg verlor danach ein Wiederwahlangebot und seine nationale politische Karriere war beendet.

    Aber seine „legendäre“ Rolle bei der Verhinderung der Annahme von Deutsch als Amtssprache der Vereinigten Staaten gewann im Laufe der Jahre an Bedeutung.

    Bereits deutschstämmige Autoren haben in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts Muhlenberg als den Schurken des Stücks identifiziert. Denn der eloquente Pfarrer verweigerte offensichtlich seinen Landleuten die nötige Unterstützung; es soll sogar seine Stimme gewesen sein, die ihre Petition zu Fall brachte. Am Ende ergab die Abstimmung im zuständigen Hauptausschuss 41 zu 42 Stimmen. Damit war der Vorstoß gescheitert.

    Man darf also zurecht die Annahme vertreten, das Muhlenberg so gehandelt hat, um eine Resolution des Kongresses zu blockieren, die Deutsch zur Nationalsprache gemacht hätte.

    Übrigens, das Argument, mit dem Muhlenberg seine Haltung verteidigte, lautete wie folgt: „Je eher die Deutschen Amerikaner werden, desto besser ist es“, erklärte er unumwunden. Das beste Mittel dafür aber sei das Erlernen der englischen Sprache.

    Und nun spinnen wir das mal weiter.

    Ein Deutsch sprechendes Amerika wäre vermutlich nicht an der Seite der Entente in den Ersten Weltkrieg eingetreten. Richtig?

    Auch hätte sich die Sprache der Dichter und Denker, also unsere deutsche Sprache, als Verkehrssprache behauptet.

    Aber es gab genügend, die das zu verhindern wussten (nur als Beispiel):

    „Nur wenige ihrer Kinder lernen Englisch“, klagte ein Zeitgenosse über die Deutschen, darunter auch Einwanderer aus Österreich, der Schweiz, den Niederlanden oder Russland. „Sie importieren viele Bücher aus Deutschland … Die Schilder in unseren Straßen sind in beiden Sprachen gehalten, manchmal sogar nur in Deutsch“, schrieb kein Geringerer als Benjamin Franklin. Und er sah voraus, dass „sie uns bald zahlenmäßig überlegen sein“ werden, sodass all die Vorteile, die wir haben … nicht ausreichen werden, um unsere Sprache zu erhalten. Auch unsere Regierung“, warnte er, „gerät dadurch ins Wanken.“

    Von der deutschen Sprache haben sich nur noch Spurenelemente erhalten, wozu vor allem die beiden Weltkriege beigetragen haben. Für die Generation von Mark Twain war es noch ganz selbstverständlich, ihre Kinder das Deutsche als Sprache der höheren Bildung erwerben zu lassen.

    ———————–

    Die massiven Einflüsse des Amerikanischen auf das Deutsche begannen nach dem Ersten Weltkrieg. Bereits für die Zwischenkriegszeit konstatierte ein auf die Reinheit der deutschen Sprache bedachter Zeitgenosse abwertend einen »Amerikafimmel«.

    Nach 1945 verstärkten sich diese Einflüsse. Deutschland war besiegt, der Text der Kapitulationsurkunde spiegelte die politische – und damit sprachliche – Wirklichkeit wider: »Diese Urkunde ist in russischer, englischer und deutscher Sprache ausgestellt. Nur der russische und englische Text ist maßgebend.«

    Die USA waren die dominierende Besatzungsmacht des Westens – ihre Präsenz in wichtigen Bereichen des öffentlichen Lebens bereitete die Amerikanisierung der deutschen Sprache vor: »Die Anwesenheit einer großen Zahl amerikanischer Soldaten und Zivilisten auf deutschem Boden; die Herausgabe einer überregionalen Zeitung {Die N e u e Z eitung) durch die Amerikaner für die Dauer mehrerer Nachkriegsjahre; die Verbreitung amerikanischer Filme, Songs, Zeitschriften, Taschenbücher und Theaterstücke …

    Die Amerikanisierung der deutschen Sprache dehnte sich rasch auf nahezu alle Lebensbereiche aus: Musik, Börse/Wirtschaft/Bank/Finanzwesen, Mode/Bekeidung/Textilien”, Kosmetik’, Sport/Fitness,, Flugverkehr/Touristik/Reisen , Hifi/Video/TV ‚, Unterhaltungswesen, Film sind sprachliche Referenzbereiche mit besonders hoher Frequenz gerade in den ersten beiden Nachkriegsjahren.

    ———————————-

    Quelle

    A. ]. F. Ziegelschmid, Englisch-amerikanischer Einfluß auf den Wortschatz der deutschen Sprache der Nachkriegszeit, in: Journal o f English and Gemanic Philology, 34/1, 1935,24-39, 25.

    B. Kämper, die Amerikanisierung

    Muttersprache

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  • Gregor VII. (1073-1085)

    November 26th, 2023

    In der Reihe „Deutsche Geschichte“ nach Albert Thümmel und in Fortsetzung an den Fränkischen (Salischen) Kaiser Heinrich IV, richten wir in diesem Teil unsere Aufmerksamkeit auf Gregor VII. (römischer Papst), und damit zur Überleitung des gewaltigen Kampfes zwischen Staat und Kirche (Investiturstreit). Zudem gehen wir dann noch näher auf den „Gang nach Canossa“ ein, den Bußgang, welchen ich bereits im letzten Beitrag zu Heinrich IV. erwähnte.

    Gregor VII. (1073-1085)

    Gerade jetzt besaß die Kirche den Mann, der gewillt und fähig war, die Ideen von Cluny zu verwirklichen. Das war Gregor VII.

