Die Richtlinien der amerikanischen Besatzungspolitik für Deutschland nach 1945, die in der Direktive JCS 1067 festgelegt waren, atmeten den Geist des Finanzministers der Vereinigten Staaten von Amerika, Henry MORGENTHAU jr., »einer der führenden amerikanischen Juden« jener Zeit. Der alles andere als deutschfreundlich eingestellte amerikanische Historiker Nicholas
BALABKINS räumte ein, dass die Direktiven, wenn auch in leicht abgeschwächter Form, die offizielle Version des Morgenthau-Planes gewesen waren.
MORGENTHAU hatte US-Präsident Franklin D. ROOSEVELT davon überzeugt, mit den Deutschen tough, also hart, umzugehen. Er wollte die deutsche Frage ein für allemal gelöst wissen. Er beabsichtigte, gewissermaßen die Endlösung für Deutsche durchzuführen. Hierfür stellte er seinen nach ihm benannten Plan auf.Unter dem Gesichtspunkt der Reparationen bedeutete dies, Deutschland in einen entindustrialisierten, bevölkerungsarmen Agrarstaat umzuwandeln.
Nach den Vorstellungen MORGENTHAUS galt es, Deutschland nicht nur völlig zu entwaffnen, sondern auch dessen gesamte Industrie abzubauen oder zu vernichten.
Auch hinsichtlich der zu erbringenden Reparationen hatte MORGENTHAU genaue Pläne: Sie sollten außer durch Zahlungen und Ablieferungen vor allem durch die Abtretung der vorhandenen deutschen Hilfsquellen (Bodenschätze) und Gebiete erfolgen, im Einzelnen durch »Rückerstattung des Eigentums «, das die Deutschen in den besetzten Gebieten »geplündert« hätten, durch Abtretung deutscher Gebiete und deutscher Privatrechte auf industrielles Eigentum an die »Überfallenen Länder«, durch Abtransport und Verteilung der industriellen Anlagen und Ausrüstungen, durch Zwangsarbeit Deutscher außerhalb Deutschlands und durch Beschlagnahme aller deutschen Guthaben jedweder Natur außerhalb Deutschlands.
Frankreich und Britannien hatten diese zerstörerische amerikanische Deutschlandspolitik mehr oder weniger übernommen. In der zunächst nur die amerikanische (nach der Potsdamer Konferenz die gesamtalliierte) Deutschlandpolitik bestimmenden Direktive JCS 1067 wurden auch die Maßnahmen zum industriellen Abbau genau dargelegt.
Eine rechtliche Grundlage für die von den Siegermächten vollzogenen Demontagen hat es nie gegeben. Der Haager Landkriegsordnung (HLKO) zufolge waren die Zerstörung oder Wegnahme feindlichen Eigentums, außer in den Fällen, bei denen die Zerstörung oder Wegnahme durch die Erfordernisse des Krieges dringend bedingt werden, ausdrücklich verboten.
Artikel 43 HLKO besagt: »Nachdem die gesetzmäßige Gewalt tatsächlich in die Hände
des Besetzenden übergegangen ist, hat dieser alle von ihm abhängenden Vorkehrungen zu treffen, um nach Möglichkeit die öffentliche Ordnung und das öffentliche Leben wiederherzustellen und aufrechtzuerhalten, und zwar, soweit kein zwingendes Hindernis besteht, unter Beachtung der Landesgesetze. « Artikel 46 bestimmt, daß Privateigentum nicht eingezogen werden darf,
und Artikel 47 verbietet ausdrücklich die Plünderung. Diese Bestimmungen sind unter anderem durch die Demontagemaßnahmen der Alliierten schwer verletzt worden. Praktisch haben die Sieger damit in ähnlicher Weise das Gleiche getan, was sie in Nürnberg während des »Internationalen Militärtribunals « Deutschland vorgeworfen haben und wofür Deutsche bestraft worden sind.
Lediglich ein Friedensvertrag hätte Demontagen vereinbaren und gegebenenfalls rechtfertigen können. Einen solchen hat es zu dem Zeitpunkt der Zerstörung und Wegnahme jedoch nicht gegeben; bekanntlich ist bis heute kein Friedensvertrag ausgearbeitet und unterzeichnet worden.
Der britische Militärgouvemeur Brian ROBERTSON gab am 16. Oktober 1947 eine neue Demontageliste bekannt. 682 Betriebe (496 in der britischen, 186 in der US-amerikanischen Zone) sollten zum Abbruch kommen. Der Abbruch sollte innerhalb von zwei Jahren erfolgen und rund 30 000 Arbeiter »beschäftigen!. Es war vorgesehen, 25 Prozent der demontierten Einrichtungen in die Sowjetunion zu überführen; der Rest sollte den 18 Mitgliedsstaaten der Interalliierten Reparationsstelle zukommen. Das Petersberger Abkommen vom 22. November 1949 enthielt zwar wesentliche Einschränkungen des Demontageprogramms, ADENAU ER musste aber im Gegenzug
erhebliche Eingeständnisse machen, die SCHUMACHER drei Tage später zu seinem Spruch bewogen, ADENAUER sei »ein Kanzler der Alliierten«
Nicht nur die Alliierten erhielten Reparationen, selbst Staaten und Organisationen,
die kaum mit dem westlichen Demokratieverständnis in Einklang zu bringen sind, wie die Roten Brigaden Spaniens, die Resistance Frankreichs und vor allem die Ostblockstaaten kamen in den Genuß massiver Geldausschüttungen seitens der BRD.
Als erster Staat erhielt Israel von der BRD eine kollektive »Wiedergutmachung«, obwohl dieser Staat 1945 noch gar nicht existiert hatte.
Auf Grund des Haager Abkommens vom 10. September 1952 wurden Israel drei Milliarden DM in Form von Sachleistungen zugesagt. Die »Conference on Jewish Material Claims against Germany< erhielt gleichzeitig zusätzlich 450 Millionen DM. Die Leistungen wurden als Entschädigung für die Kosten der Aufnahme und Eingliederung verfolgter Juden bezeichnet.
Nach Israel wurde Jugoslawien als nächster Staat durch das Abkommen vom 16. Oktober 1956 kollektiv entschädigt: Das Tito-Regime erhielt 300 Millionen DM, davon 240 Millionen DM als Wirtschaftshilfe-Kredit für 99 Jahre und 60 Millionen zur Abgeltung verschiedener individueller Kriegsschadensansprüche. Allein zwischen 1959 und 1964 schloß die Bonner Bundesregierung
mit 11 westlichen Staaten und Österreich sogenannte Wiedergutmachungspauschalabkommen,
deren Gesamtkosten sich auf fast 1 Milliarde DM beliefen
Bei allen Schätzungen sind die in astronomische Größen gehenden Neben- und Folgeschäden – sogenannte stille Reparationen – noch nicht berücksichtigt. Wir sprechen hier von Reparationen im Werte von wenigstens 20 Milliarden US-Dollar, die heute viele hundert Milliarden Dollar wert sind.
In den nächsten Tagen geht es dann ausführlich weiter ….
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Quelle
Rolf STEININGER, Deutsche Geschichte 1945-1961. Band 1, Frankfurt/M. 1983, S. 34.
Vgl. Nicholas BALABKINS, Germany under direct controls. Economic aspects of industrial disarmament
1945-1948, New Brunswick 1964, S. 14. Rolf STEININGER,
Vgl. Helmuth K. G. RÖNNEFARTH U. Heinrich EULER
(Hg.), Konferenzen und Verträge. Teil II, Band 4a: Neueste Zeit
1914-1959, Würzburg 21959, S. 231 f.
Für detaillierte
Angaben siehe auch: Claus NORDBRUCH, Der deutsche Aderlaß.
Wie war das noch mit dem Geld für diese Leute, die die „Regeln“ machen? Ein kurzer Streifzug durch die Geschichte.
Wir schreiben den 27. März 1900. (Übernommen aus einem Zeitungsartikel):
„Der Deutsche Reichstag in Berlin genehmigt gegen die Stimmen der Konservativen Partei einen Antrag, nach dem Abgeordnete „Anwesenheitsgelder“ erhalten sollen. Trotz dieses Antrages soll vom Prinzip der sogenannten Diätenlosigkeit nicht abgewichen werden.
