Weiter geht’s mit den Fränkischen (Salischen) Kaisern
Heinrich, der mit 22 Jahren zur Regierung kam, war zwar äußerlich ganz das Ebenbild seines Vaters, aber eine völlig andere Natur. In Gegensatz zu der gesunden, kräftigen, lebenssprühenden Laiennatur des Vaters war er ein durch und durch kirchlich gesinnter Mann.
Nie setzte er die Krone auf das Haupt, ohne vorher Buße getan zu haben. er fühlte sich von Gott berufen, die christliche Kirche, die damals in Verfall geraten war, zu erheben und zu bessern, die Wildheit und Rohheit der Zeit durch strenge Zucht im Zaum zu halten. Er war dabei ganz erfüllt, von dem ernsten, strengen Geist des burgundischen Klosters Cluny und des Ordens, der von dort ausgegangen war. Dieser Cluniazenserorden stellte zunächst eine strenge Klosterzucht her.
Dann aber war er bestrebt, die Kirche ganz allgemein von den eingerissenen Missbräuchen zu reinigen und sie von staatlicher Gewalt unabhängig zu machen. Die Folge dieser Reformen, die Heinrich begünstigte, musste das Bestreben des Papsttums sein, sich von der weltlichen Macht dem Kaisertum, zu befreien.
Es war der große Lebensirrtum Heinrichs III., dass er glaubte, die Kirche im Sinne der Reformparteien umgestalten und trotzdem die alte Herrschaft über sie behaupten zu können. So hat sich die Machtverschiebung zwischen Kaisertum und Papsttum schon zu seinen Lebzeiten angebahnt, wenn sie auch noch nicht in Erscheinung trat. Denn er selbst hat als Kaiser auch noch die volle Gewalt, auch über das Papsttum beansprucht und jederzeit behauptet.
So setzte er einmal auf der Kirchenversammlung von Sutri 1046, alle drei Päpste, die damals um die Herrschaft stritten, ab und erhob einen deutschen Bischof zum Papst. Er allein entschied über die Besetzung des päpstlichen Stuhles.
Leider hat Heinrich III. die nationale Politik, die sein Vater so glücklich eingeleitet hatte – Erblichkeit der Krone und Schwächung der Teilgewalten zugunsten der Zentralgewalt – nicht fortgesetzt. Er war vielmehr wieder zu einer weltweiten Kaiserpolitik übergegangen und vernachlässigte darüber die Festigung seiner Macht als deutscher König.
Zum Unglück für das deutsche Volk, starb Heinrich im 39. Lebensjahr, als sein Sohn erst sechs Jahre alt war. Unter ihm hatte das Reich seine größte Ausdehnung erlebt.
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Unter Heinrich IV. ging die verhängnisvolle Saat auf, die sein Vater Heinrich III. – ohne es zu wissen oder gar zu wollen – gesät hatte. Darüber lesen wir dann morgen Abend.
In der Reihe „Deutsche Geschichte“ nach Albert Thümmel bricht nun die Zeit der Fränkischen (Salischen Kaiser) an.
Heinrich II. war ohne Nachkommen gestorben. Als sein Nachfolger wurde Konrad aus dem Geschlecht der salischen Franken gewählt, Urenkel einer Tochter des großen Otto.
Konrad II. (1024-1039)
Konrad, ein hochgewachsener, langbärtiger Mann von 34 Jahren, erwies sich als die entschlossenste und willenskräftigste Herrschergestalt des deutschen Mittelalters. Seine Regierungszeit bedeutet den Höhepunkt des mittelalterlichen Kaisertums. Das erkannten bereits seine Zeitgenossen. Sie verglichen ihn mit Karl dem Großen und prägten das Wort: An Konrads Sattel hängen Karls Bügel“.
Konrad II. erwarb sich rasch das Vertrauen des ganzen Volkes – als gerechter Richter sowie als hervorragender Feldherr und Staatsmann. Im Innern festigte er den Zusammenhalt des Reiches durch eine kluge Maßregel: Um der Übermacht der Großen zu steuern, aberkannte er die Erblichkeit aller Lehen in männlicher Linie, auch der kleineren.
Dadurch machte er diese unabhängig von ihren unmittelbaren Herren, den großen Lehensträgern des Reiches, und gewann ihn ihnen eine wertvolle Stütze für das Königtum. Über die Kirche gebot er in selbstherrlicher Oberhoheit.
Die im Innern gesammelte Kraft wirkte auch nach außen. Im Osten wurden die Verluste der letzten Zeit wieder eingebracht – Polen und Böhmen wurden lehensabhängig – und im Westen gewann er das Königreich, das seinem Vorgänger von dem letzten König als Erbe versprochen worden war. Das „Heilige Römischen Reich“ umfasste von nun an drei Königreiche: Deutschland, Italien, Burgund. Auch erneuerte er die Herrschaft über ganz Italien sowie über das Papsttum und ließ sich in Rom zum Kaiser krönen.
Da es Konrad II. schon bald nach seinem Regierungsantritt gelungen war, seinem hochbegabten Sohn Heinrich die Thronfolge zu sichern, schien es, als sei für Deutschland ein Zeitalter gesicherter Entwicklung zur erblichen Monarchie angebrochen, zumal er diesen Sohn schon frühzeitig in Politik und Kriegführung eingeweiht hatte.
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Morgen setzen wir dieses Kapitel der Fränkischen (Salischen) Kaiser mit Heinrich III. (1039-1056), der mit 22 Jahren zur Regierung kam, fort.
Nun kommen wir also zu diesen schmutzigen und niederträchtigen Charakteren in der Geschichte: Lenin macht den Anfang. Und ich muss gestehen, ich bin selbst überrascht, dass ich auf eine derart hohe Wortzahl kommen konnte.
Zumal es mir wirklich schwerfällt, diesem Schwerverbrecher überhaupt eine Zeile zu widmen. Doch müssen wir sie kennenlernen, diese „Figuren, die einst ihr Unwesen trieben, die Fäden zogen und den Grundstein für all das legten, was uns heute noch widerfährt.
