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Klara Fall: das glaube, wer mag

  • Zum Gedenken an unsere Toten aus der größten Schiffskatastrophe der Geschichte – in der Nacht zum 30. Januar 1945.

    Januar 30th, 2026

    Als die Ostsee zu einem Meer der Hoffnung wurde, sich aber die Hölle auftat, das war ein Tag, der darf und sollte nie vergessen werden.

    „Die Tragödie der Flüchtlingsschiffe“ – den mir vorliegenden Ausführungen zufolge starben 1944/45 über 40 000 Menschen auf der Ostsee.

    Der Untergang der Gustloff am 30. Januar 1945 forderte über 9000 Tote.

    Ein sowjetisches U-Boot versenkte die mit Flüchtlingen und zahlreichen Verwundeten überladene SOS Wilhelm Gustloff. Tausende von Menschen versanken mit dem ehemaligen Kdf-Schiff in der eisigen Ostsee. Heinz Schön (dazu morgen mehr) beweist: Über 9000 Tote.

    Die Zahl der Toten der versenkten Gustloff (9000 Tote) war höher als die der Titanic (1500 Tote). Einen Film darüber (ähnlich der Titanic) gibt es meines Erachtens jedoch nicht.

    Wir schreiben das Jahr 2026:

    Mediale Präsenz? Fehlanzeige!

    Publikation aus den öffentlich-rechtlichen Reihen? Fehlanzeige!

    Gedenkfeiern am 29. oder 30. Januar 2026 für Schulklassen? Fehlanzeige!

    Warum nur, beklagt der Deutsche seine Toten nicht?

    Heute, am 29. Januar, blicken wir noch einmal 81 Jahre zurück, zurück auf diese scheußlichen Tage, die für unsere deutschen Landsleute voller Leid und Schmerz waren, auf Tage, Wochen, Monate und Jahre, in denen eine Tragödie in Fortsetzung ging und grausam endete. Die Kriegsverbrechen /Nachkriegsverbrechen an den Deutschen sind nie geahndet worden. Die Täter wurden nie belangt.

    Die meisten Gräueltaten auf Befehl der Alliierten und ihrer Gefolgschaft an der deutschen Bevölkerung werden bis heute verschwiegen. Die Zahl der ungeklärten Verbrechen verläuft sich ins Uferlose.

    Zur Erinnerung an den Untergang der Wilhelm Gustloff – zum Gedenken, verbunden mit Erlebnisberichten, unter einer Anzahl merkwürdiger Fakten

    „In den letzten 12 Monaten des Zweiten Weltkrieges wurde die Ostsee zu einem „Meer der Hoffnung“ für mehr als zwei Millionen Menschen aus Ost- und Westpreußen, Danzig und Pommern. Frauen, Kinder und alte Menschen verließen aus Angst vor der anrückenden Roten Armee ihre Heimat. Sie flohen über Land, Eis und Meer. Am 25. Januar 1945 gab es als letzten Fluchtweg nur noch den Weg über die Ostsee. In den Ostseehäfen von Memel bis Kolberg suchten die Menschen nach rettenden Schiffen. Mehr als eintausend Handels- und Kriegsschiffe, vom Fischkutter bis zum Passagierschiff, vom Vorpostenboot bis zum Schweren Kreuzer wurden zur der Flüchtlingsrettung und zum Abtransport von schwer verwundeten Soldaten eingesetzt.

    Deutschen Seeleuten gelang es unter Einsatz des eigenen Lebens bis Kriegsende in einem einmaligen Unternehmen mehr als zweieinhalb Millionen Menschen über die Ostsee zu retten.

    Während, wenn auch wenige, amerikanische Historiker diese „Unternehmen Rettung“ nach Kriegsende als „größte Rettungsaktion der Seegeschichte“ bezeichnen, wurde im Nachkriegsdeutschland über diese humanitäre Leistung deutscher Seeleute der Mantel des Schweigens ausgebreitet. Bis heute!

    Ein weiteres Foto zeigt eine Zeichnung wie verzweifelte Passagiere später in den Rettungsbooten ein Torpedoboot ansteuern.

    Dazu kommentiert auf meinen ersten Beitrag zu „Als die Ostsee zu einem Meer der Hoffnung wurde – und sich die Hölle auftat“ ein Leser auf meiner Website:

    „Vergessen wir bitte nicht, dass die heutigen „Freunde“ auf hilflos im Wasser treibende Überlebende Zielschiessen betrieben. Ähnlich den Alliierten Tieffliegern mit ihren Bordkanonen im Raum Frankfurt am Main.“

    Nein! Wir vergessen nicht. Dieses Unrecht, dass mit einer solchen Hartnäckigkeit und Vehemenz verschwiegen wird, das kann und darf man nicht vergessen.

    (Zu den Tragödien der deutschen Regionen Schlesien und Sudetenland habe ich bereits einige Beiträge veröffentlicht).

    Noch einmal zur Erinnerung: 40 000 Menschen starben 1944/45 auf der Ostsee. Über 1000 Rettungsschiffe wurden eingesetzt – 250 gingen verloren – wurden von sowjetischen U-Booten versenkt, liefen auf Minen, von sowjetischen, britischen und amerikanischen Flugzeigen bombardiert und Jagdflugzeugen beschossen, getreu dem Befehl: „Versenkt die Deutschen“.

    Auch Lazarettschiffe waren Angriffsziele.

    Bekannt wurden in Deutschland nur die großen Schiffstragödien mit mehreren tausend Todesopfern: „Wilhelm Gustloff“, „Steuben“ „Goya“ und „Cap Arcona“.

    Erlebnisbericht – aus den Dokumentationen des Heinz Schön:

    „Die Hölle von Hela“. Ich zitiere:

    „Vom 10. bis 14. April 1943 erlebte ich an Bord des Dampfers „General San Martin, der auf Hela-Reede ankerte, um Flüchtlinge aufzunehmen und sie nach Kopenhagen zu bringen, „die Hölle von Hela“. Immer wieder wurden wir von sowjetischen Flugzeugen angegriffen. Doch wir hatten Glück. Bombenvolltreffer erhielten die in Sichtweite von und liegenden zwei Schiffe, das kleine Lazarettschiff „Posen“ und der Dampfer „Moltkefels“. Beide Schiffe brannten sofort lichterloh, Frauen und Kinder liefen als brennende Fackeln über Deck, kamen in den Flammen um, erstickten im Rauch, ertranken in der Ostsee und sanken mit dem Schiff auf den Grund der Ostsee.

    Das Schicksal von Menschen auf untergehenden Schiffen auf der Ostsee stehen im Mittelpunkt meines Buches: „Wer weiß schon Genaueres über das Ende des Frachters „Consul Cords“, des Dampfers „Göttingen“, des Frachters „Androß“, des Dampfers „Moltkefels“, des Dampfers „Orion/Hektor“, des Dampfers „Karlsruhe“, um nur einige zu nennen, nicht zuletzt auch der großen Passagierschiffe „Steuben“, „Goya“ und „Cap Arcona“? „

    —–Zitat /Ausführung /Niederschrift des Heinz Schön – Ende.—–

    ———————————————–

    Quelle: Nach dem Buch des Jaueraners Heinz Schön: “Die Tragödie der Flüchtlingsschiffe“

    Heinz Schön gilt als einer der besten Kenner der Vorgänge im Ostseeraum 1944/45. Er war Zeitzeuge dieses Ereignisses und Archivar über die südliche Ostsee. Im Jahr 1986 verlieh ihm Bundespräsident Richard von Weizsäcker das Bundesverdienstkreuz. Hein Schön selbst überlebte den Untergang der Wilhelm Gustloff 1945.

    Einen weiteren Beitrag findet ihr im Kommentar

    ————————————————————————–

    Ab hier zitiere ich aus den Aufzeichnungen, festgehalten in Band 3 „Der Grosse Wendig“ zum Untergang der Gustloff:

    … „Nun geschahen merkwürdige Vorgänge, die zu der großen Katastrophe fuhren sollten.

    Am 29, Januar 1945 fiel bei der 9. Sicherungs-Division auf, daß die »Wilhelm Gustloff< Dampf aufmachte und Vorbereitungen zum Auslaufen traf. Korvettenkapitän LEONHARDT von der 9. U-Boot-Division versuchte verzweifelt, das Auslaufen der >Gustloff< zu verhindern, da er noch nicht in der Lage war, einen ausreichenden Geleitschutz zu gewähren.

    Nur ein, zwei Tage später hätte er sichere Geleitzugkräfte zur Verfügung stellen können. Doch das akzeptierte der Kommandeur der 2. ULD genauso wenig wie auch den eindringlichen Bericht von LEONHARDT über die Feindlage in der östlichen Nordsee. Eine merkwürdige Eile zur Abfahrt trat immer deutlicher hervor.

    Gleichzeitig mit dem Auslaufen der »Wilhelm Gustloff< hatte am 30. Januar 1945 das sowjetische U-Boot »S-13< unter Kapitän MARINESKO die Höhe von Heia erreicht. MARINESKO entschloß sich, >S-13< auftauchen zu lassen und auf seine Beute zu warten.

    Gegen 18 Uhr erschien plötzlich ein Funkmaat mit einem Funkspruch auf der Brücke der »Wilhelm Gustloff »Auch das noch. . .« kommentierte dieser das Papier, aus dem er den Text überflogen hatte, »ein aus mehreren Fahrzeugen bestehender Minensuch verband läuft uns in geöffneter Formation mit zwölf Seemeilen Fahrt genau entgegen!«

    Kapitän PETERSEN stellte fest, daß dies Kollisionsgefahr bedeutete, und befahl Positionslichter zu setzen, bis der Verband vorüber sei. Dies tat er gegen den energischen Widerspruch anderer Offiziere auf der Brücke, die entschieden gegen das Setzen der Positionslichter waren. Schon vorher hatte es heftige Auseinandersetzungen wegen PETERSENS Anordnung gegeben, bei anbrechender Dunkelheit Seiten- und Dampferlichter zu setzen. Es ging darum, ob die Gefahr einer Kollision oder der Entdeckung durch ein feindliches U-Boot größer war.