Artikel 32 der Reichsverfassung bestimmt: „Die Mitglieder des Reichstages dürfen als solche keine Besoldung oder Entschädigung beziehen.“ Die Befürworter der Diätenlosigkeit gehen davon aus, dass dadurch in der Mehrzahl konservative Politiker aus den besitzenden Klassen gewählt werden. Dem widerspricht jedoch das starke Anwachsen der Sozialdemokratie in den letzten Jahren. Auch wurde die Diätenlosigkeit mehrfach umgangen.
Seit 1874 erhalten die Reichstagsabgeordneten während der Tagungen sowie acht Tage vor und acht Tage nach den Sitzungen freie Fahrt auf den deutschen Eisenbahnen. Die Mitglieder der Zweiten Kammern und der Landtage mit nur einer Kammer erhalten in allen deutschen Staaten Diäten, zum Beispiel in Preußen 15 Mark pro Tag, in Bayern 10 Mark pro Tag.
Die Sozialdemokratie fordert die Einführung von Diäten (Tagelohn).
• Rückblick: Im 19. Jahrhundert wurde das Abgeordnetenmandat als Ehrenamt verstanden. Die Idee war, dass nur wohlhabende Männer unabhängig genug waren, um Abgeordnete zu sein, ohne bezahlt werden zu müssen.
• Erst durch ein Gesetz vom 25. Mai 1906 wurde eine eigentliche, gesetzlich fixierte Aufwandsentschädigung (jährlich 3000 Mark) für Reichstagsabgeordnete (Diäten) eingeführt.
• Berlin, 120 Jahre später: Die Abgeordnetenentschädigung erhöht sich zum 1. Juli von bisher 11.833,47 Euro um 4,2 Prozent auf 12.330,48 Euro.
Blicken wir noch weiter zurück:
Wie gestaltete sich diese Art der „politischen Ordnung“ in den Stämmen der Germanen?
Den Überlieferungen zufolge, hatten die Germanen kein „Parlament“. Entscheidungen wurden auf der Stammesversammlung (Thing) getroffen. An dieser konnten theoretisch alle waffenfähigen, freien Männer teilnehmen. Die Gesellschaft war eher durch Kriegergefolgschaften und Fürsten strukturiert. Gesandte oder Fürsten (Umsitzende) sprachen für ihre Völker, aber das waren Vertreter, keine gewählten Abgeordneten. Diese „Umsitzenden“ sprachen für befreundete Stämme. Ihre Entscheidungen waren nie endgültig – das gesamte Thing hatte das letzte Wort. Diese waren stets auf das Überleben der Stämme ausgerichtet.
Das ist der Titel eines Buches aus den Jahren 1943/1944 von Louis Nizer (1902-1994), in dem er sein gruseliges und menschenverachtendes Sammelsurium an Möglichkeiten fest geschrieben hat.
Seine Vorschläge:
1. Ausrottung,
2 . Zuchtwahl,
3. politische Aufteilung
4. Zwangsverschickung
Diese Überlegungen finden wir übrigens im Morgenthau-Plan wieder.
Einen ersten Beitrag, der die niederträchtigen Vorhaben der jeweiligen Gestalten (Nizer, Morgenthau, Hooten, Kaufman, Hemingway ) grob zusammenfasst, findet ihr im Kommentar.
»Alliierte Planungen für die Nachkriegszeit« der, im September 1944 bereits von ROOSEVELT und CHURCHILL gebilligt, zunächst 1 9 4 5 / 4 6 die alliierte Besatzungspolitik in Westdeutschland maßgeblich bestimmte.
In den nächsten Tagen werde ich dazu ausführlicher berichten. Der Betrug am deutschen Volk ist immens, man könnte Jahre darüber berichten.
Heute nur soviel:
Auf Seite 54 seines Propaganda-„Exemplars“ fasst N I Z E R seine schmutzigen Fantastereien zusammen: »Es ist nicht der Staatslenker des Tages , sei es KARL DER GROSSE, KAISER FRIEDRICH ROTBART, FRIEDRICH WilHELM, der Große Kurfürst, der Kaiser ( W I L H E LM II.) oder HITLER, der den Krieg gegen die Menschheit geführt hat. Es ist das deutsche Volk. …“
Soviel Falsches lasen ROOSEVELT und EISENHOWER, empfahlen es ihren Mitarbeitern und vergifteten damit die US-Bevölkerung; es ist daher kein Wunder, wenn die Amerikaner so falsche Vorstellungen von Europa haben.
Hass macht blind, sonst würde N I Z E R geschwiegen haben, da die USA doch in ihrer lediglich 300-jährigen Geschichte außer gegen die Indianer Kriege gegen Mexiko, Spanien, Deutschland im Ersten Weltkrieg (trotz Neutralitätserklärung), gegen Deutschland, Italien und Japan im Zweiten Weltkrieg und danach in Korea, Vietnam, Afghanistan, im Irak und anderenorts geführt haben. Und was Eroberungen anbetrifft, so haben die Amerikaner bekanntlich den Indianervölkern, die sie fast ausgerottet haben, ihr Land genommen und sie in Reservate eingesperrt.
Deutschland indes, ist aus den Kriegen, die andere begonnen haben (darunter zählen der Dreißigjährige Krieg, der Erste Weltkrieg und sein Folgekrieg, immer als Verlierer und vor allem mit hohen Verlusten herausgegangen. Besonders schmerzlich sind die Millionen Opfer von Frauen, Kindern, Greisen und tapferen Soldaten.
Aber auch die finanziellen Leistungen und materiellen Leistungen schmerzen, und das bis zum heutigen Tag.
Den endgültigen Gesamtwert der vom deutschen Volk an die Siegermächte des Zweiten Weltkrieges und ihre Assoziierten geleisteten Reparationen genau anzugeben ist nicht möglich; es dürfte mit heutigem Stand ein Wert sein, der sich zwischen 9 und 10 Billionen Euro bewegt. In der
Vergangenheit sind einige Berechnungen angestellt worden, die das Ausmaß dieser gewaltigen, in der Weltgeschichte einmaligen Leistungen zu ermessen versuchen. Diesbezüglich sind vor allem die Arbeiten des Staats- und Völkerrechtlers Helmut RUMPF und des Volkswirts Karl BASSLER hervorzuheben. Auch darüber werden wir in den nächsten Tagen mehr lesen.
Obwohl nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Deutschen Reich – bis heute! – kein Friedensvertrag geschlossen worden ist, hat das deutsche Volk der BRD, der DDR und in Österreich gewaltige Reparationen erbracht – die gewaltigsten, die je in der Weltgeschichte von einem Volk erbracht worden sind.
Dieser Beitrag versteht sich als Einleitung zu »Alliierte Planungen für die Nachkriegszeit und ihre Umsetzung“.
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Helmut RUMPF, »Die deutschen Reparationen nach dem Zweiten Weltkrieg «, in: Bernard
WILLMS (Hrsg.), Handbuch Deutschen Nation, Bd. I, Geistiger Bestand und politische Lage, Tübingen 1986, S. 335 f.
Aufnahmen der Beitragsfotos stammen aus der Bertelsmann Chronik „Bibliothek des 20. Jahrhunderts.“ März 1946
Der Grosse Wendig – Richtigstellung der Zeitgeschichte Bd. 2. S. 610
Wenn man sich näher mit den Vorgängen unserer deutschen Geschichte befasst, also den „Dingen“ dazu auf den Grund geht, wähnt man sich oft wie in einer Kriminalgeschichte mit hohem Gruselfaktor, nur das es sich leider genauso zugetragen hat.
Ein Beitrag zur Ergänzung an das Gedenken von Rudolf Hess:
Nürnberger Militärtribunal, am 7. März 1946: Beantragt war die Vernehmung von Prof. Haushofer als Zeuge der Verteidigung – ein Umstand, der die Briten in helle Aufregung versetzt haben muss.
Sein persönliches Wissen und auch die Tagebücher waren HAUSHOFER (1869-1946) verblieben;
dies sollte ihn sein Leben kosten.
Dr. SEEDL, vor dem Nürnberger Militärtribunal Verteidiger von Rudolf HESS und Hans FRANK und späterer Justizminister des Freistaats Bayern, beantragte die Vernehmung von Prof.
