Die Mutti hat immer alles, was über Berichte, Zeitungsartikel oder das Fernsehen zu zahlreichen Fälschungen /Falschmeldungen und Lügen (vornehmlich aus den öffentlich-rechtlichen Reihen) usw. Aufschluss geben kann, sorgfältig gesammelt und abgeheftet. Es gab eine Zeit, da konnte ich nicht viel damit anfangen. Aber über die Zeit taucht man in diesem Lügen-Sumpf“ tiefer und tiefer, Dann fällt manches wie Schuppen von den Augen.

Das Beitragsfoto zeigt einen solchen Zeitungsschnipsel, auf dem die Mutti handschriftlich den Vorgang „Wlassow – Zweier Teufel General“ richtig stellt. Auslöser dazu war eine Dokumentation im Fernsehen. (Produktion/Jahr: Deutschland, 1995). Dort steht geschrieben: „Im Dezember 1941 verhinderte der sowjetische General A. A. Wlassow und seine 20. Armee den Fall Moskaus durch deutsche Soldaten. Sechs Monate später geriet Wlassow in deutsche Gefangenschaft und wurde zum Verräter … „

Meine Mutter stellt es schon damals richtig, was auch nachweisbar ist, also wie es sich wirklich zugetragen hat.
Sie schreibt dazu: „Falsche Meldung. In Wirklichkeit ist er übergelaufen, weil er kämpfen und nicht unschuldige Zivilisten morden wollte. Die Amerikaner, zu denen sich Wlassow 1945 flüchtete, haben Armee und Wlassow den Russen übergeben, alle wurden erschossen.“
In der genannten Fernseh-Dokumentation wird das verschwiegen, und was noch viel schlimmer ist, wie so oft wird auch hier die Schuld den Deutschen angelastet.
Wie kam es dazu?
Einer Fälschung der Geschichte wird auch Vorschub geleistet, wenn wichtige Papiere vernichtet werden. Das gilt sowohl für in eigener Hand befindliche Akten, die das eigene Land und seine politischen wie militärischen Verantwortlichen belasten können, als auch für dem unterlegenen Gegner geraubte, diesen entlastende Dokumente. Beides ist in den Weltkriegen des 20. Jahrhunderts nicht selten vorgekommen, und oft genug geschah das zu Lasten Deutschlands und zur Entlastung der Sieger.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde vernichtet, was Licht auf die Frage geworfen hätte, weshalb die Briten völkerrechtswidrig die WLASSOW-SoIdaten und zudem auch die dabei arretierten Exil-Russen und sogar das deutsche Rahmenpersonal an die Sowjets ausgeliefert haben.
Im Übrigen hat England auf Anordnung von Eden 1945 auch russische Zivilisten, Emigranten seit der Oktoberrevolution, an die Sowjets ausgeliefert und nach Murmansk transportiert, wie Nicolas Tolstoy, ein Großneffe des Dichters, in seinem Buch berichtet.
In verdienstvoller Weise hat der Militärhistoriker und Generalleutnant der Bundeswehr a.D. Franz UHLE-WETTLER einige Fälle von den Engländern aus durchsichtigen Gründen vernichteter Akten zusammengestellt und dabei die betreffenden Quellen (neu numeriert) angegeben.
Er schreibt:
»Nachweislich ist immerhin, das die Briten sogar ihre eigenen Akten schon bei drittrangigen Fragen manipuliert haben. So wurden die Akten über die Ermordung der Uberlebenden eines versenkten deutschen U-Bootes 1915 (Baralong-Fall) und wichtige Akten über die Erfindung deutscher Kriegsverbrechen in Belgien 1914 vernichtet.
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Quellenangaben / Literaturverweise
A. DE ZAYAS, Die Wehrmachtuntersuchungsstelle – Unveröffentlichte Akten über alliierte Völker- rechtsverletzungen im Zweiten Weltkrieg, München 1979, S. 32 f., 377 ff. TOLSTOY, Victims of Yalta, London 1978; hierzu auch die Besprechung von R. D. MÜLLER Militärgeschichtliche Mitteilungen 2/19
Franz UHLE-WETTLER, »Der Einfluß der »political correctness< auf unser Geschichts- bild«, in: Otto SCRINZI (Hg.), Nationale Zukunft und Verantwortung, Aula-Verlag, Graz 2001, S. 61.
N. Tolstoy: Die Verratenen von Jalta. Englands Schuld vor der Geschichte. München, Wien 1978.
N. TOLSTOY, Victims of Yalta, London 1978; hierzu auch die Besprechung von R. D. MÜLLER in: Militärgeschichtliche Mitteilungen 2/1978.










































