Denn, wenn man die Vorgeschichte kennt, dann fällt es einem wie Schuppen von den Augen, was hier und heute stattfindet.
In meiner Kindheit /frühen Jugend sorgten solche Personen (wie Lenin) für entsprechendes Konfliktpotenzial. In den Schulen der ehemaligen DDR wurde die Person Lenin verherrlicht, und daheim war es genau anders herum. Ich bin quasi „zweisprachig aufgewachsen“. Und daher musste ich immer gut aufpassen, was ich von dem Wissen meiner Eltern tatsächlich hinaustragen kann, und was, für mich behalten. Wobei meine Mutter stets einem Credo folgte: „Man muss seinen Mund schon aufmachen, wenn etwas ungerecht wird!“
Für mich war es somit unbegreiflich, wie sich in der BRD Parteien wie PDS oder Linke etablieren konnten. Noch heute sitzen sie im Bundestag und treiben von dort aus ihr Unwesen.
Wir hangeln uns also weiter, entlang dieses berühmten roten Fadens. Diesem Faden, gesponnen, von Personen mit einem erschütternd minderheiten- und menschenverachtenden Weltbild. Umso wachsamer sollten wir sein. Doch nun genug des Vorworts.
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Mancher erinnert sich vielleicht noch an den „Schlagabtausch“ im Zusammenhang mit „das eine Prozent der Reichen“ Das ist auch noch gar nicht solange her.
Auf die Schnelle, eine kurze Szene aus der Strategiekonferenz der Linkspartei in Kassel
Die Aussage stammt aus März 2020. „Energiewende ist auch nötig nach ’ner Revolution. Und auch wenn wir das eine Prozent der Reichen erschossen haben, ist es immer noch so, dass wir heizen wollen, wir wollen uns fortbewegen. Na ja, is‘ so!“ Der Parteivorsitzende Bernd Riexinger, der auf der Bühne sitzt, reagiert nur mit einem einzigen Satz: „Ich möchte nur sagen: Wir erschießen sie nicht, wir setzen sie schon für nützliche Arbeit ein.“ Der Saal reagiert mit Beifall und Lachen.“
Auch im Strafvollzug der Stalin-Zeit spielte die Idee der Besserung und Umerziehung der Inhaftierten durch „gesellschaftlich nützliche Arbeit“ eine große Rolle.
Solches Gedankengut aus den Reihen der „Linken“ ist nicht unbekannt. Wobei ich Begrifflichkeiten wie „Linke“ oder „Rechte“ eher vermeiden möchte. Längst sind sie überholt und bedienen lediglich ein Klischee, dass über Jahrzehnte hinweg in die Köpfe gehämmert wurde und sich dort fest verankern konnte. Mittlerweile (oder schon immer?) erstreckt sich diese Gesinnung über das gesamte Feld, dass uns zu beherrschen versucht.
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Wer war Lenin? (Auszug aus LEMO)
22. April 1870: Lenin wird als Wladimir Iljitsch Uljanow in Simbirsk (ab 1924: Uljanowsk; inzwischen zurückbenannt) als Sohn eines in den Adel aufgestiegenen Schulinspekteurs und einer Gutsbesitzertochter geboren.
1879-1887: Am Gymnasium in Simbirsk beschäftigt sich Lenin bereits mit marxistischen Schriften. Sein Bruder Alexander wird wegen eines geplanten Attentats auf den Zaren verhaftet und gehängt (1887). Danach schließt Lenin sich der revolutionären Bewegung an. (einigen Schriften ist zu entnehmen, dass ihn der Tod seines Bruders eher kaltlässt. Während sein Bruder Alexander gehängt wird, legt Wladimir in Simbirsk als Bester seines Jahrgangs das Abitur mit Goldmedaille ab).
1891-1893: Rechtsanwalt in Samara
• 1893: Übersiedlung nach St. Petersburg, wo er neben seiner Anwaltstätigkeit in der revolutionären Bewegung mitarbeitet und Kontakt zu führenden Sozialdemokraten aufnimmt.
• 1895
Zusammen mit Julij Martow (1873-1923), dem späteren Menschewikenführer, gründet Lenin den „Kampfbund zur Befreiung der Arbeiterklasse“, einen der Vorläufer der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Russlands (SDAPR).
• 1895-1900
Wegen politischer Agitation verbringt er zwei Jahre im Gefängnis und drei Jahre in sibirischer Verbannung. Auch dort verfasst er weiterhin revolutionäre Propagandaschriften.
• 1900
Im Exil in Westeuropa beteiligt er sich an der Gründung der für Russland bestimmten Zeitung „Iskra“, in der er sein Konzept einer revolutionären Kaderpartei beschreibt. Er benutzt von nun an den Decknamen Lenin.
• 1903
Auf dem zweiten Parteikongress der SDAPR in London kann Lenin seine Parteikonzeption durchsetzen. Die Partei spaltet sich daraufhin in die von ihm geführten Bolschewiken und die Menschewiken unter Martow, die eine Massenbasis anstreben.
• 1905
Während der revolutionären Streik- und Protestbewegung kehrt Lenin nach Russland zurück und befürwortet einen bedingungslosen Kampf gegen den Zaren. Nach der Niederschlagung geht er erneut ins Exil.
• 1912
Nach der Bildung einer revolutionären Kadertruppe trennt Lenin die Bolschewiken als eigenständige Partei endgültig von der Sozialdemokratie ab. Er leitet die neugegründete Parteizeitung „Prawda“ und beruft Josef W. Stalin in das Zentralkomitee.
• 1914-1917
Lenin lebt im Exil in der Schweiz. Auf den europäischen Kriegskonferenzen der linken Sozialisten kann er sich mit seiner Forderung einer „Umwandlung des Krieges in einen Bürgerkrieg“ nicht durchsetzen.