    Dabei setzte sich der zweite Offizier Paul VoiJ.RATH, ein erfahrener Handelsschiffsoffizier, durch, der die Auffassung vertrat, daß es vollkommen genüge, mit der schwach brennenden blauen Lampe über dem Heck zu fahren. Nun aber wurden die vollen Positionslichter gesetzt, das grüne an Backbord, das rote an Steuerbord.

    Die Folgen sollten fatal sein.

    Zu diesem Zeitpunkt war das große Passagierschiff bereits ins Verderben gerannt. Kapitän A. j. MARINESKO sah sein Opfer mit brennenden Positionslichtern geraume Weile auf sich zukommen, und gegen 21 Uhr lag >S-13I genau richtig in Angriffsposition. Dann lief ein russischer Torpedo auf die »Gustioff< zu.

    Dumpf grollten Explosionen durch die See.

    ———

    Ich möchte euch in diesem Zusammenhang die weitere Ausführung von Friedrich Georg, veröffentlicht im „Grossen Wendig“ Band 3 auf der Seite 639 nicht vorenthalten:

    Unter Würdigung aller merkwürdigen Fakten muß gefragt werden, ob die »Wilhelm Gustloff< nicht in die Falle gelockt wurde. Sollte das ehemalige Flaggschiff der NS-Propaganda als Symbol für den bevorstehenden Untergang des Dritten Reiches am Jubiläumstag der Machtergreifung durch die NSDAP versenkt werden?

    War nur eine Fehleinschätzung der Gefahr durch U-Boote an dem vorzeitigen Auslaufen der »Wilhelm Gustloff< ohne Geleitschutz schuld, oder wartete das sowjetische U-Boot >S-13< möglicherweise gezielt auf den einstigen Paradedampfer der KdF?

    Welche Stelle und welche Einheit setzte den schicksalhaften Funkspruch an die >Gustloff< ab, oder wurde er überhaupt auf der >Gustloff< empfangen?

    So wissen wir, daß gegen 20 Uhr nur noch verstümmelte Funksprüche (Störung durch wen?) von dem todgeweihten Schiff empfangen werden konnten, während der ominöse Funkspruch noch kurz vorher gegen 19 Uhr 30 auf die Brücke gekommen sein soll. Es ist bis heute nicht gelungen, eine offizielle Quelle für den mysteriösen Funkspruch zu finden, dessen Existenz von überlebenden Offizieren auf der >Gustloff< einhellig bestätigt wurde.

    War dies alles Teil eines perfiden Geheimdienst-Unternehmens unter Mithilfe von deutschen Helfern?

    Etwa 9500 Opfer der Katastrophe, darunter mit Sicherheit mehr als 5000 Kinder, zahlten den Preis. Falls es dabei um eine Propagandawirkung ging, war das »Unternehmen Gustloffc für seine Urheber ein totaler Fehlschlag, da der deutsche Wehrmachtbericht, Presse und Rundfunk

    den Untergang der »Wilhelm Gustloffi verschwiegen.

    Niemand erfuhr lange Zeit die Bilanz der >Gustloff<-Katastrophe, auch nicht nach Kriegsende. Hatte man Angst vor Tausenden von Deutschen als »unschuldigen Opfern<? Noch viel schlimmer war dann noch die Vorstellung, daß herauskommen könnte, es sei bei der Katastrophe nicht

    alles mit rechten Dingen zugegangen.

    Erst 53 Jahre nach dem Ereignis wurde durch die Arbeit von Heinz SCHÖN, einem Überlebenden des »Gustloff<-Untergangs, die brutale Wahrheit bekannt, wie viele Opfer wirklich in der Ostsee elendig ertranken.

    Der Tatsache, daß 9343 Menschen beim Untergang der »Wilhelm Gustloffc als der größten Schiffskatastrophe in der Geschichte der Menschheit ertranken, wurde dennoch so gut wie keine Publizität gegeben, ganz im Gegensatz zu dem Rummel, den der Untergang des Luxusschiffes »Titanic* im Jahre 1912 bis heute verursacht hat. Wie viele Bücher, Filme, Ausstellungen sind seither der »Titanic« gewidmet worden und wie viele den Opfern der »Wilhelm Gusdoff<?“

    Friedrich Georg

    ——————-

    Wenn ihr den ganzen Text dazu lesen möchtet: Band 3 könnt ihr euch als PDF herunterladen unter » Rolf Kosiek, Olaf Rose Der Grosse Wendig«

    ————————————————————————————————————————

    Weitere Quellangaben:

    Cajus BEKXER, mFlucht übers Meer,

    Stalling, Oldenburg

    1 9 6 4 , S . 1 8 0 – 1 8 3 (Frage der Abfahrt).

    2

    Heinz Schön SOS Wilhelm Gustloff. Die größte Schiffskatastrophe der

    Geschichte, Motorbuch, Stuttgart 1 9 9 8 .


    An dieser Stelle möchte ich euch diesen überaus ehrenwerten Kommentar eines freundlichen Lesers nicht vorenthalten.

    Nachruf auf die Toten der „Wilhelm Gustloff“!

    Herzlichen Dank an Wolfgang Dornbach für diese Worte:

    „Heute vor 81 Jahren, am 30. Januar 1945, gegen 21.00 Uhr, versank die „Wilhelm Gustloff“ in den eisigen Fluten der Ostsee.

    23 Seemeilen vor der pommerschen Küste trafen Torpedos eines sowjetischen U-Bootes ein Schiff, das bis zum Rand gefüllt war mit Verwundeten, Frauen, Kindern und Flüchtlingen aus Ostpreußen – Menschen auf der Flucht vor Krieg, Gewalt und dem sicheren Tod an Land.

    Rund 9.000 von ihnen überlebten diese Nacht nicht.

    Sie erfroren, ertranken, schrien im Dunkel der Ostsee – und wurden still.

    Es war die größte Katastrophe der Seefahrtsgeschichte. Und sie ist bis heute eine der am meisten verschwiegenen.

    Während andere Opfer des Zweiten Weltkriegs – zu Recht – Mahnmale, Gedenktage, Schulbücher und öffentliche Rituale erhalten haben, bleiben diese deutschen Toten oft namenlos, randständig, unbequem. Ihr Leid passt nicht in das gewünschte Geschichtsbild. Ihr Tod stört die einfache Erzählung von Tätern und Opfern.

    Doch wer unschuldige Menschen aus dem Gedenken ausklammert, begeht ein zweites Unrecht.

    Wer Leid relativiert, weil es „auf der falschen Seite“ geschah, verrät den Anspruch auf Menschlichkeit.

    Und wer meint, dass Kinder, Frauen und Verwundete weniger betrauert werden dürfen, weil sie Deutsche waren, hat aus der Geschichte nichts gelernt.

    Gedenken ist kein Freispruch für Schuld.

    Aber es ist ein Mindestmaß an Anstand.

    Die Toten der „Wilhelm Gustloff“ verlangen keine Rechtfertigung. Sie verlangen Erinnerung.

    Still. Würdevoll. Ohne ideologische Scheuklappen.

    81 Jahre später schulden wir ihnen wenigstens das:

    Nicht das Schweigen.

    Nicht das Wegsehen.

    Sondern ein ehrliches, menschliches Gedenken.

    Denn wer entscheidet, wessen Leid erinnerungswürdig ist, hat bereits aufgehört, aus der Geschichte zu lernen.“

    Ein fast vergessenes Kapitel deutscher Geschichte:

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  • Ereignisse aus längst vergangenen Zeiten, die nicht unerwähnt bleiben sollten …

    Januar 27th, 2026

    Ein Ereignis ist ferner die „Entdeckung Amerikas“. Gern wird hier der Genuese Kolumbus als Entdecker im Jahre 1492 „gefeiert“. Doch entdeckte er nur etwas, was längst zugegen war, während er sich dann vielmehr als Sklavenhändler einen „Namen“ machte. Einen Grund zum Feiern gab es also nicht.

    Nimmt man die historischen Zeugnisse und die archäologischen Befunde zusammen, so ist evident, dass wohl schon zu Beginn des 11. Jahrhunderts die nordamerikanische Küste von grönländischen Wikingern entdeckt und in der Folge besiedelt wurde. Sicher ist: Leif Eriksson landete an der Küste Nordamerikas bereits 500 Jahre vor Kolumbus. Er segelte von Island aus mit einem Drachenschiff los. Dabei wurde er von 35 Männern begleitet. Die Gebiete, die er erreichte, wurden von ihm beschrieben und gezeichnet. Bald wurden Siedlungsversuche unternommen.

    Die Indianer, die Kolumbus angeblich entdeckte, waren keine Wilden. Bereits um 1000 gab es in Mittel- und Südamerika hochstehende Kulturen. Gerade um 1500 war die Hochblüte der Inka und Aztekenreiche. (Tenochtitlán (heute Mexikos City) war die prächtige Hauptstadt eines großen Reiches: Man schätzt, dass es mehr als 100 000 Einwohner gab, die in prachtvollen Straßen mit herrlichen Bauwerken lebten. Es gab Bewässerungsanlagen und Märkte voller Leben.

    Die Herkunft der Indianer ist viel erörtert worden, zumindest bis zu dem Zeitpunkt, bis diese indigene Volksgruppe nahezu vollständig ausgerottet wurde.

    So hat man in ihnen die zehn verlorenen Stämme Israels finden wollen, oder die Fabel von dem verschwundenen Atlantis zur Begründung eines afrikanischen Ursprungs benutzt. Andere haben Amerika von Polynesien oder China oder Japan bevölkern lassen.