HAUSHOFER als Zeuge der Verteidigung und konnte dies in der Nachmittagssitzung
des Gerichtshofes am 7. März 1946 auch durchsetzen. Dieser Umstand muss die Briten in helle Aufregung versetzt haben. Ivone KIRKPATRICK, ein hoher Beamter des Foreign Office, des britischen Außenministeriums, und späterer Hochkommissar für Deutschland, schickte am 10. März 1946 zwei Beamte des britischen Geheimdienstes unangemeldet und inkognito in die amerikanische Zone, um den Entlastungszeugen für Rudolf HESS vorab zu vernehmen und gegebenenfalls notwendig erscheinende Schritte zu unternehmen.
Die beiden Briten waren die letzten, die HAUSHOFER und seine Frau auf dem einsamen Anwesen (der Hartschimmelhof in der Nähe des Ammersees) lebendig gesehen haben.
Zwei Tage später berichteten sie auftragsgemäß in einem Memorandum, abgeschickt aus der Schweiz, ihrem Auftraggeber KIRKPATRICK, HAUSHOFER habe nichts weiter über das in Frage stehende Thema gewusst: »Als Antwort auf unsere Instruktionen teilen wir Ihnen mit, dass das Problem, das mit
diesem Mann und dem IMT [dem Internationalen Militärtribunal] zusammenhängt, aus dem Weg geräumt wurde.
Am selben Tag, dem 12. März, fand der zweite Sohn der HAUSHOFERS, Heinz, seine Eltern in etwa einem Kilometer Entfernung vom Wohnhaus an einem kleinen Bachlauf in einem Waldstück des weitläufigen Anwesens; seine Mutter Martha hing an einem Baum, neben ihr der Vater, zusammengekrümmt am Boden liegend. In den Wirren der frühen Nachkriegszeit konnten
keine kriminologischen und forensischen Untersuchungen durchgeführt werden, schon gar nicht, wenn der Verdacht sich gegen die Besatzungsmächte gerichtet hätte. Später wurde festgestellt, dass der Tod von Karl HAUSHOFER durch Zyankali herbeigeführt worden war.
Ungeachtet der zahlreichen Ungereimtheiten, wie die Abschiedsbriefe Haushofers ohne Datum, oder die Verwendung von mindestens drei verschiedenen Federn und mehrerer Tintensorten und vielen weiteren mehr:
Selbst wenn HAUSHOFER suizidaleAbsichten gehegt hätte oder vielleicht sogar gerade, weil er sich mit diesen trug, hätte der von zwei Kriegen und den Schicksalsschlägen des Lebens geprägte Mann sicherlich noch einige Tage mit dem Selbstmord gewartet, um seinem Freund HESS, dem in Nürnberg die Todesstrafe drohte, als Entlastungszeuge mit seinem Wissen um die wahren Hintergründe und Motive des Englandfluges beizustehen.
Obwohl Martin ALLEN in seinem Buch „Churchills Friedensfalle“ quellengestützt nachweisen konnte, dass der britische Geheimdienst »das Problem HAUSHOFER« mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit durch Mord »aus dem Weg geräumt hatte«, beharrte man in der deutschen Forschung auf der Selbstmordversion.
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Infotafel:
In den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts war der Generalmajor a. D. der bayerischen Armee und Professor an der Münchener Maximilians-Universität Dr. Karl HAUSHOFER eine bekannte Persönlichkeit des öffentlichen Lebens. Im Januar 1924 hatte er die erste Nummer seiner Zeitschrift für Geopolitik herausgegeben, und als väterlicher Freund und akademischer Lehrer des damals jungen und unbekannten Rudolf HESS hatte er auf dessen intellektuelle Entwicklung beträchtlichen Einfluss gehabt. Weltgeschichtliche Bedeutung erlangte er im Zusammenhang mit dem Englandflug
von Rudolf HESS am 10. Mai 1941.
Den Beitrag zum Gedenken an Rudolf Hess findet ihr im Kommentar und auch ein Video dazu.
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H.M., »Rückkehr der >Geopolitik<.Vor 80 Jahren erschien erstmals Karl Haushofers >Geopolitik<« in: Deutsche Geschichte, Europa und die Welt, 15. Jg., Nr. 69, Februar 2004,
S. 57 f.
Memorandum an Ivone KIRKPATRICK vom 12. 3. 1946, FO 371/60508, National Archive Kew,
London. Abgedruckt in: Martin ALLEN, Churchills Friedensfalle. Das Geheimnis des Heß- Fluges 1941, Druffel Stegen 2003, S. 21.
Als Dokument abgedruckt im Bonusteil und Hauptfilm von Olaf ROSE und Michael VOGT, Geheimakte Heß. Geschichte und Hintergründe der gescheiterten deutschenglischen Friedensverhandlungen, 2004.
Leben gilt es oder Tod – Magst du scheitern oder landen: Immer bleibe selbst Pilot“ (England 20. Mai 1942 – aus „Ein Schicksal in Briefen“.)
Im Gedenken an Rudolf Hess ( *26.4. 1894 – 17. August 1987)
Es war der 28. Versuch, den Frieden zu retten: der HESS-Flug am 10. Mai 1941 – CHURCHILLS Friedensfalle und Verrat an Europa
Für seinen kühnen, vergeblichen Friedensflug erntete Rudolf Hess ein halbes Menschenalter Gefängnis, davon mehr als 10 Jahre in Einzelhaft.
„Sein Tagesablauf ist bis auf die Minute genau geregelt. Um sieben Uhr wird Rudolf Hess geweckt. Er steht auf, macht seine Morgentoilette, frühstückt und liest. Nach dem Mittag wiederholt sich das Ganze: Lektüre, Spaziergang, Abendbrot. Um 22 Uhr wird ihm die Brille fortgenommen und das Licht ausgemacht. Nur wenn Hess es ausdrücklich wünscht, brennt die nackte Glühbirne etwas länger. So geht es Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat, jahraus, jahrein – seit 36 Jahren. Seit 36 Jahren sitzt Rudolf Hess in Spandau. Seit 18 Jahren befindet er sich in Einzelhaft. Im Keller steht ein Sarg. Das ist mehr, als irgendein Mensch in der neueren Geschichte jemals zu tragen hatte. – noch dazu ein Unschuldiger.“
Rudolf Hess wurde am 26. April 1894 als Sohn eines deutschen Kaufmanns im damals britisch besetzten ägyptischen Alexandria geboren. Nach mehrjährigem Schulbesuch und ungeliebter Kaufmannslehre trat HESS 1914 als Kriegsfreiwilliger in den Ersten Weltkrieg ein, zunächst im Heer, später bei einer Fliegerstaffel, wo er gegen Kriegsende noch zum Piloten ausgebildet wurde und erste Einsätze flog.
Nach Kriegsende nahm er in München ein Studium der Volkswirtschaft und später bei Professor Karl HAUSHOFER, dem berühmten Geopolitiker ein Studium der Geopolitik auf. Sein persönlicher Ruf als Mensch und Politiker war tadellos. In Deutschland war er beliebter als viele andere hochrangige Politiker der NSDAP, und innerhalb der Partei galt er nicht ohne Grund als >Klagemauer< oder Gewissen der Partei<, als Mann, dem man so gut wie jedes Anliegen und jede Sorge gefahrlos vortragen konnte. Auch im Ausland war seine persönliche Lauterkeit bekannt, und in England schätzte man sein Eintreten für die Verständigung zwischen den beiden Völkern und seinen Einsatz für Treffen und Aussöhnung ehemaliger Frontkämpfer ab 1935. Auch dort galt er als unbestechlich und redlicher Makler – ein Ruf, der auch in den ersten Kriegsjahren nicht wesentlich gelitten hatte. Die britische Kriegspropaganda zumindest sparte ihn bei ihren Angriffen aus.
Um so tragischer ist sein Ende. Nach 46 Jahren Haft waren die Sowjets 1987 unter GORBATSCHOW bereit, den 93- jährigen aus dem Gefängnis in Spandau, in dem er seit vielen Jahren als einziger bewacht wurde, nach Hause zu entlassen. Dies teilte ihm sein tunesischer Krankenpfleger Abdullah MELAOUHI auf Arabisch, was HESS immer noch fließend sprach, mit. Und hier gab es umgehend Handlungsbedarf für die britische Seite. Man wusste, dass HESS trotz aller körperlichen Hinfälligkeit geistig rüstig und vor allem ungebrochen war. Seine Freilassung wäre eine weltweite Sensation mit entsprechender Beachtung durch die Medien geworden, wobei HESS seine Wahrheit des Englandfluges zum ersten Mal der Weltöffentlichkeit hätte mitteilen können. Dies hätte bedeutet, dass die Briten erfahren hätten, dass sie fünf Jahre gekämpft haben und ihr Empire verloren, obwohl sie bereits 1940 ihre Friedensziele ohne einen Schuss hätten erreichen können.
