Wenn wir über den Kampf um Breslau berichten und lesen, dann sollten wir uns zuvor der langen Geschichte dieser Stadt widmen. Damit es nicht zu lang wird, mache ich daraus einen „Zweiteiler“ – heute lest ihr Teil I.

Schlesien, Ostpreußen, Westpreußen und Pommern sind Gebiete, die sieben Jahrhunderte und mehr von germanischen Stämmen bewohnt waren. In den vergangenen Tagen hatte ich dazu berichtet.
Breslau ist die größte Stadt der Provinz Schlesien, Hauptstadt Niederschlesiens und bis 1945 Sitz des Oberpräsidenten der Provinz Schlesien. Sie war bis 1919 außerdem königliche Residenzstadt und kultureller und wirtschaftlicher Mittelpunkt des südlichen Ostdeutschlands.


Bis Ende 1944 war Breslau eine ruhige deutsche Stadt – weit entfernt von allen kriegerischen Auseinandersetzungen.

Wir blicken nun zurück auf die Anfänge der Stadt bis zu Beginn des 14. Jahrhunderts.
Breslau liegt an der Oder und ihren zahlreichen Flussarmen und Nebenflüssen inmitten der fruchtbaren Schlesischen Tiefebene. In vorgeschichtlicher Zeit führte die Bernsteinstraße von der Danziger Bucht nach Aquileia (Italien) durch die Breslauer Oderfurt.
Schon vor mehr als 2000 Jahren gab es auf dem Gebiet der heutigen Stadt eine keltisch-illyrische Siedlung. Später ließen sich hier wahrscheinlich ostgermanische Wandalen nieder.
Im 9. Jahrhundert bestand an dieser Stelle die wehrhafte Siedlung Frodeslaus. Daraus entwickelte sich später Vratsao (Vroclaw).
Um 900 gehörte sie zum Reich des Böhmenherzogs Wratislav I.
Um 1000 erreichter Kaiser Otto III. das von Bischof Johannes verwaltete Bistum Breslaus als Teil des Erzbistum Gnesen.
Seit der Mitte des 11. Jahrhunderts, als sich hier immer mehr deutsche Kaufleute und Handwerker ansiedelten , gehörte Breslau (das 1149 erstmals als „Citvitas“ erwähnt wird), zu den bedeutendsten Städten Schlesiens.
Im Jahr 1093 wurde Magnus Graf Wlast Statthalter Schlesiens. Er wurde 1037 in Dänemark geboren und heiratete 1057 eine Prinzessin aus dem schwedischen Warägergeschlecht von Naugard (Nowgorod). Wlast gehörte zur dänischen Sippe der drei Schwäne (daher sein Schwanenwappen). Sein Sohn Peter (geb. 1078) wurde 1108 zweiter Landeshauptmann von Schlesien und gründete hier Anfang des 12. Jahrhunderts 77 Kirchen und Klöster, darunter die Vincenzkirche auf dem Elbing. 1150 kam ein Prämonstratenserkloster hinzu. In Dänemark gibt es noch heute eine Adelsfamilie Wlast. Peter Wlast fiel seinerzeit einer politischen Intrige zum Opfer, weil er sich gegen die Besatzer gewandt hatte.
Nach den schweren Kämpfen gegen den deutschen Kaiser Friedrich Barbarossa bei Posen mussten die Polen kapitulieren und Schlesien herausrücken. 1163 traten die drei Herzöge Boleslaus, Mesiko und Konrad, Söhne des Herzogs Wladislaus, die gemeinsame Herrschaft in Breslau an.
Nachdem die Tartaren die Stadt im Jahr 1242 zerstört hatten, wurde sie an der heutigen Stelle am linken Ufer der Oder wieder aufgebaut und erhielt unter Herzog Heinrich III. und seinem Bruder Wladislaw 1262 Magdeburger Stadtrecht.
1466 taucht erstmals der Name „Breslau“ auf.
Die lückenlose seit 1287 vorhandene Ratslinie beweist, dass die Stadt bis 1945 nur von Deutschen regiert wurde.
Im Jahr 1945 wurde Breslau gemäß dem Potsdamer Abkommen unter polnische Verwaltung gestellt. Diese vertrieb bis 1948 die gesamte deutsche Bevölkerung Breslaus und besiedelte die Stadt mit Polen, die meist aus Zentralpolen oder aus den an die Sowjetunion gefallenen Landesteilen kamen. Gemäß dem Potsdamer Abkommen und aufgrund der immer noch ausbleibenden friedensvertraglichen Regelung ist das Gebiet östlich von Oder und Neiße der Republik Polen nur zu einstweiligen Verwaltung übergeben worden.

Morgen geht es dann weiter in geschichtlichen Etappen ab 1335 bis 1945.














