    Wahrscheinlicher ist jedoch die Annahme eines nordischen Ursprungs, sei es über die Beringstraße oder eine ehemals vorhandene Landverbindung von Asien, oder, wie Brinton will, von Osten her über eine Landbrücke, die während der Glazialzeit zwischen Europa und Grönland bestand.

    Red Cloud (ca. 1822-1909) war als Häuptling der Oglala Sioux für seinen unerschrockenen Mut bekannt, als er sein Volk zu mehreren strategisch wichtigen Siegen über die Vereinigten Staaten führte.

    Die Zeiten änderten sich. Red Cloud war nicht mehr Häuptling und kurze Zeit später wurde der Stamm in das Pine Ridge Reservation umgesiedelt. Blind und krank lebte er mit seiner Frau im Reservat bis zu seinem Tod am 10. Dezember 1909.

    ——————————————————————————————

    Ich werde aus den von mir bereits verfassen Beiträgen zu diesem „Thema“ in den kommenden Tagen immer nur einige Passagen entnehmen, die vollständigen Beiträge findet ihr wie gewohnt im Kommentar.

    Wir Völker haben so viel gemeinsam , dass sich das nicht mal „so eben“ erläutern lässt. Aber vor allem sollten unsere Gemeinsamkeiten nicht einfach „unter den Tisch gekehrt“ werden.

    Deutsche, Grönländer (Inuits), Samis, Hunzas, Perser, Inder, „Amerikaner“ u.s.w… -irgendwie scheinen wir aus einem Holz geschnitzt.

    Den wohl größten Anteil daran, dass wir uns als Völker in unseren Stämmen „verloren“ haben, tragen die über Jahrhunderte hinweg zum Einsatz kommenden Missionare.

    An der Bekehrung der Indianer haben spanische Missionäre in Florida, französische Jesuiten in Kanada, englische Puritaner in Neuengland und deutsche Herrnhuter in Pennsylvanien lange Zeit gearbeitet, und im Jahre 1896 bestanden in den Vereinigten Staaten 75, in Kanada 53 protestantische Missionsstationen, welche zusammen aber nur 16,338 Christen um sich versammeln konnten.

    Natürlicherweise kann ein Staat, welcher sich für den von Gott berechtigten alleinigen Weltstaat hält oder ausgibt, alle anderen neben sich nicht dulden; sie erscheinen ihm als Anmaßung, und wenn er sich in jener Eigenschaft behaupten will, so muss er sie erobern. Das hat denn der Jesuitenorden auch getan, aber mit unsichtbaren Waffen. Bei den heidnischen Völkerschaften in Asien und Amerika breitete er seine Herrschaft unablässig durch Missionen aus.

    Alles liegt in unseren Wurzeln. Wenn wir wieder zu diesen und unseren ursprünglichen Wesenszügen zurückkehren, kann auch die deutsche Sprache wieder an Gefühl ihrer angeborenen Kraft gewinnen. Der Versuch gewisser Mächte, des Abnabelns der Völker von ihrer Muttersprache, ist kein „neues“ Unterfangen. Völker von ihren Wurzeln zu trennen ist eine jahrhundertealte Taktik, um sich ein Volk /ein Land gefügig zu machen. Über den Weg der Zwangs-Christianisierung /Islamisierung und mit der Einführung der Kirchensprache (Latein) wurde der Anfang gemacht.

    Doch auch unter dem Dogma der Kirche haben die Menschen ihren ursprünglichen Glauben nie verloren. Ein Volk lässt sich nur dann beherrschen, wenn es sich selbst fremd geworden ist, und alle Erinnerungen an Herkunft und Sprache ausgelöscht wurden.

    Die Zerstörung des traditionellen Lebensstils war stets oberstes Gebot der dunklen Mächte; und ist es immer noch.

    ———————————————————————————————————————–

    Die Beitragsbilder zeigen alte Kulturstätten Mexikos und stammen aus „Harenbergs Weltreport“ Band 2 – Harenberg-Lexikon Verlag

    Anmerkung: Ich vermeide es grundsätzlich, unter meinen Beiträgen Bilder zu verwenden, die von einer KI generiert sind.

    Die Handschrift der Täter ist immer gleich und die Geschichte eines Kontinents auf Blut geschrieben.
    Von Indianern und Herrnhuter Missionaren
    Über das Los der Urvölker, über Menschen mit einer unverfälschten Verbundenheit zur Natur

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  • Erinnerung ist die Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart!

    Januar 27th, 2026

    Zuerst zerstörten sie die Stämme, dann die Sippen und schließlich den Kern dieser, , denn sie wissen genau, dass der Alleinige gegenüber den Hinterhältigen wehrlos ist.

    „Unsere Vorfahren haben so viel ertragen, um unsere Lebensweise zu erhalten. Wir sind hier, weil sie durch alles nie aufgegeben haben. Ihre Opfer verlangen unsere Anerkennung.

    Treffen wir also heute die Wahl, so zu leben, um sie und ihre Opfer zu ehren. In Momenten, in den wir aufgeben wollen, erinnern wir uns an die gleiche Größe, die in ihnen war, auch wenn wir sie noch nicht entdeckt haben.

    Unsere Vorfahren lebten nicht für sich, sondern für die sieben Generationen, die vor uns liegen. Lasst uns in demselben Geist wandeln. Wir können nicht aufgeben, weil wir stets das Fundament für diejenigen legen, die nach uns gehen werden. Wir haben Wurzeln. Erinnern wir uns an sie und finden zu ihnen zurück.“

    Man kann nicht oft genug darauf verweisen.

    Die Urvölker / Völker mit dem Glauben an die Natur sind anderen Wesen auch verhasst, weil sie über ein enormes Wissen verfügen, dass einzig und allein nur aus der Verbundenheit mit der Natur herrührt. Das war der Grund, warum man sie bis aufs Blut bekämpft hat, das ist der Grund, dass auch in der Gegenwart Naturdenkmäler auf gewisse Gruppen verstörend wirken. Aufgescheucht darüber, dass man ihre Macht untergraben könnte, missbrauchen sie diese, immer und immer wieder – schließlich schaffen sie mächtige Areale an Verboten, verbunden mit drastischen Strafen, streuen Fehlinformationen unter die Völker, verbreiten Lügen, schaffen Chaos, und tun alles dafür, dass Völker einen tiefsitzenden Hass untereinander entwickeln.

    Das alles, nimmt erst ein Ende, wenn ein Gros der Menschen diese Machenschaften durchschauen kann und begreift.

    Ich erinnere mich an ein altes Indianersprichwort, das besagt, dass etwas nur so lange lebt, wie die letzte Person, die sich daran erinnert.

    „Mein Volk vertraut der Erinnerung über die Geschichte. Die Erinnerung ist wie Feuer strahlend und unveränderlich, während die Geschichte nur denen dient, die sie kontrollieren wollen, denen, die die Flamme der Erinnerung auslöschen, um das gefährliche Feuer der Wahrheit zu löschen. Vorsicht vor diesen Männern, denn sie sind selbst gefährlich und unklug. Ihre falsche Geschichte ist geschrieben im Blut derer, die sich erinnern könnten und derer, die die Wahrheit suchen“ – sagt Floyd ‚Red Crow‘ Westerman (Dakota Sioux) Schauspieler, Aktivist und Sänger.

    Alle Verträge, die mit Red Cloud abgeschlossen wurden, wurden damals gebrochen. Durch das Abschlachten der Bisons wurde ihnen die Lebensgrundlage entzogen. Das war Völkermord. Als die europäischen Abenteurer im 15. Jahrhundert eintrafen, schätzen Wissenschaftler, dass bereits mehr als 50 Millionen Menschen in Amerika lebten. Davon lebten etwa 10 Millionen in der Region, die später die Vereinigten Staaten werden sollte.

    Wenn auch kaum wahrnehmbar: Überall auf dieser Welt, weht nach wie vor der Geist der heidnischen Himmelsbewohner und ihr Götterglaube (siehe indigene Völker /Naturvölker). Und so darf man hin und wieder darauf aufmerksam machen, dass Teile der germanischen Stämme Angeln, Jüten und Sachsen und später Nachkömmlinge der Nordgermanen England besiedelten und diese wiederum als Angelsachsen die halbe Welt – genau betrachtet, herrscht demzufolge ein Bruderkrieg.

    Nicht zuletzt packen wir die Sprache bei der Wurzel, die Gemeinsamkeiten unter den Völkern weltweit sind verblüffend.

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  • Zum Geburtstag Friedrichs des Großen (1712-1786)

    Januar 25th, 2026

    Friedrich erhebt Preußen zur Großmacht, gewinnt Schlesien und baut durch den Erwerb von Westpreußen die Brücke zwischen den mittleren und dem östlichen Teil seines Staates. Die einzigartige Persönlichkeit dieses großen Monarchen und Feldherren, des Weisen von Sanssouci“ kann nur verstanden werden aus seiner schweren Jugend.

    Er wurde am 24. Januar 1712 in Berlin geboren. Nach dem Willen des Vaters sollte er ein tüchtiger Offizier, ein sparsamer Wirt und ein guter Christ sein. Der Schwerpunkt der Erziehung lag, der Natur des Vaters entsprechend, auf dem militärischen Gebiet. Der hochbegabte Prinz jedoch empfand immer größeren Widerwillen gegen den geisttötenden Soldatendrill mit den ewigen Paraden und Besichtigungen. Seine Neigung gehörte ganz der Wissenschaft und Poesie, später auch der Musik, besonders dem Flötenspiel, in dem er bald Meister wurde.

    Der Vater hielt den Kronprinzen für einen weichlichen Schwächling und Faulenzer, der keine Ahnung habe von den Pflichten seines künftigen Herrscherberufes. Ich Wirklichkeit war Friedrich weder weichlich noch faul noch weltfremd. Er war nur ganz und gar anders als der Vater und fühlte sich unter dessen Behandlung heimat- und wurzellos.