    In seiner kleinen Gestalt mit den bleichen Gesichtszügen lebte eine Feuerseele. Als Mönch Hildebrand war er einst im Kloster Cluny gewesen und hatte dessen Geist in seiner ganzen Fülle in sich aufgenommen. Als Kardinal in Rom hatte er dann den größten Einfluss auf die Leitung der Kirche ausgeübt. Er war es gewesen, der 1059 den ersten großen Schritt getan hatte zur Befreiung des päpstlichen Stuhls von der Kaiserkrone, indem er den Papst bewog, die Papstwahl neu zu ordnen, sie unabhängig zu machen, von weltlicher Gewalt, im besonderen von der des Kaisers.

    Sein höchstes Ziel war die Verwirklichung des Gottesreiches auf Erden unter Leitung des Papstes. , Dieser, als der Stellvertreter Christi auf Erden, soll die Brücke bilden zwischen Diesseits und Jenseits. Mit Energie verfolgte er diese Ideen, als er selbst als Gregor VII. den päpstlichen Stuhl bestieg. Das geschah im Jahr 1030, als Heinrich schon in schweren Verwicklungen mit den Sachsen stand.

    Sogleich erließ er zwei wichtige Verfügungen, durch welche die unbedingte Herrschaft der Kirche aufgerichtet werden sollte: Das Gebot für alle Priester, ehelos (caelebs) zu bleiben (Zölibat), und das Verbot für alle Geistlichen , die kirchliche Würde aus der Hand eines Laien zu empfangen (Verbot der Laieninvestitur). Hätte Gregor dieses Verbot völlig durchgesetzt, so wären auch alle Bischöfe und Äbte, also ein großer Teil der Reichsfürsten, samt ihren Gebieten der Oberhoheit des Königs entzogen worden und in unmittelbare Abhängigkeit vom Papst geraten. Bei einer solchen Umwälzung hätten das Reich und die Königsherrschaft nicht bestehen können. Der König musste daher alles aufbieten, um dies zu verhindern. So kam es zu jenem langwierigen „Investiturstreit“.

    ——————————————

    Die Leitsätze (Dictatus Papae) des Gregor VII. , erlassen 1075 und der Versuch/Beginn das Christentum in eine totalitäre Diktatur zu verwandeln:

    1. Dass die römische Kirche vom Herrn allein gegründet worden ist.
    2. Dass allein der römische Papst mit Recht universal genannt wird.
    3. Dass er allein Bischöfe absetzen und wieder einsetzen kann.
    4. Dass sein Gesandter auf einem Konzil den Vorrang vor allen Bischöfen hat, auch wenn er einen niedrigeren Weihegrad hat, und dass er gegen sie ein Absetzungsurteil fällen kann.
    5. Dass der Papst Abwesende absetzen kann.
    6. Dass wir mit von ihm Exkommunizierten unter anderem nicht in demselben Haus bleiben dürfen.
    7. Dass es allein ihm erlaubt ist, entsprechend den Erfordernissen der Zeit, neue Gesetze zu erlassen, neue Gemeinden zu bilden, ein Kanonikerstift zur Abtei zu machen und umgekehrt, ein reiches Bistum zu teilen und arme zu vereinigen.
    8. Dass er allein die kaiserlichen Herrschaftszeichen verwenden kann.
    9. Dass alle Fürsten nur des Papstes Füße küssen.
    10. Dass in den Kirchen allein sein Name genannt wird.
    11. Dass dieser Name einzigartig ist auf der Welt.
    12. Dass es ihm erlaubt ist, Kaiser abzusetzen.
    13. Dass es ihm erlaubt ist, bei dringender Notwendigkeit Bischöfe von einem Sitz zum anderen zu versetzen.
    14. Dass er jeden beliebigen Kleriker aus allen Diözesen weihen kann.
    15. Dass ein von ihm Geweihter einer anderen Kirche vorstehen, aber ihr nicht dienen kann; und dass er von einem anderen Bischof keinen höheren Weihegrad annehmen darf.
    16. Dass keine Synode ohne sein Geheiß universal genannt werden darf.
    17. Dass kein Rechtssatz und kein Buch ohne seine Autorisierung für kanonisch gilt.
    18. Dass sein Urteilsspruch von niemandem widerrufen werden darf und er selbst als einziger die Urteile aller widerrufen kann.
    19. Dass er von niemandem gerichtet werden darf.
    20. Dass niemand es wage, jemanden zu verurteilen, der an den apostolischen Stuhl appelliert.
    21. Dass die wichtigen Streitfragen jeder Kirche an ihn übertragen werden müssen.
    22. Dass die römische Kirche niemals in Irrtum verfallen ist und nach dem Zeugnis der Schrift niemals irren wird.
    23. Dass der römische Bischof, falls er kanonisch eingesetzt ist, durch die Verdienste des heiligen Petrus unzweifelhaft heilig wird, nach dem Zeugnis des heiligen Bischofs Ennodius von Pavia, dem viele heilige Väter beistimmen, wie aus den Dekreten des heiligen Papstes Symmachus hervorgeht.
    24. Dass es auf sein Geheiß und mit seiner Erlaubnis Untergebenen erlaubt ist Klage zu erheben.
    25. Dass er ohne Synode Bischöfe absetzen und wieder einsetzen kann.
    26. Dass nicht für katholisch gilt, wer sich nicht in Übereinstimmung mit der römischen Kirche befindet.
    27. Dass er Untergebene vom Treueid gegenüber Sündern lösen kann.

    ——————–

    Quelle Leitsätze Wikipedia.

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