Im Mai 1618 begann der Dreißigjährige Krieg, ausgelöst durch einen Fenstersturz – in der vergangenen Woche haben wir darüber gelesen.
Und damit wir den Anschluss an der Reihe „Verschwörung gegen den Frieden“ nicht verlieren, findet ihr die bereits verfassten Beiträge dazu im Kommentar.
296 Jahre später, am 26. Juni 1914 erfolgte ein Attentat auf das österreichische Thronfolgerpaar. Der Erbherzog Franz Ferdinand und seine Gemahlin werden in Sarajewo, der Hauptstadt Bosniens, von serbischen Fanatikern erschossen.

Diese Bluttat gab den Anlass zum Weltkrieg.
Kurz noch etwas zur Vorgeschichte:
1901scheiterten Verhandlungen über ein deutsch-englisches Bündnis.
1902 schloss England ein Bündnis mit Japan. Dann näherte es sich Frankreich.
1904 schlossen England und Frankreich ein Abkommen.
1907 nähern sich auch England und Russland, das bedeutete zwar noch kein Bündnis, so doch eine weitere Gefahr für das Reich.
Schließlich verdüsterte sich 1908 der politische Horizont immer mehr. Die Beziehungen Frankreich und Russland werden erneut gestärkt (siehe auch bosnische Krise).
Die Gruppe Frankreich-Russland-England wächst immer stärker zusammen.
1914 – Es lag drohende Gewitterschwüle über ganz Europa.
Deutschland stand (fast) allein. Das von Nationalitäten-Streitigkeiten zerrissene Österreich konnte kein vollwertiger Bundesgenosse sein.
Trotz allem gab es in Deutschland kein Verzagen. Das deutsche Volk war erfüllt von dem Vertrauen auf seine Kraft und Führung und von der berechtigten Überzeugung, dass der Krieg von den Gegnern lange vorbereitet und aufgezwungen worden war.

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Maßgebliche Verantwortung für den Ausbruch des Weltkrieges trug die russische Regierung, die zunächst Serbien einen Blankoscheck ausstellte und damit faktisch die Handlungen einer serbischen Terrororganisation deckte und schließlich überstürzt die Generalmobilmachung anordnete, als sich eine diplomatische Lösung des Konflikts abzuzeichnen schien. Die verfehlte Politik des Zaren sowie zahllose militärische Niederlagen im Weltkrieg schufen in Russland die Voraussetzung für die >Große Sozialistische Oktoberrevolution von 1917, die zur Herrschaft Wladimir I. LENINS und der Kommunistischen Partei führte.
Im Gegensatz zu England, Frankreich und Russland war das Deutsche Reich nur eine europäische Regionalmacht, der deutsche Kolonialbesitz unbedeutend. Gleichzeitig zeichnete sich der Aufstieg der Vereinigten Staaten von Amerika zu einer Weltmacht von neuartiger Größenordnung ab.
Von den maßgeblichen Staatsmännern des Jahres 1914 hatte Kaiser Wilhelm II. den Krieg am wenigsten gewollt, dessen ungeachtet wurde er später am meisten verleumdet.
Die Anlässe für den Ausbruch des Weltkrieges 1914-1918 waren nichtig im Vergleich zu den langfristigen Folgen: die Selbstentmachtung der europäischen Großmächte, einschließlich Sowjetrusslands, der Aufstieg der USA zur einzigen Supermacht, die Auflösung der europäischen Kolonialreiche und schließlich der Aufstieg Chinas und Indiens zu neuen Weltmächten.
Russland hatte 1909 mit einer Heeresvermehrung begonnen, die ihm zusammen mit Frankreich ab 1917 eine entscheidende Überlegenheit über die Streitkräfte Deutschlands und Österreich-Ungarns geben musste.
Bereits 1914 sah das Kräfteverhältnis der Friedensarmeen wie folgt aus:
Deutsches Reich 812 000 Mann,
Österreich-Ungarn 424 000 Mann,
Frankreich 846 000 Mann,
Russland 1 300 000 Mann.
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Der Sturm bricht los!
» siehe Text als Beitragsfoto»
Durch Weglassen der ganzen Vorgeschichte und der Umstände des Mordes wird also verschwiegen, was dessen Zielsetzung war: den großen Krieg zur Vernichtung des Deutschen und des Österreich-ungarischen Reiches einzuleiten, deren wirtschaftliche und demographische Dynamik auf eine europäische Großmachtstellung zustrebte. Die zu berücksichtigenden historischen Tatsachen sind:
Das Attentat wurde vom Kopf des serbischen militärischen Aufklärungsdienstes, von dem Obersten Dragutin DIMITRIEWITSCH, organisiert, der bereits den serbischen Königsmord von 1903 zu verantworten hatte. Er handelte im direkten Auftrag des zaristischen Kriegsministeriums. Sein unmittelbarer Auftraggeber war der Militärattache an der russischen Botschaft in Belgrad, Oberst ARTAMANOW.
Die serbische Regierung und das Königshaus beteiligten sich lediglich an der logistischen und publizistischen Unterstützung des Vorhabens. Nachweisbare Mitwisser des Komplotts waren die Regierungen Frankreichs und Englands. Nach der Beweislage ist davon auszugehen, dass die wirklichen Auftraggeber des Attentats in Pariser Regierungskreisen unter den Angehörigen der Freimaurerloge des Schottischen Ritus >Grand Orient< zu suchen sind.
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Der Krieg begann mit glänzenden deutschen Siegen.
Der 2. August 1914 ist der erste Mobilmachungstag – (siehe dazu ebenfalls Aufnahmen als Beitragsfoto.)
Im Bereich der Masurischen Seen mussten die Russen im September 1914 zwei schwere Niederlagen durch deutsche Armeen hinnehmen. Zunächst war die Lage der Deutschen an der Ostfront sehr kritisch gewesen, sie mussten den russischen Vormarsch (darunter sibirische Armeekorps!!) gegen einen sechsfach überlegenen Feind aufhalten. Erst ab 26. August 1914 konnten sie mit neuen Verstärkungen die Russen im Norden (bis Bischofsburg) und im Süden zurückdrängen. Die entscheidende Phase erfolgte dann im Bereich Tannenberg, als das russische Zentrum eingeschlossen wurde.
Über Bilder und Aufnahmen aus dieser Zeit verfolgen wir in den nächsten Tagen die jeweiligen Schlachten, die in diesem verheerenden Ersten Weltkrieg ausgetragen wurden.