    Mit allen Mitteln, oft brutalster Art, sucht der König, der sein Lebenswerk bedroht glaubt, den Kronprinzen in seine Bahn zu zwingen. Er prügelt den 17jährigen, auch vor aller Öffentlichkeit; er packt ihn an der Kehle, wirft ihn auf die Erde, zwingt ihn, ihm die Stiefel zu küssen.

    Der junge Friedrich ist ganz verzweifelt. Immer tiefer wird die Kluft zwischen Vater und Sohn. Schließlich weiß Friedrich nur einen Ausweg: Fort aus dieser Hölle! Wohin?Zum Onkel nach England. Seine beiden Freunde die Leutnants Keith und Katte, wollen ihn begleiten. Das war 1730. Aber der Plan wird entdeckt . Keith gelingt es, zu entkommen, Katte wird festgenommen. In wahnsinniger Wut erfasst der Vater den Sohn bei den Haaren und schlägt ihm das Gesicht blutig. Er lässt ihn auf der Festung Küstrin bei magerer Kost gefangensetzen. Katte wird zum Tode verurteilt und hingerichtet. Friedrich unterwirft sich dem Vater und wird daraufhin begnadigt.

    Er muss mehrere Jahre bei der Kriegs- und Domänenkammer in Küstrin arbeiten. Er tut dies mit großem Fleiß und sammelt dabei reich Kenntnisse und Erfahrungen in der Staatsverwaltung. Aber noch ein schweres Opfer gilt es zu bringen: Die Vermählung mit der ungeliebten Prinzessin Elisabeth Charlotte von Braunschweig, die ihm der Vater bestimmt. Als Regimentskommandeur in Neuruppin wohnt Friedrich mit seiner jungen Frau im Schloss Rheinsberg.

    Die fünf Jahre bis zu seiner Thronbesteigung waren die schönste Zeit seines Lebens, wie er später erklärte. Die Mußestunden außerhalb des militärischen Dienstes verbringt er mit seinen geliebten Büchern, in geistvoller Tafelrunde, bei Tanz und Musik. Friedrich liest nur französische Bücher . In dieser Zeit beginnt er auch seinen Briefwechsel mit dem französischen Schriftsteller Voltaire, dem glänzenden Geist des Jahrhunderts. Seine Weltanschauung entwickelt sich immer mehr zum Skeptizismus, ein ursprünglicher Hang zum Wohlleben zu einem stoischen Heroentum.

    Unerschütterlich sein – das ist das Leitmotiv seiner Gedichte.

    Die Beziehungen zwischen Vater und Sohn sind äußerlich friedlich geworden, aber innerlich hat sich kaum etwas geändert. Friedrich hat gelernt, alles hinunterzuschlucken. Aber auslöschen wird er die Schmach und Schande, die sich an den Namen des verprügelten Kronprinzen hefteten.

    Die Versöhnung brachte der Tod: Am Sterbebett des Vaters, auf der Schwelle zum eigenen Königtum, bricht Friedrich in dankbarer Anerkennung des väterlichen Lebenswerkes in die Knie.

    Mit 28 Jahren bestieg Friedrich den Thron. Eine neue Epoche ist für Preußen angebrochen.

    Bilder und Text aus „Deutsche Geschichte“ von Albert Thümmel


    Eine Anmerkung, aufgrund vereinzelter Kommentare: Ja, selbst unter Beiträgen wie zu unserem alten Fritz, wird „gestritten“, was das Zeug so hergibt.

    Nun, Friedrich als einen Kriegstreiber zu bezeichnen, ist das eine, der Vorwurf des royalen Werdegangs ein anderer. Die Frage, die sich darüber hinaus stellt, was wurde unter den Fittichen Friedrichs geschaffen? War es nicht so, als er 1772 bei der ersten Polnischen Teilung einen Teil Westpreußens als Wüste übernahm, ein blühendes Land hinterließ und Preußen eine günstigere Gestalt annahm?

    Doch blicken wir zurück. Der erste und zweite schlesische Krieg. In dieser für Maria Theresia (Erzherzogin von Österreich aus dem Haus Habsburg) so schwierigen Lage bot Friedrich ihr seine Hilfe an, wenn sie ihm Schlesien abträte. Die Hohenzollern hatten zwar durch Erbverträge alle Ansprüche auf mehrere schlesische Herzogtümer, doch war die Rechtslage so strittig, dass nur die Macht entscheiden konnte. Maria Theresia lehnte trotz ihrer Bedrängnis mutig ab. Und nun brach Friedrich, nach seinen eigenen Worten, auf zum „Rendezvous des Ruhmes“. Er rückte in Schlesien ein und begann damit den Ersten Schlesischen Krieg (1740-1742).

    Der oft erhobene Vorwurf, Friedrich habe damit einen Angriffskrieg geführt, trifft durchaus zu; auch der andere, dass er immer wieder Verträge gebrochen habe. Aber die anderen Mächte jener Zeit handelten nicht einen Deut besser. Der Unterschied bestand nur darin, dass Friedrich das Problem solcher politischen Unmoral schwer empfand und es oft tiefsinnig erörterte.

    Nach den Siegen von Mollwitz (durch den Feldmarschall von Schwerin) und von Chotusitz gewann Preußen im Frieden zu Breslau Schlesien.

    Nunmehr wurde Maria Theresia ihrer übrigen Gegner – Bayern, Frankreich, Spanien und Sachsen – leicht Herr. Es gelang ihr sogar mit Sachsen ein Bündnis gegen Friedrich zustande zu bringen.

    Der Zweite Schlesische Krieg entbrannte (1744-1745): Die Preußen siegten bei Hohenfriedberg, Soor und Kesseldorf. Mit dem Sieg bei Kesseldorf schloss Fürst Leopold von Dessau seine Feldherrnlaufbahn, die ihm schon im Spanischen Erbfolgekrieg und im Nordischen Krieg zu europäischem Ruhm geführt hatte, glorreich ab.

    Durch den Frieden von Dresden blieb Friedrich im Besitz von Schlesien. Mit Bewunderung schaute die Welt auf seine Taten. Sein Volk begrüßte den 33jährigen bei seinem Einzug in Berlin mit unendlichem Jubel als den „Großen“. Nun folgten elf Jahre des Friedens.

    Der rasche Aufstieg Preußens erweckte Neider und Feinde ringsum. Friedrich war entschlossen seinen Feinden zuvorzukommen. Um aber nicht als Friedensstörer zu erscheinen, fragte er erst bei Maria Theresia an, ob er Krieg oder Frieden zu erwarten hätte. Da die Antwort unbefriedigend ausfiel, rückte er Ende August 1756 an der Spitze seiner Regimenter in Sachsen ein, dass gewiss nicht neutral geblieben war. Es ist kein Zweifel: Friedrich hat den Krieg eröffnet, um einem mit Recht gefürchteten Angriff zuvorzukommen. „Ich rufe den Himmel zum Zeugen an, dass ich unschuldig bin an allem Unheil, dass daraus entstehen wird.“

    So entbrannte der dritte Schlesische Krieg.

    Nachdem Maria Theresia 1780 gestorben war, bis zum letzten Atemzug voller Fürsorge für ihr Land, sagte Friedrich: „Sie hat dem Thron und ihrem Geschlecht Ehre gemacht. Ich habe zwar Krieg gegen sie geführt, doch bin ich niemals ihr Feind gewesen.“

    Wer Friedrichs tiefste Gedanken über Herrscheramt, Staat uns Politik kennenlernen will, der greife zu seinem Testament von 1752.

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  • Eine Würdigung!

    Januar 25th, 2026

    Eine Würdigung der Schlesier und der Soldaten Opfer, vor deren Größe wir in Andacht verstummen, sowie der schlesischen Bauern und der Unternehmungen der Deutschen Reichsbahn.

    Nicht nur Breslau gehört in dieses Bild, auch der schlesische Bauer sei hier gewürdigt. Man hatte sich Ende März auf Grund der in einem Teil Schlesiens gefestigten Lage zur Frühjahrsbestellung entschlossen, auch in den frontnahen evakuierten Räumen. Aus dem Restteil des Kreises Grottkau ist es bekannt, dass diese Frühjahrsbestellung Ende April unter schwierigen Bedingungen und Gefahren für die Bauern bis dicht hinter der Front gelungen ist.

    Hier hat man nicht zu rechten und zu richten, ob dieser Entschluss denn angesichts der Gesamtlage richtig oder falsch war. Dagegen sollten wir alle gerade heute anerkennen, dass man diese Bestellung noch unter solchen Erschwerungen gewagt hat. In jener Zeit bevorstehender Auflösung und drohenden Zusammenbruchs war das eine letzte große Tat des schlesischen Bauern. In treuer Hingabe an die Heimaterde.

    Ebenfalls zu würdigen sind die Unternehmungen der Deutschen Reichsbahn.

    Es waren Züge zu fahren für: Flüchtlinge, Kohlen für Wirtschaft und Hausbrand, Dienstkohlen, Truppentransporte, Verwundete, Versorgung der Truppe, Industriegüter, dienstliches und wirtschaftliches Räumungsgut, Verlegung von Reichsbahndienststellen.

    Nun muss man sich vorstellen, dass alle Eisenbahntransportbewegungen jedweder Art nur laufen können, wenn außer der Garantie aller rein betrieblichen Funktionen (Lokomotiven, Kohle, Wasser, Signale, Weichen, Brücken, Tunnels, Zugpersonal und dergleichen) auch der Wagenumlauf nicht stockt. Andernfalls fehlt es bei den einladenden Abgangsbahnhöfen sehr bald an genügendem und passendem Leermaterial.