• 1916
In seiner Schrift „Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus“ entwickelt er die Lehre von der unvermeidlichen Selbstauflösung der westlichen Industriestaaten.
Lenin ist mit diesem “seinem” Versuch auf jeden Fall weltbekannt geworden – hingegen die Hunderttausenden Toten, die seine ersten drei Herrschaftsjahre zurückließen, kaum oder gar nicht.
Wie Gewalt zur „Lokomotive der Geschichte“ wird
„Lenin war ein Terrorist. Die Oktoberrevolution war eine Konterrevolution. Aber noch immer verehrt man in Russland die Henker. (und nicht nur dort) Noch immer gelten die „weißen Armeen“, die im Bürgerkrieg gegen die Bolschewiki gekämpft haben, als Verräter…“, so schildert es Alexander Jakowlew in einem Interview mit der TAZ vom 16.12.2004.
Weiter erklärt er: Es war eine Tragödie, dass die Bolschewiki gewonnen haben. „
„Viele meinen, Lenin war ein Idealist, der von den Umständen zu übertriebener Härte gezwungen wurde.
Lenin hat das Land mit Terror überzogen. Geiselnahmen, Massenerschießungen – das hat alles er eingeführt. Stalin hat einen einzigen wahren Satz gesagt: „Ich bin nur ein treuer Schüler Lenins.“ Damit hatte er Recht.
War Lenin verrückt? Vielleicht war er vom Wahnsinn befallen, aber ein Paranoiker war er ganz sicher. Ein gesunder Mensch kann gar nicht dauernd Befehle geben, die lauteten: „Sofort aufhängen“, oder „sofort erschießen“. Bauern, die den Schnee nicht weggeräumt haben, ließ er hinrichten. Kann ein normaler Mensch solche Beschlüsse fassen?“
Und nun stelle man sich vor, diesem erbärmlichen Wesen setzt man ein Denkmal.
Man soll es nicht für möglich halten, und doch steht es da, gut sichtbar für jedermann: das Denkmal von Marx und Lenin in Gelsenkirchen.
Vielleicht hätte man den Sockel besser als ein riesiges Menschen- und Leichenknäuel darstellen sollen. Im wahrsten Sinne fußte auf diesem Lenins Herrschaft, ein weithin sichtbarer Leichenhügel. Oder auch eine imposante Schädelpyramide wäre doch denkbar, angesichts des millionenfachen Leids, von dem doch die ganze Welt weiß. Oder nicht?
Dann werfen wir doch noch schnell einen Blick auf die „Errungenschaften und Taten“ dieses „ehrenwerten“ Mannes… und die seiner Vorgänger und Nachfolger
„Das sind stumm schreiende Kreaturen – Männer, Frauen, Kinder, Ungeborene(!), Soldaten, Arbeiter und Bauern, denen vor dem Tod Körper-/Geschlechtsteile abgeschnitten wurden, deren Arme und Beine gebrochen, die gepfählt, gekreuzigt, mit Säbeln zerhackt, lebend in Hochöfen, “einfach” lebendig begraben, oder lebendig neben einer Leiche im Sarg begraben wurden, deren Hände zu Folterzwecken erst überbrüht und dann gehäutet wurden, die ertränkt, gehängt, erschossen, von Ratten bei lebendigem Leibe zerfressen oder von den eigenen Angehörigen nach dem Tode aus blankem Hunger aufgegessen wurden“.
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In seinem Buch „Der rote Terror – die Geschichte des Stalinismus, fasst es Jörg Baberowski wie folgt zusammen:
Wenige Monate später weiteten die Bolschewiki ihren Terror auf streikende Arbeiter und renitente Bauern aus, ließen Oppositionelle verhaften und erschießen.
Die Bolschewiki zelebrierten einen Gewaltkult…
Ihr Gewaltkult stand in einer Tradition, die aus dem Glauben an die Macht der Gewehrläufe schöpfte.
Bereits in den Jahren der ersten russischen Revolution (1905) hatte sich die radikale Intelligenzija, Sozialrevolutionäre, Anarchisten und Sozialdemokraten mit Psychopathen, Kriminellen und Räubern geschmückt.
Unter solchen Umständen aber wurde die Gewalt zum Selbstzweck.
Kriminelle, Holigans und psychisch Kranke – aus diesem Kreis rekrutierte die Tscheka ihren Nachwuchs. Musikorchester spielten auf, während Tschekisten ihre Opfer töteten.
Die Opfer wurden in siedendes Wasser geworfen, gehäutet, gepfählt, bei lebendigem Leib verbrannt oder begraben oder in winterlicher Kälte nackt auf die Straße getrieben und mit Wasser übergossen, bis sie zu Eissäulen erstarrten.
In Penza liess der Vorsitzende der Tscheka, ein psychisch kranker Mann, die Opfer in Säcke einnähen und in Eislöcher werfen.
Bis zum Sommer 1918 herrschte in den großen Städten, in denen die Bolschewiki die Macht ergriffen hatten, die Lynchjustiz des Pöbels.
Wenn Lenin von Insekten und Ungeziefer (…) sprach, von Adligen, die deportiert und erschossen werden müssten, dann wurde das von den Bauern als Aufforderung verstanden, jeden, den sie für einen Fremden hielten, aus ihrer kleinen Welt zu eliminieren.
Am 5. September 1918 gab die Regierung die Einrichtung von Konzentrationslagern (konkaver) bekannt.
In Moskau wurden 25 ehemalige zaristische Offiziere und 765 sogenannte Weißgardisten erschossen. Lenin selbst zeichnete die Listen mit den Namen der Opfer ab.
Auf der Halbinsel Krim … ein Drama apokalyptischen Ausmaßes: 50.000 zurückgebliebene Flüchtlinge wurden von Soldaten der Roten Armee ermordet. – 12.000 an einem einzigen Tag…
Die Bolschewiki gekannten sich zu ihren Taten, jede Tötungsaktion musste in der kommunistischen Presse bejubelt … werden. Lenin selbst trieb die Schergen der Tscheka zu Höchstleistungen bei der Vernichtung der Feinde an. Lenin sandte genaue Anweisungen …: “
Massenterror einführen, Hunderte von Prostituierten erschießen und deportieren lassen.”