Die >befreiten< Staaten Frankreich, Belgien, Holland, Dänemark, Norwegen und auch Polen hätten erfahren, dass die Deutschen 1940 bereit waren, die Besetzung ihrer Länder aufzuheben. Sie hätten ohne die riesigen materiellen Verwüstungen bei der Rückeroberung schon fünf Jahre früher ihren zivilen Lebensrhythmus wie- der aufnehmen können. Die britische Diplomatie wäre auf Jahre hinaus diskreditiert gewesen.
Und daher verlangte es die britische Staatsräson, dass ein 93-jähriger Greis erdrosselt und damit zum Märtyrer des Friedens gemacht wurde.“
Was zuvor geschah
Nach einem Gespräch mit CHURCHILL kam Reginald LEEPER, der Chef der Abteilung >Spezialoperationen<, zu der Schlussfolgerung, »daß wir wahrscheinlich den Krieg in Europa nicht gewinnen können, wohl aber einen Weltkrieg«.
Aus diesem Grund war CHURCHILL bereit, den Konflikt zu einem Weltkrieg auszuweiten. Das sollte gelingen, indem man durch Schein- friedensverhandlungen HITLER glauben lassen wollte, er habe den Rücken im Westen frei und könne nun gegen Russland marschieren. In diesem Sinne sollte ein Vertreter Deutschlands, der Leiter der Auslandsorganisation (AO), Ernst BOHLE, als Unterhändler nach Schottland fliegen und auf dem Internationalen Roten-Kreuz-Flugplatz Dungavel House zu Scheinfriedensverhandlungen kommen. Als dann aber am 10. Mai 1941 stattdessen unerwartet Rudolf HESS erschien, der mit einem 16 Punkte-Friedensplan den Frieden zu retten glaubte, platzte CHURCHILLS Plan, da HESS sofort die Intrige erkannte.
Ergebnis: Es gab keine, wie vorgesehen, Friedensverhandlungen mit einer Friedenspartei, vielmehr behandelte man Rudolf HESS wie einen Kriegsgefangenen, den man endlos verhörte – zumal er zur Erleichterung CHURCHILLS keine Verhandlungsvollmachten von HITLER vorweisen konnte. Damit war die HESS-Mission endgültig gescheitert, der europäische Konflikt weitete sich aus und wurde zum Weltkrieg mit vielen Millionen Opfern.
(Hans Meiser, abgedruckt im Grossen Wendig Bd. 1. S 653)
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Der Englandflug von Rudolf HESS schien trotz aller Gerüchte, Mutmaßungen und Spekulationen so lange eines der letzten, unlösbaren Rätsel des Zweiten Weltkrieges zu bleiben, bis voraussichtlich im Jahre 2017 die diesbezüglichen Akten im britischen Staatsarchiv freigegeben werden würden, deren Sperrfrist schon einmal bis dahin verlängert worden war. Um dieses spektakuläre Ereignis rankten sich gleich eine ganze Anzahl von Legenden. War HESS auf eigenen Antrieb oder im Auftrag Adolf Hitlers nach Großbritannien geflogen? Was war die Grundlage seiner Verhandlungsposition, und welche Vorschläge hatte er im Gepäck? Wussten die Engländer oder nur bestimmte Engländer – und wenn ja, welche – von seinem Vorha- ben, und waren sie auch über den konkreten Termin informiert? Warum wurden während des Nürnberger Tribunals 1946 die Hintergründe des Fluges nicht ausführlich beleuchtet? Und schließlich: Warum kam Rudolf HESS unter derart mysteriösen Umständen am 17. August 1987 im sogenannten Spandauer Kriegsverbrechergefängnis ums Leben?
Dazu an anderer Stelle mehr.
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Quelle:
(aus „Mein Vater Rudolf Hess – Englandflug und Gefangenschaft“ S. 337 – Wolf Rüdiger Hess)
Ilse Hess England Nürnberg Spandau – Ein Schicksal in Briefen /Gefangener des Friedens / Antworten aus Zelle Sieben
Der Grosse Wendig Band 1 S. 653 -660
Diese Dokumentation zeigt bislang unbekannte Filmaufnahmen von Rudolf Heß, sensationelle Dokumente aus englischen und privaten Archiven sowie Statements von Augenzeugen und namhaften deutschen und britischen Wissenschaftlern.
Das nach Flammentod sich sehnet.“ — Johann Wolfgang von Goethe
Reinhold Elstner wurde 1920 im Sudetenland geboren, er starb am 26. April 1995 in München. Er war ein deutscher Diplom-Chemiker und Kriegsveteran der Wehrmacht.
Im Jahre 1995 hinterließ einen Brief, in dem er schrieb: „Deutsches Volk … wache endlich auf! Fünfzig Jahre unendlicher Verleumdung und Verteufelung eines ganzen Volkes sind genug. Fünfzig Jahre ungeheuerlicher Beleidigung deutscher Soldaten sind genug.“
Aus Protest gegen die Verfälschung der deutschen Geschichte verbrannte er sich am 25. April 1995 öffentlich vor der Feldherrenhalle in München und starb am Tag darauf an seinen schweren Verbrennungen. Mit seinem Flammentod wollte er ein Zeichen gegen die Beschmutzung des Andenkens seiner gefallenen Kameraden durch die lügnerische Anti-Wehrmachtsausstellung setzen. Er stand jahrelang als Soldat der Deutschen Wehrmacht in den Stahlgewittern der Ostfront, er überlebte Krieg und Gefangenschaft, überstand Not und Entbehrung.
Der Abschiedsbrief Elstners endet mit einem Gedicht von Friedrich Schiller:
„Festen Mut in schwerem Leiden,
Hilfe, wo die Unschuld weint,
Ewigkeit geschwornen Eiden,
Wahrheit gegen Freund und Feind,
Männerstolz vor Königsthronen –
Brüder, gält es Gut und Blut, –
Dem Verdienste seine Kronen,
Untergang der Lügenbrut!“
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Siehe auch Beitrag zur besagten Wehrmachtsausstellung im Kommentar.
Die Welt leidet und seufzt weiter unter dem System, das sich bestimmter Gestalten bedienen muss, um bestehen zu bleiben. Sie alle übernehmen die Rolle eines tauglichen Werkzeugs. Ein Geschwür, das sich seit dem Zerfall des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nationen wie ein roter Faden durch sämtliche Länder der Welt zieht.
Arme Welt, arme Menschheit!
Die großen geschichtlichen und politischen Entscheidungen aller darauffolgenden Jahrhunderte fallen grundsätzlich auf höchster, das heißt internationaler Ebene.
Es gab immer Entscheidungen, ganz gleich unter welchem „Führer“, die oft gar nicht im Sinne des Volkes getroffen wurden. Man unternahm diese still und heimlich. Das waren meist keine großen, tiefgreifenden Entscheidungen, zumindest nicht auf den ersten Blick. Aber es waren Entscheidungen mit Folgen.
So auch die Einführung der lateinischen Druckschrift Antiqua im September 1941.
Die Elternschaft war erstaunt, stand doch dieses Prozedere im Widerspruch gegenüber der nach 1933 geforderten Pflege der Fraktur- oder gotischen Schrift, die Antiqua aber strikt abgelehnt wurde.
Daher glaubten auch die meisten nicht, dass die Verordnung auf den Führer zurückgehe. Womit sie wohl recht behalten dürften.
In der Bevölkerung ist die neue Regelung stark umstritten. Besonders im Sudetenland hat diese Maßnahme große Verärgerung hervorgerufen und die Einführung der lateinischen Antiqua-Schrift macht große Schwierigkeiten.
Für den Unterricht und die Schüler bedeutet die Neuregelung eine große Umstellung. Fibeln, Schulbücher und Schreibhefte müssen neu gedruckt werden: Schüler, die bislang nur die deutschen Schriften kannten, müssen neu lesen und schreiben lernen.
Die Neueinführung der Antiqua-Schrift findet auf Anweisung seit Frühjahr 1941 auch bei Zeitungen vermehrt Anwendung und dient der Vereinheitlichung der Schrift in Europa.
