Drehen wir also ein bisschen die Zeit zurück.

Zumindest vom Dreißigjährigen Krieg bis zum Ersten Weltkrieg – im Zeitraffer:
Die erste große Schlacht des Dreißigjährigen Krieges fand 1620 am Weißen Berg bei Prag statt. Die Liga, der Bund der Katholiken, siegte über die Union, den Bund der Protestanten. Die Folge war ein fürchterliches Strafgericht gegen die protestantischen Führer in Böhmen, Mähren und Schlesien.
27 Führer des Aufstandes wurden als Hochverräter auf dem Alten Markt in Prag hingerichtet, viele andere erhielten schwere Gefängnisstrafen, 480 Edelleute wurden ihrer Güter beraubt. Die protestantischen Prediger wurden aus dem Land gejagt, die Jesuiten und die Mönchsorden kehrten zurück.
Jetzt glaubte das Ausland die Zeit und die Gelegenheit für gekommen, auf Kosten des so zerrissenen Deutschlands in seine Geschicke eingreifen zu können.
Am 24. Juni 1630 landete Gustav Adolf auf der Insel Usedom. Es war die Lebensrettung für den Protestantismus. Gustav Adolf trat seinen Siegeszug durch Deutschland an.
Bei Lützen, abermals in der Nähe von Leipzig, kam es im November 1632 zur Schlacht. Die Schweden siegten, aber ungeheuer war der Siegespreis: Gustav Adolf fiel!
Als im Herbst 1634 das kaiserliche Heer bei Nördlingen einen entscheidenden Sieg über die Schweden errungen hatte, trennte sich der Kurfürst von Sachsen von seinem bisherigen Bundesgenossen Schweden und schloss 1635 mit dem Kaiser den Prager Frieden. Auch andere protestantische Fürsten und Städte traten diesem Frieden bei.
Doch der Krieg hörte damit nicht auf. Er wurde von Schweden und Frankreich fortgesetzt – Protestanten im Bund mit Katholiken, daraus geht schon hervor, dass es nicht um die Religion ging, sondern nur noch um Eroberungen.
Das arme ausgesogene Deutschland bildete noch dreizehn Jahre lang den Tummelplatz wüster Soldatenhorden, die auf Raub und Plünderung, auf Mord und Brand ausgingen. Immer stärker wurde der Einfluss Frankreichs unter der zielbewussten politischen Führung seines großen Staatsmannes Richelieu. Die Franzosen selbst richteten im Feld nichts Entscheidendes aus, sie standen weit hinter den Schweden zurück, die doch bedeutende Erfolge erfochten.



Drei Raubkriege gestattete sich der französische König Ludwig der XIV. (1638–1715). Gegen Spanien, Niederlande und auch gegen Deutschland. Neun Jahre lang mussten die Deutschen die Verheerung ihrer schönen Städte und Dörfer ertragen!
Die Franzosen nahmen Flandern mit den Städten Lille u. Dünkirchen, die Grafschaft Burgund sowie Elsass mit Straßburg ein, dann begann die Verwüstung der Pfalz. Es kam zum Widerstand des Römischen Reiches Deutscher Nation.
1688 mussten sich die Franzosen zurückziehen, fielen aber immer wieder im Land ein, wurden 1693 endgültig geschlagen. Auf dem Rückzug hinterließen sie eine schreckliche Spur der Verwüstung, zerstörte Städte, Burgen und Schlösser, abgebrannte Dörfer, nicht nur in der Pfalz, auch in anderen Regionen. Zerstört wurden auch Mannheim, Speyer mit dem Kaiserdom, alle Burgen an Mosel und Mittelrhein, die Stadt Heidelberg wurde in Schutt und Asche gelegt auch das Schloss. Seit 1693 ist die Anlage eine Ruine.
Die drei großen Kriege seien noch erwähnt:
– Die Türkenkriege (1683-1717)
– Der Nordische Krieg (1700-1721)
– Der Spanische Erbfolgekrieg (1700-1714)
1792: Das Zeitalter der Französischen Revolution (1789-1815)
Nachdem die Revolution in ihrer Heimat die alte Ordnung mit Mord hinweggefegt hatte, fielen die Franzosen plündernd und mordend ins Deutsche Reich ein, besetzten die Gebiete um Mainz, Köln und Aachen.
So wurden die Deutschen wie schon Jahrzehnte vorher von den Franzosen überfallen. Goethe nahm in der Gefolgschaft des Herzogs von Weimar an dem Verteidigungsfeldzug teil, die Verbündeten wurden von Frankreich geschlagen.
Die Franzosen drangen danach über den Rhein in Deutschland ein, verwüsteten die Städte (Allein Köln war von 1794 bis 1813 von den Franzosen besetzt und mußte an die Okkupanten Kriegssteuer zahlen) Franzosen vertrieben die Deutschen aus ihren Heimatorten. Viele von ihnen kamen ohne Hab und Gut auch nach Weimar. Goethe beschreibt in seinem Werk “Herman und Dorothea” die Not der Vertriebenen und im Besonderen das Schicksal eines jungen Mädchens.
Die Französische Revolution fand anfangs in Europa begeisterten Widerhall, auch bei Goethe, später verurteilte er sie hart, Schiller schrieb: “Mich ekelt vor diesen elenden Henkersknechten “.