200 Streikende (in den Putilov-Werken in Petrograd – eigene Anm.) wurden ohne Verfahren erschossen (nachdem Lenin erfolglos versucht hatte, eine Streik persönlich zu schlichten – eigene Anm.)
Lenin an das Parteikomitee von Penza im August 1918: “nicht weniger als hundert Kulaken, Reiche, Blutsauger (sollen) aufgehängt werden.”
Lenin war ein bösartiger Schreibtischtäter, der menschliche Tragödien und Elend ignorierte.
Lenin und Trotzkij sahen in russischen Arbeitern rückständige, barbarische Kreaturen. Arbeiter, die desertierten, wollte Trotzkij in Strafbatallione oder Konzentrationslager verschicken lassen.
Trotzkij: Die Sklavenwirtschaft sei zu ihrer Zeit produktiv gewesen. Unter den russischen Bedingungen sei sie unverzichtbar.
Das neue Russland war ein Land des Terrors.
In den Exzessen des Bürgerkrieges wurde der Stalinismus zur Welt gebracht.”
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Und Orlando Figes beschreibt in seiner „Tragödie eines Volkes, 1998, wie folgt:
“Lediglich die spanische Inquisition konnte es mit der Erfindungsgabe der Foltermethoden der Tscheka aufnehmen.”
Beispiele von bevorzugten Foltermethoden örtlicher Tscheka-Einheiten:
Charkow: Hände der Opfer verbrüht, anschliessend Haut abgezogen.
Zariyzn: Knochen von Armen und Beinen der Opfer zersägt.
Woronesch: Opfer in nägelbewehrten Fässern gerollt
.
Armawir: Schädel mit Lederriemen und Bolzen zertrümmert.
Kiew: Ratten in Käfig an menschlichen Körpern befestigt und erhitzt, so dass sich die Ratten zu befreien versuchten, indem sie sich durch die Eingeweide der Opfer hindurchfraßen.
Odessa: Opfer langsam in Kessel mit siedendem Wasser hineingelassen.
Odessa: Kreuzigungen aus persönlicher Rache
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„Das Regime hatte zig Millionen Todesopfer geopfert. Um so unverständlicher ist es, wenn heute noch in Deutschland Personen geehrt und gewürdigt werden, die eben diese Sowjetherrschaft nach dem Ersten Weltkrieg auch im Deutschen Reich durchsetzen wollten.
Übrigens: Zu diesen gehören Karl LIEBKNECHT und Rosa LUXEMBURG, die 1919 das noch junge Pflänzchen der werdenden Weimarer Demokratie zerstören wollten. Ihre Gedächtnisstätte in Ostberlin ist vor allem zu den Jahrestagen ihres Todes Treffpunkt Zehntausender von Kommunisten. In West-Berlin wurde Rosa LUXEMBURG Anfang 1988 unter der CDU-Regierung ein Denkmal gesetzt.“
„Das sollte doch zu denken geben. Das die beiden Kommunisten Luxemburg und Liebknecht die Hauptschuld daran tragen, dass 1919 bei dem Putschversuch auf beiden Seiten viele Opfer zu beklagen waren, wird auch heute noch verdrängt. Nach über acht Jahrzehnten pilgern immer noch Zehntausende zu der Gedächtnisstätte – die ursprünglichen Gräber sind nicht mehr vorhanden; sie wurden im Krieg zerstört – mit unterschiedlichen Motiven und Flugblättern, auf denen unter anderem »das gottverdammte Deutschtum zur Hölle« gewünscht (1999) oder Massenmörder wie LENIN und STALIN als Idole gezeigt werden.
Das zeigt deutlich, dass der Marxismus und die Ideologie-Gläubigkeit auch nach dem Zusammenbruch des terroristischen Sowjetsystems noch nicht aus den Köpfen verschwunden sind.“
(übernommen von Hans Meiser, aus der große Wendig Kosiek/Rose)
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Quelle
Hans Hedrich, Politikwissenschaftler
Orlando Figes: Die Tragödie eines Volkes, 1998, S. 682:
Jörg Baberowski: Der rote Terror – Die Geschichte des Stalinismus (2004),
Weiter geht es dann in der nächsten Woche mit den Fränkischen (Salischen) Kaisern (1024-1125) Konrad II., Heinrich III., Heinrich IV. Gregor IV., über den Investiturstreit hin zu Heinrich IV. in Canossa, Heinrich V. und Lothar von Sachsen, und ab da die Staufischen Kaiser (1138-1254). Es bleibt also spannend.
Jetzt aber zurück zu Otto III., der sechzehnjährig zur Regierung kam, bestieg dann ein weltfremder Phantast den Thron- Zwar war er hochgebildet und von einer so umfassenden Gelehrsamkeit, dass man ihn das Wunder der Welt nannte; doch fühlte er sich mehr als Römer denn als Deutscher und träumte von einer Weltherrschaft: Italien und Deutschland sollten in einem Reich verschmolzen werden und Rom wieder der Mittelpunkt der Welt sein.
Bei solcher Unterschätzung und Missachtung aller praktischen Hinweise musste er scheitern. Schon begann sich der Widerstand gegen seine aussichtslose Politik sowohl in Deutschland als auch in Italien ernstlich geltend zu machen, da raffte im Jahr 1002 ein vorzeitiger Tod den 22jährigen dahin.
Verhängnisvoll wie sein Leben ward auch sein Tod für Deutschland. Mit ihm starb das Geschlecht der Sachsenkaiser aus, ein anerkannter Nachfolger war nicht da, und so trat wieder die Wahl an die Stelle des Erbrechts.
In dem gleichen Maße, wie dadurch die Stellung des Königtums geschwächt wurde, erstarkte die Macht der Stammesherzöge. Je mehr das Reich zum Wahlreich wurde, desto mehr vermochten sie sich in ihrem Land die Erbfolge zu sichern.