Wer lässt sich so etwas nur einfallen?
Ich denke in dem Zusammenhang auch an die Ernennung von Hjalmar Schacht zum Präsidenten der Reichsbank. Ein Beweis, wer die wirkliche Macht hinter dem „Führer“ war. Die Ernennungsurkunde ist von Hitler und von Max Warburg unterzeichnet, dem Bruder Paul Warburgs. Und wer Paul Warburg war, das sollte bekannt sein. Das allerdings sei hier nur am Rande erwähnt.
Zurück zur Einführung der lateinischen Schrift in den Schulen, mit Verordnung vom 1. September 1941.
Der Streit um Fraktur oder Antiqua, um Zweckmäßigkeit und Vorzüge der deutschen und lateinischen Druck- als auch Schreibschrift erreichte um die Wende des 20. Jahrhunderts seinen Höhepunkt.
In der Reichstagsabstimmung im Jahr 1911 wurde der dort eingebrachte Antrag auf Abschaffung der deutschen Schriften mehrheitlich abgelehnt und damit die fruchtbare Zweischriftigkeit für die folgenden 30 Jahre erhalten.
Über einen Geheimerlass vom 3. Januar 1941 wurde mit geradezu an den „Haaren herbeigezogenen“ Begründungen ein Schlussstrich für die deutsche Schreibschrift gezogen.
Und wer hätte es anders gedacht? Auch nach 1945 waren die kulturell Verantwortlichen nicht bereit, sich für die Wiedereinführung im Unterricht einzusetzen. Nur zaghaft und vorübergehend kam es zu einer schulmäßigen Verwendung als Zweitschrift, so zum Beispiel in Bayern von 1950 bis 1971.
Damit wurde die Zahl derer, die diese Schriften lesen oder gar schreiben können, von Jahr zu Jahr geringer.
Übrigens: Ludwig Sütterlin (1865-1917), dessen Name oft fälschlich als Sammelbegriff für alle deutschen Schreibschriftarten verwendet wird, war der landläufig wohl bekannteste Erneuerer. Er stellte seine Buchstaben senkrecht, vereinfachte deren Form auf ein Mindestmaß und legte die Lineatur auf das Verhältnis 1 : 1 :1 fest. Seine Schulausgangsschrift, die mit einem Gleichzuggerät geschrieben wird, fand ab 1914 versuchsweise, ab 1924 verbindlich (Erlass U III A Nr. 138) in den preußischen Grundschulen Eingang und wurde bis 1930 bereits in den meisten deutschen Ländern im Unterricht verwendet (siehe Tafel 4 der Beitragsaufnahmen). Wenig bekannt ist, dass Sütterlin auch eine stilistisch entsprechende lateinische Schulschrift schuf.
Abschließend darf man festhalten: Latein ist die Sprache der Herrschenden, eine tote Sprache. Sie wurde einst eigens dafür geschaffen, um wichtige Schriften nur einer bestimmten Leserschaft zugänglich zu machen. Das geht auf die Zeit der Regentschaft unter Karl dem Großen zurück.
Daraus resultieren dann die Verwirrung stiftenden mönchslateinischen Schriften im Zuge der Verwischung und Erfindung neuer Sprachen (babylonische Sprachverwirrung) in großem Stil u.s.w….
Unsere deutsche Sprache wurde in ein Korsett der lateinischen Grammatik gepresst und zugerichtet, womit die schlimmste Gehirnwäsche deutscher Völker / Kelten/ Germanui / Keltui begann.
Wir schreiben das Jahr 2026 und wir befinden uns in einem heillosen Durcheinander, sich widersprechender verworrener Ideologien. Auch unsere Sprache ist ein Opfer dessen. Vermutlich eines der größten Opfer überhaupt, denn über das gezielte Verhunzen unserer „Ur-Sprache“ hat man die Völker der Welt immer weiter von ihren Wurzeln entfernt.
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Ein kurzer Streifzug durch Geschichte der deutschen Schrift und „Rechtschreibung“ im Sinne der „Vereinheitlichung“ aus der jüngeren Vergangenheit
18. Jh.: Erste staatliche Bemühungen um eine einheitliche Rechtschreibung, geprägt vom Gegensatz zwischen Lautprinzip (Adelung: „Schreibe, wie du sprichst“)
Konrad Duden etabliert ein einheitliches Regelwerk; 1880 erscheint der „Vollständige Orthographische Wörterbuch“ (Duden), der den Grundstein für die moderne Rechtschreibung legt.
1876: Erste Orthographische Konferenz, die versucht, die Rechtschreibung zu vereinheitlichen.
• Ende des 18. Jahrhunderts kam von England, das schon rund 100 Jahre vorher den Schritt von der gotischen zur lateinischen Kursive vollzogen hatte, eine neue Stilrichtung.
1901: Die I. Orthographische Konferenz von 1901 führt zu einer weitgehend einheitlichen Schreibung im deutschsprachigen Raum, der sich auch die Schweiz und Österreich anschließen.
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Quelle
Harald Süß „Deutsche Schreibschrift“ Lesen und Schreiben lernen S. 11- 14
Bertelsmann Lexikothek Bibliothek des 20. Jahrhunderts 1940 – 1943 / Chronik S. 160
die einst ihr Unwesen trieben, die Fäden zogen und ein weiteres Steinchen ins Rollen brachten, für all das, was uns heute noch widerfährt. Langer Text und zugleich Auftakt zu weiteren Beiträgen, die noch folgen sollen, um die Geschichte der Völker dieser Erde und das, was uns mit ihnen verbindet, besser verstehen zu können. Wer war eigentlich dieser Lenin?
April 1870: Lenin wird als Wladimir Iljitsch Uljanow in Simbirsk (ab 1924: Uljanowsk; inzwischen zurückbenannt) als Sohn eines in den Adel aufgestiegenen Schulinspekteurs und einer Gutsbesitzertochter geboren. 1879-1887: Am Gymnasium in Simbirsk beschäftigt sich Lenin bereits mit marxistischen Schriften. Sein Bruder Alexander wird wegen eines geplanten Attentats auf den Zaren verhaftet und gehängt (1887). Danach schließt Lenin sich der revolutionären Bewegung an. (einigen Schriften ist zu entnehmen, dass ihn der Tod seines Bruders eher kaltlässt. Während sein Bruder Alexander gehängt wird, legt Wladimir in Simbirsk als Bester seines Jahrgangs das Abitur mit Goldmedaille ab). 1891-1893: Rechtsanwalt in Samara
1893: Übersiedlung nach St. Petersburg, wo er neben seiner Anwaltstätigkeit in der revolutionären Bewegung mitarbeitet und Kontakt zu führenden Sozialdemokraten aufnimmt.
1895 Zusammen mit Julij Martow (1873-1923), dem späteren Menschewikenführer, gründet Lenin den „Kampfbund zur Befreiung der Arbeiterklasse“, einen der Vorläufer der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Russlands (SDAPR).
1895-1900 Wegen politischer Agitation verbringt er zwei Jahre im Gefängnis und drei Jahre in sibirischer Verbannung. Auch dort verfasst er weiterhin revolutionäre Propagandaschriften.
1900 Im Exil in Westeuropa beteiligt er sich an der Gründung der für Russland bestimmten Zeitung „Iskra“, in der er sein Konzept einer revolutionären Kaderpartei beschreibt. Er benutzt von nun an den Decknamen Lenin.
1903 Auf dem zweiten Parteikongress der SDAPR in London kann Lenin seine Parteikonzeption durchsetzen. Die Partei spaltet sich daraufhin in die von ihm geführten Bolschewiken und die Menschewiken unter Martow, die eine Massenbasis anstreben.
1905 Während der revolutionären Streik- und Protestbewegung kehrt Lenin nach Russland zurück und befürwortet einen bedingungslosen Kampf gegen den Zaren. Nach der Niederschlagung geht er erneut ins Exil.
1912 Nach der Bildung einer revolutionären Kadertruppe trennt Lenin die Bolschewiken als eigenständige Partei endgültig von der Sozialdemokratie ab. Er leitet die neu gegründete Parteizeitung „Prawda“ und beruft Josef W. Stalin in das Zentralkomitee.
1914-1917 Lenin lebt im Exil in der Schweiz. Auf den europäischen Kriegskonferenzen der linken Sozialisten kann er sich mit seiner Forderung einer „Umwandlung des Krieges in einen Bürgerkrieg“ nicht durchsetzen.