Als 1805 die Schweden sich im Kriegszustand mit den Franzosen befanden, besetzte, plünderte und verwüstete Napoleons Heer diese Gebiete. Erst im Zuge der Befreiungskriege wurde Pommern 1815 von den Franzosen befreit und kam zu Dänemark, die es für 3.,5 Mill. Dollar Preußen zurückgaben.
1806 löste Frankreich das Römische Reich Deutscher Nation auf. Napoleons Truppen brachten über Deutschland Not und Elend, zerstörten Städte, verwüsteten Dörfer u. Felder, stahlen den Bauern das Vieh. Die eroberten Gebiete formte Napoleon zu kleinen Staatsgebilden und zersplitterte das Land. Deutschland musste die Hälfte seiner Staatsgebiete unter französische Herrschaft stellen, alles Land westlich der Elbe abtreten. Große Unterstützung bekamen die Franzosen von Polen. Von den Eroberungen und den verheerenden Zerstörungen, die Frankreich unter Napoleon über Deutschland brachte, den grausamen Vorgehen der französischen Truppen in den Städten und Dörfern berichten die niedergeschriebenen Berichte in den Stadt-Archiven und in Geschichtsbüchern.
Napoleons Größenwahn brachte die vollkommene Zersplitterung des Deutschen Reiches.
1870/71 waren es auch die Franzosen, die in Deutschland einfielen.
Aber dieses Mal gelang es ihnen nicht deutsches Land zu rauben.
Das von Napoleon 1806 aufgelöste Römische Reich deutscher Nation war zerfallen. Aber die 26 kleinen deutschen Teilstaaten fanden zusammen, bildeten das Deutsche Reich, besiegten Frankreich und 1871 wird König Wilhelm d., I. von Preußen Deutscher Kaiser. Das Land blühte auf.
Verärgert über den Sieg Deutschlands 1871 und das Aufblühen des Deutschen Reiches und seiner Kolonien, erzeugte Wut, Neid und Hass bei Engländern und Franzosen, um diesen Aufschwung ein Ende zu bereiten, erklärten sie Deutschland 1914 den Krieg und stürzten das Deutsche Reich 1919 mit dem Versailler Vertrag in den Ruin und behaupten bis heute , dass das Deutsche Reich den Krieg begonnen hat.
Am 28.6.1914 wird der österreichische Thronfolger und seine Frau in Sarajewo von einem Serben erschossen. Dieses Verbrechen und die allgemeine Feindseligkeit die zwischen Österreich-Ungarn und dem Königreich Serbien bestand, führte zum Ersten Weltkrieg.

Morgen lesen wir dann über „Etappen“ und Episoden weiter. Interessant ist dann auch der Blick auf die Kolonialkarte der Welt vor dem Kriege