Gewählt wurde der Bayernherzog Heinrich, ein Urenkel Heinrichs I. Heinrich II. (1002-1024) war – im schärfsten Gegensatz zu seinem Vorgänger – ein echter Deutscher und ein tüchtiger Herrscher, der seine so eigenwilligen Landsleute verstand und richtig zu behandeln wusste.
Doch zu viel war im letzten Menschenalter versäumt worden, als dass er den Bau des Reiches in alter Stärke herstellen konnte. Was er leistete, konnte nur Stückwerk sein.
In mannigfachen Kämpfen verging seine Regierung. Beständig musste er in Bewegung sein, um bald hier, bald da das Reich zu schützen. In Italien geschah das nicht ohne Erfolg: selbst in Unteritalien vermochte er die deutsche Herrschaft wiederaufzurichten.
An der Ostgrenze jedoch konnte er das Erstarken des Slawentums nicht verhindern, dort bildete sich ein großes Polenreich. Immerhin: Ein Ende seiner Regierung (1024) hatte er von den zerrütteten Zuständen wenigstens so viel aufgeräumt, dass Raum geschaffen war, für einen neune Bau. Die Früchte seiner arbeitsreichen Regierung konnte er nicht mehr genießen.
„Er starb, als er den Frieden des Reiches gesichert hatte und nach langer Anstrengung und Arbeit dessen Früchte zu ernten begann“, schreibt treffend sein Biograf Wipo.
Persönlich war er ein frommer Mann, hielt die Kirche aber in straffer Abhängigkeit. Im Jahr 1007 gründete er das Bistum Bamberg. Im Dom zu Bamberg, seiner Lieblingsschöpfung, liegt er mit seiner Gemahlin Kunigunde begraben. Am Portal des Domes sind noch heute ihre Standbilder zu sehen.
Ausgelöst, durch die anstehende Verhandlung gegen Dr. Bianca Witzschel.
…und durch die, wie so oft daraus resultierende Erkenntnis, wie lange wir doch schon belogen, betrogen, hintergangen und über das Feld der Propaganda zum Narren gehalten werden. Und anders als in den Märchen, gab es nur in wenigen Fällen dieses „gute Ende“.
Ihr wisst schon: „Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute“… Von wegen.
Heute wissen wir ganz sicher:
Es war nicht diese vielbeschriebene Magie, von der jemals eine Gefahr ausgegangen ist.
Nein. Es war das Wissen, dass diese Menschen besaßen.
Es waren keine magischen Fähigkeiten, vielmehr waren es Bildung, Sachkenntnis und ein enormer Wissensschatz.
Und doch entfaltet „Der Hexenhammer“ eine schreckliche Kraft und fördert die kirchliche Hexenverfolgung. (Heute gibt es andere Namen dafür).
Hexen, Unholde, Zauberer und Wettermacherinnen – für Generationen waren sie totale Existenzbedrohung. Krankheit, Tod, sieches Vieh und Missernten – alles Hexenwerk. Sie sagten Gott ab und trieben Unzucht mit dem Teufel, flogen zum Hexensabbat und töteten ungetaufte Säuglinge. Theologen und Juristen hatten die theoretischen Voraussetzungen für den Wahn geschaffen, das Volk sie dankbar aufgenommen.
Und nun schauen wir uns doch mal um, wer heute in den Gefängnissen sitzt. Es sind nicht die Mörder oder Vergewaltiger, nein. Vielmehr sind es die, die es wagten das System zu kritisieren. Heute wie damals: finden sich dort aufrichtige Menschen, Ärzte, Wissenschaftler und viele andere, die aus ihrem Gewissen heraus gehandelt haben, und die es nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren konnten, gewisse Maßnahmen zu vertreten.
Es sind also die, die die Wahrheit nicht für sich behalten werden und wollen. Sie werden zu einer Gefahr. So wie einst die sogenannten „Hexen“ und Magier mit all ihrem Wissen. Denn sie besitzen dieses fundierte Wissen, dass den Mächtigen verdammt gefährlich werden kann.
Und sie waren bestrebt Leben zu schützen – damals wie heute.
„Otto II. (973-983) ergriff die Zügel der Regierung im jugendlichen Alter von 19 Jahren.
Bei umfassender Begabung und lebhaftem Geist, edler Gesinnung und hohem Mut fehlten ihm doch die ausdauernde Kraft und peinliche Sorgfalt des Vaters. Schon als Knabe gekrönt, war ihm seine Kaiserstellung etwas Selbstverständliches: er erkannte nicht, dass es noch auf lange hinaus galt, die gewonnene Stellung immer wieder zu festigen.
„Was du ererbt von deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen.“
Unmittelbar nach seiner Thronbesteigung erhoben sich von allen Seiten schwere Gefahren, die erste von Bayern, dass sich gegen die Autorität des jungen Kaisers auflehnte; ihrer wurde Otto gänzlich Herr.
Die nächste Gefahr kam von Frankreich, das den Augenblick für günstig hielt, sich Lothringens zu bemächtigen. Otto zog an der Spitze eines deutschen Heeres bis vor die Mauern von Paris und zwang den französischen König zum Verzicht.
Sodann musste er um die Mitgift seiner Gemahlin kämpfen, gegen die Griechen und gegen die Araber, die sich bereits Siziliens bemächtigt hatten und nun weiter vorwärtsdrangen. Nach anfänglichen Erfolgen erlitt er 982 eine vollständige Niederlage.
Damit ging nicht nur Unteritalien verloren, auch im übrigen Italien regten sich die Gegner der deutschen Herrschaft. Und vor allem: In ihrer Fernwirkung erschütterte sie den gesamten Bau des Reiches.