    Wenn nun in Schlesien im Januar und Anfang Februar 1945 die gleichzeitige Bewältigung aller Aufgaben unmöglich blieb, so war eine der Ursachen der mangelnde Wagenumlauf. Und dieser wurde durch die erheblichen Betriebsstörungen verursacht, welche die anglo-amerikanische Luftwaffe in anderen Teilen des Reiches in wachsendem Maße anrichtete.

    Zudem hatte der anglo-amerikanische Luftangriff auf Dresden am 13. und 14. Februar bewirkt, den Görlitzer Verschiebebahnhof Schlauroth vorübergehend völlig zu verstopfen.

    Der Reichsbahn und den schlesischen Eisenbahnern zur Ehre sei es gesagt, dass niemand seinen Posten ohne Befehl verlassen hat. Wie der Soldat hat der Eisenbahner seine Pflicht getan.

    Unter sehr großen Schwierigkeiten hat der schlesische Eisenbahner Großes geleistet – Die große Strecke Görlitz-Glatz-Oberschlesien, bis zum Ende des Kampfes in Betrieb, hatte für die Führung bei der langen Behauptung Schlesiens entscheidende Bedeutung – Täglich 6 Kohlenzüge aus dem Rybniker Revier bis Ende März und täglich 12 Kohlenzüge aus dem Karwiner Revier bis Ende April – Über 1.7 Millionen Flüchtlinge wurden befördert.

    Im weiteren Verlauf der Schlacht ist am 23./24. März die «Festung» Neiße verloren gegangen, während die schließlich hinter den starken Biele-Abschnitt zurückverlegte Front südlich Neiße ebenso hielt, wie die nach Osten gerichtete Kampffront nördlich Neiße.

    In der am 15. März beginnenden Schlacht hat die Heeresgruppe den Raum CoselOppeln-Grottkau-Neiße-Neustadt verloren.

    Aber war es nur der Raumverlust? Weit schwerer wog abermals der Verlust an Soldaten, schweren Waffen und Material. Mehr noch als die 344. Division und die 18. SS-Panzergrenadierdivision hatten die Divisionen des 56. Panzerkorps (Korpsgruppe Schlesien) gelitten, die 168. Division und die 20. SS-Division, welche aus estnischen Freiwilligen bestand.

    Außerdem waren infolge fehlender Voraussicht und mangels rechtzeitiger Anordnungen wiederum Trecks mit Frauen, Kindern und Greisen mitten in die Schlacht geraten.

    Nachdem der Feind von Mitte April ab die Front der Lausitzer Neiße durchbrechend auf die Südfront Berlins angetreten war und am Südflügel der Heeresgruppe auch die Mährische Pforte endlich aufgestoßen hatte, bestand die Frage, welche Aufgabe der Kampf in und um Schlesien nun noch habe. Die einfache Antwort lag wohl auch damals auf der Hand: es mussten noch weiterhin die Flucht-Straßen der durch das Protektorat nach Westen ziehenden Trecks geschützt werden.

    Einer der ,berühmtesten‘ Trecks war der ,Richthofen-Treck‘, welcher nach seinem Führer Baron Freiherr von Richthofen benannt wurde. In diesem Treck flüchteten ungefähr 700 Menschen Richtung Westen. Sie wurden von Tieffliegern beschossen und hatten dadurch Mitreisende und auch 12 Pferde verloren, doch sie haben es geschafft und sind angekommen.

    Als zweite Aufgabe nach dem Schutz der Treckstrassen bestand die Pflicht, möglichst viel deutsche Truppen dem feindlichen Zugriff zu entziehen und damit vor den Drangsalen böser sowjetischer Gefangenschaft, vor Demütigung, Krankheit und Siechtum, ja Tod zu bewahren.

    Der Schlesier und der Soldaten Opfer, vor deren Größe wir in Andacht verstummen, haben jenen nach Westen ziehenden Millionen Schlesiern den Weg in die Freiheit und zu neuem Leben gerettet. Wessen entsetzte Augen Brand und Blut, Tod und Grauen überfallener Heimstätten, zusammengeschossener und niedergewalzter Trecks gesehen, wessen schmerzende Ohren zum Himmel schreiendes Leid gehört haben, wird nun ermessen können, vor welch grausamem Tod und vor wieviel Not der Kampf um Schlesien mit seinen Opfern die in die Freiheit Ziehenden bewahrt hat.

    Kampf um Breslau

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  • Schlesien – der Kampf um Breslau

    Januar 24th, 2026

    Aus dem Bericht eines Zeitzeugen – als Überlebende ihre schlesische Heimat verlassen mussten: Juli 1946: „Schweigend setzte sich der Zug 7.30 Uhr in Bewegung. Es war ein herrlicher Sommermorgen, und die Heimat mit ihren Fluren und dem nahem Wahrzeichen Schlesiens, dem hochragenden Zobtenberge, zeigte sich noch in ihrer gesamten Schönheit: Immer wieder gingen die Blicke rückwärts Abschied nehmend. In den Dörfern, die der Zug, der sich durch Zuzug öfter vergrößerte, passierte, standen die Gemeindemitglieder und Heimatgenossen an den Straßen und grüßten die Ausziehenden, desselben Schicksals gewärtig. Manchmal sang die an der Spitze marschierende Jugend ein Wanderlied“

    Was hier vor sich gegangen sein muss, welche Gedanken die Menschen wohl in sich trugen, all das lässt sich nur schwer begreifen. Was sie verloren haben, nur erahnen.

    —————————————————————————————

    Viele der geflohenen oder vertriebenen Schlesier leben heute nicht mehr. Doch sie haben es niedergeschrieben, ihren Schmerz und die Ratlosigkeit in sich, als sie durch die Straßen Breslaus gingen… Sie haben uns etwas hinterlassen. Die Toten können nicht mehr berichten, es ist die Pflicht der Nachkommen es für sie zu tun.

    ———

    Was bisher geschah: Am 13. Februar 1945 vereinigten sich russische Panzerkräfte an der Autobahn Breslau-Liegnitz und schlössen den Ring um Breslau. Am 15. Februar gab die Kommandantur die Einschließung der Stadt der Bevölkerung bekannt.

    Der erste russische Angriff richtete sich bald nach der vollzogenen Einschließung gegen die Südfront der Festung. Dem Angreifer gelang zuerst ein tiefer Einbruch, der schnell zum Verlust des Stadtteils südlich des Hindenburgplatzes führte.

    Hier versteifte sich aber der deutsche Widerstand, und es begann ein wochenlanges Ringen, indem sich der Russe beiderseits des großen Magsitrals, der früheren Kaiser-Wilhelm Straße, in Richtung auf den Hauptbahnhof vorwürgte, bis ihm in der Mitte des März in Höhe der Viktorin Straße ein endgültiges Halt geboten wurden.

    Es brach ein Sturm herein, wie ihn Breslau seit dem Mongolensturm von 1241, der Breslau niederbrannte, nicht mehr erlebt hatte. Nach der Stille des Ostersonnabends setzte am ersten Ostertag ein Trommelfeuer schwersten Kalibers auf die deutschen Stellungen und die Stadt ein. Schwere Bombenangriffe gingen hernieder.

    Der Dom wurde zerbombt, die Häuser der Dominsel zerstört. Die Domtürme brannten zu traurigen Stümpfen herab, vernichtet wurden die Ohlauer- und Taschenstrasse, zum großen Teil die Hauptstraße Breslaus, die Schweidnitzer Straße. Es brannten die Hauptpost, das Postscheckamt, das Gemäldemuseum, das Museum für Altertümer, ganze Häuserviertel standen in Flammen, die Häuser stürzten zusammen. Wer sich ins Freie wagte, drohte im Funkenregen in Flammen zu stehen.

    Ein Geistlicher am Dom sagte unter dem Eindruck der Ostertage: «Wir glaubten die Schrecken des Jüngsten Tages seien gekommen.» Das Kleinod Breslaus, das gotische Rathaus, in dessen Kellern hunderte Verwundete lagen, blieb erhalten.

    Um die Mitte des März war das Schicksal Breslaus eigentlich besiegelt. Einen militärisch echten Sinn hatte die weitere Verteidigung nicht mehr, abgesehen von der Bindung von 12 russischen Divisionen, die damit nicht an anderer Stelle wirksam werden konnten. Dass die Besatzung und Bevölkerung auch weiter sechs Wochen durchhielt, war vor allem das Wissen darum, dass dieses Stadt, über die täglich und stündlich der Feuersturm des Angreifers aus den weiten Ebenen Asien dahin raste, seit 700 und mehr Jahren deutsch war und geblieben ist, das diese Stadt schon einmal der grauenvollen Umschließung der asiatischen Horden des Dschingis-Khan ihr Deutschtum bewahrte und trotzig erkämpfte, dass diese Stadt und Festung der erste große zentrale Mittelpunkt europäischer Kultur an der Schwelle des großen asiatischen Tieflandes war.

    Diese zweihunderttausend deutschen Männer und Frauen haben in der Tiefe ihrer Seele vielleicht darum gewusst, dass europäische Kultur im Kampf der Geister und im Kampf der Schwerter gegenüber der Tyrannei jedweder Art jeden Tag neu erkämpft und errungen werden muss, und das nur tapferster und äußerster Kampf um diese Dinge die Berechtigung verleiht, das Licht Europas einmal wieder an diese Stelle zu tragen, wenn es auch jetzt im Sturm der Raserei verlöschen musste.

    Vielleicht war es so!

    Ostern 1945, sonst von den unzähligen Kirchenglocken Breslaus jubelnd begrüßt, sah die fürchterlichste Beschießung der Stadt aus unzähligen Rohren der russischen Artillerie, sah die pausenlosen Luftangriffe der russischen Flieger im rollenden Einsatz. Noch immer wehrten sich die Deutschen. Noch immer ratterten ihre Maschinengewehre gegen die vorquellenden russischen Massen, deren Angriffe nun auch auf die Front ostwärts der Oder übergriffen.