Wie Gewalt zur Lokomotive der Geschichte wird … Lenin ist weltbekannt geworden – hingegen die Hunderttausenden Toten, die seine ersten drei Herrschaftsjahre zurückließen, kaum oder gar nicht „Lenin war ein Terrorist. Die Oktoberrevolution war eine Konterrevolution. Aber noch immer verehrt man in Russland die Henker. (und nicht nur dort) Noch immer gelten die „weißen Armeen“, die im Bürgerkrieg gegen die Bolschewiki gekämpft haben, als Verräter…“, so schildert es Alexander Jakowlew in einem Interview mit der TAZ vom 16.12.2004. Weiter erklärt er: Es war eine Tragödie, dass die Bolschewiki gewonnen haben.“
„Viele meinen, Lenin war ein Idealist, der von den Umständen zu übertriebener Härte gezwungen wurde. Lenin hat das Land mit Terror überzogen. Geiselnahmen, Massenerschießungen – das hat alles er eingeführt. Stalin hat einen einzigen wahren Satz gesagt: „Ich bin nur ein treuer Schüler Lenins.“ Damit hatte er Recht. War Lenin verrückt? Vielleicht war er vom Wahnsinn befallen, aber ein Paranoiker war er ganz sicher. Ein gesunder Mensch kann gar nicht dauernd Befehle geben, die lauteten: „Sofort aufhängen“, oder „sofort erschießen“. Bauern, die den Schnee nicht weggeräumt haben, ließ er hinrichten. Kann ein normaler Mensch solche Beschlüsse fassen?“ Und nun stelle man sich vor, diesem erbärmlichen Wesen setzt man ein Denkmal.
Werfen wir an dieser Stelle einen Blick auf die „Errungenschaften und Taten“ dieses „ehrenwerten“ Mannes… und die seiner Vorgänger und Nachfolger .. „Da sind stumm schreiende Kreaturen – Männer, Frauen, Kinder, Ungeborene (!), Soldaten, Arbeiter und Bauern, denen vor dem Tod Körper-/Geschlechtsteile abgeschnitten wurden, deren Arme und Beine gebrochen, die gepfählt, gekreuzigt, mit Säbeln zerhackt, lebend in Hochöfen, “einfach” lebendig begraben, oder lebendig neben einer Leiche im Sarg begraben wurden, deren Hände zu Folterzwecken erst überbrüht und dann gehäutet wurden, die ertränkt, gehängt, erschossen, von Ratten bei lebendigem Leibe zerfressen oder von den eigenen Angehörigen nach dem Tode aus blankem Hunger aufgegessen wurden“.
In seinem Buch „Der rote Terror – die Geschichte des Stalinismus, fasst es Jörg Baberowski recht gut zusammen. Dort heißt es weiter: „Wenige Monate später weiteten die Bolschewiki ihren Terror auf streikende Arbeiter und renitente Bauern aus, ließen Oppositionelle verhaften und erschießen. Die Bolschewiki zelebrierten einen Gewaltkult… Ihr Gewaltkult stand in einer Tradition, die aus dem Glauben an die Macht der Gewehrläufe schöpfte. Bereits in den Jahren der ersten russischen Revolution (1905) hatte sich die radikale Intelligenzija, Sozialrevolutionäre, Anarchisten und Sozialdemokraten mit Psychopathen, Kriminellen und Räubern geschmückt. Unter solchen Umständen aber wurde die Gewalt zum Selbstzweck. Kriminelle, Holigans und psychisch Kranke – aus diesem Kreis rekrutierte die Tscheka ihren Nachwuchs. Musikorchester spielten auf, während Tschekisten ihre Opfer töteten. Die Opfer wurden in siedendes Wasser geworfen, gehäutet, gepfählt, bei lebendigem Leib verbrannt oder begraben oder in winterlicher Kälte nackt auf die Straße getrieben und mit Wasser übergossen, bis sie zu Eissäulen erstarrten. In Penza ließ der Vorsitzende der Tscheka, ein psychisch kranker Mann, die Opfer in Säcke einnähen und in Eislöcher werfen. Bis zum Sommer 1918 herrschte in den großen Städten, in denen die Bolschewiki die Macht ergriffen hatten, die Lynchjustiz des Pöbels. Wenn Lenin von Insekten und Ungeziefer (…) sprach, von Adligen, die deportiert und erschossen werden müssten, dann wurde das von den Bauern als Aufforderung verstanden, jeden, den sie für einen Fremden hielten, aus ihrer kleinen Welt zu eliminieren.
Am 5. September 1918 gab die Regierung die Einrichtung von Konzentrationslagern (konkaver) bekannt. In Moskau wurden 25 ehemalige zaristische Offiziere und 765 sogenannte Weißgardisten erschossen. Lenin selbst zeichnete die Listen mit den Namen der Opfer ab. Auf der Halbinsel Krim … ein Drama apokalyptischen Ausmaßes: 50.000 zurückgebliebene Flüchtlinge wurden von Soldaten der Roten Armee ermordet. – 12.000 an einem einzigen Tag…
Die Bolschewiki bekannten sich zu ihren Taten, jede Tötungsaktion musste in der kommunistischen Presse bejubelt … werden. Lenin selbst trieb die Schergen der Tscheka zu Höchstleistungen bei der Vernichtung der Feinde an. Lenin sandte genaue Anweisungen …: “ Massenterror einführen, Hunderte von Prostituierten erschießen und deportieren lassen.” 200 Streikende (in den Putilov-Werken in Petrograd – eigene Anm.) wurden ohne Verfahren erschossen (nachdem Lenin erfolglos versucht hatte, einen Streik persönlich zu schlichten – eigene Anm.)
Lenin an das Parteikomitee von Penza im August 1918: “nicht weniger als hundert Kulaken, Reiche, Blutsauger (sollen) aufgehängt werden.” Er war ein bösartiger Schreibtischtäter, der menschliche Tragödien und Elend ignorierte. Lenin und Trotzki sahen in russischen Arbeitern rückständige, barbarische Kreaturen. Arbeiter, die desertierten, wollte Trotzkij in Strafbatallione oder Konzentrationslager verschicken lassen. Trotzki: Die Sklavenwirtschaft sei zu ihrer Zeit produktiv gewesen. Unter den russischen Bedingungen sei sie unverzichtbar. Das neue Russland war ein Land des Terrors. In den Exzessen des Bürgerkrieges wurde der Stalinismus zur Welt gebracht.” Orlando Figes beschreibt in seiner „Tragödie eines Volkes, 1998, wie folgt: “Lediglich die spanische Inquisition konnte es mit der Erfindungsgabe der Foltermethoden der Tscheka aufnehmen.”
Beispiele von bevorzugten Foltermethoden örtlicher Tscheka-Einheiten: Charkow: Hände der Opfer verbrüht, anschliessend Haut abgezogen. Zariyzn: Knochen von Armen und Beinen der Opfer zersägt. Woronesch: Opfer in nägelbewehrten Fässern gerollt. . Armawir: Schädel mit Lederriemen und Bolzen zertrümmert. Kiew: Ratten in Käfig an menschlichen Körpern befestigt und erhitzt, so dass sich die Ratten zu befreien versuchten, indem sie sich durch die Eingeweide der Opfer hindurchfraßen.