Auf die Kunde von seiner Niederlage brachen die Slawen und Dänen verwüstend über die Reichgrenzen herein, die Otto I. neu gesteckt hatte. Das ganze Land zwischen Elbe und Oder ging verloren und mit ihm das Christentum dort. Ehe Otto II. die schwere Scharte wieder auswetzen konnte, starb er – was das Schlimmste war – er hinterließ einen Sohn, der erst drei Jahre alt war, und auch später seinem ganzen Wesen nach, nicht fähig war, neu aufzubauen.
Schon unter der vormundschaftlichen Regierung der tüchtigen Mutter Theophano kam es zu langwierigen Kämpfen, doch behauptete sie sich. Nach ihrem Tod aber bedeutete die Regierung der Großmutter Adelheit einen Rückgang. Die königliche Macht zerbröckelte immer mehr gegenüber den Ansprüchen der Fürsten, und auch die Kirche steigerte ihren Einfluss.“
Doch es sollte noch schlimmer kommen:
In Otto III. (983-1002), der sechzehnjährig zur Regierung kam, bestieg dann ein weltfremder Phantast den Thron.
Im Anschluss an unseren Ausflug zur Hohensyburg „rollten“ wir nur wenige Kilometer weiter bis ins schöne Sauerland hinein und fanden einen herrlichen Platz am Hexenteich von Menden.
Es war schon später Nachmittag als wir eintrafen. In der aufkommenden Dämmerung und mit dem leichten Nebel, der sich über den See erstreckte, wirkte dieser Ort eigenwillig.
Die Atmosphäre wohltuend, romantisch, ja sogar idyllisch, trotz des Wissens, dass hier vor vielen Jahren unschuldige Frauen und Männer, angeblich der Hexerei überführt, ertränkt worden sein.
Die dunkle Vergangenheit wird durch wundersame Baumskulpturen untermauert. Auf den ersten Blick wirken sie wie Marterpfähle. Hand angelegt hat hier der serbische Künstler Mile Prerad. Ich verweilte einen Moment vor einer solchen Skulptur, die doch viel Raum zur Interpretation gab.
Nachdem wir uns entschlossen haben zu bleiben, zockelten die letzten Besucher zu ihren Autos. Ein junge Familie mit ihren Kindern lief an uns vorbei und es war so wundervoll ihnen zuzuhören. Offensichtlich noch eng mit der Sagenwelt verbandelt, erzählte die junge Mutter ihren Kindern etwas zu den Hexen und ihren Bräuchen. Es war durchweg positiv. Die Kinder stellten kluge Fragen.
Warum erwähne ich das? Ganz einfach, es tut gut zu wissen, dass die kommende Generation (zumindest noch in Teilen) unser altes Gut, unserer Traditionen, Bräuche und Überlieferungen pflegt.
Gleich darauf schlenderte ein altes Volkslied trällernd, „Das Wandern ist des Müllers Lust“, ein Ehepaar vorbei. Wunderbare Momente in einem kurzen Zeitfenster. Das macht Hoffnung.
Später, als es stockdunkel war – wir saßen schon gemütlich in unserem Bert, hörten wir Stimmen, die immer näherkamen. Mit Blick nach draußen, sahen wir das Leuchten mehrerer Taschenlampen, hörten das Lachen junger Menschen – kurz darauf loderte ein Feuer. Es war eine gesellige Truppe von freundlichen jungen Menschen.
Wir widmeten uns weiter den Erzählungen zu den Hexenprozessen. Im Jahr 1446 gab es in Köln die erste Anklage wegen Hexerei, die urkundlich erwähnt ist. Jedoch hatte die Frau, die der Zauberei angeklagt wurde, das Glück gegen das Versprechen, in Zukunft dieses Handwerk nicht mehr zu betreiben und Ruhe zu geben, freigelassen.
Der Hexenhammer – Menschen fallen einem gesellschaftlichen Wahn zum Opfer
Weitere 41 Jahre später, im Jahr 1487, wurde durch die Kölner Dominikanermönche Jacob Sprenger und Heinrich Institoris der „Hexenhammer“ veröffentlicht.
Nach der Veröffentlichung dieses Werkes hatten die Städte und Gemeinden kaum noch die Möglichkeit, Angeklagte wieder frei zu lassen. Wer in die Mühlen der Prozessordnung geriet, war meist schon verloren. Im Raum Köln fanden in der Zeit zwischen 1491 und 1738, also einem Zeitraum von annähernde 250 Jahren, Hexenprozesse statt. Und die Parallelen sind immerdar: Die Menschen fielen einem schrecklichen gesellschaftlichen Wahn zum Opfer. Nur durch Folter wurden sie zudem gemacht, was sie darstellen sollten: „Hexen“.
Erleichtert wurde die Durchführung der Prozesse in Menden durch eine besondere Rechtsordnung zu dem Verbrechen der Hexerei des Kurkölner Erzbischof, Ferdinand von Bayern, die die Folter der angeklagten Hexen erleichterte. Dadurch lassen sich auch die prozentual höheren Prozess- und Hinrichtungszahlen in dem kurkölnischen Raum erklären. Auch in Menden zeugen Folterprotokolle von forcierten Geständnissen nach einem bestimmten Fragenkatalog.
Entgegen der geläufigen Meinung fielen nicht nur Frauen, sondern auch Männer den Prozessen zum Opfer. So standen auch am Beginn der Hochphase um 1630 in Menden die Prozesse zweier Männer: Blesien Bill und Franz Hillmerich.
In dem gesamten Raum waren mindestens 18% der hingerichteten männlich, wobei bei 283 Verurteilten nicht ersichtlich ist, ob sie Frauen oder Männer waren.
Entgegen der weit verbreiteten Meinung, wurden in Menden keine Hexen verbrannt. „Lediglich“ die Wasserprobe wurde an dem Teich vermutlich durchgeführt.
Was darf man darunter verstehen?
„Diese Wasserprobe diente der Bestimmung von Hexen, wenn sie nicht geständig wurden und konnte so als ein weiterer Beweis herangezogen werden.
Neben der Wasserprobe sind auch die Nadelprobe und die Tränenprobe bekannt.