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Karl HEISE, Entente-Freimaurerei und Weltkrieg, Ernst Finckh, Basel 1919; Neuauflage Verlag für ganzheitliche Forschung, Wobbenbüttel;
Neutrale Komitees und Gelehrte über die Schuld am Weltkrieg, Deutsche Verlagsgesellschaft für Politik und Geschichte, Berlin 1928, S. 132-142.
Harry E. BARNES, Die Entstehung des Weltkrieges. Eine Einführung in das Kriegsschuldproblem, aus dem Amerikanischen, Berlin-Leipzig 1928. Sidney B. FAY, Der Ursprung des Weltkrieges,
Bd. 1: Vor Sarajewo. Die Vorgründe des Krieges;
Bd. 2: Nach Sarajewo. Die äußeren Anlässe zum Kriege, aus dem Amerikanischen, Berlin 1930.
Hermann LUTZ, Die europäische Politik in der Julikrise 1914.
Das Werk des Untersuchungsausschusses der Verfassunggebenden Deutschen Nationalversammlung und des Deutschen Reichstages;
Die Vorgeschichte des Weltkrieges, im Auftrage des Ersten Unterausschusses, Bd. 11, Berlin 1930. Alfred VON WEGERER,
Der Ausbruch des Weltkrieges 1914, 2 Bde., Hamburg 1939.
Fritz FISCHER, Griff nach der Weltmacht. Die Kriegszielpolitik des kaiserlichen Deutschland 1914/ 1918 Droste, Düsseldorf 1961.
Erwin HÖLZLE, Die Selbstentmachtung Europas.
Das Experiment des Friedens vor und im 1. Weltkrieg, Göttingen 1975. Walter POST,
Die Ursachen des Ersten Weltkrieges, in Vorbereitung, Grabert, Tübingen 2006.
Eure Kommentare
Es ist ebenso erschreckend wie deprimierend, wie auch dieser Krieg gegen Deutschland, über Ursache und Wirkung, von den Siegern in ungeheurer Weise in der Geschichtsschreibung zu Lasten Deutschland verfälscht wurde und noch wird!!
Interessante Sicht, die leider bei den Verhandlungen von Versailles nicht berücksichtigt wurden, was schnurstracks zum WK2 führte,es fehlt die Rolle Deutschlands bei der Machtübernahme der Kommunisten
Was vielfach vergessen wird bei der Analyse zum WK 1 ist die Bagdad Bahn. Dadurch sah sich England als Seemacht bedroht.
Ja, das ist wohl wahr. Dazu bedarf es in jedem Fall noch eines extra Beitrags… Danke fürs Erwähnen!
Die Geschichte der Bagdadbahn geht ja auf das Jahr 1888 zurück, als Georg von Siemens, Vorstandssprecher der Deutschen Bank, mit dem Osmanischen Reich einen Vertrag zum Ausbau und zur Entwicklung der Anatolischen Eisenbahn, der Vorläuferin der Bagdadbahn, abschloss.
Lange Geschichte…mit vielen Versuchen seitens der Engländer den Bau zu behindern. — bis sich der Kreis schließt. Am 2. Juni 1914 war die Bahn bis Bagdad fertig. Sechsundzwanzig Tage später erfolgte der Anschlag von Sarajewo; einen Monat danach brach der Erste Weltkrieg aus – nur Zufälle? Man kann durchaus behaupten, dass England, das seit 1900 die Verwirklichung des Bagdadbahnprojekts mit politischem Druck und diplomatischen Tricks zu verhindern oder zumindest zu verzögern versucht hatte, ab 1. August 1914 seine Politik mit anderen Mitteln fortsetzte.
Wie immer führen alle Wege nach „Rom“
SCHWEIZ kommt mir in den Ausführungen etwas zu kurz. In Lausanne wurde der Weltkrieg geplant, in SCHWEIZ wurden die Führer ausgebildet uvm.
