Während wir uns diesem sogenannten „Tag der Befreiung“ nähern, mit dem Wissen dazu, was das deutsche Volk wenige Wochen davor und noch viele Jahre danach erleiden musste, sollten wir auch an das Folgende erinnern:
„Der größte Bluff in der jüngeren Geschichte Großbritanniens“ – Englands Garantie an Polen
Mai 1945: Alliierte Nachrichtenblätter veröffentlichen weltweite Reaktionen zum „Kriegsende“.

Ungeachtet der bekannten „Täterschaft“, die sich da zu Wort meldete, empfinde ich den Inhalt der hier abgedruckten Rede des Königs Georg VI. doch eher seltsam. Hier ein Auszug:
„Aus der ältesten Hauptstadt unseres Reiches, von London, das vom Kriege gezeichnet ist, rufe ich Euch alle auf, Euch dieser Danksagung anzuschließen. Deutschland, das ganze Europa in den Krieg gestürzt hat, ist besiegt.“

Was für eine Aussage das doch ist. Sie stammt aus den Reihen derer, aus Ländern, die, wie Großbritannien und die USA, fast die ganze Welt bereits wirklich erobert hatten oder haben und die mit dem Vorwurf nur von ihrem eigenen Handeln ablenken wollten.
Wie war das doch nochmal?
Am 31. März 1939 gab London eine Garantierklärung für die Unabhängigkeit Polens, den berüchtigten >Blankoscheck<, ab, um HITLER zu »bremsen«. Als Mitte August 1939 die englisch-französisch-sowjetischen Bündnisverhandlungen in Moskau scheiterten und dafür am 23. August der deutsch-sowjetische Vertrag unterzeichnet wurde, bestätigte England am 23./24. August seine Garantie für Polen.
Am 25. August 1939 wurde dieser britisch- polnische Beistandspakt ratifiziert. Der Historiker Lothar KETTENACKER nannte ihn den »größten Bluff in der jüngeren Geschichte Großbritanniens« und urteilte: »Denn jedermann war klar, dass der Inselstaat militärisch gar nicht in der Lage war, Polen effektiv Beistand zu leisten.

Dieser Vertrag enthielt einen geheimen Zusatz, nach dem sich »die Garantie der polnischen Unabhängigkeit nur gegen aggressive Schritte Deutschlands richtete«. Die Briten wollten eben Polen nur als Mittel zur Herbeiführung des Krieges benutzen. Premierminister CHAMBERLAIN wies am 19. September vor dem Unterhaus nur auf den russischen Einmarsch hin, ohne ihn zu werten, geschweige ihn zu verurteilen. Er hielt sich die Tür nach Moskau dadurch offen.
Eine britische Pflicht zur Unterstützung Warschaus bestand also nicht, wenn die Sowjetunion Polen angreifen würde. Daher war London am 17. September, als die Sowjets in Ostpolen einmarschierten, zwar moralisch, aber nicht juristisch zur Kriegserklärung an Moskau verpflichtet, die dann auch unterblieb.
Berechtigterweise stellt sich daraus resultierend auch die Frage: warum erklärte London 1939 den Sowjets nicht den Krieg?
Als die deutsche Wehrmacht Polen angegriffen hatte, erklärte Großbritannien nach einem außergewöhnlich kurzen Ultimatum am 3. September 1939 Deutschland den Krieg. Als die Sowjets am 17. September in Polen von Osten einmarschierten, erklärte London Moskau nicht den Krieg, brach nicht einmal die diplomatischen Beziehungen ab. Der bezeichnende Unterschied der Behandlung zweier Angreifer durch die Westmächte wird heute gern zu verschweigen versucht. Seine Begründung zeigt die wahren Absichten der Briten: Sie wollten nur Deutschland
vernichten und benutzten dabei Polen, um den Krieg auszulösen.
So zeigt sich wieder, wie skrupellos die britische Diplomatie ganze Staaten und Völker einsetzte, um vermeintlich eigene politische Vorteile zu erringen.
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Es empfiehlt sich doch immer wieder, etwas genauer hinzuschauen, und die vorgefertigten Schriften der Sieger einfach mal beiseite zu legen. Dann wird deutlich: Es war nie Deutschland, das jemals weite Teile der Welt in den Krieg gestürzt hat. Die damals, im Mai 1945 veröffentlichte Rede des englischen Königs Georg VI. war also nicht nur seltsam, nein, sie ist eine glatte Lüge.
Und wir erinnern uns doch noch recht gut: Am 3. September 1939 waren es die Engländer und die Franzosen, die Deutschland den Krieg erklärt hatten.

Wie es zum Einmarsch deutscher Soldaten in die von Polen besetzten deutsche Gebiete kam, lest ihr im Kommentar.
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Quelle
Aus: RAINER Blasius, »Keine vertragliche Verpflichtung«, in: Frankfurter
Ai/gemeine Zeitung, 1 7. 9. 2009, S. 1 7.
Der Grosse Wendig Rolf Kosiek Band 4. S. 261
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Infotafel:
Es wäre zu zeitaufwendig, sämtliche Länder der Welt aufzuzeigen, in denen unter Englands Führung Blut vergossen wurde. Siehe dazu: Portal:Britisches Weltreich/Kriege des Britischen Weltreiches
Daher die Karte (siehe Beitragsfoto) In diese Länder ist Großbritannien nach den Recherchen von Historiker Stuart Laycock nie einmarschiert …

Nur eine kurze Auslese:
• Über lange Zeiträume betrachtet gilt Großbritannien als eines der Länder, das an den meisten Konflikten weltweit beteiligt war. Für den Zeitraum 1946–2017 führten Frankreich, Großbritannien, Russland und die USA die Liste der Konfliktbeteiligungen an
• Im 18. und 19. Jahrhundert war das Britische Empire eine globale Supermacht, die in Kriege in Nordamerika, Afrika und Asien (z.B. Maratha-Kriege) verwickelt war.
• Auf dem Höhepunkt seiner Macht herrschten die Briten über große Teile Nordamerikas, Australiens, Neuseelands, Asiens und Afrikas sowie Gebiete in Südamerika.
• Statistiken zufolge waren die USA seit ihrer Unabhängigkeitserklärung 1776 in über 240 Jahren nur etwa 20 Jahre lang in keinen Krieg verwickelt.
• Untersuchungen zeigen, dass lediglich 22 Länder im Laufe der Geschichte nicht von Großbritannien überfallen wurden.
• Insbesondere zwischen 1870 und 1910 beteiligte sich Großbritannien an einem Eroberungsrausch, der zur Etablierung zahlreicher Kolonien führte
• Zwischen 1946 und 2017 gehörten die USA und das Vereinigte Königreich (neben Frankreich, Russland und Indien) zu den fünf Ländern, die am häufigsten an gewaltsamen Konflikten weltweit beteiligt waren.
• Seit 1789 hat der US-Kongress elfmal Krieg gegen zehn verschiedene Länder erklärt