Auch das Ausbleiben von Schmerz konnte als Teufelspakt gewertet werden.
Dabei waren diese Beobachtungen völlig unverhältnismäßig. Bei Prozessbeginn waren sie irrelevant, konnten diesen aber auch nicht aufhalten, sollte kein Teufelspakt auf diese Art nachweisbar sein.
Bei der Wasserprobe wurden den Angeklagten die Gliedmaßen gefesselt und sie so in die Mitte des Teichs geworfen. Gingen sie unter, waren Zeitgenossen der Meinung, dass es sich um ein Zeichen der Unschuld handle. Trieben sie jedoch auf dem Wasser und gingen nicht unter, so gingen die Menschen davon aus, dass es ein Zeichen sei, dass die vermeintliche Hexe einen Pakt mit dem Teufel geschlossen haben müsste, der ihr in dem Moment der Wasserprobe beiseite stand. Damit galten sie als schuldig im Sinne der Anklage.“
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Trotz dieser Geschichten, haben wir die Nacht wunderbar geschlafen – kein Netz, kein Internet, stockdunkel und mucksmäuschenstill, nur vereinzelt vernahm man ein Knacken im Gehölz.
Ausgeruht starteten wir in den Sonntag und die Sonne war uns hold. Perfekt für eine Wanderung auf dem sogenannten „Liebesweg“ entlang des Hexenteichs von Menden.
Dort begegneten wir Ritter Goswin von Rodenburg und Richenza, Bernhard Adolph von Dücker & Theresia. M. E. von Westrem, sowie Rudolpf und Hermine Schmöle, geb. Basse.
Ein bisschen Tannengrün haben wir auch noch gesammelt, für den Julkranz. Dazu schreibe ich die Tage noch mehr.
Der Hexenteich von Menden – ein zauberhafter und zugleich geschichtsträchtiger Ort, an den wir gerne zurückkehren.
Unter Otto I. wurde das Papsttum zum ergebenen Werkzeug der weltlichen Macht. Die Römer mussten versprechen, keinen Papst ohne Einwilligung des Kaisers zu wählen.
Gegen Ende seiner Regierung ließ der Kaiser seinen Sohn Otto zum deutschen König und römischen Kaiser krönen und vermählte ihn mit der byzantinischen Prinzessin Theophano, die ihm als Mitgift Unteritalien brachte. Es war wie ein Schlussstein am Gebäude seines ruhmreichen Lebens – Welches ansehen das Reich damals genoss, zeigt sich auf Ottos letztem Reichstag in Quedlinburg. Da huldigten ihm die Herzöge von Polen und Böhmen, und Gesandte erschienen aus Dänemark, Rom, Süditalien, Afrika, von den Russen, Ungarn und Bulgaren.
Otto der Große starb in der unbestrittenen Stellung eines Kaisers des Abendlandes.
In der Folgezeit freilich hat der Besitz der Kaiserwürde das deutsche Volk unendlich viel kostbares Blut gekostet und ihm auch sonst schweres Unheil gebracht, denn in dem Kampf um Italien versäumten die späteren Kaiser ihre nächste Aufgabe: Die Festigung ihrer Königsmacht in Deutschland. (Sie haben es nicht hindern können, dass die Macht der Fürsten immer mehr zunahm, bis der König kaum noch etwas bedeutete. Und damit zerfiel die Einheit Deutschlands).
Und doch wird man die Politik der deutschen Kaiser aus den damaligen Zeitverhältnissen heraus verstehen müssen. Otto und seine Nachfolger strebten nach der Herrschaft über Italien und nach der Kaiserkrone: Weil ihr Ansehen in Europa dadurch vermehrt wurde, weil Oberitalien infolge seines lebhaften Handels damals das reichste Land des Erdteils war; ferner gewannen die Deutschen durch seine Eingliederung in das Reich unmittelbaren Anschluss an den Weltverkehr, der vom Orient und Italien nach Frankreich ging, und schließlich war es für die deutschen Herrscher wichtig, in Rom Herren zu sein, weil es der Sitz des geistlichen Oberhauptes der deutschen Bischöfe war, die über mehr als die Hälfte des deutschen Landes geboten.
In den langen und schweren Kämpfen Ottos in Italien wurde den Deutschen der Unterschied zwischen ihrem Wesen und dem der „Welschen“ zum ersten Male deutlich bewusst. Sie lernten sich allmählich zu fühlen als ein zu einem festgewordenen Staat verbundenes Volk, als Nation. (Das Wort „deutsch“ aber, das soviel wie „volkstümlich“ bedeutet und ursprünglich nur die Sprache des Volkes bezeichnete – im Gegensatz zur Kirchensprache, dem Lateinischen – wurde erst im 12. Jahrhundert auch für das Volk selbst und für das Land gebraucht: bis dahin kannte man nur die Namen der einzelnen Stämme.)“
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Morgen lesen wir dann von Otto II., dem Nachfolger (973-983), welcher die Zügel der Regierung im jugendlichen Alter von 19 Jahren ergriff.
Das vergangene Wochenende verbrachten wir in Dortmund – mitten im Ruhrgebiet. Ja, wie kommt man nur darauf?
Zugegeben, die Ankunft war weniger idyllisch. Hektik, Unruhe, Lärm und ganz viel Industrie. Nicht unbedingt das, was man sich vielleicht für ein entspanntes Wochenende so vorstellt. Und doch haben wir entschieden, zu bleiben. Und so übernachteten wir auf einem Parkplatz, nah einer befahrenen Straße. Tatsächlich habe ich nicht gut geschlafen.
Es war nicht stimmig. Auch fühlte ich mich nicht gut. In der Nacht bin ich immer wieder aufgewacht. Die Ursache? Nichts Genaues weiß man. Nur eine Vermutung tat sich auf, als wir am nächsten Morgen auf unserem Weg zur Burg an einem 5-G Mast vorbeiliefen, der sich nur wenige Meter von unserem Platz entfernt, auftürmte. Im Dunkel des Vorabends haben wir ihn nicht wahrgenommen.