    7. Mai – die Festung Breslau ist gefallen. Der Kampf um Schlesien war zu Ende, was folgte, war die menschenunwürdige Austreibung einer Bevölkerung aus ihrer Heimat, um die sie gearbeitet, gelitten und gestritten hatte, wie alle deutschen Menschen im deutschen Osten.

    Was den Menschen bereits zuvor widerfahren ist, lässt sich auch nur schwer in Worte fassen.

    „Bei schneidender Kälte von 20 Grad und mehr zogen die Elendstrecks der Alten, Frauen und Kinder aus den schlesischen Dörfern in westlicher und südlicher Richtung dem schlesischen Gebirge zu. Die Frauen Breslaus erschraken nicht wenig, als sie am 20. und 21. Januar die Durchsage von den Lautsprechersäulen hörten: «Frauen und Kinder begeben sich zum Fußmarsch auf die Straße nach Opperau in Richtung Kanth.» Der Andrang auf den Bahnhöfen war inzwischen so groß, dass der Bahnverkehr auf den Bahnhöfen fast zum Erliegen kam.

    Schon in der ersten Nacht, zu Beginn der Kämpfe, erfroren unzählige Kinder, obwohl die Mütter vielfach ihre Koffer wegwarfen, um die Kinder an ihrer Brust zu bergen. Nach der zweiten Nacht war die Hiobsbotschaft vom Sterben der Kleinkinder und dem Flüchtlingselend der Mütter in Kälte und Hunger nach der Stadt zurückgedrungen, dass fast jeder vor solcher Flucht ohne Quartier und Verpflegung zurückschreckte. In Breslau sagten sich Tausende, haben wir unser Bett, Kohle und Kartoffeln, dann wollen wir lieber hier umkommen als erfrieren oder verhungern. So blieben mindestens 200000 Zivilpersonen, zu denen noch einige zehntausend aus den benachbarten Landkreisen stießen, ehe die Festung sich schloss.“

    —————————————————————————————

    Mit diesem Beitrag endet vorerst die Reihe zu „Schlesien – der Kampf um Breslau“.

    Es gäbe noch so viel mehr zu schreiben, angesichts der unzähligen Erlebnisberichte. Unsere Eltern, Großeltern, Urgroßeltern, Onkel, Tanten, Cousins, Cousinen, unsere Vorfahren haben uns etwas hinterlassen. Sie können nicht mehr berichten, es ist unsere verdammte Pflicht es für sie zu tun.

    Eine Würdigung der Schlesier und der Soldaten Opfer, vor deren Größe wir in Andacht verstummen, sowie der schlesischen Bauern und der Unternehmungen der Deutschen Reichsbahn, folgt im Anschluss an diesen Beitrag.

    ——————————————————————————————————

    Quelle: „Die Vertreibung aus der Heimat“

    Bericht über das Ende des deutschen Lebens

    in Namslau Bez. Breslau

    1. Teil,

    bis zur vollständigen Räumung am 21. Januar 1945,

    erstattet von G. Röchling, Pastor,

    unter Berücksichtigung erreichbarer brieflicher Mitteilungen,

    mit einem stichwortartigen Bericht des Landrats Heinrich über die Tage

    18. – 22.1.1945

    Lembeck (Westfalen)

    Thieme, Hans: Letzte Vorkriegsjahre an der Breslauer Universität. In: Herbert Hupka

    (Hrsg.): Meine Heimat Schlesien. Erinnerungen,

    Der Sturm „Die Russen kommen“, ZDF – Dokumentation

    (ausgestrahlt am 18.01.2005 von 20:15 – 21:00 Uhr)

    Hupka, Herbert: Letzte Tage in Schlesien. In: Herbert Hupka (Hrsg.): Meine Heimat

    Schlesien. Die letzten Tage,

    Jahresarbeit von Christin Mende über „Flucht aus Schlesien“ – Fakten, Erlebnisse und Erinnerungen

    ——————————————————————-

    Die bisher zu dieser Reihe verfassten Beiträge findet ihr im Kommentar (zusammengefasst unter einem Beitrag)

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  • Kampf um Breslau

    Januar 24th, 2026

    Als ich begonnen habe, Beiträge wie diese zu „Breslau“ zu verfassen und dank der Erlebnisberichte meiner Mutter immer tiefer in das damalige Geschehen eintauchen konnte, ging es mir nicht immer gut.

    Wenn man die vielen Dokumente mit den Erlebnisberichten vor sich liegen hat, wenn man von dem ungeheuren (geschürten) Hass gegen die deutsche Bevölkerung liest, aus dem ein unbeschreibliches Leid hervorging, und zugleich das gegenwärtige Weltgeschehen beobachtet, dann ist dieses Wissen um das Geschehen und über die damit verbundenen Absichten fast unerträglich und ich halte inne, verharre in Gedanken, lege den „Stift“ nieder, und setze mich in die Sonne und träume von guten Zeiten.

    Was damals vor sich gegangen sein muss, welche Gedanken die Menschen wohl in sich getragen haben, all das lässt sich nur schwer begreifen. Was sie verloren, nur erahnen.

    Wer je das Glück hatte, seinen Sommerurlaub in Schlesiens Bergen zu verbringen oder beim Skisport die Schönheiten des in Schneereichtum und glitzerndem Rauhreif strahlenden Hochgebirges zu genießen, wird noch heute von der Gastlichkeit der Gebirgsbauden schwärmen. Auch deren Küche und Keller waren berühmt. Denn die Feinheiten österreichischer und böhmischer Küche hat der Schlesier in Jahrhunderten weitergepflegt.

    Der Kampf um Schlesien begann am 12. Januar 1945 rund 200 Kilometer ostwärts der deutschen Reichsgrenze in den Ostbeskiden und an der Weichsel, er endete in Nordmähren zwischen Brünn und Olmütz, in den schlesischen Gebirgen und in Nordböhmen und Sachsen an der Elbe mit der bedingungslosen Kapitulation am 8./9. Mai 1945, also nach vier Monaten ununterbrochener schwerer Kämpfe.

    Als sich im Februar 1945 die Russen und ihre polnischen Hilfstruppen der schlesischen Hauptstadt näherten, wurde diese am 15.2. zur Festung erklärt (wie auch Glogau und Oppeln). Während der dreimonatigen Belagerungszeit kamen 40 000 Menschen vor Hunger und Kälte um. 70 Prozent der Stadt fielen dem Feuer der sowjetisch-polnischen Artillerie zum Opfer. Nachdem die Festung am 6. Mai (vier Tage nach Berlin) kapituliert hatten, richteten die Besatzer unter den Überlebenden ein Blutbad an. Die Polen, die am 9. Mai die Verwaltung Breslaus übernahmen, vertrieben die meisten der damals 200 000 deutschen Einwohner.

    Im Zuge der im Herbst 1944 angeordneten großen Befestigungsarbeiten im deutschen Osten, waren in Schlesien außer den großen durchlaufenden Stellungsarbeiten an der Landesgrenze die folgenden Städte und Gebiete zu Festungen erklärt worden, die sich auch bei einer russischen Einschließung weiter zu verteidigen hatten:

    1. Breslau

    2. Glogau

    3. Oppeln

    4. Das oberschlesische Industriegebiet als Festung Oberschlesien

    Zuerst (Mitte Januar) konnte die Stadt und Festung Breslau die ihr eigentlich militärisch zugedachte Aufgabe innerhalb der deutschen Front erfüllen. Zum Monatsende trat sogar eine gewisse Ruhe im Festungsgebiet ein. Dies führte zu einer starken Rückwanderung der Breslauer Bevölkerung aus ihren Evakuierungsgebieten im Riesengebirge, den Bezirken Schweidnitz und Hirschberg, die einerseits die Gefahr vorüber glaubte, in der Masse aber bei der hastigen Evakuierung zurückgelassenes lebensnotwendigen Hausrat herausholen wollte

    Doch der am 8.2.1945 in Gang kommende russische Angriff aus den Oder-Brückenköpfen von Steinau und Brieg führte am 12.2. 1945 zur endgültigen Einschließung der Stadt.

    Nunmehr kämpft die 269. Division zum Schutz Breslaus westlich der Oder – Sie bricht mit Teilen nach Süden durch – Die 208. Division, eine neue Reserve, kämpft gegen den bei Brieg über die Oder vordringenden Feind – Die 17. Division verzögert die Einschließung Breslaus von Westen her – Auch sie durchbricht mit Teilen den Einschließungsring nach Süden – Auch südlich Breslau fechtende Panzerdivisionen können die Einschließung Breslaus nicht verhindern – Mitte Februar ist Breslau eingeschlossen, und der Feind besitzt die Autobahn als schnelle Verkehrslinie von Niederschlesien nach Oberschlesien.

    Mitte Februar nun war dies die Lage in Mittel- und Niederschlesien: Breslau und Glogau waren eingeschlossen Um ihre Mauern begann ein schwerer Kampf. Die Oderverteidigung war misslungen. Am nördlichen Rande des Vorgebirgslandes – inmitten der weithin schauende und sichtbare Zobten – krallten sich unsere Soldaten in schlesische Heimaterde, um nun hier einen neuen Wall zu bilden.

    Rund 40 000 Soldaten und eine Einwohnerzahl zwischen 150 000 und 200 000 Seelen wurden durch eine russische Armee von 12-13 Divisionen, also von einer vierfachen Überlegenheit eingeschlossen. Die Verbindung der Stadt zur Außenwelt wurde auf den Luftweg beschränkt. Die Kämpfe vor der Einschließung hatten an den Munitions- und Betriebsstoffvorräten der Festung bereits erheblich gezehrt, sodass die Munitionslage der Verteidiger bereits in den ersten Tagen ernst wurde.

    Mit Lebensmitteln und sonstigen Vorräten war die Stadt reichlich versorgt, unter anderem befanden sich bei Beginn der Belagerung 16 000 Schweine in den Kühlhäusern der Stadt.