Odessa: Opfer langsam in Kessel mit siedendem Wasser hineingelassen. Odessa: Kreuzigungen aus persönlicher Rache
„Das Regime hatte zig Millionen Todesopfer geopfert. Um so unverständlicher ist es, wenn heute noch in Deutschland Personen geehrt und gewürdigt werden, die eben diese Sowjetherrschaft nach dem Ersten Weltkrieg auch im Deutschen Reich durchsetzen wollten. Übrigens: Zu diesen gehören Karl LIEBKNECHT und Rosa LUXEMBURG, die 1919 das noch junge Pflänzchen der werdenden Weimarer Demokratie zerstören wollten. Ihre Gedächtnisstätte in Ostberlin ist vor allem zu den Jahrestagen ihres Todes Treffpunkt Zehntausender von Kommunisten. In West-Berlin wurde Rosa LUXEMBURG Anfang 1988 unter der CDU-Regierung ein Denkmal gesetzt.“ „Das sollte doch zu denken geben. Das die beiden Kommunisten Luxemburg und Liebknecht die Hauptschuld daran tragen, dass 1919 bei dem Putschversuch auf beiden Seiten viele Opfer zu beklagen waren, wird auch heute noch verdrängt. Nach über acht Jahrzehnten pilgern immer noch Zehntausende zu der Gedächtnisstätte – die ursprünglichen Gräber sind nicht mehr vorhanden; sie wurden im Krieg zerstört – mit unterschiedlichen Motiven und Flugblättern, auf denen unter anderem »das gottverdammte Deutschtum zur Hölle« gewünscht (1999) oder Massenmörder wie LENIN und STALIN als Idole gezeigt werden. Das zeigt deutlich, dass der Marxismus und die Ideologie-Gläubigkeit auch nach dem Zusammenbruch des terroristischen Sowjetsystems noch nicht aus den Köpfen verschwunden sind.“
(in Teilen übernommen von Hans Meiser, aus „Der grosse Wendig“ Band 1)
Infotafel Von den zehn für die Oktoberrevolution 1917 wichtigsten Personen, den Mitgliedern des sowjetischen Politbüros, waren (Geburtsnamen in Klammern): Leo Dawidowitsch TROTZKI (Bronstein), Grigorij SoKOLNIKOW (Brillant), Grigorij SINOWJEW (Apfelbaum), Leo Borissowitsch KAMENEW (Rosenfeld), Jakob SWERDLOW (Auerbach) und Moses URITZKI. Unter LENINS Führung (1918-1922) betrug der jüdische Anteil am Zentralkomitee der KPdSU im Durchschnitt 26 Prozent, am Politbüro im Jahre 1922 sogar 43 Prozent. Zu den in der Sowjetunion nach 1917 wichtigsten Personen gehörten außer den oben genannten Maxim M. LITWINOW (Finkelstein), Karl RADEK (Sobelsohn), LAGESKY( Krachmann), BOGDANOFF (Silberstein), WOLADARSKY (Co- hen), PIATNITZKY (Lewin), ZWEDITSCH (Fonstein), MACLAKOWSKY (Rosenbaum), LOPINSKY (Löwenstein), WOBROW (Nathanson), M. I. JAROSLAWSKI (Gubelmann), MARTOW (Zederbaum), TSCHERNOW (Liebermann), STECKLOW (Nechamkes), GOREW (Goldmann), SUCHANOW (Gimmer), KAMKOW (Katz), Lazar KAGANOWITSCH.
Wer sich jetzt über die Namen in den Klammern wundert: Viele Juden wählten andere Nachnamen, um ihrer Herkunft nach, unerkannt zu bleiben. Daher die Namen ín den Klammern. Die Chefs und leitenden Personen der russischen Geheimpolizei (Tscheka, GPU, NKWD, MWD) waren bis zu GORBATSCHOWS Zeit meist jüdischer Abstammung: TROTZKI, URITZKI, SWERDLOW, MENZHIN- SKI, JAGODA, KRUGLOW, SCHELEPIN, ANDROPOW. Bei den Verhandlungen zu dem am 3. 3. 1918 unterzeichneten Frieden von Brest-Litowsk gaben auf sowjetischer Seite die Juden Leo TROTZKI, JOFFE, Leo Borissowitsch KAMENEW, Grigorij SOKOLNIKOW und Karl RADEK neben wenigen Russen den Ton an.
Lenin hatte dazumal einen nicht ganz unwichtigen Vertrag unterschrieben: Den Rubel mit Geld aus dem Ausland (Dollar) zu unterlegen war ein Teil davon. Der wichtigste Mann zu diesen und anderen Verhandlungen war Alexander Israel Helphand (alias Parvus) – ein überzeugter marxistischer Revolutionär. Auch Max Warburg war als finanzieller „Unterstützer“ beteiligt. Die Verfassung für das neue Russland am 25. Januar 1918 beinhaltete: Grundsätzlich ausgeschlossenen wird die Beteiligung der „herrschenden Klassen“, so die offizielle Version …, doch das „Geld aus den Reihen derer war durchaus willkommen. Daran änderte sich auch in den darauffolgenden Jahren nichts (siehe 1941).
Eure Kommentare
Nein nein das erste was auffällt ist London ? Das zweite was auffällt ist Rechtsanwalt (nebenbei Gregor Gysi, Führer der PDS nach der Wende in der DDR, der jetzt Comedy betreibt – Selensky als Schauspieler und Ronald Reagan dito nur nebenbei ) ich hab oft gehört das Lenin über Finnland reinkam kann es aber so jetzt nicht belegen. Auch Adolf Hitler nach Recherchen von kürzlich bekannten und dann still gemachten jungen deutschen Mann )vor seinem Amtsantritt in London und nachdem was wir heute über die Kabale wissen ( City of London, Vatikan Washington DC ) nicht umsonst. Was ich hier versuche Klara Undine ist der Nachweis der Platzierung auf beiden Seiten durch Manipulation und gezieltes Einsetzen von sogenannten Führern der jeweiligen Bewegungen – übrigens ist Friedrich Engels der Mäzae von Karl Marx ein Ro- TH Schild ! Die Spaltung der Länder muss in grossem gesehen werden Nordkorea Südkorea Nordvietnam…..und auch ! In der Religion und dem Konzil von Nizea schon sichtbar – wir sprechen hier nicht von Lenin – diese Gestalt macht ohne die Grausamkeiten die zb an der Familie des Zaren und Kindern ausgeführt worden, in den Morden und Greueltaten von Hitler keinen Sinn – es ist die Spaltung und Vorbereitung der kriege – hate for Profit – und weil du die inquisition nennst – es sind die gleichen – dazu der Ukraine Krieg wer ist die Kabale? vermeintlich jüdische aus der Geschichte doch die Wahrheit ist eine andere – Klara Undine Ost und Westdeutschland wir sind Zeitzeugen der Spaltung und wie auch immer wir zur DDR stehen mögen sie haben die wende ohne abschlachtung der einen oder anderen Seite geschafft – ein Fortschritt?!
Wenn ich die ganzen Gräueltaten der Kommunisten lese: ich will gar nicht wissen, was im WK II alles unserer Wehrmacht angelastet wurde, was in Wirklichkeit die Sowjets ihrer eigenen Bevölkerung angetan hatten.
Am Dienstag war auf ARTE ab 20:15 ein Bericht über Gulag – Die sowjetische “ Hauptverwaltung der Lager“ . Und danach noch ein Berich über das Buch von Solschenizyn DER ARCHIPEL GULAG !
Ich erinnere mich. Wer noch? PA, ESP, PU.. Werkunterricht…, wie auch immer man es nannte, mein Meister war damals sehr froh als man mich ins Büro „versetzte“… Und so die sozialistische Produktion vor dem Untergang gerettet werden konnte. Das muss in der siebten oder achten Klasse gewesen sein.
Ein Rückblick auf längst vergangene Zeiten:
Es muss in der 7. oder 8. Klasse gewesen sein, zum Ende der 1970er Jahre, als wir Schüler uns einmal die Woche auf den Weg machten, um in einem Fabrikgebäude (Görlitzer Turbinenbau) in die Arbeit der Werktätigen „hineinzuschnuppern“. Dieser Tag war also ausgefüllt mit vier Stunden PA (Produktionsarbeit) und zwei Stunden ESP (Einführung in die sozialistische Produktion) oder TZ (Technisches Zeichnen). Es handelte sich immer um Arbeitsbereiche aus Industrie oder Landwirtschaft, z.B. Metallverarbeitung (Feilen, Bohren) oder Montage.
Für mich war das kein schöner Weg. Diese Fabrik-Atmosphäre mochte ich überhaupt nicht. Morgens um 6 Uhr war „Antreten“ im Blaumann, oder man ging zu einem Spind, um sich dort umzuziehen. Um an meinen Arbeitsplatz zu kommen, musste ich immer an den großen Gießöfen vorbei. Das fand ich unheimlich. Dort öffneten die Männer diese Luken, aus denen hohen Flammen schlugen.
Ich bin nie wirklich gerne zur Schule gegangen, aber mit PA hätte ich dann doch gerne getauscht. Dann musste ich so eine olle Stahltreppe mit engen Stufen nach oben laufen. Puh, ich war immer froh, wenn ich heile oben angekommen bin. Und schließlich stellte man mich am „Schraubstock“ ab, gab mir ein Werkzeug, Messschieber u.a., um ein Werkstück zu bearbeiten. Das war nicht meins. Wirklich nicht. Das war einfach nur gruselig. (auch für den Meister).
