„Verschwörung gegen den Frieden“ – wer, wann und wo die meisten Kriege führte,

Die Zahl der Kriege, in die Frankreich oder England in den letzten Jahrhunderten verwickelt waren, ist um einiges größer als die Zahl der von Deutschland geführten militärischen Auseinandersetzungen.

In den insgesamt 287 Kriegen, die von 1800 bis 1940 geführt wurden, waren nach einer Untersuchung des US-Professors WRIGHT beteiligt:

England mit 80 Kriegen = 28 Prozent

Frankreich mit 75 Kriegen = 26 Prozent

Spanien mit 66 Kriegen = 23 Prozent

Russland mit 63 Kriegen = 22 Prozent

Österr/Ungarn mit 55 Kriegen = 19 Prozent

Türkei mit 43 Kriegen = 15 Prozent

Polen mit 32 Kriegen = 11 Prozent

Schweden mit 26 Kriegen = 9 Prozent

Holland mit 23 Kriegen = 8 Prozent

Deutschland/Preußen 23 Kriege = 8 Prozent

Dänemark 20 Kriege = 7 Prozent.

In den letzten zwanzig Jahren vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges, von 1894 bis 1914, fanden folgende größere Kriege auf der Welt statt. An ihnen war das Deutsche Reich bis auf den Herero-Aufstand gar nicht beteiligt. Kaiser Wilhelm II. konnte 1913 sein 25-jähriges Amtsjubiläum als Friedenskaiser begehen.

1894-1895 japanisch-chinesischer Krieg.

1895 Frankreich erobert Madagaskar. Japan besetzt Formosa.

1896 Italien führt Krieg gegen Abessinien und wird geschlagen.

1897 Griechenland führt Krieg gegen die Türkei um Kreta, das bei Griechenland bleibt.

1898 Großbritannien erobert endgültig den Sudan. Die USA erobern von Spanien Kuba und die Philippinen und besetzen die Hawaiinseln.

1899-1902 zweiter Krieg Großbritanniens gegen die Buren.

1900 Boxeraufstand in China wird von europäischen Großmächten niedergeschlagen.

1901 Frankreich erobert Kolonialgebiet am Tschadsee.

1903 Großbritannien führt erbitterten Kolonialkrieg gegen die So- malis, die sich gegen die Fremdherrschaft erhoben, und dehnt seinen Einfluß auf Tibet aus.

1904 Krieg zwischen Japan und Rußland, das geschlagen wird. Herero- und Hottentotten-Aufstand in Deutsch-Südwest-Afrika.

1911 Italienisch-türkischer Krieg.

1912-1913 Balkankriege: Bulgarien, Serbien, Griechenland und Montenegro gegen die Türkei. Später wird Bulgarien von seinen bisherigen Verbündeten und Rumänien angegriffen und besiegt.

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Ein kurzer Umriss zur Vorgeschichte des Ersten Weltkrieges:

1901scheiterten Verhandlungen über ein deutsch-englisches Bündnis.

1902 schloss England ein Bündnis mit Japan. Dann näherte es sich Frankreich.

1904 schlossen England und Frankreich ein Abkommen.

1907 nähern sich auch England und Russland, das bedeutete zwar noch kein Bündnis, so doch eine weitere Gefahr für das Reich.

Schließlich verdüsterte sich 1908 der politische Horizont immer mehr. Die Beziehungen Frankreich und Russland werden erneut gestärkt (siehe auch bosnische Krise).

Die Gruppe Frankreich-Russland-England wächst immer stärker zusammen.

1914 lag drohende Gewitterschwüle über ganz Europa.

Deutschland stand (fast) allein. Das von Nationalitäten-Streitigkeiten zerrissene Österreich konnte kein vollwertiger Bundesgenosse sein.

Trotz allem gab es in Deutschland kein Verzagen. Das deutsche Volk war erfüllt von dem Vertrauen auf seine Kraft und Führung und von der berechtigten Überzeugung, dass der Krieg von den Gegnern lange vorbereitet und aufgezwungen worden war.

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Gerhard KRAUSE, Die Schuld am deutschen Schicksal, K. W. Schütz, Pr. Oldendorf 1973, S. 22 f.


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