    ———————————————————————————————————————–

    Gut zu wissen:

    Die schlesischen Festungen Breslau, Glogau, Glatz, Neisse und Cosel haben seit ihrer Gründung zwischen den Jahren 1000 und 1355 zahlreiche Stürme und Belagerungen erlebt. Polen, Hussiten, Schweden, Wallensteinsche Truppen, Österreicher und Franzosen mit bayerischen und württembergischen Verbänden haben unter wechselndem Erfolg um diese wichtigen Plätze gekämpft.

    In den Unglücksjahren 1806/1807 hielten Breslau und Glogau nur einen Monat stand, während Neisse, Cosel und Glatz vier bis fünf Monate der französischen Belagerung trotzten.

     Von Schlesien aus wurde der Befreiungskrieg 1813-1815 eingeleitet. Am 17. März 1813 erließ König Friedrich Wilhelm III. in Breslau den Aufruf «An mein Volk», nachdem er bereits am 10. März das «Eiserne Kreuz» gestiftet hatte.

     Volle hundert Jahre ist Schlesien dann vom Kriege verschont.

     Das Versailler Diktat von 1919 indessen griff mit Gebietsabtretungen hart in Schlesiens Gestalt und Leben ein. Ohne Abstimmung wurden an Polen Teilstücke der Kreise Namslau, Gr. Wartenberg, Militsch und Guhrau, ländliche Gebiete, abgetrennt.

    ————————————————————————————————————-

    Bisher dazu verfasst: siehe Kommentar

    Schlesien – ein Auftakt!
    Schlesien, dem Heimatboden ist die Seele genommen
    Der Kampf um Breslau – wir beginnen mit einem historischen Streifzug
    Stadt und Festung Breslau – die bewegte Geschichte ab 1335 bis 1945
    Schlesien 19. / 20. Januar 1945 – Zur Erinnerung!
    Schlesien – der Kampf um Breslau

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  • Da ist die Tragödie an den Tragödien

    Januar 23rd, 2026

    Wer die gerade aktuell von mir veröffentlichten Beiträge zu Schlesien aufmerksam verfolgt, auch die Kommentare betreffend, dem wird nicht entgangen sein, dass seitens einer bestimmten Klientel immer wieder Aufrechnungen und Schuldzuweisungen gegenüber unserem deutschen Volk erfolgen.

    Ja, man braucht schon ein dickes Fell, wenn man weiß, wie es sich tatsächlich zugetragen hat, was die Anfänge waren und welche, und vor allem wie viele Verbrechen von anderer Seite aus an unserem Volk begangen wurden.

    „Der Krieg, der viele Väter hatte“ von Gerd-Schultze Rhonhof, ist hierzu gewisse eine wertvolle Literatur-Quelle -aktenkundig, belegt und nachweisbar.

    Da beißt die Maus keinen Faden ab. Wir wissen das, viele andere wissen es auch, und sie kennen die Zusammenhänge. Doch so einfach ist es eben leider nicht, weil in den Köpfen der Menschen immer wieder oder ausschließlich die Taten der Deutschen in die Köpfe gehämmert worden sind. Medial verfälscht, unter falschen Angaben veröffentlicht und doch breit gestreut. Um das Lügengerüst aufrechtzuerhalten und damit auch den Hass gegen das deutsche Volk, ist es natürlich nicht verwunderlich, dass bis zum heutigen Tage die „vermeintlichen“ Taten hoch und runtergebetet werden, die eigentlich andere begangen haben.

    Vor einigen Jahren habe ich begonnen, aus dem Aktenbestand des Bundesarchivs heraus, all die noch nach 1945 erfolgten Ermittlungstatbestände zu „sortieren“. Zu dieser Zeit waren viele Todesurteile über unsere deutschen Soldaten bereits gefällt, und wie sich über die Ermittlungen später herausstellte, zu Unrecht! Es gibt unzählige solcher Aufzeichnungen. Nicht alle liegen unter Verschluss. Wer sich also wirklich der wahren Vorgänge bewusst werden möchte, der wird fündig.

    Unter anderem auch die „Weißbücher“ und ähnliche Dokumente. Sie lassen tief blicken und sind durchaus aufschlussreich.

    Aber wer fragt schon danach? Es ist doch viel einfacher, die medial propagierten in endlos langen Listen aufgezeichneten Taten des „bösen Deutschen“ auf dem Silbertablett geliefert zu bekommen. Sei es nun, in den staatlich verordneten (Ver) Bildungsstätten, Schulen, Fachschulen, Hochschulen oder Universitäten, oder über das staatlich festgelegte (Ver) Bildungsprogramm wie Fernsehen und Rundfunk.

    Breit gestreutes Gedankengut, dass für unser Volk nicht ohne Folgen blieb. Das ist ja alles nichts Neues. Dieser jahrhundertelang währende Hass auf alles, was Deutsch ist, war nie verschwunden. Im Gegenteil, er wurde über herbeigeführte Kriege unter den Völkern immer tiefer geschürt. Erschwerend gesellt sich hinzu, dass Völker in ihrer Mentalität sehr unterschiedlich „ticken“, Manche saugen den suggerierten Hass förmlich auf und spucken ihn mit Gift und Galle aus, andere nehmen sich zurück, und verkünden ihn eher unterschwellig, aber nicht mit weniger Nachdruck.

    Und das Volk, dass diesen Hass immer und immer wieder ernten muss, hat sich über diese lange Zeit offenbar daran gewöhnt, immer und immer wieder für alles zur Rechenschaft gezogen zu werden.

    Da ist die Tragödie an den Tragödien, die Unschuldige erleiden müssen, verursacht durch geschürten Hass, gespickt von unzähligen Lügen, unterlegt mit Fälschungen, dank eines Machtgefüges, dass auf medialer Ebene einen ungeheuren Schaden anrichtet.

    In diesem Zusammenhang möchte ich auf eine Rede verweisen, so geschehen am 10. Januar 1918:

    An diesem Tag hörten die US-Parlamentarier gemeinsam aus Anlass der feierlichen Eröffnung der neuen Sitzungsperiode die folgenden Worte ihres >Vorbeters

    »Allmächtiger Gott – Unser himmlischer Vater!. . . Du weißt, o Herr, daß wir in einem Kampf auf Tod und Leben stehen gegen eine der gemeinsten, übelsten, gierigsten, habsüchtigsten, blutdürstigsten, sündhaftesten und sinnlichsten aller Nationen, die jemals das Buch der Geschichte geschändet haben. Du weißt, daß Deutschland aus den Augen der Menschen genügend Tränen gepreßt hat, um einen neuen Ozean zu füllen, daß es genügend Blut vergossen hat, um jede Woge auf diesem Ozean zu röten, und daß es aus den Herzen von Männern, Frauen und Kindern genügend Schreie und Stöhnen gepreßt hat, um daraus ein neues Gebirge aufzutürmen.«

    Nun ja, man möchte annehmen, das Gebet gilt den Sadisten unterm Sternenbanner, dem Amerika als vermeintlichen Leuchtturm für Recht und Freiheit.

    Aber nein, dieses Gebet, dass aus dem Munde des Vertreters einer Nation, die damals schon genügend Eroberungskriege geführt und ihr Land von den Ureinwohnern durch Völkermord praktisch >gesäubert< hatte, richtet sich gegen die deutsche Nation.

    Das Gebet im US-Kongress schloss dann mit Worten, in denen die Geschichtsfälschung fortgesetzt wird: »Wir bitten dich, o Herr, entblöße Deinen mächtigen Arm und schlage das große Rudel dieser hungrigen, wölfischen Hunnen zurück, von deren Fängen Blut und Schleim tropfen.“

    Solche Gebete haben in der amerikanischen Kriegspolitik eine lange Tradition.

    Auch bevor die Piloten mit den Atombomben nach Hiroshima und Nagasaki starteten, soll ein US-Geistlicher den Segen des Himmels für den einen hunderttausendfachen Tod bringenden Flug erfleht haben.

    Lange Rede, kurzer Sinn: Es gibt Dutzende Schriften, Quellen und Verweise zur Kriegspolitik der Amerikaner und Briten: Dazu muss man nicht weit ausholen, noch lange recherchieren. Sie machen auch keinen Hehl daraus. Im Gegenteil, sie ehren und belobigen ihre Handlanger, denn die Köpfe des Syndikats haben sich die Finger nicht schmutzig gemacht. Und es war auch nicht schwer, genügend „Personal“ herbeizurufen, um die geschickt ausgeklügelten Schandtaten in Umsetzung zu bringen.

    ————————————————————————————————

    Im Kommentar geht`ausführlich weiter.

    Die Sprache des Hasses – von Hetzschriften und ihren Verfassern

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  • Stadt und Festung Breslau – die bewegte Geschichte ab 1335 bis 1945

    Januar 23rd, 2026

    Weiter geht es mit einem historischen Streifzug zur Hauptstadt Schlesiens. Im Kommentar findet ihr weitere, bisher dazu verfasste Beiträge.

    1335 gelangte Breslau zusammen mit dem größten Teil Schlesiens auf Bitten der schlesischen Herzogswitwe Agnes, Enkelin des deutschen Kaisers Konrad III., im Vertrag von Trentschin wieder unter die Oberhoheit des deutschen Lehnstaates Böhmen. Der polnische König Kasimir III. verzichtete in Trentschin „für ewige Zeiten“ auf die Lehenshoheit über die schlesischen Fürstentümer. Breslau erhielt eine reichsstädtische Verfassung. Schon bald nach ihrer Neugründung entwickelten sich die Stadt zu einem der größten Handelsplätze des Deutschen Reiches.