Und heute bin ich mit einem Schlosser verheiratet. Verrückt. Wobei ich Schmiedearbeiten wirklich zu schätzen weiß, und wenn mein Göttergatte mal wieder was fertigt, schaue ich gespannt dazu. Aber er lässt mich bis heute nicht an den Schraubstock, geschweige denn etwas ausmessen.
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Es war einmal:
Ein Rückblick auf die guten alten Zeiten und die Görlitzer Maschinenbauanstalt – Turbinenbau
Der Görlitzer Maschinenbau begann, als der Gründergeist auch die Neißestadt umwehte. Die Industrialisierung schritt voran, und der Anschluss an das Netz deutscher Eisenbahnen machte diesen Schritt für Görlitz vielleicht sogar rasanter als für andere Städte. Industrie aber bedeutete Maschinen. Sie wurden gebraucht, um jenen Dampf zu erzeugen, der das Tempo des 19. Jahrhunderts bestimmte. In Görlitz entstand ein Unternehmen, das solche Kraftpakete selbst herstellte.
Im Zweiten Weltkrieg war die Wumag aber mit bis zu 5000 Beschäftigten auch immer mehr Rüstungsproduzent.
1947 wurde der Volkseigene Betrieb (VEB) Görlitzer Maschinenbau (GMB) aufgebaut, der zunächst Brikettpressen und Schiffsdiesel produzierte. 1952 konnte die erste Dampfturbine nach dem Krieg ausgeliefert werden.
Auch der Export stieg wieder an. Neben der UdSSR und China als Hauptpartner lieferte man Turbinen nach Ägypten, Syrien, Indien, Finnland, Kuba, Mexiko, den Iran und weitere Länder. 938 solcher Maschinen wurden es bis 1989.In der VEB-Zeit gehörten auch Triebwerksschaufeln für Militärflugzeuge zum Fertigungskatalog. Der Betrieb übernahm in Görlitz Schwerpunktaufgaben für den UTP (Unterrichtstag in der Produktion für Schüler der Klassen acht bis zehn).
Mit Einführung der D-Mark zogen Inlandskunden jedoch ihre Bestellungen zurück und RGW-Verrechnungsrubel waren nicht mehr annehmbar. Mit dem Schwinden der Aufträge gingen Arbeitsplätze verloren. Waren in der DDR über 2 000 Werktätige zugange, waren es bald nur noch 700. Der Betrieb wurde am 1. Juni 1990 GmbH und suchte nach Partnern. Bereits 1984 hatte es Kontakte zu Siemens gegeben, und dort war man für einen Kooperationsvertrag bereit. Vereinbart wurde ein umfassendes Modernisierungsprogramm. Veraltete Anlagen wie die Gießerei wurden bald schon geschlossen.
Am 1. Mai 1991 erwarb Siemens den Betrieb von der Treuhand.
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Text in Teilen aus der Sächsischen Zeitung Artikel aus 2016 vom 15. Oktober
Aufnahmen aus Görlitz um die Jahrhundertwende Schriftenreihe Neue Folge Heft 14
Beitragsfotos sind Beispielbilder…,Netzfund.
Eure Kommentare:
Wir Mädchen im Westen hatten „Handarbeiten“ die Jungs „Werken“. Frau Meier zu Beerentrupp (echt!) hasste mich. Ich habe zuhause darum gebeten „Werken“ zu dürfen. Keine Chance! Ich habe in „Handarbeiten“ die meisten Klassenbucheinträge meiner ganzen Schullaufbahn kassiert.
An diesen Schraubstöcken (heißen die eigentlich so?) mußten wir damals auch werkeln. Das war nicht gerade mein Lieblingsfach. Doch im Vergleich zu diesem PA Unterricht, war das Arbeiten am Schraubstock noch angenehm. Manchmal wurden wir auf die KAP geschickt. Die KAPs wurden ab den 1970er Jahren eingeführt, um die Feldwirtschaft mehrerer Landwirtschaftlicher Produktionsgenossenschaften (LPG) und Volkseigener Güter (VEG) zusammenzufassen. Auf dem sogenannten Volkseigenen Gut in meinem Heimatort in Mecklenburg mußten wir einmal zum UTP Unterricht in einem riesigen Schweinstall arbeiten. Sie drückten uns einen Spachtel in die Hand und wir sollten die Böden vom Kot der Schweine abkatzen. Es waren noch kleine Schweine und in einigen Koben lagen die toten Ferkel herum. Das war schrecklich. Manchmal setzten sie uns Schüler auch zum Sammel von Stinen auf die großen felder ein.
In Jena wurden Bügeleisen für den goldenen Westen hergestellt. Es gab bei den Zeisswerken, in der Lehrlingsausbildung, eine Produktion für die Schulklassen. PA Unterricht. “ Produktive Arbeit “ Ich glaube die Qualitätsprodukte aus dem Osten, gingen an Quelle. Die wurden vom VEB Betrieb in den Westverpackungen ausgeliefert. Von der Herkunft wusste im Westen nur sehr wenige Leute.
„Einführung in die sozialistische Produktion“; draußen vor der Tür, sah man ist schonungslose Wirklichkeit. In der Rückschau einfach lächerlich.
ESP-Theorie. Ich hasse Theorie! War mein freier Tag. Eine Zensur und ich war wech An so einer Werkbank habe ich Stollenzeichen gefeilt.
Für mich als Junge war es genau das Gegenteil der Fall. Ich habe jedes praktische Wissen in mich reingezogen und war Stolz wie Oskar wenn die „Alten“ mich brauchten. Auch mit GST und sonstiges hatte ich keine Probleme. Zur Hochform bin ich im Winter 78/79 aufgelaufen. Mit den Alten gemeinsam das unmögliche geschafft!
Stressig wurde es immer dann wenn die Kommunisten anklopften und ich keinerlei Interesse an denen hatte.
Ich hatte zumindest da Glück, denn in dem Jahr in dem ich zum PA-Unterricht musste, fiel die Mauer. Ich war ein, zwei mal im Schaltgerätewerk Bad Muskau und ich fand es auch einfach nur abartig und krank. Diese Latzhose allein war schon so etwas wie ein erniedrigender Sklavenanzug. Und die Arbeitsbedingungen, Staub, Lärm, kaltes Licht. Am Schraubstock Metallplatten feilen und bohren hat mich auch richtig traumatisiert, ich wusste gleich das das eine der schlimmsten Arten zu leben sein muss. Aber ich hab in meinem Leben noch einige viel schlimmere Arbeiten ausgeübt. So zu leben ist einfach nur krank und kaum zu ertragen, vor allem, wenn man von den ganzen Errungenschaften der Menschheit weiss, die extra zerstört, verhindert oder uns vorenthalten werden, nur damit wir dieses „Leben“ führen müssen….
Mit Schule, UTP und ESP erging es mir wie dir! Ich, wurde bei Robur begruselt Da gab es immer erstmal eine 5 in Ordnung, weil wir unser Namens Sticker nicht auf der Hose hatten. Wirklich brauchbares zu lernen gab es bei all diesen Maßnahmen nicht.
Die Industrialisierung hat die alten und lange existierende Strukturen so nachhaltig zerstört, dass wir uns kaum noch vorstellen können, wie es vorher war. Über die Industrialisierung wurden viele Handwerksbetriebe und deren Infrastruktur und somit auch das Umfeld für Kinder zerstört. Sie war ein Teil des Abnabelns von allem Ursprünglichen. Gehört auch zu einem Beitrag, den ich vor Kurzem erst verfasst habe: „Leben wir noch artgerecht?
Oh, oh, das kenne ich zu gut. Wir hatten in Nordhausen im Hochbaukombinat UTP und ESP, wechselte wöchentlich. Ich habe die Jungs immer für mich bohren lassen. Bis jetzt nehme ich nur widerwillig eine Bohrmaschine in die Hand. ESP habe ich gern gemacht, vorallem Technisches Zeichnen.
Das mit dem PA ging ja noch..Das.ESP war “ Schlafenszeit“ – zumindest kann ich mich nicht mal Ansatzweise erinnern da was mitbekommen zu haben. Aber es kam nach der Schule noch schlimmer..Ich „musste“ im VEB Motorenwerk Cunewalde meine Lehre machen..Das, liebe Freunde war die reinste Hölle !