Aber nun zur eigentlichen Unternehmung. Wie schon erwähnt: Wir befinden uns mitten im Ruhrgebiet – und hier, zwischen Dortmund und Hagen, oberhalb des Zusammenflusses Ruhr und Lenne, hoch über dem Ruhrtal, ragt die Ruine der Hohensyburg auf.
Vielfältiger und kontrastreicher kann eine Landschaft kaum sein. Zwischen den Industrietälern mit ihrem pulsierenden Leben und den mit Seen und Flüssen durchzogenen Waldgebieten, erwarten uns Zeugnisse aus längst vergangenen Zeiten, aber auch idyllische Naturoasen.
Neugierig? Wir nehmen euch mit:
Von unserem Übernachtungsplatz aus, laufen wir knapp 300 Meter an einer viel befahrenen Straße entlang, wechseln an der Ampelanlage die Straßenseite und erhaschen gleich darauf den Blick auf eine wunderschöne Parkanlage. Der Weg dorthin, ist von einzelnen stattlichen Villen gesäumt. Zunächst ragt der Vincke-Turm auf, benannt nach Ludwig Freiherr von Vincke, der von 1810 bis 1844 Eigentümer der Burg war.
Schon bald betreten wir die alten Wallanlagen der Hohensyburg und entdecken noch so einiges mehr.
Doch wie gewohnt, vermissen wir auch an dieser Stätte, die zu unserer deutschen Geschichte so wichtigen Informationen. Ihr wisst schon, solche Informationen, die einem sofort ins Auge fallen, mit Mehrwehrt – Wissen vermittelnd. Stattdessen ist die recht unscheinbare Info-Tafel zur Hohensyburg von Moos überzogen. Ich nehme ein Taschentuch und wische darüber, um überhaupt etwas erkennen zu können.
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Was ich bis dahin wusste:
Die Westfalen, das waren Nachkommen der germanischen Stämme, die um die Zeitenwende im Raume des heutigen Ruhrgebiets lebten, verbündeten sich im 6. und 7. Jahrhundert mit den Sachsen, weil sie die machthungrigen Franken fürchteten, und legten auf der Hohensyburg starke Befestigungen an.
An mehreren Punkten ihrer Ländereien, die ihnen dafür geeignet erschienen, bauten sie feste verteidigungsbereite Bollwerke und Wallburgen. Die genauen Standorte und ihre Bezeichnungen sind uns erfreulicherweise überliefert worden. So waren die wichtigsten dieser Burgen zum einen die Eresburg (Obermarsberg an der Diemel) und zum anderen die für uns außerordentlich interessante Sigiburg (Dortmund-Hohensyburg).
Ein Wall, der die Hauptburg von der Vorburg trennte, kann heute noch gut ausgemacht werden, aber die kleinen Burgwälle (der Vorburg) sind so gut wie verschwunden.
Die Sigiburg – eine sächsische Wallburg entstand um das Jahr 700 u. Z. Die alten Wallanlagen lassen sich auf dem Plateau noch heute als Landmarken erkennen. Um 1100 wurde die alte Wallburg durch eine neue Steinburg aus Ruhrsandstein ersetzt, deren Ruinen auch heute noch die Ruhr überragen.
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Und weiter geht’s!
Inmitten der Wallanlage offeriert sich ein mächtiges Kriegerdenkmal, dass einen liegenden gefallenen Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg darstellt. Auf der Höhe seines linken Unterschenkels wacht der Adler. In dem Moment, als ich meine Kamera zückte, um den Soldaten aufzunehmen, warf die Sonne ihre Strahlen direkt auf den Kopf des Adlers und auf das Gesicht des Soldaten. Wir konnten diesen Moment einfangen.
In unmittelbarer Nähe befinden sich drei große steinerne Tafeln. Andächtig stehen wir davor. Es sind wieder ganze Familien, die als Kriegsopfer zu beklagen sind. Opfer aus den Kriegen 1870/71, als auch aus dem Ersten Weltkrieg und seinem Anschlusskrieg. Unzählige deutsche Opfer sind zu beklagen. Die wahren Kriegstreiber hierfür sind bekannt.
Nächster Halt bei Kaiser Wilhelm, der uns auf seinem Pferd „entgegeneilt“. Vertreten sind auch Reichskanzler Otto von Bismarck und der preußische Generalfeldmarschall Helmuth von Moltke.
Was fehlt sind die Inschriften. Und zwar gänzlich. Eigentlich sollte hier stehen: „Kaiser Wilhelm dem Ersten
und seinen Helden“
die dankbare Grafschaft Mark
Das Denkmal ist den Helden des Deutsch-Französischen Krieges von 1870/71, den Schöpfern des zweiten Reiches, dem Deutschen Reich 1871 – 1918 (Kaiserreich) gewidmet. Auf Anregung des Rittergutsbesitzers Adolf Overweg wurde die Errichtung am 15. April 1889 beschlossen.
Die Atmosphäre hier, ähnelt ein wenig der des Kyffhäusers, auch wenn das Plateau ein wenig „schmaler“ daherkommt. Und doch ist es nicht weniger beeindruckend.
Fazit: Eine Reise in das (heutige) industrielle Herz Nordrhein-Westfalens lohnt. Wir kommen wieder!
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Quelle /Fotos /Aufnahmen
Überwiegend eigene Aufnahmen mit Besuch am 11.11.2023
Von den ehemaligen vier flankierenden Standbildern wurden die von Kronprinz Friedrich Wilhelm uns von Prinz Friedrich Karl entfernt. (Bild Wikipedia (Ansichtskarte aus 1907)
Kaiser Wilhelm-Denkmal auf Hohensyburg in Westfalen – Ruine Hohensyburg, ehemaliger Sitz des Hezogs Wittekind, zerstört durch Karl den Großen Anno 775 (Bild Deutsche-schutzgebiete)