    Von den böhmischen Königen, namentlich Karl IV. (1346-1378), wurde Breslau sehr begünstigt, sodass sich trotz der Stürme der Hussitenkriege und der folgenden Jahrhunderte ein wohlhabendes deutsches Bürgertum herausbildete. Der Handel der Stadt, die zwischen 1368 und 1474 der Hanse angehörte, reichte bis nach Venedig.

    In dieser Periode erhielt Breslau auch sein architektonisches Gepräge. Die meisten Kirchen der Stadt wurden damals neu- oder umgebaut. Die herzögliche Burg stand auf dem Platz der jetzigen Universität. Später hat der Jesuitenstil in der Universität ein Denkmal hinterlassen.

    1526 kam die 1523 protestantisch gewordene Stadt an das Haus Habsburg. Im 16. Jahrhundert erlebte Breslaus eine kulturelle Blüte. Seit dem ausgehenden Mittelalter war es mit 36 000 Einwohnern die viertgrößte Stadt Deutschlands. Im Dreißigjährigen Krieg verarmte das 1633 von Schweden, Sachsen und Brandenburg verwüstete Breslau. Die Gegenreformation leitet eine neue Entwicklung ein.

    Am 10.08. 1741 besetzten preußische Truppen Breslau. Durch den Breslauer Frieden (11.6.1742) kam Schlesien mit der Grafschaft Glatz, aber ohne die Herzogtümer Jägerhof, Teschen und Troppau, von Österreich an Preußen. Damit begann eine neue Blütezeit. Noch einmal (1757) wurde die Stadt von den Österreichern besetzt, wenig später jedoch von Friedrich nach der Schlacht bei Leuthen befreit.

    1760 schlug General Graf von Tauentzin einen Angriff Loudons zurück. 1806/7 belagerte Vandamme die Stadt und ließ nach der Übergabe die Festungswerke schleifen.

    Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wuchs die Bevölkerung auf 400 000 Personen an. Die 1811 neu gegründete Universität wurde zum geistigen Zentrum des deutschen Widerstandes gegen die Napoleonische Unterdrückung. Auf der Breslauer Schmiedebrücke hatte das berühmte Lützower Freikorps, auch als „Schwarze Schar“ bekannt, sein Standquartier.

    Am 17. März 1813 erging von Breslau aus der Aufruf Friedrich Wilhelm III. „An mein Volk“. Es war der Startschuss zur Vertreibung Napoleons von deutschem Boden. In Breslau wurde auch das Eiserne Kreuz gestiftet.

    Bis 1945 war die Stadt Sitz zahlreicher Behörden (Oberpost- und Reichsbahndirektion, Oberbergamt, Reichsbankhauptstelle u. a.) und Hochschulen (Universität, Technische Hochschule, Akademie für Kunst und Kunstgeschichte) sowie ein bedeutender Messeplatz und Kulturzentrum mit mehreren Theatern, Museen und Bibliotheken.

    Vor dem Zusammenbruch war Breslau die viertgrößte Stadt Preußens (nach Berlin, Köln und Essen) und die achtgrößte Stadt des Deutschen Reiches.

    ——————————————————————————————-

    Die Fotos stammen aus „Burda Druck“ zu Schlesien aus dem Jahr 1972

    weitere Quellen /Literaturverweise

    „Schlesien – der Reiseführer durch das Land an der Oder „ Johannes Schultz-Tesmar 2. Auflage 1991

    „Das Riesengebirge“ Gerhard Jungfernkerker“

    „Schlesien-Lexikon“ Klaus Ullmann

    „Niederschlesien- Eichenblatt und Götterberg“ Markus Dworaczyk/Erle Bach

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  • Schlesien 19. / 20. Januar 1945 – Zur Erinnerung!

    Januar 22nd, 2026

    Der Todesmarsch der Breslauer Mütter

    Ein Dichter sagte: „Es ist eine Größe des Leides, bei der jeder Widerstand aufhört, deshalb wird schweres Leid meist stiller würdiger getragen, als die kleinen Widerwärtigkeiten des Lebens. Die Schwere der Last hat die Kraft, sie abzuschütteln, gebrochen!“

    Mit einer Fläche von 33.000 Kilometern und einer Bevölkerung von 4,6 Millionen Menschen war Schlesien die bevölkerungsreichste Provinz des deutschen Ostens. Die Hauptstadt Breslau war bis Ende 1944 eine ruhige deutsche Stadt – weit entfernt von allen kriegerischen Auseinandersetzungen.

    Am 19. Januar 1945 überschritten Sowjettruppen im Zuge ihrer Großoffensive zum ersten Mal die Grenze Schlesiens. Nachdem am 20. Januar die ersten Lautsprecherdurchsagen in Breslau zu hören waren, wurden am 21. Januar überall Plakate mit der offiziellen Anordnung des Gauleiters Hanke angebracht. Auf ihnen war zu lesen: „alle Frauen und Kinder verlassen sofort die Stadt Breslaus zu Fuß in Richtung Opperau-Kanth“.

    Bei bis zu 20 Grad unter Null machten sich daraufhin tausende Frauen mit ihren Kindern, mit Schlitten und kleinen Handwagen hinaus in die eiskalte Winternacht. Für hunderte von Kleinkindern war diese Nacht ihre letzte, denn bei diesen Temperaturen, ohne Verpflegung, war ihre Überlebenschance gleich Null. In den Straßengräben Richtung Liegnitz lagen in den nächsten Tagen massenhaft Säuglingsleichen, erfroren und zurückgelassen von den in panischer Angst Flüchtenden.

    Das Leid, der Schmerz, die Tortur – kein Ende war abzusehen. Und dieses Leid erstreckte sich bis in die 1950er Jahre hinein. Und es begann weit vor dem Beginn des Zweiten Weltkrieges.

    Der Schweizer Marius Baar schrieb 1972 zu den unerhörten Vorgängen in der Nachkriegszeit im deutschen Reich: „… was aber noch in schlimmer Form dargestellt wird, die Lüge wird zur Wahrheit gemacht.“

    Morgen lesen wir dann vom Kampf um Breslau.

    ———————————————————————————————-

    Und noch eine Anmerkung zum Vorspiele der Vertreibung:

    Im Fall Polen ist es schwer zu sagen, wann die Vertreibung angefangen hat. Immerhin wurde vor dem Zweiten Weltkrieg etwa eine Million Deutscher veranlasst, das Land zu verlassen, die meisten davon in den 1920er Jahren. Als die Tschechoslowakei im September 1938 das gemischt nationale Olsagebiet an Polen abtreten musste, verließ angesichts der unwirtlichen Behandlung durch die neuen Landesherren von den 17 000 Deutschen dieser Provinz über ein Drittel binnen elf Monaten fluchtartig seine angestammten Wohnsitze.

    Am Vorabend des Krieges zählte man 70 000 Deutsche aus Polen in den Flüchtlingslagern im Reich, nicht gerechnet weitere Tausende in Privatunterkünften.

    Ursache des Exodus war die extrem nationalistische Minderheitenpolitik Warschaus. Der führende nationaldemokratische Politiker Stanislaw Grabski erklärte im Oktober 1919 im Hinblick auf die Deutschen in den neuerworbenen Gebieten, das „fremde Element“ müsse von »14

    oder sogar 20 v. H. auf 1 ½ v. H. ,<< herabgedrückt werden. In der Wahl der Mittel war man nicht kleinlich. Deutsche Bauernhöfe wurden massenhaft enteignet und zwangsgeräumt, das Erbrecht für Deutsche galt in einem breiten Grenzstreifen nicht mehr, von den übrigen Methoden der administrativen Diskriminierung ganz zu schweigen.

    »siehe auch die Berichte meiner Urgroßmutter aus Lissa«

    In den Archiven des Völkerbundes in Genf lagern mehr als 20 Kästen mit Protesten und Petitionen ausgewiesener Deutscher aus der Vorkriegszeit. Polen wurde so oft von internationalen Gremien und Gerichten wegen des Bruchs des Minderheiten-Schutzabkommens vom 28.7.1919 verurteilt, dass es sich schließlich 1934 von diesem Abkommen einseitig lossagte.

    Jede Geschichte hat so ihre Vorgeschichte! Urteilt also immer erst, wenn ihr sie kennt.

    Siehe auch Berichte des Völkerrechtlers Alfred de Zayas, hier nur ein Auszug:“ „Die Vertreibung der Deutschen war eine reine und rücksichtslose Ausübung der Macht durch die Vertreiberstaaten, und eine Realisierung längst vor 1939 und auch vor 1933 bestehenden chauvinistischen Expansions- Fantasien. Dabei muss man deutlich machen, dass die Idee der Vertreibung der Deutschen nachweislich mit Edvard Benes ihren Ursprung fand, und das die Lubliner Regierung Polens die Idee begeistert aufnahm. Beide hatten ihre ureigenen Ambitionen und auch panslawistische Interessen. Es war Landraub in großem Stil, die keine historische, moralische oder juristische Berechtigung hatte“

    ——————————————————————————————————————–

    Wir können auf einem guten Niveau ehrlich streiten und diskutieren, wir müssen nicht immer einer Meinung sein. Aber im Gedenken an unsere Vorfahren sollten wir Anstand bewahren und uns dahingehend einig sein.

    ————————————————————————————————————

    Quellen und Literaturhinweise:

    Heinz Nawrati „Schwarzbuch der Vertreibung 1945-1948

    „Die Vertreibung der deutschen Bevölkerung aus den Gebieten östlich der Oder-Neiße (herausgegeben vom ehemaligen Bundesministerium, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte“

    Auschnitte aus den Ostdokumenten u. a. Aus „Tragödie Schlesien 1945/46“

    Ruth Storm „Ich schrieb es auf – Das letzte Schreiberhauer Jahr“

    „Die letzten Tage in Schlesien“ Herbert Hupka

    Abkürzungen

    » 20 V. H. = 20 vom Hundert (20/100)

    Schlesien – ein Auftakt!
    Schlesien, dem Heimatboden ist die Seele genommen

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